Wilhelm Meisters Lehrjahre — Band 7 - 1

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italki
Wilhelm Meisters Lehrjahre--Buch 7
Johann Wolfgang von Goethe



Siebentes Buch
Erstes Kapitel
Der Frühling war in seiner völligen Herrlichkeit erschienen; ein
frühzeitiges Gewitter, das den ganzen Tag gedrohet hatte, ging
stürmisch an den Bergen nieder, der Regen zog nach dem Lande, die
Sonne trat wieder in ihrem Glanze hervor, und auf dem grauen Grunde
erschien der herrliche Bogen. Wilhelm ritt ihm entgegen und sah ihn
mit Wehmut an. "Ach!" sagte er zu sich selbst, "erscheinen uns denn
eben die schönsten Farben des Lebens nur auf dunklem Grunde? Und
müssen Tropfen fallen, wenn wir entzückt werden sollen? Ein heiterer
Tag ist wie ein grauer, wenn wir ihn ungerührt ansehen, und was kann
uns rühren als die stille Hoffnung, daß die angeborne Neigung unsers
Herzens nicht ohne Gegenstand bleiben werde? Uns rührt die Erzählung
jeder guten Tat, uns rührt das Anschauen jedes harmonischen
Gegenstandes; wir fühlen dabei, daß wir nicht ganz in der Fremde sind,
wir wähnen einer Heimat näher zu sein, nach der unser Bestes,
Innerstes ungeduldig hinstrebt."
Inzwischen hatte ihn ein Fußgänger eingeholt, der sich zu ihm gesellte,
mit starkem Schritte neben dem Pferde blieb und nach einigen
gleichgültigen Reden zu dem Reiter sagte: "Wenn ich mich nicht irre,
so muß ich Sie irgendwo schon gesehen haben."
"Ich erinnere mich Ihrer auch", versetzte Wilhelm; "haben wir nicht
zusammen eine lustige Wasserfahrt gemacht?"--"Ganz recht!" erwiderte
der andere.
Wilhelm betrachtete ihn genauer und sagte nach einigem Stillschweigen:
"Ich weiß nicht, was für eine Veränderung mit Ihnen vorgegangen sein
mag; damals hielt ich Sie für einen lutherischen Landgeistlichen, und
jetzt sehen Sie mir eher einem katholischen ähnlich."
"Heute betriegen Sie sich wenigstens nicht", sagte der andere, indem
er den Hut abnahm und die Tonsur sehen ließ. "Wo ist denn Ihre
Gesellschaft hingekommen? Sind Sie noch lange bei ihr geblieben?"
"Länger als billig: denn leider wenn ich an jene Zeit zurückdenke, die
ich mit ihr zugebracht habe, so glaube ich in ein unendliches Leere zu
sehen; es ist mir nichts davon übriggeblieben."
"Darin irren Sie sich; alles, was uns begegnet, läßt Spuren zurück,
alles trägt unmerklich zu unserer Bildung bei; doch es ist gefährlich,
sich davon Rechenschaft geben zu wollen. Wir werden dabei entweder
stolz und lässig oder niedergeschlagen und kleinmütig, und eins ist
für die Folge so hinderlich als das andere. Das Sicherste bleibt
immer, nur das Nächste zu tun, was vor uns liegt, und das ist jetzt",
fuhr er mit einem Lächeln fort, "daß wir eilen, ins Quartier zu kommen."
Wilhelm fragte, wie weit noch der Weg nach Lotharios Gut sei, der
andere versetzte, daß es hinter dem Berge liege. "Vielleicht treffe
ich Sie dort an", fuhr er fort, "ich habe nur in der Nachbarschaft
noch etwas zu besorgen. Leben Sie solange wohl!" Und mit diesen
Worten ging er einen steilen Pfad, der schneller über den Berg
hinüberzuführen schien.
"Ja wohl hat er recht!" sagte Wilhelm vor sich, indem er weiterritt.
"An das Nächste soll man denken, und für mich ist wohl jetzt nichts
Näheres als der traurige Auftrag, den ich ausrichten soll. Laß sehen,
ob ich die Rede noch ganz im Gedächtnis habe, die den grausamen Freund
beschämen soll."
Er fing darauf an, sich dieses Kunstwerk vorzusagen; es fehlte ihm
auch nicht eine Silbe, und je mehr ihm sein Gedächtnis zustatten kam,
desto mehr wuchs seine Leidenschaft und sein Mut. Aureliens Leiden
und Tod waren lebhaft vor seiner Seele gegenwärtig.
"Geist meiner Freundin!" rief er aus, "umschwebe mich! und wenn es dir
möglich ist, so gib mir ein Zeichen, daß du besänftigt, daß du
versöhnt seist!"
Unter diesen Worten und Gedanken war er auf die Höhe des Berges
gekommen und sah an dessen Abhang an der andern Seite ein wunderliches
Gebäude liegen, das er sogleich für Lotharios Wohnung hielt. Ein
altes, unregelmäßiges Schloß mit einigen Türmen und Giebeln schien die
erste Anlage dazu gewesen zu sein; allein noch unregelmäßiger waren
die neuen Angebäude, die, teils nah, teils in einiger Entfernung davon
errichtet, mit dem Hauptgebäude durch Galerien und bedeckte Gänge
zusammenhingen. Alle äußere Symmetrie, jedes architektonische Ansehn
schien dem Bedürfnis der innern Bequemlichkeit aufgeopfert zu sein.
Keine Spur von Wall und Graben war zu sehen, ebensowenig als von
künstlichen Gärten und großen Alleen. Ein Gemüse- und Baumgarten
drang bis an die Häuser hinan, und kleine nutzbare Gärten waren selbst
in den Zwischenräumen angelegt. Ein heiteres Dörfchen lag in einiger
Entfernung; Gärten und Felder schienen durchaus in dem besten Zustande.

In seine eignen leidenschaftlichen Betrachtungen vertieft, ritt
Wilhelm weiter, ohne viel über das, was er sah, nachzudenken, stellte
sein Pferd in einem Gasthofe ein und eilte nicht ohne Bewegung nach
dem Schlosse zu.
Ein alter Bedienter empfing ihn an der Türe und berichtete ihm mit
vieler Gutmütigkeit, daß er heute wohl schwerlich vor den Herren
kommen werde; der Herr habe viel Briefe zu schreiben und schon einige
seiner Geschäftsleute abweisen lassen. Wilhelm ward dringender, und
endlich mußte der Alte nachgeben und ihn melden. Er kam zurück und
führte Wilhelmen in einen großen, alten Saal. Dort ersuchte er ihn,
sich zu gedulden, weil der Herr vielleicht noch eine Zeitlang
ausbleiben werde. Wilhelm ging unruhig auf und ab und warf einige
Blicke auf die Ritter und Frauen, deren alte Abbildungen an der Wand
umher hingen, er wiederholte den Anfang seiner Rede, und sie schien
ihm in Gegenwart dieser Harnische und Kragen erst recht am Platz.
Sooft er etwas rauschen hörte, setzte er sich in Positur, um seinen
Gegner mit Würde zu empfangen, ihm erst den Brief zu überreichen und
ihn dann mit den Waffen des Vorwurfs anzufallen.
Mehrmals war er schon getäuscht worden und fing wirklich an,
verdrießlich und verstimmt zu werden, als endlich aus einer Seitentür
ein wohlgebildeter Mann in Stiefeln und einem schlichten überrocke
heraustrat. "Was bringen Sie mir Gutes?" sagte er mit freundlicher
Stimme zu Wilhelmen, "verzeihen Sie, daß ich Sie habe warten lassen."
Er faltete, indem er dieses sprach, einen Brief, den er in der Hand
hielt. Wilhelm, nicht ohne Verlegenheit, überreichte ihm das Blatt
Aureliens und sagte: "Ich bringe die letzten Worte einer Freundin, die
Sie nicht ohne Rührung lesen werden."
Lothario nahm den Brief und ging sogleich in das Zimmer zurück, wo er,
wie Wilhelm recht gut durch die offne Türe sehen konnte, erst noch
einige Briefe siegelte und überschrieb, dann Aureliens Brief eröffnete
und las. Er schien das Blatt einigemal durchgelesen zu haben, und
Wilhelm, obgleich seinem Gefühl nach die pathetische Rede zu dem
natürlichen Empfang nicht recht passen wollte, nahm sich doch zusammen,
ging auf die Schwelle los und wollte seinen Spruch beginnen, als eine
Tapetentüre des Kabinetts sich öffnete und der Geistliche hereintrat.
"Ich erhalte die wunderlichste Depesche von der Welt", rief Lothario
ihm entgegen; "verzeihn Sie mir", fuhr er fort, indem er sich gegen
Wilhelmen wandte, "wenn ich in diesem Augenblicke nicht gestimmt bin,
mich mit Ihnen weiter zu unterhalten. Sie bleiben heute nacht bei uns!
Und Sie sorgen für unsern Gast, Abbe, daß ihm nichts abgeht."
Mit diesen Worten machte er eine Verbeugung gegen Wilhelmen, der
Geistliche nahm unsern Freund bei der Hand, der nicht ohne
Widerstreben folgte.
Stillschweigend gingen sie durch wunderliche Gänge und kamen in ein
gar artiges Zimmer. Der Geistliche führte ihn ein und verließ ihn
ohne weitere Entschuldigung. Bald darauf erschien ein munterer Knabe,
der sich bei Wilhelmen als seine Bedienung ankündigte und das
Abendessen brachte, bei der Aufwartung von der Ordnung des Hauses, wie
man zu frühstücken, zu speisen, zu arbeiten und sich zu vergnügen
pflegte, manches erzählte und besonders zu Lotharios Ruhm gar vieles
vorbrachte.
So angenehm auch der Knabe war, so suchte ihn Wilhelm doch bald
loszuwerden. Er wünschte allein zu sein, denn er fühlte sich in
seiner Lage äußerst gedrückt und beklommen. Er machte sich Vorwürfe,
seinen Vorsatz so schlecht vollführt, seinen Auftrag nur halb
ausgerichtet zu haben. Bald nahm er sich vor, den andern Morgen das
Versäumte nachzuholen, bald ward er gewahr, daß Lotharios Gegenwart
ihn zu ganz andern Gefühlen stimmte. Das Haus, worin er sich befand,
kam ihm auch so wunderbar vor, er wußte sich in seine Lage nicht zu
finden. Er wollte sich ausziehen und öffnete seinen Mantelsack; mit
seinen Nachtsachen brachte er zugleich den Schleier des Geistes hervor,
den Mignon eingepackt hatte. Der Anblick vermehrte seine traurige
Stimmung. ""Flieh! Jüngling, flieh!"" rief er aus, "was soll das
mystische Wort heißen? was fliehen? wohin fliehen? Weit besser hätte
der Geist mir zugerufen: "Kehre in dich selbst zurück!"" Er
betrachtete die englischen Kupfer, die an der Wand in Rahmen hingen;
gleichgültig sah er über die meisten hinweg, endlich fand er auf dem
einen ein unglücklich strandendes Schiff vorgestellt: ein Vater mit
seinen schönen Töchtern erwartete den Tod von den hereindringenden
Wellen. Das eine Frauenzimmer schien ähnlichkeit mit jener Amazone zu
haben; ein unaussprechliches Mitleiden ergriff unsern Freund, er
italki
fühlte ein unwiderstehliches Bedürfnis, seinem Herzen Luft zu machen,
Tränen drangen aus seinem Auge, und er konnte sich nicht wieder
erholen, bis ihn der Schlaf überwältigte.
Sonderbare Traumbilder erschienen ihm gegen Morgen. Er fand sich in
einem Garten, den er als Knabe öfters besucht hatte, und sah mit
Vergnügen die bekannten Alleen, Hecken und Blumenbeete wieder; Mariane
begegnete ihm, er sprach liebevoll mit ihr und ohne Erinnerung
irgendeines vergangenen Mißverhältnisses. Gleich darauf trat sein
Vater zu ihnen, im Hauskleide; und mit vertraulicher Miene, die ihm
selten war, hieß er den Sohn zwei Stühle aus dem Gartenhause holen,
nahm Marianen bei der Hand und führte sie nach einer Laube.
Wilhelm eilte nach dem Gartensaale, fand ihn aber ganz leer, nur sah
er Aurelien an dem entgegengesetzten Fenster stehen; er ging, sie
anzureden, allein sie blieb unverwandt, und ob er sich gleich neben
sie stellte, konnte er doch ihr Gesicht nicht sehen. Er blickte zum
Fenster hinaus und sah in einem fremden Garten viele Menschen
beisammen, von denen er einige sogleich erkannte. Frau Melina saß
unter einem Baum und spielte mit einer Rose, die sie in der Hand hielt;
Laertes stand neben ihr und zählte Gold aus einer Hand in die andere.
Mignon und Felix lagen im Grase, jene ausgestreckt auf dem Rücken,
dieser auf dem Gesichte. Philine trat hervor und klatschte über den
Kindern in die Hände, Mignon blieb unbeweglich, Felix sprang auf und
floh vor Philinen. Erst lachte er im Laufen, als Philine ihn
verfolgte, dann schrie er ängstlich, als der Harfenspieler mit großen,
langsamen Schritten ihm nachging. Das Kind lief grade auf einen Teich
los; Wilhelm eilte ihm nach, aber zu spät, das Kind lag im Wasser!
Wilhelm stand wie eingewurzelt. Nun sah er die schöne Amazone an der
andern Seite des Teichs, sie streckte ihre rechte Hand gegen das Kind
aus und ging am Ufer hin, das Kind durchstrich das Wasser in gerader
Richtung auf den Finger zu und folgte ihr nach, wie sie ging, endlich
reichte sie ihm ihre Hand und zog es aus dem Teiche. Wilhelm war
indessen näher gekommen, das Kind brannte über und über, und es fielen
feurige Tropfen von ihm herab. Wilhelm war noch besorgter, doch die
Amazone nahm schnell einen weißen Schleier vom Haupte und bedeckte das
Kind damit. Das Feuer war sogleich gelöscht. Als sie den Schleier
aufhob, sprangen zwei Knaben hervor, die zusammen mutwillig hin und
her spielten, als Wilhelm mit der Amazone Hand in Hand durch den
Garten ging und in der Entfernung seinen Vater und Marianen in einer
Allee spazieren sah, die mit hohen Bäumen den ganzen Garten zu umgeben
schien. Er richtete seinen Weg auf beide zu und machte mit seiner
schönen Begleiterin den Durchschnitt des Gartens, als auf einmal der
blonde Friedrich ihnen in den Weg trat und sie mit großem Gelächter
und allerlei Possen aufhielt. Sie wollten demungeachtet ihren Weg
weiter fortsetzen; da eilte er weg und lief auf jenes entfernte Paar
zu; der Vater und Mariane schienen vor ihm zu fliehen, er lief nur
desto schneller, und Wilhelm sah jene fast im Fluge durch die Allee
hinschweben. Natur und Neigung forderten ihn auf, jenen zu Hülfe zu
kommen, aber die Hand der Amazone hielt ihn zurück. Wie gern ließ er
sich halten! Mit dieser gemischten Empfindung wachte er auf und fand
sein Zimmer schon von der hellen Sonne erleuchtet.


VII. Buch, 2. Kapitel


Zweites Kapitel
Der Knabe lud Wilhelmen zum Frühstück ein; dieser fand den Abbe schon
im Saale; Lothario, hieß es, sei ausgeritten; der Abbe war nicht sehr
gesprächig und schien eher nachdenklich zu sein; er fragte nach
Aureliens Tode und hörte mit Teilnahme der Erzählung Wilhelms zu.
"Ach!" rief er aus, "wem es lebhaft und gegenwärtig ist, welche
unendliche Operationen Natur und Kunst machen müssen, bis ein
gebildeter Mensch dasteht, wer selbst soviel als möglich an der
Bildung seiner Mitbrüder teilnimmt, der möchte verzweifeln, wenn er
sieht, wie freventlich sich oft der Mensch zerstört und so oft in den
Fall kommt, mit oder ohne Schuld, zerstört zu werden. Wenn ich das
bedenke, so scheint mir das Leben selbst eine so zufällige Gabe, daß
ich jeden loben möchte, der sie nicht höher als billig schätzt."
Er hatte kaum ausgesprochen, als die Türe mit Heftigkeit sich aufriß,
ein junges Frauenzimmer hereinstürzte und den alten Bedienten, der
sich ihr in den Weg stellte, zurückstieß. Sie eilte gerade auf den
Abbe zu und konnte, indem sie ihn beim Arm faßte, vor Weinen und
Schluchzen kaum die wenigen Worte hervorbringen: "Wo ist er? Wo habt
ihr ihn? Es ist eine entsetzliche Verräterei! Gesteht nur! Ich weiß,
was vorgeht! Ich will ihm nach! Ich will wissen, wo er ist."
"Beruhigen Sie sich, mein Kind", sagte der Abbe mit angenommener
Gelassenheit, "kommen Sie auf Ihr Zimmer, Sie sollen alles erfahren,
nur müssen Sie hören können, wenn ich Ihnen erzählen soll." Er bot
ihr die Hand an im Sinne, sie wegzuführen. "Ich werde nicht auf mein
Zimmer gehen", rief sie aus, "ich hasse die Wände, zwischen denen ihr
mich schon so lange gefangenhaltet! Und doch habe ich alles erfahren,
der Obrist hat ihn herausgefordert, er ist hinausgeritten, seinen
Gegner aufzusuchen, und vielleicht jetzt eben in diesem
Augenblicke--es war mir etlichemal, als hörte ich schießen. Lassen
Sie anspannen und fahren Sie mit mir, oder ich fülle das Haus, das
ganze Dorf mit meinem Geschrei."
Sie eilte unter den heftigsten Tränen nach dem Fenster, der Abbe hielt
sie zurück und suchte vergebens, sie zu besänftigen.
Man hörte einen Wagen fahren, sie riß das Fenster auf: "Er ist tot!"
rief sie, "da bringen sie ihn."--"Er steigt aus!" sagte der Abbe.
"Sie sehen, er lebt."--"Er ist verwundet", versetzte sie heftig,
"sonst käm er zu Pferde! Sie führen ihn! Er ist gefährlich verwundet!"
Sie rannte zur Türe hinaus und die Treppe hinunter, der Abbe eilte
ihr nach, und Wilhelm folgte ihnen; er sah, wie die Schöne ihrem
heraufkommenden Geliebten begegnete.
Lothario lehnte sich auf seinen Begleiter, welchen Wilhelm sogleich
für seinen alten Gönner Jarno erkannte, sprach dem trostlosen
Frauenzimmer gar liebreich und freundlich zu, und indem er sich auch
auf sie stützte, kam er die Treppe langsam herauf; er grüßte Wilhelmen
und ward in sein Kabinett geführt.
Nicht lange darauf kam Jarno wieder heraus und trat zu Wilhelmen: "Sie
sind, wie es scheint", sagte er, "prädestiniert, überall Schauspieler
und Theater zu finden; wir sind eben in einem Drama begriffen, das
nicht ganz lustig ist."
"Ich freue mich", versetzte Wilhelm, "Sie in diesem sonderbaren
Augenblicke wiederzufinden; ich bin verwundert, erschrocken, und Ihre
Gegenwart macht mich gleich ruhig und gefaßt. Sagen Sie mir, hat es
Gefahr? Ist der Baron schwer verwundet?"--"Ich glaube nicht",
versetzte Jarno.
Nach einiger Zeit trat der junge Wundarzt aus dem Zimmer. "Nun, was
sagen Sie?" rief ihm Jarno entgegen. "Daß es sehr gefährlich steht",
versetzte dieser und steckte einige Instrumente in seine lederne
Tasche zusammen.
Wilhelm betrachtete das Band, das von der Tasche herunterhing, er
glaubte es zu kennen. Lebhafte, widersprechende Farben, ein seltsames
Muster, Gold und Silber in wunderlichen Figuren zeichneten dieses Band
vor allen Bändern der Welt aus. Wilhelm war überzeugt, die
Instrumententasche des alten Chirurgus vor sich zu sehen, der ihn in
jenem Walde verbunden hatte, und die Hoffnung, nach so langer Zeit
wieder eine Spur seiner Amazone zu finden, schlug wie eine Flamme
durch sein ganzes Wesen.
"Wo haben Sie die Tasche her?" rief er aus. "Wem gehörte sie vor
Ihnen? Ich bitte, sagen Sie mir's."--"Ich habe Sie in einer Auktion
gekauft", versetzte jener; "was kümmert's mich, wem sie angehörte?"
Mit diesen Worten entfernte er sich, und Jarno sagte: "Wenn diesem
jungen Menschen nur ein wahres Wort aus dem Munde ginge."--"So hat er
also diese Tasche nicht erstanden?" versetzte Wilhelm. "Sowenig, als
es Gefahr mit Lothario hat", antwortete Jarno.
Wilhelm stand in ein vielfaches Nachdenken versenkt, als Jarno ihn
fragte, wie es ihm zeither gegangen sei. Wilhelm erzählte seine
Geschichte im allgemeinen, und als er zuletzt von Aureliens Tod und
seiner Botschaft gesprochen hatte, rief jener aus: "Es ist doch
sonderbar, sehr sonderbar!"
Der Abbe trat aus dem Zimmer, winkte Jarno zu, an seiner Statt
hineinzugehen, und sagte zu Wilhelmen: "Der Baron läßt Sie ersuchen,
hierzubleiben, einige Tage die Gesellschaft zu vermehren und zu seiner
Unterhaltung unter diesen Umständen beizutragen. Haben Sie nötig,
etwas an die Ihrigen zu bestellen, so soll Ihr Brief gleich besorgt
werden, und damit Sie diese wunderbare Begebenheit verstehen, von der
Sie Augenzeuge sind, muß ich Ihnen erzählen, was eigentlich kein
Geheimnis ist. Der Baron hatte ein kleines Abenteuer mit einer Dame,
das mehr Aufsehen machte, als billig war, weil sie den Triumph, ihn
einer Nebenbuhlerin entrissen zu haben, allzu lebhaft genießen wollte.
Leider fand er nach einiger Zeit bei ihr nicht die nämliche
Unterhaltung, er vermied sie; allein bei ihrer heftigen Gemütsart war
es ihr unmöglich, ihr Schicksal mit gesetztem Mute zu tragen. Bei
einem Balle gab es einen öffentlichen Bruch, sie glaubte sich äußerst
beleidigt und wünschte gerächt zu werden; kein Ritter fand sich, der
sich ihrer angenommen hätte, bis endlich ihr Mann, von dem sie sich
lange getrennt hatte, die Sache erfuhr und sich ihrer annahm, den
Baron herausforderte und heute verwundete; doch ist der Obrist, wie
ich höre, noch schlimmer dabei gefahren."
Von diesem Augenblicke an ward unser Freund im Hause, als gehöre er
zur Familie, behandelt.


VII. Buch, 3. Kapitel


Drittes Kapitel
Man hatte einigemal dem Kranken vorgelesen; Wilhelm leistete diesen
kleinen Dienst mit Freuden. Lydie kam nicht vom Bette hinweg, ihre
Sorgfalt für den Verwundeten verschlang alle ihre übrige
Aufmerksamkeit, aber heute schien auch Lothario zerstreut, ja er bat,
daß man nicht weiterlesen möchte.
"Ich fühle heute so lebhaft", sagte er, "wie töricht der Mensch seine
Zeit verstreichen läßt! Wie manches habe ich mir vorgenommen, wie
manches durchdacht, und wie zaudert man nicht bei seinen besten
Vorsätzen! Ich habe die Vorschläge über die Veränderungen gelesen,
die ich auf meinen Gütern machen will, und ich kann sagen, ich freue
mich vorzüglich dieserwegen, daß die Kugel keinen gefährlichern Weg
genommen hat."
Lydie sah ihn zärtlich, ja mit Tränen in den Augen an, als wollte sie
fragen, ob denn sie, ob seine Freunde nicht auch Anteil an der
Lebensfreude fordern könnten. Jarno dagegen versetzte: "Veränderungen,
wie Sie vorhaben, werden billig erst von allen Seiten überlegt, bis
man sich dazu entschließt."
"Lange überlegungen", versetzte Lothario, "zeigen gewöhnlich, daß man
den Punkt nicht im Auge hat, von dem die Rede ist, übereilte
Handlungen, daß man ihn gar nicht kennt. Ich übersehe sehr deutlich,
daß ich in vielen Stücken bei der Wirtschaft meiner Güter die Dienste
meiner Landleute nicht entbehren kann und daß ich auf gewissen Rechten
strack und streng halten muß; ich sehe aber auch, daß andere
Befugnisse mir zwar vorteilhaft, aber nicht ganz unentbehrlich sind,
so daß ich davon meinen Leuten auch was gönnen kann. Man verliert
nicht immer, wenn man entbehrt. Nutze ich nicht meine Güter weit
besser als mein Vater? Werde ich meine Einkünfte nicht noch höher
treiben? Und soll ich diesen wachsenden Vorteil allein genießen?
Soll ich dem, der mit mir und für mich arbeitet, nicht auch in dem
Seinigen Vorteile gönnen, die uns erweiterte Kenntnisse, die uns eine
vorrückende Zeit darbietet?"
"Der Mensch ist nun einmal so!" rief Jarno, "und ich tadle mich nicht,
wenn ich mich auch in dieser Eigenheit ertappe; der Mensch begehrt,
alles an sich zu reißen, um nur nach Belieben damit schalten und
walten zu können; das Geld, das er nicht selbst ausgibt, scheint ihm
selten wohl angewendet."
"O ja!" versetzte Lothario, "wir könnten manches vom Kapital entbehren,
wenn wir mit den Interessen weniger willkürlich umgingen."
"Das einzige, was ich zu erinnern habe", sagte Jarno, "und warum ich
nicht raten kann, daß Sie eben jetzt diese Veränderungen machen,
wodurch Sie wenigstens im Augenblicke verlieren, ist, daß Sie selbst
noch Schulden haben, deren Abzahlung Sie einengt. Ich würde raten,
Ihren Plan aufzuschieben, bis Sie völlig im reinen wären."
"Und indessen einer Kugel oder einem Dachziegel zu überlassen, ob er
die Resultate meines Lebens und meiner Tätigkeit auf immer vernichten
wollte! Oh, mein Freund!" fuhr Lothario fort, "das ist ein
Hauptfehler gebildeter Menschen, daß sie alles an eine Idee, wenig
oder nichts an einen Gegenstand wenden mögen. Wozu habe ich Schulden
gemacht? Warum habe ich mich mit meinem Oheim entzweit? meine
Geschwister so lange sich selbst überlassen? als um einer Idee willen.
In Amerika glaubte ich zu wirken, über dem Meere glaubte ich nützlich
und notwendig zu sein; war eine Handlung nicht mit tausend Gefahren
umgeben, so schien sie mir nicht bedeutend, nicht würdig. Wie anders
seh ich jetzt die Dinge, und wie ist mir das Nächste so wert, so teuer
geworden."
"Ich erinnere mich wohl des Briefes", versetzte Jarno, "den ich noch
über das Meer erhielt. Sie schrieben mir: Ich werde zurückkehren und
in meinem Hause, in meinem Baumgarten, mitten unter den Meinigen sagen:
"Hier oder nirgend ist Amerika!""
"Ja, mein Freund, und ich wiederhole noch immer dasselbe, und doch
schelte ich mich zugleich, daß ich hier nicht so tätig wie dort bin.
Zu einer gewissen gleichen, fortdauernden Gegenwart brauchen wir nur
Verstand, und wir werden auch nur zu Verstand, so daß wir das
Außerordentliche, was jeder gleichgültige Tag von uns fordert, nicht
mehr sehen und, wenn wir es erkennen, doch tausend Entschuldigungen
finden, es nicht zu tun. Ein verständiger Mensch ist viel für sich,
aber fürs Ganze ist er wenig."
"Wir wollen", sagte Jarno, "dem Verstande nicht zu nahe treten und
bekennen, daß das Außerordentliche, was geschieht, meistens töricht
ist."
"Ja, und zwar eben deswegen, weil die Menschen das Außerordentliche
außer der Ordnung tun. So gibt mein Schwager sein Vermögen, insofern
er es veräußern kann, der Brüdergemeinde und glaubt seiner Seele Heil
dadurch zu befördern; hätte er einen geringen Teil seiner Einkünfte
aufgeopfert, so hätte er viel glückliche Menschen machen und sich und
ihnen einen Himmel auf Erden schaffen können. Selten sind unsere
Aufopferungen tätig, wir tun gleich Verzicht auf das, was wir weggeben.
Nicht entschlossen, sondern verzweifelt entsagen wir dem, was wir
besitzen. Diese Tage, ich gesteh es, schwebt mir der Graf immer vor
Augen, und ich bin fest entschlossen, das aus überzeugung zu tun, wozu
ihn ein ängstlicher Wahn treibt; ich will meine Genesung nicht
abwarten. Hier sind die Papiere, sie dürfen nur ins reine gebracht
werden. Nehmen Sie den Gerichtshalter dazu, unser Gast hilft Ihnen
auch, Sie wissen so gut als ich, worauf es ankommt, und ich will hier
genesend oder sterbend dabei bleiben und ausrufen: "Hier oder nirgend
ist Herrnhut!""
Als Lydie ihren Freund von Sterben reden hörte, stürzte sie vor seinem
Bette nieder, hing an seinen Armen und weinte bitterlich. Der
Wundarzt kam herein, Jarno gab Wilhelmen die Papiere und nötigte
Lydien, sich zu entfernen.
"Um 's Himmels willen!" rief Wilhelm, als sie in dem Saal allein waren,
"was ist das mit dem Grafen? Welch ein Graf ist das, der sich unter
die Brüdergemeinde begibt?"
"Den Sie sehr wohl kennen", versetzte Jarno. "Sie sind das Gespenst,
das ihn in die Arme der Frömmigkeit jagt, Sie sind der Bösewicht, der
sein artiges Weib in einen Zustand versetzt, in dem sie erträglich
findet, ihrem Manne zu folgen."
"Und sie ist Lotharios Schwester?" rief Wilhelm.
"Nicht anders."
"Und Lothario weiß--?"
"Alles."
"O lassen Sie mich fliehen!" rief Wilhelm aus, "wie kann ich vor ihm
stehen? Was kann er sagen?"
"Daß niemand einen Stein gegen den andern aufheben soll und daß
niemand lange Reden komponieren soll, um die Leute zu beschämen, er
müßte sie denn vor dem Spiegel halten wollen."
"Auch das wissen Sie?"
"Wie manches andere", versetzte Jarno lächelnd; "doch diesmal", fuhr
er fort, "werde ich Sie so leicht nicht wie das vorige Mal loslassen,
und vor meinem Werbesold haben Sie sich auch nicht mehr zu fürchten.
Ich bin kein Soldat mehr, und auch als Soldat hätte ich Ihnen diesen
Argwohn nicht einflößen sollen. Seit der Zeit, daß ich Sie nicht
gesehen habe, hat sich vieles geändert. Nach dem Tode meines Fürsten,
meines einzigen Freundes und Wohltäters, habe ich mich aus der Welt
und aus allen weltlichen Verhältnissen herausgerissen. Ich beförderte
gern, was vernünftig war, verschwieg nicht, wenn ich etwas
abgeschmackt fand, und man hatte immer von meinem unruhigen Kopf und
von meinem bösen Maule zu reden. Das Menschenpack fürchtet sich vor
nichts mehr als vor dem Verstande; vor der Dummheit sollten sie sich
fürchten, wenn sie begriffen, was fürchterlich ist; aber jener ist
unbequem, und man muß ihn beiseite schaffen, diese ist nur verderblich,
und das kann man abwarten. Doch es mag hingehen, ich habe zu leben,
und von meinem Plane sollen Sie weiter hören. Sie sollen teil daran
nehmen, wenn Sie mögen; aber sagen Sie mir, wie ist es Ihnen ergangen?
Ich sehe, ich fühle Ihnen an, auch Sie haben sich verändert. Wie
steht's mit Ihrer alten Grille, etwas Schönes und Gutes in
Gesellschaft von Zigeunern hervorzubringen?"
"Ich bin gestraft genug!" rief Wilhelm aus, "erinnern Sie mich nicht,
woher ich komme und wohin ich gehe. Man spricht viel vom Theater,
aber wer nicht selbst darauf war, kann sich keine Vorstellung davon
machen. Wie völlig diese Menschen mit sich selbst unbekannt sind, wie
sie ihr Geschäft ohne Nachdenken treiben, wie ihre Anforderungen ohne
Grenzen sind, davon hat man keinen Begriff. Nicht allein will jeder
der erste, sondern auch der einzige sein, jeder möchte gerne alle
übrigen ausschließen und sieht nicht, daß er mit ihnen zusammen kaum
etwas leistet; jeder dünkt sich wunderoriginal zu sein und ist unfähig,
sich in etwas zu finden, was außer dem Schlendrian ist; dabei eine
immerwährende Unruhe nach etwas Neuem. Mit welcher Heftigkeit wirken
sie gegeneinander! Und nur die kleinlichste Eigenliebe, der
beschränkteste Eigennutz macht, daß sie sich miteinander verbinden.
Vom wechselseitigen Betragen ist gar die Rede nicht; ein ewiges
Mißtrauen wird durch heimliche Tücke und schändliche Reden unterhalten;
wer nicht liederlich lebt, lebt albern. Jeder macht Anspruch auf die
unbedingteste Achtung, jeder ist empfindlich gegen den mindesten Tadel.
Sez Alman ädäbiyättän 1 tekst ukıdıgız.
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    Härber sızık iñ yış oçrıy torgan 1000 süzlärneñ protsentnı kürsätä.
  • Wilhelm Meisters Lehrjahre — Band 7 - 4
    Süzlärneñ gomumi sanı 4466
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1419
    47.4 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    63.0 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    68.2 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    Härber sızık iñ yış oçrıy torgan 1000 süzlärneñ protsentnı kürsätä.
  • Wilhelm Meisters Lehrjahre — Band 7 - 5
    Süzlärneñ gomumi sanı 4501
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1450
    45.2 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    60.7 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    66.9 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    Härber sızık iñ yış oçrıy torgan 1000 süzlärneñ protsentnı kürsätä.
  • Wilhelm Meisters Lehrjahre — Band 7 - 6
    Süzlärneñ gomumi sanı 3457
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1206
    50.7 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    65.1 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    70.6 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    Härber sızık iñ yış oçrıy torgan 1000 süzlärneñ protsentnı kürsätä.