Umwege: Erzählungen - 02

Süzlärneñ gomumi sanı 4493
Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1655
37.9 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
51.3 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
58.4 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
Härber sızık iñ yış oçrıy torgan 1000 süzlärneñ protsentnı kürsätä.
italki
und dafür der andre Friseur. Findest du nicht auch? Er hat so was
Süßes.«
»Ja, ein wenig schon. Aber er ist doch nett, und hat Geschmack. Hast du
seine Krawatte gesehen?«
»Freilich.«
»Und dann, weißt du, er hat etwas Unverdorbenes. Anfangs war er ja ganz
schüchtern.«
»Er ist auch erst zwanzig Jahr. -- Na, gut Nacht also!«
Fräulein Martha dachte noch eine Weile, bis sie einschlief, an den
Alfred Ladidel. Er hatte ihr gefallen, und sie ließ einstweilen, ohne
sich weiter preiszugeben, eine kleine Kammer in ihrem Herzen für den
hübschen Jungen offen, falls er eines Tages Lust hätte, einzutreten
und Ernst zu machen. Denn an einer bloßen Liebelei war ihr nicht
gelegen, teils weil sie diese Vorschule schon vor Zeiten hinter sich
gebracht hatte (woher noch die Mandoline rührte), teils weil sie nicht
Lust hatte, noch lange neben der um ein Jahr jüngeren Meta unverlobt
einherzugehen. Was an diesem Abend in ihr aufgegangen war, das tat
nicht weh und brannte nicht, sondern hatte vorerst nur ein zartes,
vertraulich stilles Licht wie die junge, zage Sonne eines Tages, der
sich Zeit lassen kann und ohne Eile schön zu werden verspricht.
Auch dem Notariatskandidaten war das Herz nicht unbewegt geblieben.
Zwar lebte er noch in dem dumpfen Liebesdurst eines kaum flügge
Gewordnen und verliebte sich in jedes hübsche Töchterlein, das er zu
sehen bekam; und es hatte ihm eigentlich Meta besser gefallen. Doch
war diese nun einmal schon Fritzens Braut und nimmer zu haben, und
Martha konnte sich neben jener wohl auch zeigen; so war Alfreds Herz
im Laufe des Abends mehr und mehr nach ihrer Seite geglitten und trug
ihr Bildnis mit dem hellen, schweren Kranz von blonden Zöpfen in
unbestimmter Verehrung davon.
Bei solchen Umständen dauerte es nur wenige Tage, bis die kleine
Gesellschaft wieder in der abendlichen Wohnstube beisammen saß; nur
daß diesmal die jungen Herren später gekommen waren, da der Tisch
der Witwe eine so häufige Bewirtung von Gästen nicht vermocht hätte.
Dafür brachte Ladidel seine Gitarre mit, die ihm Fritz mit Stolz
vorantrug, und in kurzem tönte und lachte das Zimmer vergnüglich in
den warmen Abend hinaus, an der alten Mutter vorüber, die am Fenster
ruhte und unbeschadet ihres Trauergesichtes ihre heimliche Freude und
Verwunderung an der Lust der Jugend hatte. Der Musikant wußte es so
einzurichten, daß zwar seine Kunst zur Geltung kam und reichen Beifall
erweckte, er aber doch nicht allein blieb und alle Kosten trug. Denn
nachdem er einige Lieder vorgetragen und in Kürze die Kunst seines
Gesangs und Saitenspiels entfaltet hatte, zog er die andern mit ins
Spiel und stimmte lauter Weisen an, die gleich beim ersten Takt von
selber zum Mitsingen verlockten.
Das Brautpaar, von der Musik und der festlichen Stimmung erwärmt und
benommen, rückte nahe zusammen und sang nur leise und strophenweise
mit, dazwischen plaudernd und sich mit verstohlenen Fingern
streichelnd, wogegen Martha dem Spieler gegenüber saß, ihn im Auge
behielt und alle Verse freudig mitsang. So waren zwei Paare entstanden,
ohne daß jemand dessen achtete, und war ein Anfang für Alfred und
Martha gewonnen, den sie ohne Mißbrauch während dieser Abendstunde bis
zum stillen Einverständnis einer guten Kameradschaft führten.
Nur als beim Abschiednehmen in dem schlecht erleuchteten Gang das
Brautpaar seine Küsse tauschte, standen die beiden andern, mit dem
Adieusagen schon fertig, eine Minute lang verlegen wartend da. Im Bett
brachte sodann Meta die Rede wieder auf den Notar, wie sie ihn immer
nannte, dieses Mal voller Anerkennung und Lob. Aber die Schwester
sagte nur Ja ja, legte den blonden Kopf auf beide Hände und lag lange
still und wach, ins Dunkle schauend und tief atmend. Später, als die
Schwester schon schlief, stieß Martha einen langen, leisen Seufzer aus,
der jedoch keinem gegenwärtigen Leide galt, sondern nur einem dumpfen
Gefühl für die Unsicherheit aller Liebeshoffnungen entsprang, und den
sie nicht wiederholte. Vielmehr entschlief sie bald darauf leicht und
mit einem innigen Lächeln auf dem frischen Munde.
Der Verkehr gedieh behaglich weiter, Fritz Kleuber nannte den eleganten
Alfred mit Stolz seinen Freund, Meta sah es gerne, daß ihr Verlobter
nicht allein kam, sondern den Musikanten mitbrachte, und Martha
gewann den Gast desto lieber, je mehr sie seine fast noch kindliche
Harmlosigkeit erkannte. Ihr schien, dieser hübsche und lenksame
Jüngling wäre recht zu einem Manne für sie geschaffen, mit dem sie
sich zeigen und auf den sie stolz sein könnte, ohne ihm doch jegliche
Herrschaft überlassen zu müssen.
Auch Alfred, der mit seinem Empfang bei den Weberschen sehr zufrieden
war, spürte in Marthas Freundlichkeit eine heimliche Wärme, die er
bei aller Schüchternheit wohl zu schätzen wußte. Eine Liebschaft und
Verlobung mit dem schönen, stattlichen Mädchen wollte ihm in kühnen
Stunden nicht ganz unmöglich, zu allen Zeiten aber begehrenswert und
selig lockend erscheinen.
Dennoch geschah von beiden Seiten nichts Entscheidendes. Alfred
kam sehr häufig mit seinem Freund zu Besuch, zweimal wurden auch
gemeinsame Sonntagsspaziergänge unternommen, aber es blieb bei dem
Zustande vertraulicher Nachbarschaft, den jener erste Gitarrenabend
begründet hatte. Daß nichts Weiteres geschah, hatte manche Gründe.
Vor allem hatte Martha an dem jungen Manne im längeren Umgang manches
allzu Unreife und Knabenhafte entdeckt und es rätlich gefunden, einem
noch so unerfahrenen Jünglinge den Weg zum Glücke nicht allzusehr zu
erleichtern, sondern abzuwarten, bis er die ersten Stufen selber fände
und unterwegs etwa, sei es auch nicht ohne Bitternis, einige Reife
und Zuverlässigkeit gewänne. Sie sah wohl, daß es ihr ein Leichtes
wäre, ihn an sich zu nehmen und festzuhalten; allein sie hatte es gar
nicht so eilig, und war selber, wenn auch unverletzt, so doch nicht
unerfahren und ungewitzigt aus den üblichen Enttäuschungen erster
Liebeswege hervorgegangen. So erschien es ihr billig, daß der junge
Herr es auch nicht allzuleicht habe und nicht am Ende gar den Eindruck
gewänne, sie habe sich ihm nachgeworfen. Immerhin war es ihr Wille, ihn
zu bekommen, und sie beschloß, ihn einstweilen wohl im Auge zu behalten
und gerüstet den Zeitpunkt zu erwarten, da er seines Glückes würdig
sein würde.
Bei Ladidel waren es andere Bedenken, die ihm die Zunge banden. Da
war zuerst seine Schüchternheit, die ihn immer wieder dazu brachte,
seinen Beobachtungen zu mißtrauen und an der Einbildung, er werde
geliebt und begehrt, zu verzweifeln. Sodann fühlte er sich dem großen,
gescheiten, sicheren Mädchen gegenüber elend jung und unfertig, --
nicht mit Unrecht, obwohl sie kaum drei oder vier Jahre älter sein
konnte als er. Und schließlich erwog er in ernsthaften Stunden mit
Bangen, auf welch unfesten Grund seine äußere Existenz gebaut war.
Je näher nämlich das Jahr heranrückte, in dem er die bisherige
untergeordnete Tätigkeit beenden und im Staatsexamen seine Fähigkeit
und Wissenschaft kundtun mußte, desto dringender wurden seine Zweifel.
Wohl hatte er alle hübschen, kleinen Übungen und Äußerlichkeiten des
Amtes rasch und sicher erlernt, er machte im Büro eine gute Figur und
spielte den beschäftigten Schreiber vortrefflich; aber das Studium
der Gesetze fiel ihm schwer, und wenn er an alles das dachte, was im
Examen verlangt wurde, brach ihm der Schweiß aus. Konnte er denn um
ein Mädchen anhalten oder auch nur Hoffnungen in ihr erwecken, ehe er
diese lebensgefährliche Klippe hinter sich und ein auskömmliches und
ehrenhaftes Leben vor sich sah?
Zuweilen sperrte er sich verzweifelt in seiner Stube ein und beschloß,
den steilen Berg der Wissenschaft im Sturm zu nehmen. Kompendien,
Gesetzbücher und Kommentare lagen auf seinem Tisch, auch entlieh er
handschriftliche Auszüge aus den Fragen und Aufgaben früherer Examina,
er stand morgens früh auf und setzte sich fröstelnd hin, er spitzte
Bleistifte und machte sich genaue Arbeitspläne für Wochen voraus.
Aber sein Wille war schwach, er hielt niemals lange aus, er fand
immer andres zu tun, was im Augenblick nötiger und wichtiger schien;
und je länger die Bücher dalagen und ihn anschauten, desto bitterer
und ungenießbarer ward ihr Inhalt. Er verschob es wieder, es war ja
noch Zeit, und er meinte, wenn es erst brennend würde und zu drängen
begänne, werde wohl das Notwendige doch noch bewältigt werden.
Inzwischen wurde seine Freundschaft mit Fritz Kleuber immer fester und
erfreulicher. Es geschah zuweilen, daß Fritz ihn abends aufsuchte und,
wenn es eben nötig schien, sich erbot, ihn zu rasieren. Dabei fiel
es Alfred ein, diese nette, leichte, saubere Hantierung selber ein
wenig zu probieren, und Fritz ging mit Vergnügen darauf ein. Auf seine
ernsthafte und beinah ehrerbietige Art zeigte er dem hochgeschätzten
Freund die Handgriffe, lehrte ihn ein Messer tadellos abziehen und
einen guten, haltbaren Seifenschaum schlagen. Alfred zeigte sich,
wie der andre vorausgesagt hatte, überaus gelehrig und fingerfertig.
Bald vermochte er nicht nur sich selber schnell und fehlerlos zu
barbieren, sondern auch seinem Freund und Lehrmeister diesen Dienst
italki
zu tun, und er fand darin ein Vergnügen und eine Befriedigung, die
ihm manchen von den Studien verbitterten Tag auf den Abend noch rosig
machte. Eine ungeahnte Lust bereitete es ihm, als Fritz ihn auch noch
in das Haarflechten einweihte. Er brachte ihm nämlich, von seinen
schnellen Fortschritten entzückt, eines Tages einen künstlichen Zopf
aus Frauenhaar mit und zeigte ihm, wie ein solches Kunstwerk entstehe.
Ladidel war sofort begeistert für dieses zarte Handwerk und machte
sich mit feinen, geduldigen Fingern daran, die Strähne zu lösen und
wieder ineinander zu flechten. Es gelang ihm bald, und nun kam Fritz
mit schwereren und feineren Arbeiten, und Alfred lernte spielend, zog
das lange seidne Haar mit Feinschmeckerei durch die Finger, vertiefte
sich in die Flechtarten und Frisurstile, ließ sich bald auch das
Lockenbrennen zeigen und hatte nun bei jedem Zusammensein mit dem
Freunde lange, lebhafte Unterhaltungen über fachmännische Dinge. Er
schaute nun auch die Frisuren aller Frauen und Mädchen, denen er
begegnete, mit prüfendem und lernendem Auge an und überraschte Kleuber
durch manches treffende Urteil.
Nur bat er ihn wiederholt und dringend, den beiden Fräulein Weber
nichts von diesem Zeitvertreib zu sagen. Er fühlte, daß er mit dieser
neuen Kunst dort wenig Ehre ernten würde. Und dennoch war es sein
Lieblingstraum und verstohlener Herzenswunsch, einmal die langen
blonden Haare der Jungfer Martha in seinen Händen zu haben und ihr
neue, feine, kunstvolle Zöpfe zu flechten.
Darüber vergingen die Tage und Wochen des Sommers. Es war in den
letzten Augusttagen, da nahm Ladidel an einem Spaziergang der Familie
Weber teil. Man wanderte das Flußtal hinauf zu einer Burgruine und
ruhte in deren Schatten auf einer schrägen Bergwiese vom Gehen aus.
Martha war an diesem Tage besonders freundlich und vertraulich mit
Alfred umgegangen, nun lag sie in seiner Nähe auf dem grünen Hang,
ordnete einen Strauß von späten Feldblumen, tat ein paar silbrige
zitternde Grasblüten hinzu und sah gar lieb und reizend aus, so daß
Alfred den Blick nicht von ihr lassen konnte. Da bemerkte er, daß etwas
an ihrer Frisur aufgegangen war, rückte ihr nahe und sagte es, und
zugleich wagte er es, streckte seine Hände nach den blonden Zöpfen aus
und erbot sich, sie in Ordnung zu bringen. Martha aber, einer solchen
Annäherung von ihm ganz ungewohnt, wurde rot und ärgerlich, wies ihn
kurz ab und bat ihre Schwester, das Haar aufzustecken. Alfred schwieg
betrübt und ein wenig verletzt, schämte sich und nahm später die
Einladung, bei Frau Weber zu speisen, nicht an, sondern ging nach der
Rückkehr in die Stadt sogleich seiner Wege.
Es war die erste kleine Verstimmung zwischen den Halbverliebten und sie
hätte wohl dazu dienen können, ihre Sache zu fördern und in Gang zu
bringen. Doch ging es umgekehrt, und es kamen andere Dinge dazwischen.
War Alfred Ladidel auch eine kindliche und leichte Natur und zum Glücke
geboren, so sollte doch auch er einigen Sturm erleben und einmal das
Wasser an der Kehle spüren, ehe sein fröhliches Schiff zum Hafen kam.

Drittes Kapitel
Martha hatte es mit ihrem Verweise nicht schlimm gemeint und war nun
erstaunt, als sie wahrnahm, daß Alfred eine Woche und länger ihr
Haus mied. Er tat ihr ein wenig leid und sie hätte ihn gar gerne
wiedergesehen. Als er aber acht und zehn Tage ausblieb und wirklich zu
grollen schien, besann sie sich darauf, daß sie ihm das Recht zu einem
so liebhabermäßigen Betragen niemals eingeräumt habe. Nun begann sie
selber zu zürnen. Wenn er wiederkäme und den gnädig Versöhnten spielen
würde, wollte sie ihm zeigen, wie sehr er sich getäuscht habe.
Indessen war sie selbst im Irrtum, denn Ladidels Ausbleiben hatte nicht
Zorn und Trotz, sondern Schüchternheit und Furcht vor Marthas Strenge
zur Ursache. Er wollte einige Zeit vergehen lassen, bis sie ihm seine
damalige Zudringlichkeit vergeben und er selber die Dummheit vergessen
und die Scham überwunden habe. In dieser Bußzeit spürte er deutlich,
wie sehr er sich schon an den Umgang mit Martha gewöhnt hatte und wie
sauer es ihn ankommen würde, auf die warme Nähe eines lieben Mädchens
wieder zu verzichten. Das Studieren, das er zur Verstärkung seiner Buße
und zum Kampf wider die lange Zeit betrieb, trug nicht dazu bei, ihn
zu trösten und geduldiger zu machen. So hielt er es denn nicht länger
als bis in die Mitte der zweiten Woche aus, rasierte sich eines Tages
sorgfältig, schlang eine neue Binde um den reinen Hemdkragen und sprach
bei den Weberschen vor, diesmal ohne Fritz, den er nicht zum Zeugen
seiner Beschämtheit machen wollte.
Um nicht mit leeren Händen und lediglich als Bettler zu erscheinen,
hatte er sich einen hübschen Plan ausgedacht. Es stand für die letzte
Woche des September ein großes Fest- und Preisschießen bevor, worauf
die ganze Stadt schon eifrig rüstete. Zu dieser Lustbarkeit gedachte
Alfred Ladidel, der selber ein Liebhaber solcher Festfreuden war,
die beiden Fräulein Weber einzuladen und hoffte damit eine hübsche
Begründung seines Besuches wie auch gleich einen Stein im Brett bei
Martha zu gewinnen.
Ein freundlicher oder auch nur milder Empfang hätte den Verliebten, der
seit Tagen seiner Einsamkeit übersatt war, getröstet und zum treuen
Diener gemacht. Nun hatte aber Martha, durch sein Ausbleiben, das sie
für Trotz hielt, verletzt, sich hart und strenge gemacht. Sie grüßte
kaum, als er die Stube betrat, überließ Empfang und Unterhaltung
ihrer Schwester und ging, mit Abstauben beschäftigt, im Zimmer ab und
zu, als wäre sie allein. Ladidel war sehr eingeschüchtert, machte ein
betrübtes, demütiges Gesicht, und wagte erst nach einer Weile, da
sein verlegenes Gespräch mit Meta versiegte, sich an die Beleidigte
zu wenden und seine Einladung vorzubringen, von welcher er sich einen
Umschwung und Marthas Versöhnung versprach.
Die aber war jetzt nimmer zu fangen. Alfreds Bestürzung und demütige
Ergebenheit bestärkte nur ihren Beschluß, das Bürschlein diesmal in die
Kur zu nehmen und ihm die Krallen zu stutzen. Sie hörte kühl zu, dankte
kurz und höflich, lehnte die Einladung jedoch ab mit der Begründung,
es stehe ihr nicht zu, mit jungen Herren Feste zu besuchen, und was
ihre Schwester angehe, so sei diese verlobt und sei es Sache ihres
Bräutigams, sie einzuladen und mitzunehmen, falls er dazu Lust habe.
Das alles brachte sie so frostig vor, und schien Alfreds guten Willen
so wenig anzuerkennen, daß er erstaunt und ernstlich verletzt sich
an Meta mit der Frage wandte, ob sie diese Meinung teile. Und da
Meta, wenn schon höflicher, der Schwester recht gab, griff Ladidel
nach seinem Hut, verbeugte sich kurz und ging davon wie ein Mann, der
bedauert, an einer falschen Türe angeklopft zu haben, und nicht im Sinn
hat wiederzukommen. Die alte Frau Weber war nicht da, Meta versuchte
zwar ihn zurückzuhalten und ihm zuzureden, Martha aber hatte seine
Verbeugung mit einem Nicken gleichmütig erwidert, und Alfred war es
nicht anders zumute, als hätte sie ihm für immer abgewinkt. Er ging
hinaus und schnell die Treppe hinab, und je schneller er lief und je
weiter er wegkam, desto rascher verwandelten sich seine Bestürzung und
Enttäuschung in Beleidigung und Zorn, da er eine solche Aufnahme seines
redlichen Willens durchaus nicht verdient zu haben glaubte.
Einen geringen Trost gewährte ihm der Gedanke, daß er sich in dieser
Sache männlich und stolz gezeigt habe. Zorn und Trauer überwogen
jedoch, grimmig lief er nach Hause, und als am Abend Fritz Kleuber ihn
besuchen wollte, ließ er ihn an der Türe klopfen und wieder gehen,
ohne sich zu zeigen. Die Bücher sahen ihn ermahnend an, die Gitarre
hing an der Wand, aber er ließ alles liegen und hängen, ging aus und
trieb sich den Abend in den Gassen herum, bis er müde war. Dabei fiel
ihm alles ein, was er je Böses über die Falschheit und Wandelbarkeit
der Weiber hatte sagen hören, und was ihm früher als ein leeres und
scheelsüchtiges Geschwätz erschienen war. Jetzt begriff er alles, fand
auch die bittersten Worte zutreffend, wenn nicht zu milde, und hätte
wohl ein Gedicht mit kräftigen Sprüchen solcher Art zusammengestellt,
wenn es ihm nicht doch zu elend ums Herz gewesen wäre.
Es vergingen einige Tage, und Alfred hoffte beständig, gegen seinen
Stolz und Willen, es möchte etwas geschehen, ein Brieflein oder eine
Botschaft durch Fritz kommen, denn nachdem der erste Groll vertan war,
schien ihm eine Versöhnung doch nicht ganz außer der Möglichkeit,
und sein Herz wandte sich über alle Gründe hinweg stetig zu dem
bösen Mädchen zurück. Allein es geschah nichts und es kam niemand.
Das große Schützenfest jedoch rückte näher, und ob es dem betrübten
Ladidel gefiel oder nicht, er mußte tagaus tagein sehen und hören, wie
jedermann sich bereitmachte, die glänzenden Tage zu feiern. Es wurden
Bäume errichtet und Girlanden geflochten, Häuser mit Tannenzweigen
geschmückt und Torbögen mit Inschriften, die große Festhalle am Wasen
war fertig und ließ schon Fahnen flattern, und dazu tat der Herbst
seine schönste Bläue auf, stieg die Sonne aus den leichten Morgennebeln
täglich klarer und festlicher empor.
Obwohl Ladidel sich wochenlang auf das Fest gefreut hatte, und obwohl
ihm und seinen Kollegen ein freier Tag oder gar zwei bevorstanden,
verschloß er sich doch der Freude gewaltsam und hatte fest im Sinn,
die Festlichkeiten mit keinem Auge zu betrachten und in den Tagen der
allgemeinen Fröhlichkeit desto trotziger bei seinem Schmerz zu bleiben.
Mit Bitterkeit sah er Fahnen und Laubgewinde, hörte da und dort in den
Gassen hinter offenen Fenstern die Musikkapellen Proben halten und die
Mädchen bei der Arbeit singen, und je mehr die Stadt von Erwartung und
Vorfreude scholl und tönte, desto feindseliger ging er in dem Getümmel
seinen finstern Weg, das Herz voll Bitternis und grimmiger Entsagung.
In der Schreibstube hatten die Kollegen schon seit einiger Zeit von
nichts als dem Fest mehr gesprochen und Pläne ausgeheckt, wie sie der
Herrlichkeit recht schlau und gründlich froh werden wollen. Zuweilen
gelang es Ladidel, den Unbefangenen zu spielen und so zu tun, als freue
auch er sich und habe seine Absichten und Pläne; meistens aber saß er
schweigend an seinem Pult und trug einen wilden Fleiß zur Schau. Dabei
brannte ihm die Seele nicht nur um Martha und den Verdruß mit ihr,
sondern mehr und mehr auch um die große Festlichkeit, auf die er so
lang und freudig gewartet hatte und von der er nun nichts haben sollte.
Seine letzte Hoffnung fiel dahin, als Kleuber ihn aufsuchte, wenige
Tage vor dem Beginn des Festes. Dieser machte ein betrübtes Gesicht und
erzählte, er wisse gar nicht, was den Mädchen zu Kopf gestiegen sei,
sie hätten seine Einladung zum Fest abgelehnt und erklärt, in ihren
Verhältnissen könne man keine Lustbarkeiten mitmachen. Nun machte er
Alfred den Vorschlag, mit ihm zusammen sich frohe Festtage zu schaffen,
wenn auch in aller Bescheidenheit, denn wenn er auch nicht gesonnen
sei, auf alles zu verzichten, so wisse er doch, was er seinem Stande
als Bräutigam schulde. Immerhin geschähe es den spröden Jungfern ganz
recht, wenn er nun eben ohne sie den einen oder andern Taler draufgehen
lasse. Allein Ladidel widerstand auch dieser Versuchung. Er dankte
freundlich, erklärte aber, er sei nicht recht wohl und wolle auch die
freie Zeit dazu benutzen, um in seinen Studien weiterzukommen. Von
diesen Studien hatte er seinem Freunde früher so viel erzählt und so
viele Kunstausdrücke und Fremdwörter dabei aufgewendet, daß Fritz
nun in tiefem Respekt keine Einwände wagte und traurig wieder ging.
Aber als er fort war, langte Alfred die Gitarre herab, stimmte und
präludierte, räusperte sich und sang in seinem Leide das Lied: »Wie
die Blümlein draußen zittern.« Und als der Refrain zum zweiten Male
wiederkehrte: »O bleib bei mir und geh nicht fort, mein Herz ist ja
dein Heimatort!«, da überschlug ihm die Stimme und er ließ den Kopf
über die Gitarre sinken und seine Tränen über die Saiten laufen. Erst
eine Stunde später, als er schon im Bette lag, fiel ihm ein, daß das
Instrument leiden könnte, und er stand auf, um es abzuwischen, aber die
Tropfen waren schon im trocknen Holz verronnen.
Indessen kam der Tag, da das Schützenfest eröffnet werden sollte.
Es war ein Sonntag, und das Fest sollte die ganze Woche dauern. Die
Stadt hallte von Gesang, Blechmusik, Böllerschießen und Freudenrufen
wider, aus allen Straßen her kamen und sammelten sich Züge, Vereine
aus dem ganzen Lande waren angekommen, und der Bahnhof wimmelte von
Festbesuchern, die in Extrazügen gefahren kamen. Allenthalben schallte
Musik, und die Ströme der Menschen und die Weisen der Musikkapellen
trafen am Ende alle vor der Stadt am Schützenhause zusammen, wo das
Volk seit dem Morgen zu Tausenden wartend stand. Schwarz drängte
der Zug in dickem Fluß heran, schwer wankten die Fahnen darüber und
stellten sich auf, bis ihrer wohl hundert waren, und eine Musikbande
um die andere schwenkte rauschend auf den gewaltigen Platz. Auf alle
diese Pracht schien mit noch fast sommerlicher Wärme eine heitere
Sonntagssonne hernieder. Die Bannerträger hatten dicke Tropfen auf
den geröteten Stirnen, die Festordner schrieen heiser und rannten wie
Besessene umher, von der Menge gehänselt und durch Zurufe angefeuert;
wer in der Nähe war und Zutritt fand, nahm die Gelegenheit wahr,
schon um diese frühe Stunde an den wohlversehenen Trinkhallen einen
frischen Trunk zu erkämpfen. Die Wirte riefen sich heiß, traktierten
und befahlen einem Volk von Kellnern, Schenkmädchen, Knechten und
Verkäuferinnen, fluchten und schwitzten und rechneten, in der Stille
lachend, für diesen Glanztag einen Goldregen voraus.
Während dieses feierlichen Tumultes saß Ladidel in seiner Stube auf
dem Bett und hatte noch nicht einmal Stiefel an, so wenig schien ihm
an der Freude gelegen. Er trug sich jetzt, nach langen ermüdenden
Nachtgedanken, mit dem Vorsatz, einen Brief an Martha zu schreiben.
Er wollte sie bitten, ihm die Ursache ihres Zürnens zu nennen, ihr
sein Unglück darstellen und ihr Herz bewegen, von dem er noch immer in
leiser Ahnung sich einiger Anhänglichkeit und Freundschaft versah. Nun
zog er aus der Tischlade sein Schreibzeug und einen feinen Briefbogen
mit seinem Monogramm hervor, desgleichen ein blaues Kuvert, steckte
eine gute neue Feder ins Rohr, machte sie mit der Zunge naß, prüfte
die Tinte und schrieb alsdann in einer runden, elegant ausholenden
Kanzleischrift zunächst die Adresse, an das wohlgeborne Fäulein Martha
Weber in der Hirschgasse, zu eigenen Händen. Mittlerweile stimmte ihn
das aus der Ferne herübertönende Geblase und Festgelärme elegisch
und er fand es gut, seinen Brief mit der Schilderung dieser Stimmung
anzufangen. So begann er mit Sorgfalt:
»Sehr geehrtes Fräulein!
Erlauben Sie mir, mich an Sie zu wenden. Es ist Sonntag morgen und die
Musik spielt von ferne, weil das Schützenfest beginnt. Nur ich kann an
demselben nicht teilnehmen und bleibe daheim.«
Er überlas die Zeilen, war zufrieden und besann sich weiter. Da fiel
ihm noch manche schöne und treffende Wendung ein, mit welcher er
seinen betrübten Zustand schildern konnte. Aber was dann? Es wurde ihm
klar, daß dies alles nur insofern einen Wert und Sinn haben konnte,
als es die Einleitung zu einer Liebeserklärung und Werbung wäre. Und
wie konnte er dies wagen? Und je länger er sann, desto mehr ward ihm
klar, daß es mit dem Briefe nicht gehe. Und was er auch dachte und
ausfand, es hatte alles keinen Wert, solange er nicht sein Examen und
damit die Berechtigung zur Werbung hatte. Nun hätte er dies ja wohl
im Dunkeln lassen und die Zeit bis dahin als Wartezeit und kurzen
Aufschub betrachten können; allein er wußte recht wohl, wie es um seine
Aussichten im Examen stand, und konnte weder sich selber noch das
Mädchen über diese Sorge wegtäuschen.
Also saß er wieder unschlüssig und verzweifelt, und wieder schien
ihm alles, was Martha ihm Freundliches erwiesen und was er zu seinen
Gunsten zu deuten hatte, jämmerlich ungewiß und gering. Eine Stunde
verging und er kam nicht weiter. Das ganze Haus lag in tiefer Ruhe,
da alles draußen war, und über die Dächer hinweg jubelte die ferne
Musik und das Brausen der Glocken. Ladidel hing seiner Trauer nach und
bedachte, wieviel Freude und Lust ihm heute verloren ging, und daß er
kaum in langer Zeit, ja vielleicht niemals wieder Gelegenheit haben
würde, eine so große und glänzende Festlichkeit zu sehen. Darüber
überfiel ihn ein Mitleiden mit sich selber und ein unüberwindliches
Trostbedürfnis, dem die Gitarre nicht zu genügen vermochte.
Darum tat er gegen Mittag das, was er durchaus nicht hatte tun wollen.
Er zog seine Stiefel an und verließ das Haus, und während er nur hin
und wider zu wandeln meinte und bald wieder daheim sein und an den
Brief und an sein Elend denken wollte, zogen ihn Musik und Lärm und
Festzauber von Gasse zu Gasse wie der Magnetberg ein Schiff, und
unversehens stand er bei dem Schützenhaus. Da wachte er auf und schämte
sich seiner Schwäche und meinte seine Trauer verraten zu haben, doch
währte alles dies nur Augenblicke, denn die Menge trieb und toste
betäubend, und Ladidel war nicht der Mann, in diesem Jubel fest zu
bleiben oder wieder zu gehen. Auf sein Gemüt wirkten, wie bei einem
Kinde und wie beim niederen Volk, Umgebung und Ton und Luft zerstreuend
und erregend, der Taumel so vieler zog ihn mit und nahm ihn wie eine
mächtige Wolke von sich selber und allem kaum Gewesenen hinweg in ein
verzaubertes Reich des Feiertags und der besinnungslosen Lust.
Ladidel trieb ohne Ziel und ohne Willen umher, von der Menge
mitgenommen, und sah und hörte und roch und atmete so viel Fremdes,
Erregendes ein, daß ihm wohlig schwindelte. Ungefragt erfuhr er alles,
was der Menge wichtig war und wissenswert erschien, daß das Schießen
erst am Nachmittag beginnen sollte, dagegen die Festtafel bald anhebe,
daß nach Tische vielleicht der König herauskommen werde, um sich das
auch zu besehen, ferner wieviel und welcherlei Preise bereitlägen und
wer sie gestiftet habe, was der Eintritt zur Halle und was ein Gedeck
an der Festtafel koste. Dazwischen rauschte aus Trompeten und Hörnern
da und dort und überall feurige Musik, und in Pausen drang von der
Ferne her, wo das Tafeln begonnen hatte, eindringlich und süß die
weichere Musik von Geigen und Flöten. Außerdem geschah auf Schritt
und Tritt in der Menge des Volkes viel Sonderbares, Erheiterndes und
Erschreckendes, es wurden Pferde scheu, Kinder fielen um und schrien,
ein vorzeitig Betrunkener sang unbekümmert, als wäre er allein, sein
Lied und schien über sein eigenes Taumeln und Entrücktsein überaus
belustigt und vergnügt. Händler zogen rufend umher, mit Orangen und
Zuckerwaren, mit Luftballonen für die Kinder, mit Backwerk und mit
künstlichen Blumensträußchen für die Hüte der Burschen, abseits drehte
sich unter heftiger Orgelmusik ein Karussell. Hier hatte ein Hausierer
laute Händel mit einem Käufer, der nicht zahlen wollte, dort führte ein
Polizeidiener ein verlaufenes Büblein an der Hand.
Dieses heftige Leben sog der betäubte Ladidel in sich und fühlte sich
beglückt, an einem solchen Treiben teilzunehmen und Dinge mit Augen zu
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    53.2 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    59.4 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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  • Umwege: Erzählungen - 04
    Süzlärneñ gomumi sanı 4567
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1503
    42.1 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    57.0 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    63.5 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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  • Umwege: Erzählungen - 05
    Süzlärneñ gomumi sanı 4373
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1571
    38.3 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    50.8 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    56.7 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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  • Umwege: Erzählungen - 06
    Süzlärneñ gomumi sanı 4419
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1609
    40.0 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    54.2 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    59.8 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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  • Umwege: Erzählungen - 07
    Süzlärneñ gomumi sanı 4517
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1556
    42.2 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    55.3 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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  • Umwege: Erzählungen - 08
    Süzlärneñ gomumi sanı 4311
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1678
    40.3 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    53.3 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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  • Umwege: Erzählungen - 09
    Süzlärneñ gomumi sanı 4304
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1713
    38.0 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    49.8 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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  • Umwege: Erzählungen - 10
    Süzlärneñ gomumi sanı 4279
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1759
    35.0 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    46.5 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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  • Umwege: Erzählungen - 11
    Süzlärneñ gomumi sanı 4326
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1715
    38.9 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    51.9 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    57.6 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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  • Umwege: Erzählungen - 12
    Süzlärneñ gomumi sanı 4291
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1700
    38.9 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    52.0 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    57.7 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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  • Umwege: Erzählungen - 13
    Süzlärneñ gomumi sanı 4430
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1664
    40.2 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    54.4 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    59.9 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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  • Umwege: Erzählungen - 14
    Süzlärneñ gomumi sanı 4239
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1747
    36.1 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    48.9 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    54.9 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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  • Umwege: Erzählungen - 15
    Süzlärneñ gomumi sanı 4413
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1584
    42.5 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    55.3 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    61.9 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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  • Umwege: Erzählungen - 16
    Süzlärneñ gomumi sanı 1330
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 713
    44.4 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    56.5 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    61.7 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    Härber sızık iñ yış oçrıy torgan 1000 süzlärneñ protsentnı kürsätä.