Umwege: Erzählungen - 07

Süzlärneñ gomumi sanı 4517
Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1556
42.2 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
55.3 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
60.4 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
Härber sızık iñ yış oçrıy torgan 1000 süzlärneñ protsentnı kürsätä.
italki
begriff er, daß sie in Gerbersau unmöglich verstanden werden konnte.
Denn auch der Gerbersauer Charakter schien ihm nun verständlicher
geworden, wenn auch dadurch nicht lieber. Jedenfalls erkannte er,
daß er selber diesen Charakter nicht oder nicht mehr habe und hier
ebensowenig gedeihen und sich entfalten könne wie die Frau Entriß.
Diese Gedanken waren, ihm unbewußt, lauter spielende Paraphrasen zu
seinem stillen Verlangen nach einem nochmaligen Ehebund und Versuch,
sein einsam gebliebenes Leben doch noch fruchtbar und unsterblich zu
machen.
Der Sommer hatte seine Höhe erreicht und der Garten der Witwe duftete
mitten in der sandigen und glühenden Umgebung triumphierend weit über
seinen niederen Zaun hinaus, besonders am Abend, wenn dazu noch vom
nahen Waldrande die Vögel aufatmend den schönen Tag lobten und aus
dem Tale in der Stille nach dem Schluß der Fabriken der Fluß leise
herauf rauschte. An einem solchen Abend kam August Schlotterbeck zu
Frau Entriß und trat ungefragt nicht nur in den Garten, sondern auch
in die Haustüre, wo eine dünne, erschrockene Glocke ihn anmeldete und
die Hausfrau ihn verwundert und fast ein wenig ungehalten ansprach. Er
erklärte aber, heute durchaus hereinkommen zu müssen, und ward denn von
ihr in die Stube geführt, wo er sich umblickte und es allerdings etwas
kahl und schmucklos, doch reinlich und abendsonnig fand. Die Frau legte
schnell ihre Schürze ab, setzte sich auf einen Stuhl beim Fenster und
hieß auch ihn sich setzen.
Da fing Herr Schlotterbeck eine lange, hübsche Rede an. Er erzählte
sein ganzes Leben, seine erste kurze Ehe nicht ausgenommen, mit
einfacher Trockenheit, schilderte dann etwas wärmer seine Heimkehr
nach Gerbersau, seine erste Bekanntschaft mit ihr und erinnerte sie an
manche Gespräche, in denen sie einander so gut verstanden hätten. Und
nun sei er da, sie wisse schon warum, und hoffe, sie sei nicht gar zu
sehr überrascht.
»Über mein Vermögen kann ich mich ausweisen. Ich bin kein Millionär,
wie die Leute hier herumreden, aber so ungefähr eine viertel Million
oder etwas drüber wird schon da sein. Im übrigen meine ich, wir seien
beide noch zu jung und kräftig, als daß es schon Zeit wäre, Verzicht
zu leisten und sich einzuspinnen. Was soll eine Frau wie Sie schon
allein sitzen und sich mit dem Gärtlein bescheiden, statt noch einmal
anzufangen und vielleicht hereinzubringen, was früher am rechten Glück
gefehlt hat?«
Die Frau Entriß hatte beide Hände still auf ihren Knien liegen und
hörte aufmerksam dem Freier zu, der allmählich warm und lebhaft wurde
und wiederholt seine rechte Hand ausstreckte, als fordere er sie auf,
sie zu nehmen und festzuhalten. Sie tat aber nichts dergleichen, sie
saß ganz still und genoß es, ohne alles wirklich mit den Gedanken zu
erfassen, daß hier jemand gekommen war, um ihr Freundlichkeit und
Liebe und guten Willen zu zeigen. Die beiden Leute saßen einander nahe
gegenüber, er von seinem Willen und Verlangen erwärmt und verjüngt, sie
aber von einem zarten Wohlsein und einer nur halb erwarteten Ehrung
leise erregt wie eine Jubilarin, und über beide Gesichter glühte mit
feiner Abschiedsröte die tiefstehende Sonne durch das offene Fenster.
Da sie weder Antwort gab noch aus ihrem seltsamen Traumgefühle
aufsah, fuhr Schlotterbeck nach einer Pause zu reden fort. Gütig und
hoffnungsvoll stellte er ihr vor, wie es sein und werden könnte,
wenn sie einverstanden wäre, wie da an einem andern, neuen Ort ohne
unliebe Erinnerungen sich ein friedlich fleißiges Leben führen ließe,
bescheiden und doch etwas mehr aus dem Vollen, mit einem größeren
Garten und einem reichlicheren Monatsgelde, wobei dennoch jährlich
zurückgelegt würde. Er sprach, von ihrem lieben Anblick besänftigt und
von dem rotgelben, innigen Abendscheine leicht und wohlig geblendet,
recht milde mit halber Stimme und zufrieden, daß sie wenigstens zuhörte
und ihn da sein und gelten und werben ließ. Und sie hörte und schwieg,
von einer angenehmen Müdigkeit in der Seele leicht gelähmt. Es ward ihr
nicht völlig bewußt, daß das eine Werbung und eine Entscheidung für ihr
Leben bedeute, auch schuf dieser Gedanke ihr weder Erregung noch Qual,
denn sie war durchaus entschieden und dachte keine Sekunde daran, das
für Ernst zu nehmen. Aber die Minuten gingen so gleitend und leicht
und wie von einer Musik getragen, daß sie benommen lauschte und keines
Entschlusses fähig war, auch nicht des kleinen, den Kopf zu schütteln
oder aufzustehen.
Wieder hielt Schlotterbeck inne und atmete tief, sah sie fragend an und
sah sie unverändert mit niedergeschlagenen Augen und fein geröteten
Wangen verharren, als schaue sie ein wohlgefälliges Spiel oder lausche
einer seltenen Musik. Und wieder hielt er ihr die Hand entgegen, die
sie aber nicht zu sehen schien, und fing nochmals an, gläubig wie
ein Träumer von der Zukunft zu reden, die er schon an einem kleinen
goldenen Faden zu halten meinte. Ihre Bewegung verstand er nicht,
denn er deutete sie zu seinen Gunsten, aber er fühlte doch denselben
hingenommenen und traumhaften Zustand und hörte gleich ihr die
merkwürdigen Augenblicke wie auf wohllautend rauschenden Flügeln durch
das abendhelle Stüblein und durch sein Gemüt reisen.
Beiden schien es später, sie seien eine gar lange Zeit so
halbverzaubert beieinander gesessen, doch waren es nur Minuten, denn
die Sonne stand noch immer nah am Rande der jenseitigen Berge, als sie
aus dieser Stille jäh erweckt wurden.
Im Nebenzimmer hatte sich die kranke Schwägerin aufgehalten und war,
schon durch den ungewohnten Besuch in Aufregung und einige Angst
geraten, bei dem langen, leisen Gespräch und Beisammensein der Beiden
von argen Ahnungen und Wahnvorstellungen befallen worden. Es schien
ihr Ungewöhnliches und Gefährliches vorzugehen und allmählich ergriff
sie, die nur an sich selber zu denken vermochte, eine wachsende Furcht,
der fremde Mann möchte gekommen sein, um sie fortzuholen. Denn eine
stille, argwöhnische Angst hievor war das Ergebnis jenes Besuches der
Magistratsherren gewesen, und seither konnte nichts noch so Geringes
im Hause vorfallen, ohne daß die arme Jungfer mit Entsetzen an eine
gewaltsame Hinwegführung und Einsperrung an einem unbekannten fernen
Orte denken mußte.
Darum kam sie jetzt, nachdem sie eine Weile mit immer abnehmenden
Kräften gegen das Grauen gekämpft hatte, gewaltsam schluchzend und
in Verzweiflung aufgelöst in die Stube gelaufen, warf sich vor ihrer
Schwägerin nieder und umfaßte ihre Knie unter Stöhnen und zuckendem
Weinen, so daß Schlotterbeck erschrocken auffuhr und die Frau Entriß
plötzlich aus ihrer Benommenheit gerissen alles wieder mit nüchternem
Verstande wahrnahm und sich der vorigen Verlorenheit unwillig schämte.
Sie stand eilig auf, zog die Kniende mit sich empor, fuhr ihr mit
tröstender Hand übers Haar und redete halblaut und eintönig auf sie ein
wie auf ein heulendes Kind.
»Nein, nein, Seelchen, nicht weinen! Gelt, du weinst jetzt nicht mehr?
Komm, Kindelchen, komm, wir sind vergnügt und kriegen was Gutes zum
Nachtessen. Hast gemeint, er will dich fortnehmen? O, Dummes du, es
nimmt dich niemand fort; nein, nein, darfst mir's glauben, kein Mensch
darf dir was tun. Nimmer weinen, Dummelein, nimmer weinen!«
August Schlotterbeck sah mit Verlegenheit und auch mit Rührung zu,
die Kranke weinte schon ruhiger und fast mit einem kindlichen Genuß,
wiegte den Kopf hin und wider, klagte mit abnehmender Stimme und verzog
ihr verzweifeltes Gesicht unter den noch munter laufenden Tränen
unversehens zu einem blöden, hilflosen Kleinkinderlächeln. Doch kam
sich der Besucher bei dem allen unnütz und mehr als entbehrlich vor,
er hustete darum ein wenig und sagte: »Das tut mir leid, Frau Entriß,
hoffentlich geht es gut vorbei. Ich werde so frei sein und morgen
wiederkommen, wenn ich darf.«
Erst in diesem Augenblick fiel der Frau alles aufs Herz, wie er um sie
geworben und sie ihm zugehört und es geduldet habe, ohne daß sie doch
willens war, ihn zu erhören. Sie erstaunte über sich selber, es konnte
ja aussehen, als habe sie mit ihm gespielt. Nun durfte sie ihn nicht
fortgehen und die Täuschung mitnehmen lassen, das sah sie ein, und sie
sagte: »Nein, bleiben Sie da, es ist schon vorüber. Wir müssen noch
reden.« Ihre Stimme war ruhig und ihr Gesicht unbewegt, aber die Röte
der Sonne und die Röte der lieblichen Erregung war verglüht und ihre
Augen schauten klug und kühl, doch mit einem kleinen bangen Glanz von
Trauer auf den Werber, der mit dem Hute in den Händen wieder niedersaß
und nicht begriff, wohin seine Freudigkeit und ihre liebe Wärme
gekommen sei.
Sie setzte indessen die Schwägerin auf einen Stuhl und kehrte an ihren
vorigen Platz zurück. »Wir müssen sie im Zimmer lassen,« sagte sie
leise, »sonst wird sie wieder unruhig und macht Dummheiten. -- Ich habe
Sie vorher reden lassen, Herr Nachbar, ich weiß selber nicht warum,
ich bin ein wenig müd gewesen. Hoffentlich haben Sie es nicht falsch
gedeutet. Es ist nämlich schon lange mein fester Entschluß, mich nicht
mehr zu verändern. Ich bin fast vierzig Jahre alt, und Sie werden gewiß
reichlich fünfzig sein, in diesem Alter heiraten vorsichtige Leute
nimmer. Daß ich Ihnen als einem freundlichen Nachbar gut und dankbar
bin, wissen Sie ja, und wenn Sie wollen, können wir es weiter so haben.
Aber damit wollen wir zufrieden sein, wir könnten sonst den Schaden
italki
haben.«
Herr Schlotterbeck sah sie betrübt, doch freundlich an. Unter
Umständen, dachte er, würde er jetzt ganz ruhig abziehen und ihr recht
geben. Allein der Glanz, den sie vor einer Viertelstunde im Gesicht
gehabt hatte, war ihm noch wie ein ernsthaft schöner Spätsommerflor im
Gedächtnis und hielt sein Begehren mit Macht am Leben. Wäre der Glanz
nicht gewesen, er wäre betrübt, doch ohne Stachel im Herzen seiner
Wege gegangen; so aber schien ihm, er habe das Glück schon wie einen
zutraulichen Vogel auf dem Finger sitzen gehabt und nur den Augenblick
des Zugreifens verpaßt. Und Vögel, die man schon so nahe gehabt, läßt
man nicht ohne grimmige Hoffnung auf eine neue Gelegenheit zum Fang
entrinnen. Außerdem, und trotz des Ärgers über ihr Entwischen, nachdem
sie schon so fromm über seine Freiersrede erglüht war, hatte er sie
jetzt viel lieber als noch vor einer Stunde. Bis dahin war es seine
Meinung gewesen, eine angenehme und ersprießliche Vernunftheirat zu
betreiben, nun aber hatte die stille Weichheit dieser Abendstunde ihn
vollends wahrhaft verliebt gemacht, so daß jetzt an ein einfaches,
freundlich kühles Bedauern und Adieusagen nimmer zu denken war.
»Frau Entriß,« sagte er deshalb entschlossen, »Sie sind jetzt
erschreckt worden und vielleicht von meinem Vorschlag zu sehr
überrascht. Auch habe ich vielleicht zu wenig gesagt und mich zu
sehr an das Praktische und Geschäftliche der Sache gehalten, wenn es
auch nicht so gemeint war. Ich will darum nur sagen, daß mein Herz
es ernst meint und nicht von seiner Liebe lassen will, wenn es auch
Gründe dagegen geben mag. Ich kann das nicht so ausdrücken, es steht
mir nicht an, aber es ist mein Entschluß, davon nimmer zu lassen. Ich
habe Sie lieb, und da Sie nur mit dem Verstande Widerstand leisten,
kann ich mich nicht zufrieden geben wie ein Handelsmann, den man um
ein Haus weiterschickt. Sondern es ist meine Meinung, diesen Krieg
weiterzuführen und Sie nach meinen Kräften zu belagern, damit es sich
zeigt, wer der Stärkere ist.«
Auf diesen Ton war sie nicht gefaßt gewesen, er klang, wenn auch nicht
überzeugend, so doch warm und schmeichelhaft in ihr Frauengemüt und
tat ihr im Innern wohl wie ein erster Amselruf im Februar, wenn sie es
auch nicht wahr haben wollte. Doch war sie nicht gewohnt, so dunkeln
Regungen Macht zu gönnen, und fest entschlossen, den Angriff abzuwehren
und ihre liebgewordene Freiheit zu behalten.
Sie sagte: »Sie machen mir ja Angst, Herr Nachbar! Die Männer bleiben
eben länger jung als unsereine, und es tut mir leid, daß Sie mit meinem
Bescheide nicht zufrieden sein wollen. Denn bei mir sieht es nun einmal
nimmer so lebenslustig aus, ich kann mich nicht wieder jung machen und
verliebt tun, es käme nicht von Herzen. Auch ist mir mein Leben, so wie
es jetzt ist, lieb und gewohnt geworden, ich habe meine Freiheit und
keine Sorgen. Und da ist auch das arme Ding, meine Schwägerin, die mich
braucht und die ich nicht im Stich lasse, das hab' ich ihr versprochen
und will dabei bleiben. -- Aber was rede ich lang, wo nichts zu sagen
ist! Ich will nicht und ich kann nicht, und wenn Sie es gut mit mir
meinen, so lassen Sie mir meinen Frieden und drohen mir nicht mit
Belagerungen und dergleichen, ich müßte Ihnen sonst zürnen und würde
kein Wort mehr von Ihnen anhören. Wenn Sie wollen, so vergessen wir das
heutige und bleiben gute Nachbarn. Im andern Fall kann ich Sie nimmer
sehen.«
Schlotterbeck stand auf, verabschiedete sich jedoch noch nicht, sondern
ging in erregten Gedanken, als wäre er im eigenen Hause, heftig auf und
ab, um einen Weg aus dieser Not zu finden. Sie sah ihm eine Weile zu,
ein wenig belustigt, ein wenig gerührt und ein wenig beleidigt, bis es
ihr zu viel ward. Da rief sie ihn an: »Seien Sie nicht töricht, Herr
Nachbar: Wir wollen jetzt zu Nacht essen, und für Sie wird es auch Zeit
sein.«
Aber er hatte eben jetzt seinen Entschluß gefunden. Er nahm seinen
Hut, den er in der Aufregung weggelegt hatte, manierlich in die linke
Hand, verbeugte sich und sagte mit einem schwachen, etwas mißlungenen
Lächeln: »Gut, ich gehe jetzt, Frau Entriß. Sie müssen heut ein bißchen
Nachsicht mit mir haben. Ich sage Ihnen jetzt Adieu und werde Sie eine
Zeitlang nimmer belästigen. Sie sollen mich nicht für gewalttätig
halten. Aber ich komme wieder, sagen wir in vier, fünf Wochen, und ich
bitte um nichts, als daß Sie in der Zeit sich diese Sache noch einmal
in Gedanken betrachten und mir alsdann eine richtige Antwort geben,
ganz wie es Ihnen dann ums Herz sein wird. Ich reise fort, das hatte
ich ohnehin im Sinn, und Sie werden also alle Ruhe vor mir haben. Und
wenn ich wiederkomme, ist es nur, um Ihre Antwort zu holen. Wenn Sie
dann Nein sagen, verspreche ich damit zufrieden zu sein und werde dann
Sie auch von meiner Nachbarschaft befreien. Sie sind das Einzige, was
mich noch in Gerbersau halten könnte. Also leben Sie recht wohl, und
auf Wiedersehen!«
Sie nahm seine Hand nicht an, die er ihr hinbot, gab aber in
freundlichem Ton Antwort: »Meine Meinung kennen Sie schon, sie wird
nicht anders werden. Damit Sie meinen guten Willen sehen, will ich
Ihren Vorschlag gelten lassen. Aber ich hoffe, bis Sie wiederkommen,
sehen Sie selber das alles ruhiger an, auch das mit dem Fortziehen, und
bleiben mein Nachbar. Adieu denn, und gute Reise!«
»Ja, adieu,« sagte Schlotterbeck wehmütig, nahm den Türgriff in die
Hand, warf einen Blick ins Zimmer zurück, den nur die Schwägerin
erwiderte, und trat unbegleitet aus dem Hause in die noch lichte
Dämmerung. Er schüttelte eine Faust gegen die schwach herauftönende
Stadt, welcher er alle Schuld an Frau Entrißens Verstocktheit
zuschrieb, und beschloß im Herzen, sie so bald wie möglich für immer
zu verlassen, sei es nun mit oder ohne Frau. Dieser Entschluß tat ihm
in seinem übrigen schwebenden und abhängigen Zustande wohl, als ein
Ausblick auf selbständigere und gesichertere Zeiten, nach denen ihn
sehnlich verlangte.
Langsam tat er den kurzen Gang zu seiner Wohnung hinüber, nicht
ohne mehrmals nach dem Nachbarhäuschen zurückzuschauen, das mit
geschlossener Tür und Gartenpforte gleichmütig und kühl die späte
Sommernacht erwartete. Ganz fern stand am verglühten Himmel noch
eine kleine Wolke, kaum ein Hauch, und blühte hinsterbend in einem
sanften rosigen Goldduft dem ersten Stern entgegen. Bei ihrem Anblick
fühlte der Mann noch einmal die feine, innig glühende Erregung der
vergangenen Stunde vorüberziehen und schüttelte lächelnd den alten
Kopf zu den töricht süßen Wünschen seines Herzens. Dann betrat er sein
einsames Haus, verzichtete auf das Abendessen in der Stadt, aß nur ein
halbes Pfund Kirschen, die er morgens gekauft hatte, und fing noch am
selben Abend an, sich für die Reise zu rüsten.
Am Nachmittag des andern Tages war er fertig, übergab die Schlüssel
seiner Aufwärterin und den Koffer einem Dienstmann, seufzte befreit
und ging davon, in die Stadt hinunter und dem Bahnhof zu, ohne im
Vorbeigehen einen Blick in den Garten und die Fenster der Frau Entriß
zu wagen. Sie aber sah ihn wohl, wie er vom Kofferträger begleitet,
elegisch dahinging. Er tat ihr leid und sie wünschte ihm von Herzen
gute Erholung.
Für Frau Entriß begannen nun stille Tage. Ihr bescheidenes Leben glitt
wieder in die vorige Einsamkeit zurück, es kam niemand zu ihr und
es schaute niemand mehr über ihren Gartenzaun herein. In der Stadt
wußte man genau, daß sie mit allen Künsten nach dem reichen Rußländer
geangelt habe, und gönnte ihr seine Abreise, die natürlich keinen Tag
verborgen blieb. Sie kümmerte sich nach ihrer Art um das alles nicht,
sondern ging ruhig ihren Pflichten und Gewohnheiten nach. Es tat ihr
leid, daß es mit Herrn Schlotterbeck so gegangen war, denn sie hatte
ihn gern gesehen und sah die freundliche Nachbarlichkeit mit Bedauern
gestört. Doch war sie sich keiner Schuld bewußt und in langen Jahren an
das Alleinleben so gewöhnt, daß sein Fortgehen ihr keinen ernstlichen
Kummer machte. Sie sammelte Blumensamen von den verblühenden Beeten,
goß am Morgen und Abend, erntete das Beerenobst, machte ein und tat mit
zufriedener Emsigkeit die vielen Sommerarbeiten. Und dann machte ihr
die Schwägerin unverhofft zu schaffen.
Diese hatte sich seit jenem Abend still verhalten, schien aber seither
noch mehr als früher mit einer heimlichen Angst zu kämpfen, welche eine
Art von Verfolgungswahnsinn war und in einem mißtrauischen Träumen von
Entführung und Gewalttaten bestand. Der heiße Sommer, der ungewöhnlich
viele Gewitter brachte, tat ihr auch nicht gut, und schließlich konnte
Frau Entriß kaum mehr auf eine halbe Stunde zu Einkäufen ausgehen, da
die Kranke das Alleinbleiben nimmer ertrug. Das elende Wesen fühlte
sich nur in der nächsten Nähe der gewohnten Pflegerin sicher und umgab
die geplagte Frau mit Seufzen, Händeringen und scheuen Blicken einer
grundlosen Furcht. Am Ende mußte sie den Arzt holen, vor dem die Kranke
in neues Entsetzen geriet und der nun alle paar Tage zur Beobachtung
wiederkam. Für die Gerbersauer war das wieder ein Grund, von erneuter
Mißhandlung und behördlicher Kontrolle zu erzählen; die Sache ward nun
in Verbindung mit ihren Absichten auf Schlotterbeck gebracht und zu
einem skandalösen Fall von arglistiger Habsucht gestaltet.
Unterdessen war August Schlotterbeck nach Wildbad gefahren, wo es
ihm jedoch zu heiß und zu lebhaft wurde, so daß er, auch von einiger
innerer Unrast geplagt, bald wieder aufpackte und weiterfuhr,
diesmal nach Freudenstadt, das ihm von jungen Zeiten her bekannt
war. Dort gefiel es ihm recht wohl, er fand die Gesellschaft eines
schwäbischen Fabrikanten, mit dem er gut Freund wurde und über
technische und kaufmännische Dinge seiner Erfahrung reden konnte.
Mit diesem Manne, der Viktor Trefz hieß und gleich ihm selber weit
in der Welt herumgekommen war, machte er täglich lange Spaziergänge
in den kühlen Wäldern, zum Kniebis hinauf und nach Rippoldsau, oder
das schöne Murgtal hinunter, wo man überall in schöner Landschaft und
Waldnähe marschieren und in hübschen Ortschaften und guten Gasthäusern
sich ausruhen kann. Herr Trefz besaß im Osten des Landes eine
Lederwarenfabrik von altem und bekanntem Ruf, sein neuer Freund fragte
ihn nach allem aus und ihm war es wohl dabei, seine Erholungstage
in so angenehmen und vertrauten Gesprächen hinbringen zu können. Es
entstand zwischen den beiden alten Herren eine höfliche Vertraulichkeit
und gegenseitige Hochschätzung, denn Schlotterbeck zeigte in der
Lederbranche vortreffliche Kenntnisse und außerdem eine Bekanntschaft
mit dem Weltmarkt, die für einen Privatier erstaunlich war. So währte
es nicht lange, bis er dem Fabrikanten seine Geschichte und Lage
genauer mitteilte, und es wollte beiden scheinen, sie könnten unter
Umständen einmal auch in Geschäften recht gute Kameraden werden.
Die erhoffte Erholung fand Schlotterbeck also reichlich, er vergaß
sogar für halbe Tage seinen schwebenden Handel mit der Witwe in
Gerbersau, von dem er Herrn Trefz keine Mitteilung hatte machen mögen.
Den alten Geschäftsmann belebte und erregte die Unterhaltung mit einem
gewiegten Kollegen und die Aussicht auf etwaige neue Unternehmungen
nicht wenig, und die Bedürfnisse seines Herzens zogen sich, da er
ihnen nie allzuvielen Raum gegönnt hatte, bescheidentlich zurück.
Nur wenn er allein war, etwa abends vor dem Einschlafen, suchte ihn
das Bild der Frau Entriß heim und machte ihn wieder warm. Doch auch
dann schien ihm die Angelegenheit nicht mehr gar so verzweifelt und
gewichtig. Er dachte an jenen Abend im Häuschen der Nachbarin und
fand schließlich, sie habe nicht völlig unrecht gehabt. Er sah ein,
daß der Mangel an Arbeit und das Alleinhausen zu einem großen Teil an
seinen Heiratsgedanken schuld gewesen seien. Nicht daß er nun kalt und
untreu geworden wäre, das lag nicht in seiner Art, aber wenn nun, wie
zu vermuten war, es bei jener ersten Antwort der Frau bleiben würde,
schien ihm das Unglück immerhin unter den jetzigen Umständen nicht
unerträglich.
Auf einem Spaziergang im Fichtenwalde wurde er von Herrn Trefz
eingeladen, diesen Herbst ihn zu besuchen und seinen Betrieb
anzuschauen. Es war noch mit keinem Wort von geschäftlichen Beziehungen
die Rede gewesen, doch wußten beide, wie es stand und daß der Besuch
sehr wohl zu einer Teilhaberschaft und Vergrößerung des Geschäfts
führen könnte. Schlotterbeck nahm dankend an und nannte dem Freunde die
Bank, bei der er sich über ihn erkundigen könne.
»Danke, es ist gut,« sagte Trefz, »das Weitere besprechen wir dann,
falls Sie Lust haben, an Ort und Stelle.«
Damit fühlte sich August Schlotterbeck dem Leben wiedergewonnen, dem er
nun eine unfrohe Weile nur unbeteiligt zugesehen hatte. Er sah Arbeit
und Sorge, Gewinn und Erregung des Handels in naher Zukunft winken, und
mehr als einst auf die Heimkehr in die alte Heimat freute er sich jetzt
auf die Rückkehr zum gewohnten Leben eines Arbeiters und Unternehmers,
auf Einrichtungen und Reisen, Korrespondenzen und Berechnungen, auf
Telegramme, Verwicklungen und Kämpfe. Es war weniger des Geldes wegen,
dessen er für den Bedarf seines Alters genug besaß, als aus Freude
an Umtrieb und Wagnis, aus einer gewissen Lust am Verkehr mit dem
Welthandel und den Abenteuern des kühnen Kaufmanns. Fröhlich stieg er
an jenem Tag in sein Bett und schlief ein, ohne heut ein einziges Mal
an seine Witwe gedacht zu haben.
Er ahnte nicht, daß diese eben jetzt recht üble Zeit habe und seinen
Beistand wohl hätte brauchen können. Die Schwägerin war unter der
Beobachtung des Oberamtsarztes noch scheuer und unheimlicher geworden
und machte das kleine Häuschen zu einem Orte des Jammers, indem sie
bald schrie wie am Spieß, bald rastlos und schwer seufzend die Treppen
auf und ab stieg und durch die Stuben wanderte, bald auch sich in ihrer
Kammer einschloß und eingebildete Belagerungen unter Gebet und Winseln
bestand. Das arme Geschöpf mußte immerfort bewacht werden, wenn auch
ruhige Tage dazwischen kamen, und der geängstigte Doktor, der in
solchen Dingen keine Erfahrung hatte, drängte zur Fortschaffung und
Versorgung in einer Anstalt. Frau Entriß widersetzte sich dem, so lange
sie konnte. Sie hatte sich an die Nähe der schwermütigen Jungfer in
langen Jahren gewöhnt und zog ihre Gesellschaft der völligen Einsamkeit
immerhin vor, auch hoffte sie, es werde dieser schlimme Zustand nicht
lange dauern, und schließlich fürchtete sie die bedenklichen Kosten,
die möglicherweise nach Abgang der Kranken in eine Irrenanstalt ihr
entstehen könnten. Sie wollte gern der Unglücklichen ihr Lebenlang
kochen, waschen und aufwarten, ihre Launen ertragen und sich um
sie sorgen; aber die Aussicht, es möchte für dies zerstörte Leben
vielleicht jahrelang ihr Erspartes dahingehen und in einen Sack ohne
Boden rinnen, war ihr furchtbar. So hatte sie außer der täglichen Sorge
um die Gemütskranke auch noch diese Angst und Last zu tragen, und sie
fing trotz ihrer Zähigkeit an, etwas vom Fleisch zu fallen und im
Gesicht ein wenig zu altern.
Von dem allem wußte Schlotterbeck kein Wort. Er war der sicheren
Meinung, die muntere Witwe sitze vergnügt in ihrem hübschen kleinen
Hause und sei womöglich froh, den lästigen Nachbarn und Bewerber für
eine Weile los zu sein.
Dies stimmte aber nun schon nicht mehr. Zwar hatte die Abreise des
Herrn Schlotterbeck nicht die Folge gehabt, ihr nach dem Entfernten
Sehnsucht zu wecken und ihr sein Bild zärtlich zu verklären, doch wäre
sie jetzt in ihrer Not ganz froh gewesen, einen Freund und Berater
zu haben, und war mit ihrer Selbstherrlichkeit durchaus nicht mehr so
stolz zufrieden wie bisher. Ja sie hätte, falls es mit der Schwägerin
schlimm gehen sollte, sich wohl auch die Bewerbung des reichen Mannes
noch einmal näher und freundlicher angesehen.
In Gerbersau war unterdessen das Gespräch über die Abreise
Schlotterbecks und ihre vermutliche Bedeutung und Dauer verstummt, da
man jetzt an der Witwe Entriß wieder für eine Weile die Mäuler voll
hatte. Und während unter den schönen Tannenbäumen von Freudenstadt die
beiden Geschäftsleute und Freunde sich immer besser verstanden und
schon deutlicher von künftigen gemeinsamen Unternehmungen miteinander
plauderten, saß daheim in der Spitalgasse der Buchbinder Pfrommer zwei
lange Abende an einem Schreiben an seinen Vetter, dessen Wohl und
Zukunft ihm gar sehr am Herzen lag. Einige Tage später hielt August
Schlotterbeck diesen Brief, der auf das beste Papier mit einem goldenen
Rande geschrieben war, verwundert in den Händen und las ihn langsam
zweimal durch. Er lautete:
Lieber und werter Vetter Schlotterbeck!
Der Herr Aktuar Schwarzmantel, der neulich eine Schwarzwaldtour gemacht
hat, hat uns berichtet, daß er Dich in Freudenstadt gesehen und daß Du
wohl bist und in der Linde logierst. Das hat uns gefreut, und möchte
ich Dir an diesem schönen Ort eine gute Erholung wünschen. Wenn man
es vermag, ist ja eine solche Sommerkur immer sehr gut, ich war auch
einmal ein paar Tage in Herrenalb, weil ich krank gewesen war, und hat
mir vorzügliche Dienste getan. Wünsche also nochmals besten Erfolg, und
wird unser heimatlicher Schwarzwald mit seinem Tannenrauschen auch Dir
gewiß nur gut gefallen.
Lieber Vetter, wir haben alle lange Zeit nach Dir, und wenn du nach
guter Erholung wieder heimkommst, wird es Dir gewiß in Gerbersau wieder
recht gut gefallen. Der Mensch hat doch nur eine Heimat, und wenn es
auch draußen in der Welt viel Schönes geben mag, kann man doch bloß in
der Heimat wirklich glücklich sein. Du hast Dich auch in der Stadt sehr
beliebt gemacht, alle freuen sich bis Du wiederkommst.
Es ist nur gut, daß Du gerade jetzt verreist bist, wo es in Deiner
Nachbarschaft wieder so arg zugeht. Ich weiß es nicht, ob es Dir schon
bekannt ist. Die Frau Entriß hat jetzt also doch ihre kranke Schwägerin
hergeben müssen. Sie war so mit ihr umgegangen, daß das unglückliche
Geschöpf es nimmer hat aushalten können und hat Tag und Nacht um Hilfe
gerufen, bis man den Oberamtsarzt geholt hat. Da hat sich gezeigt, daß
es mit der kranken Jungfer furchtbar stand, und trotzdem hat die Entriß
drauf bestehen und sie um jeden Preis dabehalten wollen, man kann sich
denken warum. Aber jetzt ist ihr das Handwerk gelegt, man hat ihr
die Schwägerin weggenommen und vielleicht muß sie sich noch anderswo
verantworten. Dieselbe ist im Narrenhaus in Zwiefalten untergebracht
worden, und die Entriß muß tüchtig für sie zahlen. Warum hat sie früher
so an der Kranken gespart!
Wie man das arme Ding fortgebracht hat, das hättest Du sehen sollen,
es war ein Jammer. Sie hatten einen Wagen genommen, da saß die Entriß,
der Oberamtsarzt, ein Wärter aus Zwiefalten drin und die Patientin. Da
fing sie an und hat den ganzen Weg geschrien wie verrückt, daß alles
nachgelaufen ist, bis auf den Bahnhof. Auf dem Heimweg hat die Entriß
dann allerlei zu hören gekriegt, ein Bub hat ihr sogar einen Stein
nachgeworfen.
Lieber Vetter, falls ich Dir hier irgend etwas besorgen kann, tue ich
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    53.2 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    59.4 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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  • Umwege: Erzählungen - 04
    Süzlärneñ gomumi sanı 4567
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1503
    42.1 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    57.0 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    63.5 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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  • Umwege: Erzählungen - 05
    Süzlärneñ gomumi sanı 4373
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1571
    38.3 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    50.8 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    56.7 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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  • Umwege: Erzählungen - 06
    Süzlärneñ gomumi sanı 4419
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1609
    40.0 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    54.2 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    59.8 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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  • Umwege: Erzählungen - 07
    Süzlärneñ gomumi sanı 4517
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1556
    42.2 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    55.3 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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  • Umwege: Erzählungen - 08
    Süzlärneñ gomumi sanı 4311
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1678
    40.3 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    53.3 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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  • Umwege: Erzählungen - 09
    Süzlärneñ gomumi sanı 4304
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1713
    38.0 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    49.8 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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  • Umwege: Erzählungen - 10
    Süzlärneñ gomumi sanı 4279
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1759
    35.0 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    46.5 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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  • Umwege: Erzählungen - 11
    Süzlärneñ gomumi sanı 4326
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1715
    38.9 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    51.9 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    57.6 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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  • Umwege: Erzählungen - 12
    Süzlärneñ gomumi sanı 4291
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1700
    38.9 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    52.0 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    57.7 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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  • Umwege: Erzählungen - 13
    Süzlärneñ gomumi sanı 4430
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1664
    40.2 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    54.4 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    59.9 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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  • Umwege: Erzählungen - 14
    Süzlärneñ gomumi sanı 4239
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1747
    36.1 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    48.9 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    54.9 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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  • Umwege: Erzählungen - 15
    Süzlärneñ gomumi sanı 4413
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1584
    42.5 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    55.3 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    61.9 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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  • Umwege: Erzählungen - 16
    Süzlärneñ gomumi sanı 1330
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 713
    44.4 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    56.5 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    61.7 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    Härber sızık iñ yış oçrıy torgan 1000 süzlärneñ protsentnı kürsätä.