Wilhelm Meisters Wanderjahre — Band 2 - 07

Süzlärneñ gomumi sanı 4031
Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1758
35.0 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
48.9 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
54.9 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
Härber sızık iñ yış oçrıy torgan 1000 süzlärneñ protsentnı kürsätä.
italki
denn ob er gleich den würdigen Mann gerne wieder gesehen und herzlich
begrüßt hätte, so fürchtete er sich doch vor dessen dankbarer
Freigebigkeit und vor irgendeiner aufgedrungenen Belohnung jenes
treuen, liebevollen Handelns, wofür er schon den zartesten Lohn
dahingenommen hatte.
Und so schwammen die Freunde auf zierlichem Nachen von Ufer zu Ufer,
den See in jeder Richtung durchkreuzend. In der schönsten Jahrszeit
entging ihnen weder Sonnenaufgang noch -untergang und keine der
tausend Schattierungen, mit denen das Himmelslicht sein Firmament und
von da See und Erde freigebigst überspendet und sich im Abglanz erst
vollkommen verherrlicht.
Eine üppige Pflanzenwelt, ausgesäet von Natur, durch Kunst gepflegt
und gefördert, umgab sie überall. Schon die ersten Kastanienwälder
hatten sie willkommen geheißen, und nun konnten sie sich eines
traurigen Lächelns nicht enthalten, wenn sie, unter Zypressen
gelagert, den Lorbeer aufsteigen, den Granatapfel sich röten, Orangen
und Zitronen in Blüte sich entfalten und Früchte zugleich aus dem
dunklen Laube hervorglühend erblickten.
Durch den frischen Gesellen entstand jedoch für Wilhelm ein neuer
Genuß. Unserm alten Freund hatte die Natur kein malerisches Auge
gegeben. Empfänglich für sichtbare Schönheit nur an menschlicher
Gestalt, ward er auf einmal gewahr: ihm sei durch einen
gleichgestimmten, aber zu ganz andern Genüssen und Tätigkeiten
gebildeten Freund die Umwelt aufgeschlossen.
In gesprächiger Hindeutung auf die wechselnden Herrlichkeiten der
Gegend, mehr aber noch durch konzentrierte Nachahmung wurden ihm die
Augen aufgetan und er von allen sonst hartnäckig gehegten Zweifeln
befreit. Verdächtig waren ihm von jeher Nachbildungen italienischer
Gegenden gewesen; der Himmel schien ihm zu blau, der violette Ton
reizender Fernen zwar höchst lieblich, doch unwahr und das mancherlei
frische Grün doch gar zu bunt; nun verschmolz er aber mit seinem
neuen Freunde aufs innigste und lernte, empfänglich wie er war, mit
dessen Augen die Welt sehen, und indem die Natur das offenbare
Geheimnis ihrer Schönheit entfaltete, mußte man nach Kunst als der
würdigsten Auslegerin unbezwingliche Sehnsucht empfinden.
Aber ganz unerwartet kam der malerische Freund ihm von einer andern
Seite entgegen; dieser hatte manchmal einen heitern Gesang angestimmt
und dadurch ruhige Stunden auf weit--und breiter Wellenfahrt gar
innig belebt und begleitet. Nun aber traf sich's, daß er in einem der
Paläste ein ganz eigenes Saitenspiel fand, eine Laute in kleinem
Format, kräftig, vollklingend, bequem und tragbar; er wußte das
Instrument alsbald zu stimmen, so glücklich und angenehm zu behandeln
und die Gegenwärtigen so freundlich zu unterhalten, daß er, als neuer
Orpheus, den sonst strengen und trocknen Kastellan erweichend bezwang
und ihn freundlich nötigte, das Instrument dem Sänger auf eine
Zeitlang zu überlassen, mit der Bedingung, solches vor der Abreise
treulich wiederzugeben, auch in der Zwischenzeit an irgendeinem
Sonn--oder Feiertage zu erscheinen und die Familie zu erfreuen.
Ganz anders war nunmehr See und Ufer belebt, Boot und Kahn buhlten
um ihre Nachbarschaft, selbst Fracht--und Marktschiffe verweilten in
ihrer Nähe, Reihen von Menschen zogen am Strande nach, und die
Landenden sahen sich sogleich von einer frohsinnigen Menge umgeben;
die Scheidenden segnete jedermann, zufrieden, doch sehnsuchtsvoll.
Nun hätte zuletzt ein Dritter, die Freunde beobachtend, gar wohl
bemerken können, daß die Sendung beider eigentlich geendigt sei: alle
die auf Mignon sich beziehenden Gegenden und Lokalitäten waren
sämtlich umrissen, teils in Licht, Schatten und Farbe gesetzt, teils
in heißen Tagesstunden treulich ausgeführt. Dies zu leiten, hatten
sie sich auf eine eigne Weise von Ort zu Ort bewegt, weil ihnen
Wilhelms Gelübde gar oft hinderlich war; doch wußten sie solches
gelegentlich zu umgehen durch die Auslegung: es gelte nur für das
Land, auf dem Wasser sei es nicht anwendbar.
Auch fühlte Wilhelm selbst, daß ihre eigentliche Absicht erreicht
sei, aber leugnen konnte er sich nicht, daß der Wunsch, Hilarien und
die schöne Witwe zu sehen, auch noch befriedigt werden müsse, wenn
man mit freiem Sinne diese Gegend verlassen wollte. Der Freund, dem
er die Geschichte vertraut, war nicht weniger neugierig und freute
sich schon, einen herrlichen Platz in einer seiner Zeichnungen leer
und ledig zu wissen, den er mit den Gestalten so holder Personen
künstlerisch zu verzieren gedachte.
Nun stellten sie Kreuz-und-Quer-Fahrten an, die Punkte, wo der
Fremde in dieses Paradies einzutreten pflegt, beobachtend. Ihre
Schiffer hatten sie mit der Hoffnung, Freunde hier zu sehen, bekannt
gemacht, und nun dauerte es nicht lange, so sahen sie ein
wohlverziertes Prachtschiff herangleiten, worauf sie Jagd machten und
sich nicht enthielten, sogleich leidenschaftlich zu entern. Die
Frauenzimmer, einigermaßen betroffen, faßten sich sogleich, als
Wilhelm das Blättchen vorwies und beide den von ihnen selbst
vorgezeichneten Pfeil ohne Bedenken anerkannten. Die Freunde wurden
alsbald zutraulich eingeladen, das Schiff der Damen zu besteigen,
welches eilig geschah.
Und nun vergegenwärtige man sich die viere, wie sie, im zierlichsten
Raum beisammen, gegen einander über sitzen in der seligsten Welt, von
lindem Lufthauch angeweht, auf glänzenden Wellen geschaukelt. Man
denke das weibliche Paar, wie wir sie vor kurzem geschildert gesehen,
das männliche, mit dem wir schon seit Wochen ein gemeinsames
Reiseleben führen, und wir sehen sie nach einiger Betrachtung
sämtlich in der anmutigsten, obgleich gefährlichsten Lage.
Für die drei, welche sich schon, willig oder unwillig, zu den
Entsagenden gezählt, ist nicht das Schwerste zu besorgen, der Vierte
jedoch dürfte sich nur allzubald in jenen Orden aufgenommen sehen.
Nachdem man einigemal den See durchkreuzt und auf die
interessantesten Lokalitäten sowohl des Ufers als der Inseln
hingedeutet hatte, brachte man die Damen gegen den Ort, wo sie
übernachten sollten und wo ein gewandter, für diese Reise angenommener
Führer alle wünschenswerten Bequemlichkeiten zu besorgen wußte. Hier
war nun Wilhelms Gelübde ein schicklicher, aber unbequemer
Zeremonienmeister; denn gerade an dieser Station hatten die Freunde
vor kurzem drei Tage zugebracht und alles Merkwürdige der Umgebung
erschöpft. Der Künstler, welchen kein Gelübde zurückhielt, wollte
die Erlaubnis erbitten, die Damen ans Land zu geleiten, die es aber
ablehnten, weswegen man sich in einiger Entfernung vom Hafen trennte.
Kaum war der Sänger in sein Schiff gesprungen, das sich eiligst vom
Ufer entfernte, als er nach der Laute griff und jenen
wundersam-klagenden Gesang, den die venezianischen Schiffer von Land
zu See, von See zu Land erschallen lassen, lieblich anzustimmen begann.
Geübt genug zu solchem Vortrag, der ihm diesmal eigens zart und
ausdrucksvoll gelang, verstärkte er, verhältnismäßig zur wachsenden
Entfernung, den Ton, so daß man am Ufer immer die gleiche Nähe des
Scheidenden zu hören glaubte. Er ließ zuletzt die Laute schweigen,
seiner Stimme allein vertrauend, und hatte das Vergnügen, zu bemerken,
daß die Damen, anstatt sich ins Haus zurückzuziehen, am Ufer zu
verweilen beliebten. Er fühlte sich so begeistert, daß er nicht
endigen konnte, auch selbst als zuletzt Nacht und Entfernung das
Anschauen aller Gegenstände entzogen; bis ihm endlich der mehr
beruhigte Freund bemerklich machte, daß, wenn auch Finsternis den Ton
begünstigte, das Schiff den Kreis doch längst verlassen habe, in
welchem derselbe wirken könne.
Der Verabredung gemäß traf man sich des andern Tags abermals auf
offener See. Vorüberfliegend befreundete man sich mit der schönen
Reihe merkwürdig hingelagerter, bald reihenweis übersehbarer, bald
sich verschiebender Ansichten, die, im Wasser sich gleichmäßig
verdoppelnd, bei Uferfahrten das mannigfaltigste Vergnügen gewähren.
Dabei ließen denn die künstlerischen Nachbildungen auf dem Papier
dasjenige vermuten und ahnen, was man auf dem heutigen Zug nicht
unmittelbar gewahrte. Für alles dieses schien die stille Hilarie
freien und schönen Sinn zu besitzen.
Aber nun gegen Mittag erschien abermals das Wunderbare: die Damen
landeten allein, die Männer kreuzten vor dem Hafen. Nun suchte der
Sänger seinen Vortrag einer solchen Annäherung zu bequemen, wo nicht
bloß von einem zart und lebhaft jodelnden allgemeinen Sehnsuchtston,
sondern von heiterer, zierlicher Andringlichkeit irgendeine glückliche
Wirkung zu hoffen wäre. Da wollte denn manchmal ein und das andere
der Lieder, die wir geliebten Personen der "Lehrjahre" schuldig sind,
über den Saiten, über den Lippen schweben; doch enthielt er sich, aus
wohlmeinender Schonung, deren er selbst bedurfte, und schwärmte
vielmehr in fremden Bildern und Gefühlen umher, zum Gewinn seines
Vortrags, der sich nur um desto einschmeichelnder vernehmen ließ.
Beide Freunde hätten, auf diese Weise den Hafen blockierend, nicht an
Essen und Trinken gedacht, wenn die vorsichtigen Freundinnen nicht
gute Bissen herübergesendet hätten, wozu ein begleitender Trunk
ausgesuchten Weins zum allerbesten schmeckte.
Jede Absonderung, jede Bedingung, die unsern aufkeimenden
Leidenschaften in den Weg tritt, schärft sie, anstatt sie zu dämpfen;
und auch diesmal läßt sich vermuten, daß die kurze Abwesenheit beiden
Teilen gleiche Sehnsucht erregt habe. Allerdings! man sah die Damen
italki
in ihrer blendend-muntern Gondel gar bald wieder heranfahren.
Das Wort Gondel nehme man aber nicht im traurigen venezianischen
Sinne; hier bezeichnet es ein lustig-bequem-gefälliges Schiff, das,
hätte sich unser kleiner Kreis verdoppelt, immer noch geräumig genug
gewesen wäre.
Einige Tage wurden so auf diese eigene Weise zwischen Begegnen und
Scheiden, zwischen Trennen und Zusammensein hingebracht; im Genuß
vergnüglichster Geselligkeit schwebte immer Entfernen und Entbehren
vor der bewegten Seele. In Gegenwart der neuen Freunde rief man sich
die ältern zurück; vermißte man die neuen, so mußte man bekennen, daß
auch diese schon starken Anspruch an Erinnerung zu erwerben gewußt.
Nur ein gefaßter, geprüfter Geist wie unsere schöne Witwe konnte sich
zu solcher Stunde völlig im Gleichgewicht erhalten.
Hilariens Herz war zu sehr verwundet, als daß es einen neuen, reinen
Eindruck zu empfangen fähig gewesen wäre; aber wenn die Anmut einer
herrlichen Gegend uns lindernd umgibt, wenn die Milde gefühlvoller
Freunde auf uns einwirkt, so kommt etwas Eigenes über Geist und Sinn,
das uns Vergangenes, Abwesendes traumartig zurückruft und das
Gegenwärtige, als wäre es nur Erscheinung, geistermäßig entfernt. So
abwechselnd hin und wider geschaukelt, angezogen und abgelehnt,
genähert und entfernt, wallten und wogten sie verschiedene Tage.
Ohne diese Verhältnisse näher zu beurteilen, glaubte doch der
gewandte, wohlerfahrene Reiseführer einige Veränderung in dem ruhigen
Betragen seiner Heldinnen gegen das bisherige zu bemerken, und als
das Grillenhafte dieser Zustände sich ihm endlich aufgeklärt hatte,
wußte er auch hier das Erfreulichste zu vermitteln. Denn als man eben
die Damen abermals zu dem Orte, wo ihre Tafel bereitet wäre, bringen
wollte, begegnete ihnen ein anderes geschmücktes Schiff, das, an das
ihrige sich anlegend, einen gut gedeckten Tisch mit allen
Heiterkeiten einer festlichen Tafel einladend vorwies; man konnte nun
den Verlauf mehrerer Stunden zusammen abwarten, und erst die Nacht
entschied die herkömmliche Trennung.
Glücklicherweise hatten die männlichen Freunde auf ihren früheren
Fahrten gerade die geschmückteste der Inseln aus einer gewissen
Naturgrille zu betreten vernachlässigt und auch jetzt nicht gedacht,
die dortigen, keineswegs im besten Stand erhaltenen Künsteleien den
Freundinnen vorzuzeigen, ehe die herrlichen Weltszenen völlig
erschöpft wären. Doch zuletzt ging ihnen ein ander Licht auf! Man
zog den Führer ins Vertrauen, dieser wußte jene Fahrt sogleich zu
beschleunigen, und sie hielten solche für die seligste. Nun durften
sie hoffen und erwarten, nach so manchen unterbrochenen Freuden drei
volle himmlische Tage, in einem abgeschlossenen Bezirk versammelt,
zuzubringen.
Hier müssen wir nun den Reiseführer besonders rühmen; er gehörte zu
jenen beweglichen, tätig gewandten, welche, mehrere Herrschaften
geleitend, dieselben Routen oft zurücklegen; mit Bequemlichkeiten und
Unbequemlichkeiten genau bekannt, die einen zu vermeiden, die andern
zu benutzen und, ohne Hintansetzung eignen Vorteils, ihre Patrone doch
immer wohlfeiler und vergnüglicher durchs Land zu führen verstehen,
als diesen auf eigene Hand würde gelungen sein.
Zu gleicher Zeit tat sich eine lebhafte weibliche Bedienung der
Frauenzimmer zum erstenmal entschieden tätig hervor, so daß die
schöne Witwe zur Bedingung machen konnte, die beiden Freunde möchten
bei ihr als Gäste einkehren und mit mäßiger Bewirtung vorliebnehmen.
Auch hier gelang alles zum günstigsten: denn der kluge
Geschäftsträger hatte, bei dieser Gelegenheit wie früher, von den
Empfehlungs--und Kreditbriefen der Damen so klugen Gebrauch zu machen
gewußt, daß, in Abwesenheit der Besitzer, Schloß und Garten, nicht
weniger die Küche zu beliebigem Gebrauch eröffnet wurden, ja sogar
einige Aussicht auf den Keller blieb. Alles stimmte nun so zusammen,
daß man sich gleich vom ersten Augenblick an als einheimisch, als
eingeborne Herrschaft solcher Paradiese fühlen mußte.
Das sämtliche Gepäck aller unserer Reisenden ward sogleich auf die
Insel gebracht, wodurch für die Gesellschaft große Bequemlichkeit
entstand, der größte Vorteil aber dabei erzielt ward, indem die
sämtlichen Portefeuilles des trefflichen Künstlers, zum erstenmal
alle beisammen, ihm Gelegenheit gaben, den Weg, den er genommen, in
stetiger Folge den Schönen zu vergegenwärtigen. Man nahm die Arbeit
mit Entzücken auf. Nicht etwa wie Liebhaber und Künstler sich
wechselweise präkonisieren, hier ward einem vorzüglichen Manne das
gefühlteste und einsichtigste Lob erteilt. Damit wir aber nicht in
Verdacht geraten, als wollten wir mit allgemeinen Phrasen dasjenige,
was wir nicht vorzeigen können, gläubigen Lesern nur unterschieben,
so stehe hier das Urteil eines Kenners, der bei jenen fraglichen
sowohl als gleichen und ähnlichen Arbeiten mehrere Jahre nachher
bewundernd verweilte.
"Ihm gelingt, die heitere Ruhe stiller Seeaussichten darzustellen,
wo anliegend-freundliche Wohnungen, sich in der klaren Flut spiegelnd,
gleichsam zu baden scheinen; Ufer, mit begrünten Hügeln umgeben,
hinter denen Waldgebirge sind eisige Gletscherfirnen aufsteigen. Der
Farbenton solcher Szenen ist heiter, fröhlich-klar; die Fernen mit
milderndem Duft wie übergossen, der, nebelgrauer und einhüllender,
aus durchströmenden Gründen und Tälern hervorsteigt und ihre
Windungen andeutet. Nicht minder ist des Meisters Kunst zu loben in
Ansichten aus Tälern, näher am Hochgebirg gelegen, wo üppig
bewachsene Bergeshänge niedersteigen, frische Ströme sich am Fuß der
Felsen eilig fortwälzen.
Trefflich weiß er in mächtig schattenden Bäumen des Vordergrundes
den unterscheidenden Charakter verschiedener Arten so in Gestalt des
Ganzen wie in dem Gang der Zweige, den einzelnen Partien der Blätter
befriedigend anzudeuten; nicht weniger in dem auf mancherlei Weise
nuancierten frischen Grün, worin sanfte Lüfte mit gelindem Hauch zu
fächeln und die Lichter daher gleichsam bewegt erscheinen.
Im Mittelgrund ermattet allmählich der lebhafte grüne Ton und
vermählt sich auf entferntern Berghöhen schwach violett mit dem Blau
des Himmels. Doch unserm Künstler glücken über alles Darstellungen
höherer Alpgegenden; das einfach Große und Stille ihres Charakters,
die ausgedehnten Weiden am Bergeshang, mit dem frischesten Grün
überkleidet, wo dunkel einzeln stehende Tannen aus dem Rasenteppich
ragen und von hohen Felswänden sich schäumende Bäche stürzen. Mag er
die Weiden mit grasendem Rindvieh staffieren oder den engen, um
Felsen sich windenden Bergpfad mit beladenen Saumpferden und
Maultieren, er zeichnet alle gleich gut und geistreich; immer am
schicklichen Ort und nicht in zu großer Fülle angebracht, zieren und
beleben sie diese Bilder, ohne ihre ruhige Einsamkeit zu stören oder
auch nur zu mindern. Die Ausführung zeugt von der kühnsten
Meisterhand, leicht mit wenigen sichern Strichen und doch vollendet.
Er bediente sich später englischer glänzender Permanentfarben auf
Papier, daher sind diese Gemälde von vorzüglich blühendem Farbenton,
heiter, aber zugleich kräftig und gesättigt.
Seine Abbildungen tiefster Felsschluchten, wo um und um nur totes
Gestein starrt, im Abgrund, von kühner Brücke übersprungen, der wilde
Strom tobt, gefallen zwar nicht wie die vorigen, doch ergreift uns
ihre Wahrheit; wir bewundern die große Wirkung des Ganzen, durch
wenige bedeutende Striche und Massen von Lokalfarben mit dem
geringsten Aufwand hervorgebracht.
Ebenso charakteristisch weiß er die Gegenden des Hochgebirges
darzustellen, wo weder Baum noch Gesträuch mehr fortkommt, sondern
nur zwischen Felszacken und Schneegipfeln sonnige Flächen mit zartem
Rasen sich bedecken. So schön und gründuftig und einladend er
dergleichen Stellen auch koloriert, so sinnig hat er doch unterlassen,
hier mit weidenden Herden zu staffieren, denn diese Gegenden geben
nur Futter den Gemsen, und Wildheuern einen gefahrvollen Erwerb."


Wir entfernen uns nicht von der Absicht, unsern Lesern den Zustand
solcher wilden Gegenden so nah als möglich zu bringen, wenn wir das
eben gebrauchte Wort Wildheuer mit wenigem erklären. Man bezeichnet
damit ärmere Bewohner der Hochgebirge, welche sich unterfangen, auf
Grasplätzen, die für das Vieh schlechterdings unzugänglich sind, Heu
zu machen. Sie ersteigen deswegen, mit Steigehaken an den Füßen, die
steilsten, gefährlichsten Klippen, oder lassen sich, wo es nötig ist,
von hohen Felswänden an Stricken auf die besagten Grasplätze herab.
Ist nun das Gras von ihnen geschlagen und zu Heu getrocknet, so
werfen sie solches von den Höhen in tiefere Talgründe herab, wo
dasselbe, wieder gesammelt, an Viehbesitzer verkauft wird, die es der
vorzüglichen Beschaffenheit wegen gern erhandeln.


Jene Bilder, die zwar einen jeden erfreuen und anziehen müßten,
betrachtete Hilarie besonders mit großer Aufmerksamkeit; ihre
Bemerkungen gaben zu erkennen, daß sie selbst diesem Fache nicht
fremd sei; am wenigsten blieb dies dem Künstler verborgen, der sich
von niemand lieber erkannt gesehen hätte als gerade von dieser
anmutigsten aller Personen. Die ältere Freundin schwieg daher nicht
länger, sondern tadelte Hilarien, daß sie mit ihrer eigenen
Geschicklichkeit hervorzutreten auch diesmal, wie immer, zaudere; hier
sei die Frage nicht, gelobt oder getadelt zu werden, sondern zu
lernen. Eine schönere Gelegenheit finde sich vielleicht nicht wieder.

Nun zeigte sich erst, als sie genötigt war, ihre Blätter vorzuweisen,
welch ein Talent hinter diesem stillen, zierlichsten Wesen verborgen
liege; die Fähigkeit war eingeboren, fleißig geübt. Sie besaß ein
treues Auge, eine reinliche Hand, wie sie Frauen bei ihren sonstigen
Schmuck--und Putzarbeiten zu höherer Kunst befähigt. Man bemerkte
freilich Unsicherheit in den Strichen und deshalb nicht hinlänglich
ausgesprochenen Charakter der Gegenstände, aber man bewunderte
genugsam die fleißigste Ausführung; dabei jedoch das Ganze nicht aufs
vorteilhafteste gefaßt, nicht künstlerisch zurechtgerückt. Sie
fürchtet, so scheint es, den Gegenstand zu entweihen, bliebe sie ihm
nicht vollkommen getreu, deshalb ist sie ängstlich und verliert sich
im Detail.
Nun aber fühlt sie sich durch das große, freie Talent, die dreiste
Hand des Künstlers aufgeregt, erweckt, was von Sinn und Geschmack in
ihr treulich schlummerte; es geht ihr auf, daß sie nur Mut fassen,
einige Hauptmaximen, die ihr der Künstler gründlich,
freundlich-dringend, wiederholt überlieferte, ernst und sträcklich
befolgen müsse. Die Sicherheit des Striches findet sich ein, sie hält
sich allmählich weniger an die Teile als ans Ganze, und so schließt
sich die schönste Fähigkeit unvermutet zur Fertigkeit auf: wie eine
Rosenknospe, an der wir noch abends unbeachtend vorübergingen,
morgens mit Sonnenaufgang vor unsern Augen hervorbricht, so daß wir
das lebende Zittern, das die herrliche Erscheinung dem Lichte
entgegenregt, mit Augen zu schauen glauben.
Auch nicht ohne sittliche Nachwirkung war eine solche ästhetische
Ausbildung geblieben: denn einen magischen Eindruck auf ein reines
Gemüt bewirkt das Gewahrwerden der innigsten Dankbarkeit gegen irgend
jemand, dem wir entscheidende Belehrung schuldig sind. Diesmal war es
das erste frohe Gefühl, das in Hilariens Seele nach geraumer Zeit
hervortrat. Die herrliche Welt erst tagelang vor sich zu sehen und
nun die auf einmal verliehene vollkommenere Darstellungsgabe zu
empfinden! Welche Wonne, in Zügen und Farben dem Unaussprechlichen
näher zu treten! Sie fühlte sich mit einer neuen Jugend überrascht
und konnte sich eine besondere Anneigung zu jenem, dem sie dies Glück
schuldig geworden, nicht versagen.
So saßen sie nebeneinander; man hätte nicht unterscheiden können,
wer hastiger, Kunstvorteile zu überliefern oder sie zu ergreifen und
auszuüben, gewesen wäre. Der glücklichste Wettstreit, wie er sich
selten zwischen Schüler und Meister entzündet, tat sich hervor.
Manchmal schien der Freund auf ihr Blatt mit einem entscheidenden Zuge
einwirken zu wollen, sie aber, sanft ablehnend, eilte, gleich das
Gewünschte, das Notwendige zu tun, und immer zu seinem Erstaunen.
Der letzte Abend war nun herangekommen, und ein hervorleuchtender,
klarster Vollmond ließ den übergang von Tag zu Nacht nicht empfinden.
Die Gesellschaft hatte sich zusammen auf einer der höchsten
Terrassen gelagert, den ruhigen, von allen Seiten her erleuchteten und
rings widerglänzenden See, dessen Länge sich zum Teil verbarg, seiner
Breite nach ganz und klar zu überschauen.
Was man nun auch in solchen Zuständen besprechen mochte, so war doch
nicht zu unterlassen, das hundertmal Besprochene, die Vorzüge dieses
Himmels, dieses Wassers, dieser Erde, unter dem Einfluß einer
gewaltigern Sonne, eines mildern Mondes nochmals zu bereden, ja sie
ausschließlich und lyrisch anzuerkennen.
Was man sich aber nicht gestand, was man sich kaum selbst bekennen
mochte, war das tiefe, schmerzliche Gefühl, das in jedem Busen
stärker oder schwächer, durchaus aber gleich wahr und zart sich
bewegte. Das Vorgefühl des Scheidens verbreitete sich über die
Gesamtheit; ein allmähliches Verstummen wollte fast ängstlich werden.
Da ermannte, da entschloß sich der Sänger, auf seinem Instrumente
kräftig präludierend, uneingedenk jener früheren wohlbedachten
Schonung. Ihm schwebte Mignons Bild mit dem ersten Zartgesang des
holden Kindes vor. Leidenschaftlich über die Grenze gerissen, mit
sehnsüchtigem Griff die wohlklingenden Saiten aufregend, begann er
anzustimmen:

"Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn,
Im dunklen Laub---"


Hilarie stand erschüttert auf und entfernte sich, die Stirne
verschleiernd; unsere schöne Witwe bewegte ablehnend eine Hand gegen
den Sänger, indem sie mit der andern Wilhelms Arm ergriff. Hilarien
folgte der wirklich verworrene Jüngling, Wilhelmen zog die mehr
besonnene Freundin hinter beiden drein. Und als sie nun alle viere
im hohen Mondschein sich gegenüberstanden, war die allgemeine Rührung
nicht mehr zu verhehlen. Die Frauen warfen sich einander in die Arme,
die Männer umhalsten sich, und Luna ward Zeuge der edelsten,
keuschesten Tränen. Einige Besinnung kehrte langsam erst zurück, man
zog sich auseinander, schweigend, unter seltsamen Gefühlen und
Wünschen, denen doch die Hoffnung schon abgeschnitten war. Nun
fühlte sich unser Künstler, welchen der Freund mit sich riß, unter
dem hehren Himmel, in der ernst-lieblichen Nachtstunde, eingeweiht in
alle Schmerzen des ersten Grades der Entsagenden, welchen jene
Freunde schon überstanden hatten, nun aber sich in Gefahr sahen,
abermals schmerzlich geprüft zu werden.
Spät hatten sich die Jünglinge zur Ruhe begeben, und am frühen
Morgen zeitig erwachend, faßten sie ein Herz und glaubten sich stark
zu einem Abschied aus diesem Paradiese, ersannen mancherlei Plane,
wie sie ohne Pflichtverletzung in der angenehmen Nähe zu verharren
allenfalls möglich machten.
Ihre Vorschläge deshalb gedachten sie anzubringen, als die Nachricht
sie überraschte, schon beim frühsten Scheine des Tages seien die
Damen abgefahren. Ein Brief von der Hand unserer Herzenskönigin
belehrte sie des Weitern. Man konnte zweifelhaft sein, ob mehr
Verstand oder Güte, mehr Neigung oder Freundschaft, mehr Anerkennung
des Verdienstes oder leises, verschämtes Vorurteil darin
ausgesprochen sei. Leider enthielt der Schluß die harte Forderung,
daß man den Freundinnen weder folgen noch sie irgendwo aufsuchen, ja,
wenn man sich zufällig begegnete, einander treulich ausweichen wolle.
Nun war das Paradies wie durch einen Zauberschlag für die Freunde
zur völligen Wüste gewandelt; und gewiß hätten sie selbst gelächelt,
wäre ihnen in dem Augenblick klar geworden, wie ungerecht-undankbar
sie sich auf einmal gegen eine so schöne, so merkwürdige Umgebung
verhielten. Kein selbstsüchtiger Hypochondrist würde so scharf und
scheelsüchtig den Verfall der Gebäude, die Vernachlässigung der Mauern,
das Verwittern der Türme, den Grasüberzug der Gänge, das Aussterben
der Bäume, das vermoosende Vermodern der Kunstgrotten, und was noch
alles dergleichen zu bemerken wäre, gerügt und gescholten haben. Sie
faßten sich indes, so gut es sich fügen wollte; unser Künstler packte
sorgfältig seine Arbeit zusammen, sie schifften beide sich ein,
Wilhelm begleitete ihn bis in die obere Gegend des Sees, wo jener nach
früherer Verabredung seinen Weg zu Natalien suchte, um sie durch die
schönen landschaftlichen Bilder in Gegenden zu versetzen, die sie
vielleicht so bald nicht betreten sollte. Berechtigt ward er zugleich,
den unerwarteten Fall bekennend vorzutragen, wodurch er in die Lage
geraten, von den Bundesgliedern des Entsagens aufs freundlichste in
die Mitte genommen und durch liebevolle Behandlung, wo nicht geheilt,
doch getröstet zu werden. Lenardo an Wilhelm
Ihr Schreiben, mein Teuerster, traf mich in einer Tätigkeit, die ich
Verwirrung nennen könnte, wenn der Zweck nicht so groß, das Erlangen
nicht so sicher wäre. Die Verbindung mit den Ihrigen ist wichtiger,
als beide Teile sich denken konnten. Darüber darf ich nicht anfangen
zu schreiben, weil sich gleich hervortut, wie unübersehbar das Ganze,
wie unaussprechlich die Verknüpfung. Tun ohne Reden muß jetzt unsre
Losung sein. Tausend Dank, daß Sie mir auf ein so anmutiges
Geheimnis halb verschleiert in die Ferne hindeuten; ich gönne dem
guten Wesen einen so einfach glücklichen Zustand, indessen mich ein
Wirbel von Verschlingungen, doch nicht ohne Leitstern, umhertreiben
wird. Der Abbé übernimmt, das Weitere zu vermelden, ich darf nur
dessen gedenken, was fördert; die Sehnsucht verschwindet im Tun und
Wirken. Sie haben mich--und hier nicht weiter; wo genug zu schaffen
ist, bleibt kein Raum für Betrachtung. Der Abbé an Wilhelm
Wenig hätte gefehlt, so wäre Ihr wohlgemeinter Brief, ganz Ihrer
Absicht entgegen, uns höchst schädlich geworden. Die Schilderung der
Gefundenen ist so gemütlich und reizend, daß, um sie gleichfalls
aufzufinden, der wunderliche Freund vielleicht alles hätte stehen und
liegen lassen, wären unsre nunmehr verbündeten Plane nicht so groß
und weitaussehend. Nun aber hat er die Probe bestanden, und es
bestätigt sich, daß er von der wichtigen Angelegenheit völlig
durchdrungen ist und sich von allem andern ab--und allein dorthin
gezogen fühlt.
In diesem unserm neuen Verhältnis, dessen Einleitung wir Ihnen
verdanken, ergaben sich bei näherer Untersuchung für jene wie für uns
weit größere Vorteile, als man gedacht hätte.
Denn gerade durch eine von der Natur weniger begünstigte Gegend, wo
ein Teil der Güter gelegen ist, die ihm der Oheim abtritt, ward in
der neuern Zeit ein Kanal projektiert, der auch durch unsere
Sez Alman ädäbiyättän 1 tekst ukıdıgız.
Çirattagı - Wilhelm Meisters Wanderjahre — Band 2 - 08
  • Büleklär
  • Wilhelm Meisters Wanderjahre — Band 2 - 01
    Süzlärneñ gomumi sanı 4218
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1535
    41.0 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    55.9 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    62.3 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    Härber sızık iñ yış oçrıy torgan 1000 süzlärneñ protsentnı kürsätä.
  • Wilhelm Meisters Wanderjahre — Band 2 - 02
    Süzlärneñ gomumi sanı 4354
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1527
    43.8 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    57.9 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    63.7 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    Härber sızık iñ yış oçrıy torgan 1000 süzlärneñ protsentnı kürsätä.
  • Wilhelm Meisters Wanderjahre — Band 2 - 03
    Süzlärneñ gomumi sanı 4385
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1454
    45.0 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    59.4 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    64.3 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    Härber sızık iñ yış oçrıy torgan 1000 süzlärneñ protsentnı kürsätä.
  • Wilhelm Meisters Wanderjahre — Band 2 - 04
    Süzlärneñ gomumi sanı 4115
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1650
    36.5 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    51.1 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    56.9 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    Härber sızık iñ yış oçrıy torgan 1000 süzlärneñ protsentnı kürsätä.
  • Wilhelm Meisters Wanderjahre — Band 2 - 05
    Süzlärneñ gomumi sanı 4142
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1721
    37.7 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    51.7 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    58.1 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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  • Wilhelm Meisters Wanderjahre — Band 2 - 06
    Süzlärneñ gomumi sanı 4076
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1696
    37.6 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    50.7 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    57.1 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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  • Wilhelm Meisters Wanderjahre — Band 2 - 07
    Süzlärneñ gomumi sanı 4031
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1758
    35.0 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    48.9 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    54.9 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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  • Wilhelm Meisters Wanderjahre — Band 2 - 08
    Süzlärneñ gomumi sanı 4119
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1723
    37.2 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    51.0 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    57.9 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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  • Wilhelm Meisters Wanderjahre — Band 2 - 09
    Süzlärneñ gomumi sanı 4135
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1689
    38.0 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    51.3 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    58.1 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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  • Wilhelm Meisters Wanderjahre — Band 2 - 10
    Süzlärneñ gomumi sanı 4184
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1709
    40.2 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    53.3 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    59.6 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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  • Wilhelm Meisters Wanderjahre — Band 2 - 11
    Süzlärneñ gomumi sanı 3997
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1487
    38.9 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    53.2 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    59.1 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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  • Wilhelm Meisters Wanderjahre — Band 2 - 12
    Süzlärneñ gomumi sanı 2419
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 990
    44.7 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    56.8 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    63.5 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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