Rosshalde - 05

Süzlärneñ gomumi sanı 4502
Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1504
43.8 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
58.3 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
63.8 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
Härber sızık iñ yış oçrıy torgan 1000 süzlärneñ protsentnı kürsätä.
italki
„Rate mir! Ich sehe lauter Dunkel vor mir.“
„Ich will dir raten. Es ist jetzt Juli; im Herbst fahre ich nach Indien
zurück. Vorher komme ich noch einmal zu dir, und ich hoffe, du wirst
dann schon die Koffer bereit haben und mit mir reisen. Hast du dann
deinen Entschluß gefaßt und ja gesagt, dann desto besser! Findest du
aber den Entschluß nicht, so komm für ein Jahr, oder meinetwegen für ein
halbes Jahr, mit mir, aus dieser Luft heraus. Du kannst bei mir malen
und reiten, du kannst auch Tiger schießen oder dich in Malaiinnen
verlieben – es gibt hübsche – auf alle Fälle bist du eine Weile weit von
hier weg und kannst versuchen, ob es sich nicht so besser leben läßt.
Was meinst du?“
Mit geschlossenen Augen wiegte der Maler seinen großen, struppigen Kopf
mit dem bleichen Gesicht und dem eingezogenen Munde hin und her.
„Danke!“ rief er halb lächelnd. „Danke, es ist lieb von dir. Im Herbst
werde ich dir sagen, ob ich mitkomme. Bitte, laß mir die Photographien
da.“
„Die kannst du haben ... Aber – – kannst du nicht heut oder morgen schon
dich wegen der Reise entschließen? Es wäre besser für dich.“
Veraguth erhob sich und ging zur Türe.
„Nein, du, das kann ich nicht. Wer weiß, was inzwischen geschieht! Ich
bin seit Jahren niemals länger als für drei, vier Wochen ohne Pierre
gewesen. Ich glaube, ich werde mit dir reisen, aber ich will jetzt
nichts sagen, was mich reuen könnte.“
„Nun, lassen wir es gut sein! Ich werde dir immer mitteilen, wo ich zu
finden bin. Und wenn du eines Tages drei Worte telegraphierst, daß du
mitkommst, so brauchst du der Reise wegen keinen Finger zu rühren. Das
ist dann meine Sache. Von hier nimmst du nur Wäsche und Malzeug mit,
aber reichlich, alles andere besorge ich nach Genua.“
Veraguth umarmte ihn schweigend.
„Du hast mir geholfen, Otto, ich vergesse das nimmer. – Jetzt lasse ich
den Wagen kommen, wir werden heute zu den Mahlzeiten nicht drüben
erwartet. Und nun wollen wir gar nichts mehr tun, als einen schönen Tag
miteinander feiern, wie vor Zeiten in den Sommerferien! Wir werden über
Land fahren, ein paar schöne Dörfer ansehen und im Wald liegen, wir
werden Forellen essen und guten Landwein aus dicken Gläsern trinken. Was
für ein Glanzwetter wir heut haben!“
„Es ist seit zehn Tagen nicht anders,“ lachte Burkhardt. Und auch
Veraguth lachte.
„Ach, mir ist, die Sonne hätte schon lang nimmer so geschienen!“


Siebentes Kapitel

Nach Burkhardts Abreise überfiel den Maler ein wunderliches Gefühl des
Alleinseins. Dieselbe Einsamkeit, in welcher er Jahre und Jahre gelebt
und gegen die er sich in so langer Gewöhnung hart und beinahe
unempfindlich gemacht hatte, überfiel ihn nun wie ein unbekannter, ganz
neuer Feind und sank von allen Seiten erstickend über ihm zusammen.
Zugleich fühlte er sich von seiner Familie, sogar von Pierre, mehr als
jemals abgeschnitten. Er wußte es nicht, aber es kam davon her, daß er
zum erstenmal über diese Verhältnisse sich ausgesprochen hatte.
In manchen Stunden lernte er sogar das unselige, demütigende Gefühl der
Langeweile kennen. Bisher hatte Veraguth das unnatürliche, aber
konsequente Leben eines freiwillig Eingemauerten geführt, den das Leben
nicht mehr interessiert und dessen Dasein mehr ein Ertragen als ein
Erleben war. Der Freundesbesuch hatte Löcher in diese Klause geschlagen,
durch hundert Ritzen blitzte und klang, duftete und tastete das Leben zu
dem Vereinsamten herein, ein alter Zauber war gebrochen und der
Erwachende empfand jeden Ruf von draußen überstark mit halbem Schmerz.
Wütend stürzte er sich in die Arbeit, er fing fast gleichzeitig zwei
große Kompositionen an, er begann den Tag früh bei Sonnenaufgang mit
einem kalten Bade, arbeitete ohne Pause bis zum Mittag, hielt sich dann
nach kurzer Rast mit Kaffee und Zigarre munter und erwachte zuweilen in
der Nacht an Herzklopfen oder Kopfschmerz. Aber wie sehr er sich zwang
und gewaltsam einspann, es blieb in seinem Bewußtsein unter dünnem
Schleier immerzu die Kunde lebendig und gegenwärtig, daß eine Türe offen
stehe und daß zu jeder Zeit ein rascher Schritt ihn in die Freiheit
bringen könne.
Er dachte nicht darüber nach, er betäubte alle Gedanken in fortwährender
Anstrengung. Das Gefühl, in dem er lebte, war das: Du kannst zu jeder
Stunde gehen, die Tür steht offen, die Fesseln sind zu brechen – aber es
kostet einen harten Entschluß und ein schweres, schweres Opfer – darum
nicht daran denken, nur nicht daran denken! Jener Entschluß, den
Burkhardt von ihm erwartete und zu dem vielleicht seine eigene Natur
sich heimlich schon bekannt hatte, saß in seiner Seele wie die Kugel im
Fleisch eines Verwundeten; es war nur die Frage, würde sie sich eiternd
herausarbeiten oder würde sie eingekapselt drinnen festwachsen. Es
schwärte und tat weh, aber noch nicht weh genug; noch war der Schmerz zu
groß, den er von dem geforderten Opfer befürchtete. So tat er nichts,
ließ die heimliche Wunde brennen und fühlte im stillen eine verzweifelte
Neugierde, wie das alles ausgehen werde.
Mitten in dieser Bedrängnis malte er ein großes Figurenbild, mit dessen
Plan er lang gegangen war und das ihn jetzt plötzlich heftig reizte. Der
Gedanke dazu war manche Jahre alt, er hatte einst Freude an ihm gehabt,
bis er ihm immer leerer und allegorischer erschienen und ganz zuwider
geworden war. Nun aber war das Bild ihm ganz und gar sichtbar geworden
und er begann die Arbeit rein aus der Frische der Vision, ohne die
Allegorie mehr zu empfinden.
Es waren drei lebensgroße Figuren: ein Mann und ein Weib, jeder für sich
versunken und dem andern fremd, und zwischen ihnen spielend ein Kind,
stillfroh und ohne Ahnung der über ihm lastenden Wolke. Die persönliche
Bedeutung war klar, doch glich weder die Männerfigur dem Maler, noch das
Weib seiner Frau, nur das Kind war Pierre, doch um einige Jahre jünger
dargestellt. Dieses Kind malte er mit allem Reiz und aller Noblesse
seiner besten Bildnisse, die Figuren zu beiden Seiten saßen in starrer
Symmetrie, strenge, leidvolle Bilder der Einsamkeit, der Mann mit in die
Hand gestütztem Haupt einem schweren Grübeln hingegeben, die Frau in
Leid und leere Dumpfheit verloren.
Der Diener Robert hatte keine angenehmen Tage. Herr Veraguth war
sonderbar nervös geworden. Er konnte es nicht vertragen, daß im
Nebenzimmer das kleinste Geräusch war, wenn er arbeitete.
Die heimliche Hoffnung, die seit Burkhardts Besuch in Veraguth lebendig
geworden war, saß wie ein Feuer in seiner Brust, brannte aller
Unterdrückung zum Trotz weiter und färbte nachts seine Träume mit
lockendem und erregendem Licht. Er wollte nicht auf sie hören, er wollte
nichts von ihr wissen, er wollte nichts als arbeiten und Ruhe im Herzen
haben. Und er fand die Ruhe nicht, er fühlte das Eis seines freudlosen
Daseins schmelzen und alle Grundfesten seiner Existenz ins Wanken
geraten, er sah in Träumen sein Atelier verschlossen und ausgeräumt, er
sah seine Frau von ihm fort reisen, aber sie hatte Pierre mit sich
genommen und der Knabe streckte die dünnen Arme nach ihm aus. Am Abend
saß er manchmal in seinem unbehaglichen Wohnzimmerchen Stunde um Stunde
allein, in den Anblick der indischen Photographien vertieft, bis er sie
von sich schob und die ermüdeten Augen schloß.
Zwei Mächte kämpften in ihm einen harten Kampf, aber die Hoffnung war
stärker. Immer wieder mußte er sich seine Gespräche mit Otto
wiederholen, immer wärmer stiegen alle unterdrückten Wünsche und
Bedürfnisse seiner kräftigen Natur aus der Tiefe hervor, wo sie so lange
gefangen und erfroren gelegen waren, und diesem Empordrängen und
frühlinghaften Erwarmen hielt der alte Wahn nicht stand, der kranke
Wahn, er sei ein alter Mann und habe nichts mehr zu tun als das Leben zu
ertragen. Die tiefe, mächtige Hypnose der Resignation war unterbrochen
worden, und durch die Lücke drangen die unbewußten triebhaften Kräfte
eines lang gebändigten und betrogenen Lebens schwärmend ein.
Je klarer diese Stimmen erklangen, desto ängstlicher zuckte des Malers
Bewußtsein in der schmerzlichen Furcht vor dem letzten Erwachen. Immer
wieder tat er krampfhaft die geblendeten Augen zu und sträubte sich, in
allen Fasern fiebernd, gegen das notwendige Opfer.
Johann Veraguth zeigte sich selten im Hause drüben, er ließ sich fast
alle Mahlzeiten ins Atelier bringen und brachte die Abende häufig in der
Stadt zu. Traf er aber mit seiner Frau oder mit Albert zusammen, so war
er still und milde und schien alle Feindlichkeit vergessen zu haben.
Um Pierre schien er sich wenig zu kümmern. Sonst hatte er den Kleinen
mindestens einmal am Tage zu sich gelockt und bei sich gehabt oder war
mit ihm im Garten gewesen. Jetzt konnten Tage vergehen, ohne daß er das
Kind sah oder nach ihm verlangte. Lief ihm der Knabe in den Weg, so
küßte er ihn nachdenklich auf die Stirn, sah ihm mit trauriger
Zerstreutheit in die Augen und ging seines Weges.
Einmal kam Veraguth am Nachmittag in den Kastaniengarten herüber, es war
lau und windig und ein warmer Regen sprühte in winzigen Tropfen schräg
herab. Vom Hause klang aus offenen Fenstern Musik. Der Maler blieb
stehen und hörte zu. Er kannte das Stück nicht. Es klang rein und
ernsthaft in einer sehr strengen, wohlgebauten und abgewogenen
Schönheit, und Veraguth lauschte mit nachdenklicher Freude. Sonderbar,
eigentlich war das eine Musik für alte Leute, sie klang so schonend und
männlich und hatte so gar nichts von dem bacchischen Taumel jener Musik,
die er selber einst in Jugendzeiten über alles geliebt hatte.
Still trat er ins Haus, stieg die Treppe empor und erschien ungemeldet
lautlos im Musikzimmer, wo nur Frau Adele sein Kommen bemerkte. Albert
italki
spielte und seine Mutter stand zuhörend beim Flügel. Veraguth setzte
sich auf den nächsten Sessel, senkte den Kopf und verharrte lauschend.
Zwischenein blickte er auf und ließ den Blick auf seiner Frau ruhen. Sie
war hier zu Hause, sie hatte in diesen Zimmern stille, enttäuschte Jahre
gelebt wie er in der Werkstatt drüben am See, aber sie hatte Albert
gehabt, sie war mit ihm gegangen und gewachsen, und nun war der Sohn ihr
Gast und Freund und bei ihr zu Hause. Frau Adele war etwas gealtert, sie
hatte gelernt still zu sein und sich zu begnügen, ihr Blick war fest und
ihr Mund etwas trocken geworden; aber sie war nicht entwurzelt, sie
stand sicher in ihrer eigenen Atmosphäre, und ihre Luft war es, in der
die Söhne aufwuchsen. Sie hatte wenig Überschwang und nicht allzuviel
impulsive Zärtlichkeit zu geben, es fehlte ihr fast alles, was ihr Mann
einst an ihr gesucht und von ihr erhofft hatte, aber es war Heimat um
sie her, es war Art und Charakter in ihrem Gesicht, in ihrem Wesen, in
ihren Räumen, es war hier ein Boden, in welchem Kinder aufwachsen und
dankbar gedeihen konnten.
Veraguth nickte wie befriedigt. Hier war niemand, der etwas verlieren
konnte, wenn er für immer verschwand. Er war in diesem Hause
entbehrlich. Er würde immer wieder und überall in der Welt ein Atelier
bauen können und sich mit Tätigkeit und Arbeitsglut umgeben, nur würde
es nie eine Heimat werden. Er hatte das eigentlich lange gewußt, und es
war gut so.
Nun hörte Albert auf zu spielen. Er fühlte, oder er sah es am Blick der
Mutter, daß jemand ins Zimmer gekommen sei. Er wandte sich um und sah
den Vater erstaunt und mißtrauisch an.
„Guten Tag,“ sagte Veraguth.
„Guten Tag,“ antwortete der Sohn verlegen und begann sich am
Notenschrank zu beschäftigen.
„Ihr habt musiziert?“ fragte der Vater freundlich.
Albert zuckte die Achseln, als wolle er fragen: „Hast du es denn nicht
gehört?“ Er wurde rot im Gesicht und verbarg es in die tiefen Fächer des
Schranks.
„Es war schön,“ fuhr der Vater fort, und lächelte. Er fühlte tief, wie
sehr sein Besuch hier störe, und er sagte nicht ohne einen leisen
Anklang von Schadenfreude: „Bitte, spiel noch etwas! Was du willst! Du
hast gute Fortschritte gemacht.“
„Ach, ich mag nimmer,“ wehrte sich Albert ärgerlich.
„Es wird schon gehen. Ich bitte darum.“
Frau Veraguth sah ihren Mann prüfend an.
„Also, Albert, setz dich her!“ sagte sie, und legte ein Notenheft auf.
Sie streifte dabei mit dem Ärmel einen kleinen silbernen Blumenkorb voll
Rosen, der auf dem Flügel stand, und es fiel eine Reihe blasser
Blütenblätter auf das spiegelnde schwarze Holz.
Der Jüngling setzte sich auf den Klavierstuhl und begann zu spielen. Er
war verwirrt und voll Ärger und spielte die Musik herunter wie ein
lästiges Pensum, rasch und lieblos. Der Vater hörte eine Weile
aufmerksam zu, dann versank er in Nachsinnen, stand endlich plötzlich
auf und ging geräuschlos aus dem Zimmer, noch ehe Albert fertig war. Im
Weggehen hörte er den Jungen wütend auf die Tasten loshämmern und sein
Spiel abbrechen.
„Ihnen wird nichts fehlen, wenn ich weg bin,“ dachte der Maler, indem er
die Treppe hinabstieg. „Herrgott, wie weit sind wir auseinander, und
sind doch einmal eine Art von Familie gewesen!“
Im Korridor lief ihm Pierre entgegen, strahlend und in großer Aufregung.
„O Papi,“ rief er atemlos, „gut, daß du da bist! Denk dir, ich habe eine
Maus, eine kleine lebendige Maus! Schau, da in meiner Hand – siehst du
die Augen? Die gelbe Katze hat sie gefangen, und sie hat mit ihr
gespielt und hat sie so sehr gequält und sie immer wieder ein Stückchen
laufen lassen und wieder gefangen. Da habe ich ganz, ganz schnell
zugegriffen und habe ihr die Maus vor der Nase weggefangen! Was tun wir
jetzt mit ihr?“
Er blickte heiß vor Freude empor, und schauderte doch, als die Maus in
seiner kleinen, festgeschlossenen Hand wühlte und kurze bange Pfiffe
ausstieß.
„Wir lassen sie im Garten draußen laufen,“ sagte der Vater, „komm mit!“
Er ließ sich einen Regenschirm geben und nahm den Knaben mit sich. Es
tröpfelte schwach aus dem heller gewordenen Himmel, die nassen, glatten
Stämme der Buchen glänzten schwarz wie Gußeisen.
Zwischen dem üppigen, zäh ineinander verknoteten Wurzelwerk einiger
Bäume machten sie halt. Pierre kauerte hockend nieder und machte ganz
langsam seine Hand auf. Sein Gesicht war gerötet und die hellen, grauen
Augen strahlten vor heftiger Spannung. Und plötzlich, als werde die
Erwartung ihm unerträglich, öffnete er das Händchen weit. Die Maus, ein
winzig kleines, junges Tierchen, schoß blindlings aus der Haft hervor,
hielt eine Elle weiter vor einem starken Wurzelstrange an und blieb
still da sitzen. Man sah ihre Flanken von heftigen Atemzügen bewegt und
ihre kleinen schwarzglänzenden Äuglein angstvoll umschauen.
Pierre jauchzte laut auf und klatschte in die Hände. Die Maus erschrak
und verschwand wie verzaubert im Boden. Sachte strich der Vater dem
Knaben das dichte Haar zurück.
„Kommst du mit mir, Pierre?“
Der Kleine legte seine rechte Hand in des Vaters Linke und ging mit ihm.
„Jetzt ist die kleine Maus schon daheim bei ihrer Mama und bei ihrem
Papi, und erzählt ihnen alles.“
Er plauderte sprudelnd weiter, und der Maler umschloß seine kleine warme
Hand mit festen Fingern, und mit jedem Wort und Jauchzen des Kindes
zuckte sein Herz auf und sank in Abhängigkeit und schweren Liebesbann
zurück.
Ach, nie mehr im Leben würde er eine solche Liebe fühlen können wie zu
diesem Knaben. Nie mehr würde er Augenblicke so voll warmer, strahlender
Zärtlichkeit, so voll spielenden Selbstvergessens, so voll starker,
wehmütiger Süßigkeit erleben können wie mit Pierre, mit diesem letzten,
schönen Bilde seiner eigenen Jugend. Seine Anmut, sein Lachen, die
Frische seines kleinen, selbstbewußten Wesens waren der letzte frohe,
reine Klang in Veraguths Leben, so schien es ihm; sie waren für ihn, was
der letzte vollblühende Rosenbaum in einem spätherbstlichen Garten ist.
An ihm hängt Wärme und Sonne, Sommer und Gartenfröhlichkeit, und wenn
ihn der Sturm oder Reif entblättert, ist es mit allem Reiz und mit jeder
Ahnung von Glanz und Freude vorüber.
„Warum magst du eigentlich den Albert nicht leiden?“ fragte Pierre
plötzlich.
Veraguth drückte die Kinderhand fester.
„Ich mag ihn schon leiden. Er hat eben die Mutter lieber als mich. Dafür
kann man nichts.“
„Ich glaube, er kann dich gar nicht leiden, Papa. Und weißt du, er hat
auch mich nimmer so gern wie früher. Er spielt nur immerfort Klavier
oder sitzt allein in seinem Zimmer. Am ersten Tag, als er kam, habe ich
ihm von meinem eigenen Garten erzählt, den ich selber gepflanzt habe,
und da hat er gleich so ein großartiges Gesicht gemacht, und dann sagte
er: ‚Morgen wollen wir dann deinen Garten ansehen.‘ Aber nun hat er die
ganze Zeit nicht mehr darnach gefragt. Er ist kein guter Kamerad, und er
kriegt auch schon einen kleinen Schnurrbart. Und immer ist er bei der
Mutter, ich kann sie fast nie allein haben.“
„Er ist auch nur für ein paar Wochen da, mein Junge, du mußt das nicht
vergessen. Und wenn du die Mama nicht allein findest, kannst du ja immer
zu mir kommen. Magst du nicht?“
„Das ist nicht das gleiche, Papi. Manchmal mag ich gern zu dir kommen,
und manchmal lieber zur Mama. Und du mußt ja auch immer so furchtbar
viel arbeiten.“
„Daran brauchst du dich gar nicht zu kehren, Pierre. Wenn du gern zu mir
kommen magst, so darfst du immer kommen – hörst du, immer, auch wenn ich
im Atelier bin und arbeite.“
Der Knabe gab keine Antwort. Er sah den Vater an, seufzte ein wenig und
sah unbefriedigt aus.
„Ist dir das nicht recht?“ fragte Veraguth, beklommen vor dem Ausdruck
in dem Kindergesicht, das vor Augenblicken noch von lärmender Knabenlust
geleuchtet hatte und nun abgewandt und viel zu alt aussah.
Er wiederholte seine Frage.
„Sag mir’s nur, Pierre! Bist du nicht mit mir zufrieden?“
„Doch, Papa. Aber ich mag nicht so gern zu dir kommen, wenn du malst.
Früher bin ich manchmal gekommen – – –“
„Nun, und was hat dir da nicht gefallen?“
„Weißt du, Papa, wenn ich dich im Atelier besuche, dann streichelst du
mir immer übers Haar und sagst nichts und hast ganz andere Augen, und
manchmal hast du böse Augen gemacht, ja. Und wenn man dir dann etwas
sagt, dann sieht man an deinen Augen, daß du gar nicht zuhörst, du sagst
nur Jaja und passest gar nicht auf. Und wenn ich zu dir komme und dir
etwas sagen will, dann will ich doch, daß du zuhörst!“
„Du mußt trotzdem wieder kommen, Liebling. Denk einmal: wenn ich mit
meinen Gedanken ganz, ganz fest bei dem bin, was ich gerade arbeite, und
wenn ich recht stark nachdenken muß, wie ich es am besten machen kann,
dann kann ich manchmal nicht gleich davon wegkommen und auf dich hören.
Aber ich will es versuchen, wenn du wiederkommst.“
„Ja, ich verstehe schon. Ich muß auch oft an irgend etwas denken, und
dann ruft mir jemand und ich soll ihm folgen – das ist widerwärtig.
Manchmal mag ich den ganzen Tag still sein und nachdenken, und gerade
dann soll ich immer spielen oder lernen oder irgend etwas tun, und dann
werde ich ganz böse.“
Pierre blickte vor sich hin, angestrengt in dem Bemühen, das
auszudrücken, was er meinte. Es war schwierig, und man wurde doch
meistens nicht ganz verstanden.
Sie waren in Veraguths Wohnzimmer eingetreten. Er setzte sich und nahm
den Kleinen zwischen seine Knie.
„Ich weiß, was du meinst, Pierre,“ sagte er begütigend. „Willst du jetzt
Bilder ansehen, oder magst du zeichnen? Ich meine, du könntest
vielleicht die Mausgeschichte zeichnen?“
„O ja, das will ich tun. Dazu muß ich aber ein schönes großes Papier
haben.“
Aus einer Tischlade suchte der Vater ein Stück Zeichenpapier hervor,
spitzte einen Bleistift und schob dem Knaben einen Stuhl heran. Pierre
fing alsbald, auf dem Sessel kniend, die Maus und die Katze zu zeichnen
an. Veraguth, um ihn nicht zu stören, setzte sich hinter ihn und
betrachtete den dünnen gebräunten Hals, den geschmeidigen Rücken und den
noblen, eigenwilligen Kopf des Kindes, das ganz in sein Tun versunken
war und mit ungeduldigem Lippenspiel seiner Arbeit folgte. Jeder Strich,
jeder kleine Fortschritt und jedes Mißglücken war in dem beweglichen
Munde, in der Bewegung der Brauen und Stirnfalten deutlich gespiegelt.
„Ach, es ist nichts!“ rief Pierre nach einer Weile, richtete sich, auf
die flachen Hände gestützt, empor und schaute seine Zeichnung kritisch
mit eingekniffenen Augen an.
„Es wird nichts!“ klagte er zürnend. „Papa, wie macht man denn eine
Katze? Meine sieht wie ein Hund aus.“
Der Vater nahm das Papier in die Hände und ging ernsthaft darauf ein.
„Wir müssen ein wenig radieren,“ sagte er gelassen. „Der Kopf ist zu
groß und nicht rund genug, und die Beine sind zu lang. Warte nur, wir
kriegen das schon heraus.“
Vorsichtig fuhr er mit dem Gummi über Pierres Blatt, holte ein neues
Papier und zeichnete darauf eine Katze.
„Schau, so muß sie werden. Sieh dir’s ein wenig an und zeichne dann eine
neue Katze.“
Allein Pierres Geduld war erschöpft, er gab den Bleistift zurück und nun
mußte der Papa weiterzeichnen, zur Katze noch eine kleine junge Katze,
und dann eine Maus, und dann wie Pierre kommt und sie befreit, und
schließlich verlangte er noch einen Wagen mit Pferden und einem Kutscher
darauf.
Und plötzlich war auch das langweilig. Singend lief der Knabe ein
paarmal durch die Stube, schaute durchs Fenster, ob es noch regne, und
tanzte zur Türe und hinaus. Unter den Fenstern hin klang sein feiner,
hoher, kindlicher Gesang, dann ward es still und Veraguth saß allein,
das Blatt mit den Katzen in der Hand.


Achtes Kapitel

Veraguth stand vor seinem großen Bilde mit den drei Figuren und malte am
Gewand der Frau, einem dünnen, blaugrünen Kleide, an dessen
Halsausschnitt ein kleiner Goldschmuck verloren und traurig glänzte und
allein das liebe Licht auffing, das auf dem beschatteten Gesicht keine
Stätte fand und an dem kühlen, blauen Gewande fremd und freudlos
niederglitt ... dasselbe Licht, das nebenan im hellen, offenen Haar des
schönen Kindes froh und innig spielte.
Es klopfte an der Türe und der Maler trat unwillig und gereizt zurück.
Als es nach einer kleinen Wartezeit nochmals pochte, ging er mit
heftigen Schritten zur Tür und öffnete einen schmalen Spalt.
Da stand Albert, der in der ganzen Ferienzeit das Atelierhaus nie
betreten hatte. Er hielt den Strohhut in der Hand und blickte etwas
unsicher in das nervöse Gesicht des Vaters.
Dieser ließ ihn eintreten.
„Guten Tag, Albert. Du kommst wohl, um dir meine Bilder anzusehen? Es
ist wenig da.“
„O, ich will gar nicht stören. Ich wollte nur schnell fragen ...“
Aber Veraguth hatte die Türe geschlossen und war an der Staffelei
vorüber zu einem graugestrichenen Lattengerüste gegangen, wo auf
schmalen, mit Rollen versehenen Böden seine Bilder standen. Er zog das
Bild mit den Fischen hervor.
Albert trat verlegen neben seinen Vater und beide blickten auf die
silbrig schimmernde Leinwand.
„Machst du dir eigentlich etwas aus der Malerei?“ fragte Veraguth
leichthin. „Oder freut dich nur die Musik?“
„O, ich habe Bilder sehr gern, und das hier ist wunderschön.“
„Gefällt es dir? Das freut mich. Ich lasse dir eine Photographie davon
machen. Und wie fühlst du dich denn wieder auf Roßhalde?“
„Danke, Papa, sehr gut. Aber ich wollte dich wirklich nicht stören, ich
kam nur wegen einer Kleinigkeit – –“
Der Maler hörte nicht. Er sah seinem Sohn zerstreut ins Gesicht, mit dem
langsam zugreifenden, etwas überanstrengten Blick, den er stets bei der
Arbeit hatte.
„Wie denkt ihr jungen Leute heutzutage eigentlich über die Kunst? Ich
meine, gilt da Nietzsche, oder liest man noch Taine – er war gescheit
aber langweilig, dieser Taine – oder habt ihr neue Ideen?“
„Taine kenne ich noch nicht. Über das hast du ja gewiß viel mehr
nachgedacht als ich.“
„Früher, ja, da war die Kunst und die Kultur und das Apollinische und
Dionysische und all das Zeug mir furchtbar wichtig. Aber heut bin ich
froh, wenn ich ein gutes Bild zusammenbringe, es sind keine Probleme
mehr dabei, jedenfalls keine philosophischen. Und wenn ich sagen müßte,
warum ich eigentlich ein Künstler bin und alle die Leinwand vollmale, so
würde ich sagen: ich male, weil ich keinen Schweif zum Wedeln habe.“
Erstaunt sah Albert seinen Vater an, der seit langem kein solches
Gespräch mehr mit ihm geführt hatte.
„Keinen Schweif? Wie meinst du das?“
„Sehr einfach. Hunde und Katzen und andere begabte Tiere haben einen
Schwanz, und nicht nur für das, was sie denken und fühlen und leiden,
sondern für jede Laune und Schwingung ihres Wesens und für jede feine
Wallung ihres Lebensgefühls hat ihr Schwanz mit tausend Schnörkeln eine
wunderbar vollkommene Arabeskensprache. Die haben wir nicht, und da die
Lebhafteren unter uns doch eben auch so etwas brauchen, so machen sie
sich eben Pinsel und Klaviere und Geigen ...“
Er brach ab, als interessiere ihn die Unterhaltung plötzlich nimmer,
oder als nehme er erst jetzt wahr, daß er allein rede und bei Albert
kein rechtes Echo finde.
„Also ich danke für den Besuch,“ sagte er unvermittelt.
Er war wieder vor seine Arbeit getreten, hatte die Palette an sich
genommen und starrte suchend auf den Fleck, wo der letzte Pinselstrich
saß.
„Verzeih, Papa, ich möchte dich etwas fragen –“
Veraguth wandte sich um, mit schon entfremdeten Blicken und außer
Zusammenhang mit den Dingen, die außerhalb seiner Arbeit lagen.
„Ja?“
„Ich möchte Pierre auf einen Ausflug im Wagen mitnehmen. Mama hat es
erlaubt, aber sie sagte, ich solle auch bei dir noch fragen.“
„Wohin wollt ihr denn fahren?“
„Ein paar Stunden weit über Land, vielleicht nach Pegolzheim.“
„So ... Wer kutschiert denn?“
„Ich natürlich, Papa.“
„Meinetwegen, nimm Pierre mit! Aber im Einspänner, mit dem Braunen. Und
daß er nicht zuviel Haber kriegt!“
„Ach, ich wäre viel lieber zweispännig gefahren!“
„Tut mir leid. Allein magst du fahren, wie du willst; aber wenn der
Kleine dabei ist, nur mit dem Braunen.“
Etwas enttäuscht zog Albert sich zurück. Zu andern Zeiten hätte er
getrotzt oder weiter gebeten, aber er sah, der Maler war schon wieder
ganz bei seiner Arbeit, und hier im Atelier und in der Atmosphäre seiner
Bilder imponierte ihm trotz aller inneren Gegenwehr der Vater doch
jedesmal so sehr, daß er ihm gegenüber, dessen Autorität er sonst nicht
anerkannte, sich erbärmlich knabenhaft und schwach fühlte.
Der Maler war alsbald wieder mitten in seiner Arbeit, die Unterbrechung
war vergessen und die Außenwelt verweht. Mit streng konzentriertem Blick
verglich er die Fläche der Leinwand mit dem lebendigen Bilde in seinem
Innern. Er fühlte die Musik des Lichtes, wie sein tönender Strom sich
verteilte und wiederfand, wie es an Widerständen ermüdete, wie es
aufgetrunken ward und unbesiegbar auf jeder empfänglichen Fläche neu
triumphierte, wie es in den Farben mit wählerischer, doch unfehlbarer
Laune in peinlichster Empfindlichkeit spielte, in tausend Brechungen
unzerstört und in tausend spielerischen Irrgängen untrüglich seinem
eingeborenen Gesetze treu. Und er kostete in tiefen Zügen die herbe Luft
der Kunst, die strenge Freude des Schöpfers, der sich selber bis zur
Grenze der Vernichtung hergeben muß, der das heilige Glück der Freiheit
nur im eisernen Bändigen jeder Willkür finden und die Augenblicke der
Erfüllung nur im asketischen Gehorsam gegen das Wahrhaftigkeitsgefühl
erleben kann.
Es war seltsam und betrübend, doch nicht seltsamer und trauriger als
alles Menschengeschick: dieser beherrschte Künstler, dem nur aus
tiefster Wahrhaftigkeit und aus unerbittlich klarer Konzentration zu
arbeiten möglich schien, dieser selbe Mann, in dessen Werkstatt keine
Laune und keine Unsicherheit Raum gewann, er war in seinem Leben ein
Dilettant und gescheiterter Glücksucher gewesen, und er, der keine
mißglückte Tafel oder Leinwand aus den Händen gab, litt tief unter der
dunkeln Last ungezählter mißglückter Tage und Jahre, mißglückter Liebes-
und Lebensversuche.
Ihm kam es nicht zum Bewußtsein. Er hatte seit langem das Bedürfnis
verloren, sein Leben klar vor sich auszubreiten. Er hatte gelitten und
sich gegen das Leid gewehrt, in Empörung und in Resignation, und er
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Çirattagı - Rosshalde - 06
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  • Rosshalde - 04
    Süzlärneñ gomumi sanı 4545
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1432
    44.8 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    57.9 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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  • Rosshalde - 05
    Süzlärneñ gomumi sanı 4502
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1504
    43.8 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    58.3 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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  • Rosshalde - 06
    Süzlärneñ gomumi sanı 4468
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1534
    41.4 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    56.2 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    62.0 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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  • Rosshalde - 07
    Süzlärneñ gomumi sanı 4515
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1402
    44.8 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    57.5 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    63.5 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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  • Rosshalde - 08
    Süzlärneñ gomumi sanı 4554
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1480
    45.1 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    58.7 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    64.8 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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  • Rosshalde - 09
    Süzlärneñ gomumi sanı 4510
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1502
    40.6 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    55.0 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    60.9 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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  • Rosshalde - 10
    Süzlärneñ gomumi sanı 4510
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1440
    44.1 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    56.4 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    61.8 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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  • Rosshalde - 11
    Süzlärneñ gomumi sanı 2651
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1143
    43.7 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    56.9 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    61.8 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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