Wilhelm Meisters Lehrjahre — Band 8 - 1

Süzlärneñ gomumi sanı 4406
Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1492
45.9 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
59.8 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
65.5 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
Härber sızık iñ yış oçrıy torgan 1000 süzlärneñ protsentnı kürsätä.
italki
Wilhelm Meisters Lehrjahre--Buch 8
Johann Wolfgang von Goethe



Achtes Buch
Erstes Kapitel
Felix war in den Garten gesprungen, Wilhelm folgte ihm mit Entzücken,
der schönste Morgen zeigte jeden Gegenstand mit neuen Reizen, und
Wilhelm genoß den heitersten Augenblick. Felix war neu in der freien
und herrlichen Welt, und sein Vater nicht viel bekannter mit den
Gegenständen, nach denen der Kleine wiederholt und unermüdet fragte.
Sie gesellten sich endlich zum Gärtner, der die Namen und den Gebrauch
mancher Pflanzen hererzählen mußte; Wilhelm sah die Natur durch ein
neues Organ, und die Neugierde, die Wißbegierde des Kindes ließen ihn
erst fühlen, welch ein schwaches Interesse er an den Dingen außer sich
genommen hatte, wie wenig er kannte und wußte. An diesem Tage, dem
vergnügtesten seines Lebens, schien auch seine eigne Bildung erst
anzufangen; er fühlte die Notwendigkeit, sich zu belehren, indem er zu
lehren aufgefordert ward.
Jarno und der Abbe hatten sich nicht wieder sehen lassen; abends kamen
sie und brachten einen Fremden mit. Wilhelm ging ihm mit Erstaunen
entgegen, er traute seinen Augen nicht: es war Werner, der gleichfalls
einen Augenblick anstand, ihn anzuerkennen. Beide umarmten sich aufs
zärtlichste, und beide konnten nicht verbergen, daß sie sich
wechselsweise verändert fanden. Werner behauptete, sein Freund sei
größer, stärker, gerader, in seinem Wesen gebildeter und in seinem
Betragen angenehmer geworden. "Etwas von seiner alten Treuherzigkeit
vermiß ich", setzte er hinzu. "Sie wird sich auch schon wieder zeigen,
wenn wir uns nur von der ersten Verwunderung erholt haben", sagte
Wilhelm.
Es fehlte viel, daß Werner einen gleich vorteilhaften Eindruck auf
Wilhelmen gemacht hätte. Der gute Mann schien eher zurück- als
vorwärtsgegangen zu sein. Er war viel magerer als ehemals, sein
spitzes Gesicht schien feiner, seine Nase länger zu sein, seine Stirn
und sein Scheitel waren von Haaren entblößt, seine Stimme hell, heftig
und schreiend, und seine eingedrückte Brust, seine verfallenden
Schultern, seine farblosen Wangen ließen keinen Zweifel übrig, daß ein
arbeitsamer Hypochondrist gegenwärtig sei.
Wilhelm war bescheiden genug, um sich über diese große Veränderung
sehr mäßig zu erklären, da der andere hingegen seiner
freundschaftlichen Freude völligen Lauf ließ. "Wahrhaftig!" rief er
aus, "wenn du deine Zeit schlecht angewendet und, wie ich vermute,
nichts gewonnen hast, so bist du doch indessen ein Persönchen geworden,
das sein Glück machen kann und muß; verschlendere und verschleudere
nur auch das nicht wieder: du sollst mir mit dieser Figur eine reiche
und schöne Erbin erkaufen."--"Du wirst doch", versetzte Wilhelm
lächelnd, "deinen Charakter nicht verleugnen! Kaum findest du nach
langer Zeit deinen Freund wieder, so siehst du ihn schon als eine Ware,
als einen Gegenstand deiner Spekulation an, mit dem sich etwas
gewinnen läßt."
Jarno und der Abbe schienen über diese Erkennung keinesweges
verwundert und ließen beide Freunde sich nach Belieben über das
Vergangene und Gegenwärtige ausbreiten. Werner ging um seinen Freund
herum, drehte ihn hin und her, so daß er ihn fast verlegen machte.
"Nein! nein!" rief er aus, "so was ist mir noch nicht vorgekommen, und
doch weiß ich wohl, daß ich mich nicht betriege. Deine Augen sind
tiefer, deine Stirn ist breiter, deine Nase feiner und dein Mund
liebreicher geworden. Seht nur einmal, wie er steht! wie das alles
paßt und zusammenhängt! Wie doch das Faulenzen gedeihet! Ich armer
Teufel dagegen"--er besah sich im Spiegel--"wenn ich diese Zeit her
nicht recht viel Geld gewonnen hätte, so wäre doch auch gar nichts an
mir."
Werner hatte Wilhelms letzten Brief nicht empfangen; ihre Handlung war
das fremde Haus, mit welchem Lothario die Güter in Gemeinschaft zu
kaufen die Absicht hatte. Dieses Geschäft führte Wernern hierher; er
hatte keine Gedanken, Wilhelmen auf seinem Wege zu finden. Der
Gerichtshalter kam, die Papiere wurden vorgelegt, und Werner fand die
Vorschläge billig. "Wenn Sie es mit diesem jungen Manne, wie es
scheint, gut meinen", sagte er, "so sorgen Sie selbst dafür, daß unser
Teil nicht verkürzt werde; es soll von meinem Freunde abhängen, ob er
das Gut annehmen und einen Teil seines Vermögens daran wenden will."
Jarno und der Abbe versicherten, daß es dieser Erinnerung nicht
bedürfe. Man hatte die Sache kaum im allgemeinen verhandelt, als
Werner sich nach einer Partie L'hombre sehnte, wozu sich denn auch
gleich der Abbe und Jarno mit hinsetzten; er war es nun einmal so
gewohnt, er konnte des Abends ohne Spiel nicht leben.
Als die beiden Freunde nach Tische allein waren, befragten und
besprachen sie sich sehr lebhaft über alles, was sie sich mitzuteilen
wünschten. Wilhelm rühmte seine Lage und das Glück seiner Aufnahme
unter so trefflichen Menschen. Werner dagegen schüttelte den Kopf und
sagte: "Man sollte doch auch nichts glauben, als was man mit Augen
sieht! Mehr als ein dienstfertiger Freund hat mir versichert, du
lebtest mit einem liederlichen jungen Edelmann, führtest ihm
Schauspielerinnen zu, hälfest ihm sein Geld durchbringen und seiest
schuld, daß er mit seinen sämtlichen Anverwandten gespannt sei."--"Es
würde mich um meinet- und um der guten Menschen willen verdrießen, daß
wir so verkannt werden", versetzte Wilhelm, "wenn mich nicht meine
theatralische Laufbahn mit jeder übeln Nachrede versöhnt hätte. Wie
sollten die Menschen unsere Handlungen beurteilen, die ihnen nur
einzeln und abgerissen erscheinen, wovon sie das wenigste sehen, weil
Gutes und Böses im verborgenen geschieht und eine gleichgültige
Erscheinung meistens nur an den Tag kommt. Bringt man ihnen doch
Schauspieler und Schauspielerinnen auf erhöhte Bretter, zündet von
allen Seiten Licht an, das ganze Werk ist in wenig Stunden
abgeschlossen, und doch weiß selten jemand eigentlich, was er daraus
machen soll."
Nun ging es an ein Fragen nach der Familie, nach den Jugendfreunden
und der Vaterstadt. Werner erzählte mit großer Hast alles, was sich
verändert hatte und was noch bestand und geschah. "Die Frauen im
Hause", sagte er, "Sind vergnügt und glücklich, es fehlt nie an Geld.
Die eine Hälfte der Zeit bringen sie zu, sich zu putzen, und die
andere Hälfte, sich geputzt sehen zu lassen. Haushälterisch sind sie
soviel, als billig ist. Meine Kinder lassen sich zu gescheiten Jungen
an. Ich sehe sie im Geiste schon sitzen und schreiben und rechnen,
laufen, handeln und trödeln; einem jeden soll so bald als möglich ein
eignes Gewerbe eingerichtet werden, und was unser Vermögen betrifft,
daran sollst du deine Lust sehen. Wenn wir mit den Gütern in Ordnung
sind, mußt du gleich mit nach Hause: denn es sieht doch aus, als wenn
du mit einiger Vernunft in die menschlichen Unternehmungen eingreifen
könntest. Deine neuen Freunde sollen gepriesen sein, da sie dich auf
den rechten Weg gebracht haben. Ich bin ein närrischer Teufel und
merke erst, wie lieb ich dich habe, da ich mich nicht satt an dir
sehen kann, daß du so wohl und so gut aussiehst. Das ist doch noch
eine andere Gestalt als das Porträt, das du einmal an die Schwester
schicktest und worüber im Hause großer Streit war. Mutter und Tochter
fanden den jungen Herrn allerliebst mit offnem Halse, halbfreier Brust,
großer Krause, herumhängendem Haar, rundem Hut, kurzem Westchen und
schlotternden langen Hosen, indessen ich behauptete, das Kostüm sei
nur noch zwei Finger breit vom Hanswurst. Nun siehst du doch aus wie
ein Mensch, nur fehlt der Zopf, in den ich deine Haare einzubinden
bitte, sonst hält man dich denn doch einmal unterwegs als Juden an und
fordert Zoll und Geleite von dir."
Felix war indessen in die Stube gekommen und hatte sich, als man auf
ihn nicht achtete, aufs Kanapee gelegt und war eingeschlafen. "Was
ist das für ein Wurm?" fragte Werner. Wilhelm hatte in dem
Augenblicke den Mut nicht, die Wahrheit zu sagen, noch Lust, eine doch
immer zweideutige Geschichte einem Manne zu erzählen, der von Natur
nichts weniger als gläubig war.
Die ganze Gesellschaft begab sich nunmehr auf die Güter, um sie zu
besehen und den Handel abzuschließen. Wilhelm ließ seinen Felix nicht
von der Seite und freute sich um des Knaben willen recht lebhaft des
Besitzes, dem man entgegensah. Die Lüsternheit des Kindes nach den
Kirschen und Beeren, die bald reif werden sollten, erinnerte ihn an
die Zeit seiner Jugend und an die vielfache Pflicht des Vaters, den
Seinigen den Genuß vorzubereiten, zu verschaffen und zu erhalten. Mit
welchem Interesse betrachtete er die Baumschulen und die Gebäude! Wie
lebhaft sann er darauf, das Vernachlässigte wiederherzustellen und das
Verfallene zu erneuern! Er sah die Welt nicht mehr wie ein Zugvogel
an, ein Gebäude nicht mehr für eine geschwind zusammengestellte Laube,
die vertrocknet, ehe man sie verläßt. Alles, was er anzulegen
gedachte, sollte dem Knaben entgegenwachsen, und alles, was er
herstellte, sollte eine Dauer auf einige Geschlechter haben. In
diesem Sinne waren seine Lehrjahre geendigt, und mit dem Gefühl des
Vaters hatte er auch alle Tugenden eines Bürgers erworben. Er fühlte
es, und seiner Freude konnte nichts gleichen. "O der unnötigen
Strenge der Moral!" rief er aus, "da die Natur uns auf ihre liebliche
italki
Weise zu allem bildet, was wir sein sollen. O der seltsamen
Anforderungen der bürgerlichen Gesellschaft, die uns erst verwirrt und
mißleitet und dann mehr als die Natur selbst von uns fordert! Wehe
jeder Art von Bildung, welche die wirksamsten Mittel wahrer Bildung
zerstört und uns auf das Ende hinweist, anstatt uns auf dem Wege
selbst zu beglücken!"
So manches er auch in seinem Leben schon gesehen hatte, so schien ihm
doch die menschliche Natur erst durch die Beobachtung des Kindes
deutlich zu werden. Das Theater war ihm, wie die Welt, nur als eine
Menge ausgeschütteter Würfel vorgekommen, deren jeder einzeln auf
seiner Oberfläche bald mehr, bald weniger bedeutet und die allenfalls
zusammengezählt eine Summe machen. Hier im Kinde lag ihm, konnte man
sagen, ein einzelner Würfel vor, auf dessen vielfachen Seiten der Wert
und der Unwert der menschlichen Natur so deutlich eingegraben war.
Das Verlangen des Kindes nach Unterscheidung wuchs mit jedem Tage. Da
es einmal erfahren hatte, daß die Dinge Namen haben, so wollte es auch
den Namen von allem hören; es glaubte nicht anders, sein Vater müsse
alles wissen, quälte ihn oft mit Fragen und gab ihm Anlaß, sich nach
Gegenständen zu erkundigen, denen er sonst wenig Aufmerksamkeit
gewidmet hatte. Auch der eingeborne Trieb, die Herkunft und das Ende
der Dinge zu erfahren, zeigte sich frühe bei dem Knaben. Wenn er
fragte, wo der Wind herkomme und wo die Flamme hinkomme, war dem Vater
seine eigene Beschränkung erst recht lebendig; er wünschte zu erfahren,
wie weit sich der Mensch mit seinen Gedanken wagen und wovon er
hoffen dürfe sich und andern jemals Rechenschaft zu geben. Die
Heftigkeit des Kindes, wenn es irgendeinem lebendigen Wesen Unrecht
geschehen sah, erfreute den Vater höchlich als das Zeichen eines
trefflichen Gemüts. Das Kind schlug heftig nach dem Küchenmädchen,
das einige Tauben abgeschnitten hatte. Dieser schöne Begriff wurde
denn freilich bald wieder zerstört, als er den Knaben fand, der ohne
Barmherzigkeit Frösche totschlug und Schmetterlinge zerrupfte. Es
erinnerte ihn dieser Zug an so viele Menschen, die höchst gerecht
erscheinen, wenn sie ohne Leidenschaft sind und die Handlungen anderer
beobachten.
Dieses angenehme Gefühl, daß der Knabe so einen schönen und wahren
Einfluß auf sein Dasein habe, ward einen Augenblick gestört, als
Wilhelm in kurzem bemerkte, daß wirklich der Knabe mehr ihn als er den
Knaben erziehe. Er hatte an dem Kinde nichts auszusetzen, er war
nicht imstande, ihm eine Richtung zu geben, die es nicht selbst nahm,
und sogar die Unarten, gegen die Aurelie so viel gearbeitet hatte,
waren, so schien es, nach dem Tode dieser Freundin alle wieder in ihre
alten Rechte getreten. Noch machte das Kind die Türe niemals hinter
sich zu, noch wollte er seinen Teller nicht abessen, und sein Behagen
war niemals größer, als wenn man ihm nachsah, daß er den Bissen
unmittelbar aus der Schüssel nehmen, das volle Glas stehenlassen und
aus der Flasche trinken konnte. So war er auch ganz allerliebst, wenn
er sich mit einem Buche in die Ecke setzte und sehr ernsthaft sagte:
"Ich muß das gelehrte Zeug studieren!", ob er gleich die Buchstaben
noch lange weder unterscheiden konnte noch wollte.
Bedachte nun Wilhelm, wie wenig er bisher für das Kind getan hatte,
wie wenig er zu tun fähig sei, so entstand eine Unruhe in ihm, die
sein ganzes Glück aufzuwiegen imstande war. "Sind wir Männer denn",
sagte er zu sich, "so selbstisch geboren, daß wir unmöglich für ein
Wesen außer uns Sorge tragen können? Bin ich mit dem Knaben nicht
eben auf dem Wege, auf dem ich mit Mignon war? Ich zog das liebe Kind
an, seine Gegenwart ergötzte mich, und dabei hab ich es aufs
grausamste vernachlässigt. Was tat ich zu seiner Bildung, nach der es
so sehr strebte? Nichts! Ich überließ es sich selbst und allen
Zufälligkeiten, denen es in einer ungebildeten Gesellschaft nur
ausgesetzt sein konnte; und dann für diesen Knaben, der dir so
merkwürdig war, ehe er dir so wert sein konnte, hat dich denn dein
Herz geheißen, auch nur jemals das geringste für ihn zu tun? Es ist
nicht mehr Zeit, daß du deine eigenen Jahre und die Jahre anderer
vergeudest; nimm dich zusammen, und denke, was du für dich und die
guten Geschöpfe zu tun hast, welche Natur und Neigung so fest an dich
knüpfte."
Eigentlich war dieses Selbstgespräch nur eine Einleitung, sich zu
bekennen, daß er schon gedacht, gesorgt, gesucht und gewählt hatte; er
konnte nicht länger zögern, sich es selbst zu gestehen. Nach oft
vergebens wiederholtem Schmerz über den Verlust Marianens fühlte er
nur zu deutlich, daß er eine Mutter für den Knaben suchen müsse und
daß er sie nicht sichrer als in Theresen finden werde. Er kannte
dieses vortreffliche Frauenzimmer ganz. Eine solche Gattin und
Gehülfin schien die einzige zu sein, der man sich und die Seinen
anvertrauen könnte. Ihre edle Neigung zu Lothario machte ihm keine
Bedenklichkeit. Sie waren durch ein sonderbares Schicksal auf ewig
getrennt, Therese hielt sich für frei und hatte von einer Heirat zwar
mit Gleichgültigkeit, doch als von einer Sache gesprochen, die sich
von selbst versteht.
Nachdem er lange mit sich zu Rate gegangen war, nahm er sich vor, ihr
von sich zu sagen, soviel er nur wußte. Sie sollte ihn kennenlernen,
wie er sie kannte, und er fing nun an, seine eigene Geschichte
durchzudenken; sie schien ihm an Begebenheiten so leer und im ganzen
jedes Bekenntnis so wenig zu seinem Vorteil, daß er mehr als einmal
von dem Vorsatz abzustehn im Begriff war. Endlich entschloß er sich,
die Rolle seiner Lehrjahre aus dem Turme von Jarno zu verlangen;
dieser sagte: "Es ist eben zur rechten Zeit", und Wilhelm erhielt sie.
Es ist eine schauderhafte Empfindung, wenn ein edler Mensch mit
Bewußtsein auf dem Punkte steht, wo er über sich selbst aufgeklärt
werden soll. Alle übergänge sind Krisen, und ist eine Krise nicht
Krankheit? Wie ungern tritt man nach einer Krankheit vor den Spiegel!
Die Besserung fühlt man, und man sieht nur die Wirkung des
vergangenen übels. Wilhelm war indessen vorbereitet genug, die
Umstände hatten schon lebhaft zu ihm gesprochen, seine Freunde hatten
ihn eben nicht geschont, und wenn er gleich das Pergament mit einiger
Hast aufrollte, so ward er doch immer ruhiger, je weiter er las. Er
fand die umständliche Geschichte seines Lebens in großen, scharfen
Zügen geschildert; weder einzelne Begebenheiten noch beschränkte
Empfindungen verwirrten seinen Blick, allgemeine liebevolle
Betrachtungen gaben ihm Fingerzeige, ohne ihn zu beschämen, und er sah
zum erstenmal sein Bild außer sich, zwar nicht wie im Spiegel ein
zweites Selbst, sondern wie im Porträt ein anderes Selbst: man bekennt
sich zwar nicht zu allen Zügen, aber man freut sich, daß ein denkender
Geist uns so hat fassen, ein großes Talent uns so hat darstellen
wollen, daß ein Bild von dem, was wir waren, noch besteht und daß es
länger als wir selbst dauern kann.
Wilhelm beschäftigte sich nunmehr, indem alle Umstände durch dies
Manuskript in sein Gedächtnis zurückkamen, die Geschichte seines
Lebens für Theresen aufzusetzen, und er schämte sich fast, daß er
gegen ihre großen Tugenden nichts aufzustellen hatte, was eine
zweckmäßige Tätigkeit beweisen konnte. So umständlich er in dem
Aufsatze war, so kurz faßte er sich in dem Briefe, den er an sie
schrieb; er bat sie um ihre Freundschaft, um ihre Liebe, wenn's
möglich wäre; er bot ihr seine Hand an und bat sie um baldige
Entscheidung.
Nach einigem innerlichen Streit, ob er diese wichtige Sache noch erst
mit seinen Freunden, mit Jarno und dem Abbe, beraten solle, entschied
er sich zu schweigen. Er war zu fest entschlossen, die Sache war für
ihn zu wichtig, als daß er sie noch hätte dem Urteil des
vernünftigsten und besten Mannes unterwerfen mögen; ja sogar brauchte
er die Vorsicht, seinen Brief auf der nächsten Post selbst zu
bestellen. Vielleicht hatte ihm der Gedanke, daß er in so vielen
Umständen seines Lebens, in denen er frei und im verborgenen zu
handeln glaubte, beobachtet, ja sogar geleitet worden war, wie ihm aus
der geschriebenen Rolle nicht undeutlich erschien, eine Art von
unangenehmer Empfindung gegeben, und nun wollte er wenigstens zu
Theresens Herzen rein vom Herzen reden und ihrer Entschließung und
Entscheidung sein Schicksal schuldig sein, und so machte er sich kein
Gewissen, seine Wächter und Aufseher in diesem wichtigen Punkte
wenigstens zu umgehen.


VIII. Buch, 2. Kapitel--1


Zweites Kapitel
Kaum war der Brief abgesendet, als Lothario zurückkam. Jedermann
freuete sich, die vorbereiteten wichtigen Geschäfte abgeschlossen und
bald geendigt zu sehen, und Wilhelm erwartete mit Verlangen, wie so
viele Fäden teils neu geknüpft, teils aufgelöst und nun sein eignes
Verhältnis auf die Zukunft bestimmt werden sollte. Lothario begrüßte
sie alle aufs beste; er war völlig wiederhergestellt und heiter, er
hatte das Ansehen eines Mannes, der weiß, was er tun soll, und dem in
allem, was er tun will, nichts im Wege steht.
Wilhelm konnte ihm seinen herzlichen Gruß nicht zurückgeben. "Dies
ist", mußte er zu sich selbst sagen, "der Freund, der Geliebte, der
Bräutigam Theresens, an dessen Statt du dich einzudrängen denkst.
Glaubst du denn jemals einen solchen Eindruck auszulöschen oder zu
verbannen?" Wäre der Brief noch nicht fort gewesen, er hätte
vielleicht nicht gewagt, ihn abzusenden. Glücklicherweise war der
Wurf schon getan, vielleicht war Therese schon entschieden, nur die
Entfernung deckte noch eine glückliche Vollendung mit ihrem Schleier.
Gewinn und Verlust mußten sich bald entscheiden. Er suchte sich durch
alle diese Betrachtungen zu beruhigen, und doch waren die Bewegungen
seines Herzens beinahe fieberhaft. Nur wenig Aufmerksamkeit konnte er
auf das wichtige Geschäft wenden, woran gewissermaßen das Schicksal
seines ganzen Vermögens hing. Ach! wie unbedeutend erscheint dem
Menschen in leidenschaftlichen Augenblicken alles, was ihn umgibt,
alles, was ihm angehört!
Zu seinem Glücke behandelte Lothario die Sache groß, und Werner mit
Leichtigkeit. Dieser hatte bei seiner heftigen Begierde zum Erwerb
eine lebhafte Freude über den schönen Besitz, der ihm oder vielmehr
seinem Freunde werden sollte. Lothario von seiner Seite schien ganz
andere Betrachtungen zu machen. "Ich kann mich nicht sowohl über
einen Besitz freuen", sagte er, "als über die Rechtmäßigkeit desselben."
"Nun, beim Himmel!" rief Werner, "wird denn dieser unser Besitz nicht
rechtmäßig genug?"
"Nicht ganz!" versetzte Lothario.
"Geben wir denn nicht unser bares Geld dafür?"
"Recht gut!" sagte Lothario, "auch werden Sie dasjenige, was ich zu
erinnern habe, vielleicht für einen leeren Skrupel halten. Mir kommt
kein Besitz ganz rechtmäßig, ganz rein vor, als der dem Staate seinen
schuldigen Teil abträgt."
"Wie?" sagte Werner, "so wollten Sie also lieber, daß unsere frei
gekauften Güter steuerbar wären?"
"Ja", versetzte Lothario, "bis auf einen gewissen Grad: denn durch
diese Gleichheit mit allen übrigen Besitzungen entsteht ganz allein
die Sicherheit des Besitzes. Was hat der Bauer in den neuern Zeiten,
wo so viele Begriffe schwankend werden, für einen Hauptanlaß, den
Besitz des Edelmanns für weniger gegründet anzusehen als den seinigen?
Nur den, daß jener nicht belastet ist und auf ihn lastet."
"Wie wird es aber mit den Zinsen unseres Kapitals aussehen?" versetzte
Werner.
"Um nichts schlimmer!" sagte Lothario, "wenn uns der Staat gegen eine
billige, regelmäßige Abgabe das Lehns-Hokuspokus erlassen und uns mit
unsern Gütern nach Belieben zu schalten erlauben wollte, daß wir sie
nicht in so großen Massen zusammenhalten müßten, daß wir sie unter
unsere Kinder gleicher verteilen könnten, um alle in eine lebhafte,
freie Tätigkeit zu versetzen, statt ihnen nur die beschränkten und
beschränkenden Vorrechte zu hinterlassen, welche zu genießen wir immer
die Geister unserer Vorfahren hervorrufen müssen. Wieviel glücklicher
wären Männer und Frauen, wenn sie mit freien Augen umhergehen und bald
ein würdiges Mädchen, bald einen trefflichen Jüngling ohne andere
Rücksichten durch ihre Wahl erheben könnten. Der Staat würde mehr,
vielleicht bessere Bürger haben und nicht so oft um Köpfe und Hände
verlegen sein."
"Ich kann Sie versichern", sagte Werner, "daß ich in meinem Leben nie
an den Staat gedacht habe; meine Abgaben, Zölle und Geleite habe ich
nur so bezahlt, weil es einmal hergebracht ist."
"Nun", sagte Lothario, "ich hoffe Sie noch zum guten Patrioten zu
machen: denn wie der nur ein guter Vater ist, der bei Tische erst
seinen Kindern vorlegt, so ist der nur ein guter Bürger, der vor allen
andern Ausgaben das, was er dem Staate zu entrichten hat, zurücklegt."
Durch solche allgemeine Betrachtungen wurden ihre besondern Geschäfte
nicht aufgehalten, vielmehr beschleunigt. Als sie ziemlich damit
zustande waren, sagte Lothario zu Wilhelmen: "Ich muß Sie nun an einen
Ort schicken, wo Sie nötiger sind als hier: meine Schwester läßt Sie
ersuchen, so bald als möglich zu ihr zu kommen; die arme Mignon
scheint sich zu verzehren, und man glaubt, Ihre Gegenwart könnte
vielleicht noch dem übel Einhalt tun. Meine Schwester schickte mir
dieses Billett noch nach, woraus Sie sehen können, wieviel ihr daran
gelegen ist." Lothario überreichte ihm ein Blättchen. Wilhelm, der
schon in der größten Verlegenheit zugehört hatte, erkannte sogleich an
diesen flüchtigen Bleistiftzügen die Hand der Gräfin und wußte nicht,
was er antworten sollte.
"Nehmen Sie Felix mit", sagte Lothario, "damit die Kinder sich
untereinander aufheitern. Sie müßten morgen früh beizeiten weg; der
Wagen meiner Schwester, in welchem meine Leute hergefahren sind, ist
noch hier, ich gebe Ihnen Pferde bis auf halben Weg, dann nehmen Sie
Post. Leben Sie recht wohl und richten viele Grüße von mir aus.
Sagen Sie dabei meiner Schwester, ich werde sie bald wiedersehen, und
sie soll sich überhaupt auf einige Gäste vorbereiten. Der Freund
unseres Großoheims, der Marchese Cipriani, ist auf dem Wege,
hierherzukommen; er hoffte, den alten Mann noch am Leben anzutreffen,
und sie wollten sich zusammen an der Erinnerung früherer Verhältnisse
ergötzen und sich ihrer gemeinsamen Kunstliebhaberei erfreuen. Der
Marchese war viel jünger als mein Oheim und verdankte ihm den besten
Teil seiner Bildung; wir müssen alles aufbieten, um einigermaßen die
Lücke auszufüllen, die er finden wird, und das wird am besten durch
eine größere Gesellschaft geschehen."
Lothario ging darauf mit dem Abbe in sein Zimmer, Jarno war vorher
weggeritten; Wilhelm eilte auf seine Stube; er hatte niemand, dem er
sich vertrauen, niemand, durch den er einen Schritt, vor dem er sich
so sehr fürchtete, hätte abwenden können. Der kleine Diener kam und
ersuchte ihn einzupacken, weil sie noch diese Nacht aufbinden wollten,
um mit Anbruch des Tages wegzufahren. Wilhelm wußte nicht, was er tun
sollte; endlich rief er aus: "Du willst nur machen, daß du aus diesem
Hause kommst; unterweges überlegst du, was zu tun ist, und bleibst
allenfalls auf der Hälfte des Weges liegen, schickst einen Boten
zurück, schreibst, was du dir nicht zu sagen getraust, und dann mag
werden, was will." Ungeachtet dieses Entschlusses brachte er eine
schlaflose Nacht zu; nur ein Blick auf den so schön ruhenden Felix gab
ihm einige Erquickung. "Oh!" rief er aus, "wer weiß, was noch für
Prüfungen auf mich warten, wer weiß, wie sehr mich begangene Fehler
noch quälen, wie oft mir gute und vernünftige Plane für die Zukunft
mißlingen sollen; aber diesen Schatz, den ich einmal besitze, erhalte
mir, du erbittliches oder unerbittliches Schicksal! Wäre es möglich,
daß dieser beste Teil von mir selbst vor mir zerstört, daß dieses Herz
von meinem Herzen gerissen werden könnte, so lebe wohl, Verstand und
Vernunft, lebe wohl, jede Sorgfalt und Vorsicht, verschwinde, du Trieb
zur Erhaltung! Alles, was uns vom Tiere unterscheidet, verliere sich!
Und wenn es nicht erlaubt ist, seine traurigen Tage freiwillig zu
endigen, so hebe ein frühzeitiger Wahnsinn das Bewußtsein auf, ehe der
Tod, der es auf immer zerstört, die lange Nacht herbeiführt!"
Er faßte den Knaben in seine Arme, küßte ihn, drückte ihn an sich und
benetzte ihn mit reichlichen Tränen. Das Kind wachte auf; sein helles
Auge, sein freundlicher Blick rührten den Vater aufs innigste.
"Welche Szene steht mir bevor", rief er aus, "wenn ich dich der
schönen, unglücklichen Gräfin vorstellen soll, wenn sie dich an ihren
Busen drückt, den dein Vater so tief verletzt hat! Muß ich nicht
fürchten, sie stößt dich wieder von sich mit einem Schrei, sobald
deine Berührung ihren wahren oder eingebildeten Schmerz erneuert!"
Der Kutscher ließ ihm nicht Zeit, weiter zu denken oder zu wählen, er
nötigte ihn vor Tage in den Wagen; nun wickelte er seinen Felix wohl
ein, der Morgen war kalt, aber heiter, das Kind sah zum erstenmal in
seinem Leben die Sonne aufgehn. Sein Erstaunen über den ersten
feurigen Blick, über die wachsende Gewalt des Lichts, seine Freude und
seine wunderlichen Bemerkungen erfreuten den Vater und ließen ihn
einen Blick in das Herz tun, vor welchem die Sonne wie über einem
reinen, stillen See emporsteigt und schwebt.
In einer kleinen Stadt spannte der Kutscher aus und ritt zurück.
Wilhelm nahm sogleich ein Zimmer in Besitz und fragte sich nun, ob er
bleiben oder vorwärts gehen solle. In dieser Unentschlossenheit wagte
er das Blättchen wieder hervorzunehmen, das er bisher nochmals
anzusehen nicht getraut hatte; es enthielt folgende Worte: "Schicke
mir deinen jungen Freund ja bald; Mignon hat sich diese beiden letzten
Tage eher verschlimmert. So traurig diese Gelegenheit ist, so soll
mich's doch freuen, ihn kennenzulernen."
Die letzten Worte hatte Wilhelm beim ersten Blick nicht bemerkt. Er
erschrak darüber und war sogleich entschieden, daß er nicht gehen
wollte. "Wie?" rief er aus, "Lothario, der das Verhältnis weiß, hat
ihr nicht eröffnet, wer ich bin? Sie erwartet nicht mit gesetztem
Gemüt einen Bekannten, den sie lieber nicht wiedersähe, sie erwartet
einen Fremden, und ich trete hinein! Ich sehe sie zurückschaudern,
ich sehe sie erröten! Nein, es ist mir unmöglich, dieser Szene
entgegenzusehen." Soeben wurden die Pferde herausgeführt und
eingespannt; Wilhelm war entschlossen, abzupacken und hierzubleiben.
Er war in der größten Bewegung. Als er ein Mädchen zur Treppe
heraufkommen hörte, die ihm anzeigen wollte, daß alles fertig sei,
sann er geschwind auf eine Ursache, die ihn hierzubleiben nötigte, und
seine Augen ruhten ohne Aufmerksamkeit auf dem Billett, das er in der
Hand hielt. "Um Gottes willen!" rief er aus, "was ist das? Das ist
nicht die Hand der Gräfin, es ist die Hand der Amazone!"


VIII. Buch, 2. Kapitel--2


Das Mädchen trat herein, bat ihn herunterzukommen und führte Felix
Sez Alman ädäbiyättän 1 tekst ukıdıgız.
Çirattagı - Wilhelm Meisters Lehrjahre — Band 8 - 2
  • Büleklär
  • Wilhelm Meisters Lehrjahre — Band 8 - 1
    Süzlärneñ gomumi sanı 4406
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1492
    45.9 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    59.8 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    65.5 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    Härber sızık iñ yış oçrıy torgan 1000 süzlärneñ protsentnı kürsätä.
  • Wilhelm Meisters Lehrjahre — Band 8 - 2
    Süzlärneñ gomumi sanı 4364
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1463
    47.2 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    60.4 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    66.4 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    Härber sızık iñ yış oçrıy torgan 1000 süzlärneñ protsentnı kürsätä.
  • Wilhelm Meisters Lehrjahre — Band 8 - 3
    Süzlärneñ gomumi sanı 4468
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1341
    48.2 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    64.2 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    71.0 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    Härber sızık iñ yış oçrıy torgan 1000 süzlärneñ protsentnı kürsätä.
  • Wilhelm Meisters Lehrjahre — Band 8 - 4
    Süzlärneñ gomumi sanı 4418
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1496
    47.4 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    61.7 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    68.3 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    Härber sızık iñ yış oçrıy torgan 1000 süzlärneñ protsentnı kürsätä.
  • Wilhelm Meisters Lehrjahre — Band 8 - 5
    Süzlärneñ gomumi sanı 4387
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1490
    45.8 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    60.0 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    66.2 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    Härber sızık iñ yış oçrıy torgan 1000 süzlärneñ protsentnı kürsätä.
  • Wilhelm Meisters Lehrjahre — Band 8 - 6
    Süzlärneñ gomumi sanı 4342
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1535
    44.1 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    59.3 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    65.8 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    Härber sızık iñ yış oçrıy torgan 1000 süzlärneñ protsentnı kürsätä.
  • Wilhelm Meisters Lehrjahre — Band 8 - 7
    Süzlärneñ gomumi sanı 4402
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1572
    43.4 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    58.0 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    62.7 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    Härber sızık iñ yış oçrıy torgan 1000 süzlärneñ protsentnı kürsätä.
  • Wilhelm Meisters Lehrjahre — Band 8 - 8
    Süzlärneñ gomumi sanı 4402
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1502
    44.6 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    58.4 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    64.9 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    Härber sızık iñ yış oçrıy torgan 1000 süzlärneñ protsentnı kürsätä.
  • Wilhelm Meisters Lehrjahre — Band 8 - 9
    Süzlärneñ gomumi sanı 1882
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 819
    53.4 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    65.2 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    69.9 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    Härber sızık iñ yış oçrıy torgan 1000 süzlärneñ protsentnı kürsätä.