Rosshalde - 01

Süzlärneñ gomumi sanı 4337
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Härber sızık iñ yış oçrıy torgan 1000 süzlärneñ protsentnı kürsätä.
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Hermann Hesse


Roßhalde

S. Fischer / Verlag
BERLIN
1914

Erste bis zehnte Auflage.
Alle Rechte vorbehalten, besonders die der Übersetzung;
für Rußland auf Grund der deutsch-russischen Übereinkunft.
Copyright 1914 S. Fischer, Verlag, Berlin.


Roßhalde


Erstes Kapitel

Als vor zehn Jahren Johann Veraguth Roßhalde gekauft und bezogen hatte,
war sie ein verwahrloster alter Herrensitz mit zugewachsenen
Gartenwegen, vermoosten Bänken, brüchigen Treppenstufen und
undurchdringlich verwildertem Park gewesen, und es standen damals auf
dem wohl acht Morgen großen Grundstück keine anderen Gebäude als das
schöne, etwas verkommene Herrenhaus mit dem Stall und ein kleines
tempelartiges Lusthäuschen im Park, dessen Portal schief in verbogenen
Angeln hing und an dessen einst mit blauer Seide tapezierten Wänden Moos
und Schimmel wuchs.
Sofort nach dem Kauf des Gutes hatte der neue Besitzer das baufällige
Tempelchen niedergerissen und nur die zehn alten Steinstufen stehen
lassen, die von der Schwelle dieses Liebeswinkels an den Rand des
Weihers hinabführten. An Stelle des Parkhäuschens wurde damals Veraguths
Atelier erbaut, und sieben Jahre lang hatte er hier gemalt und den
größeren Teil seiner Tage zugebracht, seine Wohnung aber drüben im
Herrenhaus gehabt, bis die zunehmenden Zerwürfnisse in seiner Familie
ihn dazu gebracht hatten, seinen älteren Sohn zu entfernen und auf
auswärtige Schulen zu schicken, das Herrenhaus der Frau und Dienerschaft
zu überlassen und für seinen eigenen Bedarf zwei Zimmer an das Atelier
anzubauen, wo er nun seither wie ein Junggeselle wohnte. Es war schade
um das schöne herrschaftliche Haus; Frau Veraguth brauchte mit dem
siebenjährigen Pierre nur das obere Geschoß, sie empfing wohl Besuche
und Gäste, aber niemals größere Gesellschaft, und so stand eine Reihe
von Räumen jahraus jahrein leer.
Der kleine Pierre war nicht nur der Liebling beider Eltern und das
einzige Band zwischen Vater und Mutter, das eine Art von Verkehr
zwischen Herrenhaus und Atelierhaus aufrechterhielt; er war eigentlich
auch der einzige Herr und Besitzer der Roßhalde. Herr Veraguth bewohnte
ausschließlich sein Atelier und die Gegend um den Waldsee sowie den
ehemaligen Wildpark, seine Frau herrschte drüben im Haus, ihr gehörte
der Rasenplan, der Lindengarten und der Kastaniengarten, und jedes
sprach im Gebiete des anderen nur selten und gastweise vor, von den
Mahlzeiten abgesehen, die der Maler meistens im Herrenhause einnahm. Der
kleine Pierre war der einzige, der diese Trennung des Lebens und Teilung
der Gebiete nicht anerkannte und kaum von ihr wußte. Er lief im alten
wie im neuen Hause gleich sorglos aus und ein, er war im Atelier und in
des Vaters Bibliothek ebenso heimisch wie im Korridor und Bildersaal
drüben oder in den Zimmern der Mutter, ihm gehörten die Erdbeeren im
Kastaniengarten, die Blumen im Lindengarten, die Fische im Waldsee, die
Badehütte, die Gondel. Er fühlte sich als Herr und als Schützling bei
den Mädchen der Mutter wie bei Papas Diener Robert, er war der Sohn der
Hausfrau für die Besuche und Gäste der Mutter, und war der Sohn des
Malers für die Herren, die zuweilen in Papas Atelier kamen und
französisch sprachen, und Bildnisse des Knaben, Gemälde und
Photographien, hingen im Schlafzimmer des Vaters wie im alten Hause in
den hellfarbig tapezierten Stuben der Mutter. Pierre hatte es sehr gut,
es ging ihm sogar besser als solchen Kindern, deren Eltern in gutem
Einvernehmen leben; es herrschte kein Programm über seine Erziehung, und
wenn ihm je einmal auf mütterlichem Gebiete der Boden heiß wurde, so bot
die Gegend um den Waldsee ihm eine sichere Zuflucht.
Er war längst zu Bette und seit elf Uhr war im Herrenhaus das letzte
helle Fenster erloschen. Da kam, spät nach Mitternacht, Johann Veraguth
allein zu Fuße aus der Stadt zurück, wo er mit Bekannten den Abend im
Wirtshaus zugebracht hatte. Beim Gang durch die laue, wolkige
Frühsommernacht war die Atmosphäre von Wein und Rauch, von erhitztem
Gelächter und verwegenen Witzen von ihm abgefallen, er atmete bewußt die
leicht gespannte, feuchtwarme Nachtluft und schritt aufmerksam auf der
Straße zwischen schon hochstehenden, dunkeln Getreidefeldern der
Roßhalde entgegen, deren hohe Wipfelmassen groß und still im bleichen
nächtlichen Himmel standen.
Er ging am Eingang des Gutes vorbei, ohne einzutreten, sah einen
Augenblick nach dem Herrenhaus hinüber, dessen lichte Fassade edel und
lockend vor der schwarzen Baumfinsternis schimmerte, und betrachtete das
schöne Bild minutenlang mit dem Genuß und mit der Fremdheit eines
vorüberkommenden Wanderers; dann ging er noch ein paar hundert Schritte
die hohe Hecke entlang bis zu der Stelle, wo er sich einen Durchschlupf
und heimlichen Waldweg zum Atelier bereitet hatte. Mit wachen Sinnen
schritt der kräftige, kleine Mann durch den finsteren, waldig
verwilderten Park seiner Wohnstätte zu, die plötzlich vor ihm lag, da,
wo die Wipfelfinsternis über dem See auseinandergezogen erschien und im
weiten Rund der matte graue Himmel sichtbar wurde.
Der kleine See stand fast schwarz in vollkommener Stille, nur wie eine
unendlich dünne Haut oder ein feiner Staub lag das schwache Licht über
dem Wasser. Veraguth sah auf die Uhr, es war bald eins. Er schloß eine
Seitentür des kleinen Gebäudes auf, die in seinen Wohnraum führte. Hier
zündete er eine Kerze an und legte rasch die Kleider ab, trat nackt ins
Freie hinaus und stieg langsam die breiten flachen Steinstufen hinab in
das Wasser, das vor seinen Knien in kleinen, weichen Ringen flüchtig
aufblinkte. Er tauchte unter, schwamm eine kleine Strecke weit in den
See, fühlte plötzlich die Müdigkeit nach einem ungewohnt verbrachten
Abend, kehrte um und trat triefend ins Haus. Er warf einen zottigen
Bademantel um, strich das Wasser aus seinen kurz geschorenen Haaren und
ging barfuß über einige Stufen zum Atelier hinauf, einem ungeheuren fast
leeren Raum, wo er alsbald mit einigen ungeduldigen Bewegungen alle
elektrischen Lichter andrehte.
Hastig lief er zu einer Staffelei, wo eine kleine Leinwand stand, seine
Arbeit der letzten Tage. Mit auf die Knie gestützten Händen stellte er
sich gebückt vor dem Bilde auf und starrte mit weit aufgerissenen Augen
auf die Fläche, deren frische Farben das grelle Licht spiegelten. So
verharrte er zwei, drei Minuten, schweigend und starrend, daß die Arbeit
bis zum letzten Pinselstrich ihm wieder lebendig in den Augen stand; es
war seit Jahren seine Gewohnheit, vor Arbeitstagen keine andere
Vorstellung mit ins Bett und in den Schlaf zu nehmen, als die des
Bildes, an dem er malte. Er löschte die Lichter, griff nach der Kerze
und ging zum Schlafzimmer, an dessen Türe eine kleine Schreibtafel und
Kreide angehängt war. „Sieben Uhr wecken, Kaffee neun Uhr“ schrieb er
mit starken römischen Buchstaben darauf; schloß die Türe hinter sich und
legte sich ins Bett. Mit offenen Augen lag er noch eine kurze Weile
bewegungslos und zwang mit Anstrengung das Bild seiner Arbeit vor seine
Sinne. Damit gesättigt schloß er die klaren grauen Augen, seufzte leise
auf und fiel rasch in den Schlaf.
Am Morgen weckte ihn Robert zur bestimmten Zeit, er erhob sich sofort,
wusch sich in einem kleinen Nebenraum im fließenden kalten Wasser,
schlüpfte in einen groben, stark verwaschenen Anzug von grauem Leinen
und ging ins Atelier hinüber, dessen mächtige Rolladen der Diener schon
aufgezogen hatte. Auf einem kleinen Tischchen stand ein Teller voll
Obst, eine Wasserkaraffe und ein Stück Roggenbrot, das er nachdenklich
in die Hand nahm und anbiß, während er sich vor die Staffelei stellte
und sein Bild betrachtete. Er aß im Auf- und Abschreiten ein paar Bissen
Brot, fischte ein paar Kirschen aus dem Glasteller, sah einige Briefe
und Zeitungen daliegen, die er nicht beachtete, und saß gleich darauf
gebannt im Feldstuhl vor der Arbeit.
Das kleine Bild in Breitformat stellte eine Morgenfrühe dar, wie sie der
Maler vor einigen Wochen auf einer Reise gesehen und in mehreren Skizzen
notiert hatte. Er war in einem kleinen Landwirtshause am Oberrhein
abgestiegen, hatte den Kollegen, den er am Ort besuchen wollte, nicht
angetroffen, einen unerfreulichen Regenabend in der qualmigen Wirtsstube
und eine schlechte Nacht in einem kalkig-modrig riechenden feuchten
Gastzimmerchen verbracht. Noch vor Sonnenaufgang aus seichtem Schlummer
heiß und übellaunig erwacht, hatte er die Haustüre noch verschlossen
gefunden, war durch ein Fenster der Wirtsstube ins Freie gestiegen,
hatte nebenan am Rheinufer einen Kahn losgemacht und war in den schwach
strömenden, noch dämmerigen Fluß hinausgerudert. Eben als er umkehren
wollte, sah er vom jenseitigen Ufer her einen Ruderer sich
entgegenkommen, das schwach zuckende kalte Licht des milchig
regnerischen Tagesanbruchs umfloß den dunkeln Umriß und ließ das
Fischerboot übermäßig groß erscheinen. Von dem Anblick und dem
eigentümlichen Licht plötzlich getroffen und innerlichst gefesselt,
hatte er halt gemacht und den Mann näherkommen lassen, der bei einem
schwimmenden Netzzeichen anhielt und eine Reuse aus dem kühlen Wasser
emporzog. Zwei breite mattsilbrige Fische kamen zum Vorschein,
naßglänzend schimmerten sie einen Augenblick über dem grauen Strome und
fielen mit einem schnalzenden Klang in des Fischers Boot. Veraguth hatte
alsbald den Mann warten heißen, das notdürftigste Malzeug geholt und
eine Skizze in Wasserfarben gemacht, war einen Tag am Ort geblieben,
zeichnend und lesend, und hatte andern Tages in der Frühe nochmals
draußen gemalt, war weiter gereist und hatte sich seither immer wieder
in Gedanken von dem Bilde beschäftigt und gequält gesehen, bis es Form
gewann, und nun saß er seit Tagen daran und war nahezu fertig geworden.
Ihm, der am liebsten bei voller Sonne oder auch im warmen, gebrochenen
Wald- und Parklicht malte, hatte die flutende Silberkühle des Bildes
viel zu schaffen gemacht, aber sie hatte ihm einen neuen Klang gegeben,
gestern war die Lösung vollends geglückt und nun fühlte er, daß er vor
einer guten, ungewöhnlichen Arbeit saß, bei der es nicht im Festhalten
und löblichen Abschildern sein Bewenden hatte, sondern wo ein Augenblick
aus dem gleichgültigen rätselhaften Sein und Geschehen der Natur die
gläserne Oberfläche durchbrach und den wilden großen Atem der
Wirklichkeit spüren ließ.
Mit aufmerksamen Augen hing der Maler an dem Bilde und wog die Töne auf
der Palette, die seiner gewohnten kaum mehr glich und fast alle roten
und gelben Farben verloren hatte. Das Wasser und die Luft war fertig, es
rann ein fröstelnd kaltes, unwilliges Licht über die Fläche,
schattenhaft schwammen Gebüsche und Pfähle des Ufers in der feuchten,
fahlen Dämmerung, unwirklich und aufgelöst stand der grobe Kahn im
Wasser, auch das Gesicht des Fischers war ohne Wesen und Sprache, nur
seine ruhig nach den Fischen greifende Hand war voll unerbittlicher
Wirklichkeit. Das eine von den Tieren sprang glitzernd über den Rand des
Bootes, das andere lag flach und still, und sein geöffnetes rundes Maul
und erschrocken starres Auge war voll vom Weh der Kreatur. Das Ganze war
kalt und beinahe bis zur Grausamkeit traurig, aber still und
unangreifbar und ohne eine andere Symbolik als jene einfache, ohne die
kein Kunstwerk sein kann und die uns die bedrückende Unbegreiflichkeit
der ganzen Natur nicht nur fühlen, sondern mit einem gewissen süßen
Erstaunen lieben läßt.
Als der Maler wohl zwei Stunden an der Arbeit gesessen hatte, klopfte
der Diener und trat auf den zerstreuten Anruf seines Herrn mit dem
Frühstück herein. Er trug leise die Kannen, Tasse und Teller auf, rückte
einen Stuhl zurecht, wartete eine Weile schweigend und mahnte dann
vorsichtig: „Es ist eingeschenkt, Herr Veraguth.“
„Ich komme,“ rief der Maler und rieb einen Pinselstrich, den er soeben
am Schwanz des springenden Fisches gemacht hatte, mit dem Daumen wieder
weg. „Ist warmes Wasser da?“
Er wusch seine Hände und setzte sich zum Kaffee.
„Sie könnten mir eine Pfeife stopfen, Robert,“ sagte er munter. „Die
kleine ohne Deckel, sie muß im Schlafzimmer liegen.“
Der Diener lief. Veraguth trank mit Inbrunst den starken Kaffee und
fühlte die leise Ahnung von Schwindel und Zusammenbruch, die ihn
neuerdings nach angestrengter Arbeit zuweilen anflog, zergehen wie
Morgennebel.
Er nahm dem Diener die Pfeife ab, ließ sich Feuer geben und sog mit Gier
den aromatischen Rauch ein, der die Wirkung des Kaffees verstärkte und
verfeinerte. Er deutete auf sein Bild und sagte: „Sie haben als Junge
geangelt, Robert, nicht wahr?“
„Wohl, Herr Veraguth.“
„Sehen Sie sich einmal den Fisch dort an, nicht den in der Luft, den
andern unten mit dem offenen Maul. Ist das Maul richtig?“
„Es ist schon richtig,“ sagte Robert mißtrauisch. „Aber das wissen Sie
besser als ich,“ fügte er mit einem Ton von Vorwurf hinzu, als fühle er
einen Spott in der Frage.
„Nein, Verehrter, das stimmt nicht. Der Mensch erlebt das, was ihm
zukommt, nur in der ersten Jugend in der ganzen Schärfe und Frische, so
bis zum dreizehnten, vierzehnten Jahr, und von dem zehrt er sein Leben
lang. Ich habe als Junge nie mit Fischen zu tun gehabt, darum frage ich.
Also, ist die Schnauze recht so?“
„Sie ist gut, da fehlt nichts,“ urteilte Robert geschmeichelt.
Veraguth war schon wieder aufgestanden und prüfte seine Palette. Robert
sah ihn an. Er kannte diese beginnende Konzentriertheit des Blickes, die
ihn beinahe glasig erscheinen ließ, und wußte, daß jetzt er und der
Kaffee, die kleine Unterhaltung von vorhin und alles das in dem Manne
untersinke, und wenn er in einigen Minuten ihn anriefe, würde er wie aus
einem tiefen Schlaf erwachen. Aber das war gefährlich. Robert räumte ab,
da sah er die Post unberührt liegen.
„Herr Veraguth!“ rief er halblaut.
Der Maler war noch erreichbar. Feindselig fragend blickte er über die
Schulter zurück, genau wie ein Ermüdeter, der dem Einschlummern nahe war
und nochmals angerufen wird.
„Es sind Briefe da.“
Damit ging Robert hinaus. Veraguth drückte nervös ein Häufchen
Kobaltblau auf die Palette, warf die Tube auf den kleinen
blechbeschlagenen Maltisch, begann zu mischen, fühlte sich aber durch
die Mahnung des Dieners gestört, so daß er ärgerlich die Palette
weglegte und die Briefe an sich nahm.
Es waren die üblichen Geschäftssachen, die Aufforderung, sich an einer
Ausstellung zu beteiligen, die Bitte einer Zeitungsredaktion um
Mitteilung von Daten aus seinem Leben, eine Rechnung – aber da fuhr der
Anblick einer wohlbekannten Handschrift ihm wie ein süßer Schauder in
die Seele, er nahm den Brief an sich und las mit Genuß seinen eigenen
Namen und jedes Wort der Adresse, wohlig in die Beobachtung der freien,
eigenwillig charaktervollen Schriftzüge vertieft. Dann bemühte er sich,
den Poststempel zu lesen. Die Briefmarke war italienisch, es konnte nur
Neapel oder Genua sein, und dann war also der Freund schon in Europa,
schon ganz nahe, und konnte in wenigen Tagen hier sein.
Mit Rührung öffnete er den Brief und sah mit Befriedigung die kleinen
schnurgeraden Zeilen in ihrer strengen Ordnung stehen. Wenn er sich
recht besann, so waren seit fünf, sechs Jahren diese seltenen Briefe des
ausländischen Freundes die einzigen reinen Freuden gewesen, die er
gehabt hatte, die einzigen außer der Arbeit und außer den Stunden des
Umgangs mit dem kleinen Pierre. Und wie jedesmal, so befiel ihn auch
jetzt mitten in der frohen Erwartung ein unklares, peinliches Gefühl von
Beschämung, indem die Verarmung und Lieblosigkeit seines Lebens ihm ins
Bewußtsein trat. Langsam las er:
Neapel, 2. Juni nachts.
Lieber Johann!
Wie gewöhnlich sind ein Mundvoll Chianti mit fetten Makkaroni und das
Gebrüll einiger Hausierer vor der Schenke die ersten Zeichen der
europäischen Kultur, der ich mich wieder nähere. Hier in Neapel ist seit
fünf Jahren nichts verändert, weit weniger als in Singapore oder
Schanghai, und ich nehme es als ein gutes Zeichen dafür, daß ich auch
daheim alles in Ordnung finden soll. Übermorgen kommen wir nach Genua,
da holt mein Neffe mich ab und ich fahre mit ihm zu den Verwandten, wo
mich diesmal keine überwallenden Sympathien erwarten, denn ich habe in
den letzten vier Jahren, ehrlich gerechnet, keine zehn Taler verdient.
Ich rechne für die ersten Ansprüche der Familie vier, fünf Tage, dann
Geschäftliches in Holland, sagen wir wieder fünf, sechs Tage, so daß ich
etwa am 16. oder so zu Dir kommen könnte. Das wirst Du telegraphisch
erfahren. Ich möchte mindestens zehn oder vierzehn Tage bei Dir bleiben,
weißt Du, und Dich in der Arbeit stören. Du bist schauderhaft berühmt
geworden und wenn das, was Du vor etwa zwanzig Jahren über Erfolg und
Berühmtheiten zu sagen pflegtest, nur halbwegs richtig war, mußt Du
inzwischen bedeutend verkalkt und vertrottelt sein. Ich will Dir auch
Bilder abkaufen, und meine obige Klage über die schlechten Geschäfte ist
ein Versuch, auf Deine Preise zu drücken.
Man wird älter, Johann. Es war meine zwölfte Fahrt durchs Rote Meer, und
zum erstenmal habe ich unter der Hitze gelitten. Wir hatten 46 Grad.
Herrgott, Alter, noch vierzehn Tage! Es wird Dich einige Dutzend
Flaschen Mosel kosten. Es sind mehr als vier Jahre seit dem letztenmal.
Brieflich bin ich zwischen dem 9. und 14. in Antwerpen, Hotel de
l’Europe, zu erreichen. Falls Du irgendwo, wo ich durchreise, Bilder
ausgestellt hast, laß mich’s wissen!
Dein Otto.
Vergnügt überlas er den kurzen Brief mit den gesunden, strammen
Buchstaben und temperamentvollen Satzzeichen noch einmal, suchte aus der
Lade des kleinen Schreibtisches in der Ecke einen Kalender heraus und
nickte, darin lesend, mit Befriedigung vor sich hin. Es würden noch bis
zur Mitte des Monats über zwanzig Bilder von ihm in Brüssel ausgestellt
sein, das traf sich glücklich. So würde der Freund, dessen scharfen
Blick er ein wenig fürchtete und dem die Zerrüttung seines Lebens in den
letzten Jahren nicht verborgen bleiben konnte, wenigstens einen ersten
Eindruck von ihm haben, auf den er stolz sein konnte. Das erleichterte
alles. Er stellte sich Otto vor, wie er in seiner ein wenig massiven
Überseeereleganz durch den Brüsseler Saal ging und seine Bilder
betrachtete, seine besten Bilder, und für einen Augenblick freute er
sich herzlich, daß er sie zu jener Ausstellung hergegeben hatte, obwohl
nur wenige davon noch verkäuflich waren. Und er schrieb sofort ein
Billett nach Antwerpen.
„Er weiß noch alles,“ dachte er dankbar, „es stimmt, wir haben das
letztemal fast nur Mosel getrunken, und einen Abend haben wir sogar
richtig gezecht.“
Er dachte nach und fand, es sei gewiß kein Moselwein mehr im Keller, den
er selbst sehr selten besuchte, und er beschloß, noch heute eine Sendung
zu bestellen.
Nun setzte er sich aufs neue vor die Arbeit, fand sich aber zerstreut
und innerlich unruhig und kam nicht wieder zur reinen Konzentration, bei
welcher die guten Einfälle ungerufen dastehen. So stellte er die Pinsel
in einen Becher, steckte den Brief seines Freundes zu sich und
schlenderte mit unentschlossenen Schritten ins Freie hinaus. Der See
blitzte ihm mit heftiger Spiegelung entgegen, es war ein wolkenloser
Sommertag aufgegangen und der durchsonnte Park hallte von vielen
Vogelstimmen wider.
Er sah auf die Uhr. Pierres Morgenlektionen mußten vorüber sein. Und er
strich ziellos durch den Park, blickte zerstreut die braunen, mit
Sonnenflecken bedeckten Wege entlang, horchte nach dem Hause hinüber,
ging an Pierres Spielplatz mit der Schaukel und dem Sandhaufen vorbei.
Schließlich kam er in die Nähe des Küchengartens und schaute mit
flüchtigem Interesse in die hohen Kronen der Roßkastanien hinauf, auf
deren schattentiefen Blättermassen die letzten freudig hellen
Blütenkerzen standen. Bienen schwärmten mit wellig leisem Geläute um die
vielen halboffenen Rosenknospen der Gartenhecke, durch das dunkle Laub
der Bäume her tat die frohe kleine Turmuhr des Herrschaftshauses ein
paar Schläge. Sie schlug falsch, und Veraguth dachte wieder an Pierre,
dessen höchster Wunsch und Ehrgeiz es war, später einmal, wenn er größer
wäre, das alte Schlagwerk wieder in Ordnung zu bringen.
Da hörte er jenseits der Hecke Stimmen und Schritte, die in der sonnigen
Gartenluft mit Bienensummen und Vogelrufen, mit dem träge hinziehenden
Duft der Buschnelkenrabatte und der Bohnenblüten gedämpft und zart
zusammenklangen. Es war seine Frau mit Pierre, und er blieb stehen und
lauschte aufmerksam hinüber.
„Sie sind noch nicht reif, du mußt noch ein paar Tage warten,“ hörte er
die Mutter sagen.
Ein lachendes Gezwitscher der Knabenstimme gab Antwort, und die
friedevolle grüne Gartenwelt und das sanft tönende verwehte
Kindergespräch in der erwartungsvollen Sommerstille klang dem Manne
einen flüchtig zarten Augenblick lang wie aus dem fernen Garten der
eigenen Kindheit herüber. Er trat an die Hecke und spähte zwischen den
Ranken hindurch in den Garten, wo seine Frau im Morgenkleid auf dem
sonnigen Wege stand, eine Blumenschere in der Hand und einen braunen
leichten Korb am Arm. Sie war kaum zwanzig Schritte von der Hecke
entfernt.
Der Maler betrachtete sie einen Augenblick. Die große Gestalt mit dem
ernsthaften und enttäuschten Frauengesicht bückte sich über die Blumen,
der große schlaffe Strohhut beschattete das ganze Gesicht.
„Wie heißen die Blumen da?“ fragte Pierre. In seinen braunen Haaren
spielte das Licht, die nackten Beine standen mager und sonnenbraun in
der Helle, und wenn er sich bückte, sah man im weiten Ausschnitt seiner
Bluse unter dem braungebrannten Nacken die weiße Haut des Rückens
hervorschimmern.
„Buschnelken,“ sagte die Mutter.
„Ja, das weiß ich,“ fuhr Pierre fort, „aber ich muß wissen, wie die
Bienen zu ihnen sagen. In der Bienensprache müssen sie doch auch einen
Namen haben.“
„Gewiß, aber den kann man nicht wissen, den wissen nur die Bienen
selber. Vielleicht heißen sie sie Honigblumen.“
Pierre dachte nach.
„Das ist nichts,“ entschied er dann. „Im Klee finden sie gerade soviel
Honig, und in den Kapuzinern auch, und sie können doch nicht für alle
Blumen den gleichen Namen haben.“
Aufmerksam sah der Knabe einer Biene zu, die einen Nelkenkelch umflog,
mit surrenden Flügeln davor in der Luft stillhielt und dann begierig in
die rosige Höhlung eindrang.
„Honigblumen!“ dachte er geringschätzig und schwieg. Er hatte es längst
erfahren, daß man gerade die hübschesten und interessantesten Dinge
nicht wissen und erklären kann.
Veraguth stand hinter der Hecke und hörte zu, er betrachtete das ruhige,
ernsthafte Gesicht seiner Frau und das schöne, frühreif zarte seines
Lieblings, und sein Herz versteinerte sich bei dem Gedanken an die
Sommer, in denen sein erster Sohn noch solch ein Kind gewesen war. Den
hatte er verloren, und die Mutter auch. Aber diesen Kleinen wollte er
nicht verlieren, ihn nicht. Er wollte ihn als Dieb hinterm Zaun
belauschen, er wollte ihn locken und an sich ziehen, und wenn auch
dieser Knabe sich von ihm abwenden würde, dann wollte er nicht mehr
leben.
Leise zog er sich über den grasigen Weg zurück und ging unter den Bäumen
davon.
„Das Bummeln ist nichts für mich,“ dachte er ärgerlich und machte sich
hart. Er ging an seine Arbeit zurück und fand denn auch, die Unlust
überwindend und einer jahrelang gepflegten Übung gehorchend, die
gespannte Arbeitsstimmung wieder, die sich keine Nebenwege erlaubt und
alle Kräfte nur auf das augenblicklich Gewollte richtet.
Er war drüben zu Tische erwartet und kleidete sich gegen Mittag
sorgfältig um. Rasiert, gebürstet und im blauen Sommeranzug sah er zwar
nicht jünger, doch frischer und elastischer aus als im verwahrlosten
Atelierkleid. Er griff nach dem Strohhut und wollte eben die Türe
öffnen, als sie ihm entgegen sich auftat und Pierre hereinkam.
Veraguth bückte sich zu dem Knabenkopf hinab und küßte ihn auf die
Stirn.
„Wie geht’s, Pierre? War der Lehrer brav?“
„O ja, er ist nur so langweilig. Wenn er eine Geschichte erzählt, ist es
gar nicht zum Lustigsein, sondern auch bloß eine Lektion, und am Schluß
kommt immer, daß gute Kinder sich soundso benehmen müssen. – Hast du
gemalt, Papa?“
„Ja, an den Fischen, weißt du. Das ist bald fertig, und morgen darfst du
es sehen.“
Er nahm des Knaben Hand und ging mit ihm hinaus. Nichts in der Welt tat
ihm so wohl und rührte alle versunkene Güte und hilflose Zartheit so in
ihm auf wie das Gefühl, neben dem Jungen zu gehen, den Schritt seinen
kleinen Schritten anzupassen und die leichte, zutrauliche Kinderhand in
seiner zu fühlen.
Als sie den Park verließen und unter den dünnen Hängebirken hin über die
Wiese gingen, blickte der Kleine sich um und fragte: „Papa, haben denn
die Schmetterlinge vor dir Angst?“
„Warum? Ich glaube nicht. Neulich ist einer ganz lange auf meinem Finger
gesessen.“
„Ja, aber jetzt sind keine da. Wenn ich manchmal ganz allein zu dir
hinübergehe und ich komme dann hier vorbei, dann sind immer viele, viele
Schmetterlinge auf dem Weg, und sie heißen Bläulinge, das weiß ich, und
sie kennen mich und haben mich lieb, sie fliegen immer ganz nah um mich
herum. Kann man denn Schmetterlinge nicht füttern?“
„Doch, das kann man, wir wollen es nächstens einmal versuchen. Man tut
einen Tropfen Honig auf die Hand und streckt sie ganz ruhig aus, bis die
Falter kommen und davon trinken.“
„Fein, Papa, das probieren wir. Nicht wahr, du sagst es der Mama, daß
sie mir ein bißchen Honig geben muß? Dann weiß sie, daß ich ihn wirklich
brauche und daß es keine Dummheit ist.“
Pierre lief voran durch das offene Haustor und den breiten Korridor, in
dessen kühler Dämmerung der von draußen geblendete Vater noch den
Hutständer suchte und nach der Speisezimmertüre tastete, als der Knabe
längst drinnen war und die Mutter mit seinem Anliegen bestürmte.
Der Maler kam herein und gab seiner Frau die Hand. Sie war etwas größer
als er, eine kräftige Gestalt, gesund, aber ohne Jugend, und sie hatte
zwar aufgehört, ihren Mann zu lieben, sah aber noch heute den Verlust
seiner Zärtlichkeit als ein traurig unbegreifliches, unverschuldetes
Unglück an.
„Wir können gleich essen,“ sagte sie mit ihrer ruhigen Stimme, „Pierre,
geh und wasch dir die Hände!“
„Hier ist eine Neuigkeit,“ fing der Maler an und gab ihr den Brief
seines Freundes. „Otto kommt schon bald und ich hoffe, er bleibt eine
gute Weile da. Es ist dir doch recht?“
„Herr Burkhardt kann die beiden Zimmer unten haben, da ist er ungestört
und kann nach Belieben ein und aus gehen.“
„Ja, das ist gut.“
Zögernd sagte sie: „Ich hatte gedacht, er käme viel später.“
„Er ist früher gereist, auch ich wußte bis heute nichts davon. Na, desto
besser.“
„Nun trifft er eben mit Albert zusammen.“
Veraguths Gesicht verlor den leisen Schimmer von Vergnügtheit und seine
Stimme wurde kalt, als er den Namen seines Sohnes hörte.
„Was ist mit Albert?“ rief er nervös. „Er sollte doch mit seinem Freund
ins Tirol gehen.“
„Ich wollte es dir nicht früher als nötig sagen. Der Freund ist von
Verwandten eingeladen worden und hat auf die Fußreise verzichtet. Albert
kommt mit Beginn seiner Ferien.“
„Und bleibt die ganze Zeit hier?“
„Ich denke, ja. Ich könnte auch ein paar Wochen mit ihm verreisen, aber
das würde unbequem für dich werden.“
„Warum? Ich nähme Pierre zu mir herüber.“
Frau Veraguth zuckte die Achseln.
„Bitte, fange doch damit nicht wieder an! Du weißt, ich kann Pierre
nicht allein hier lassen.“
Der Maler wurde zornig.
„Allein!“ rief er scharf. „Er ist nicht allein, wenn er bei mir ist.“
„Ich kann ihn nicht hier lassen, und ich will es nicht. Es ist unnütz,
nochmals darüber zu streiten.“
„Natürlich, du willst nicht!“
Er schwieg, da Pierre zurückkam, und man ging zu Tische. Zwischen den
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  • Rosshalde - 04
    Süzlärneñ gomumi sanı 4545
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1432
    44.8 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    57.9 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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  • Rosshalde - 05
    Süzlärneñ gomumi sanı 4502
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1504
    43.8 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    58.3 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    63.8 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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  • Rosshalde - 06
    Süzlärneñ gomumi sanı 4468
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1534
    41.4 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    56.2 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    62.0 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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  • Rosshalde - 07
    Süzlärneñ gomumi sanı 4515
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1402
    44.8 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    57.5 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    63.5 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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  • Rosshalde - 08
    Süzlärneñ gomumi sanı 4554
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1480
    45.1 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    58.7 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    64.8 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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  • Rosshalde - 09
    Süzlärneñ gomumi sanı 4510
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1502
    40.6 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    55.0 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    60.9 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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  • Rosshalde - 10
    Süzlärneñ gomumi sanı 4510
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1440
    44.1 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    56.4 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    61.8 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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  • Rosshalde - 11
    Süzlärneñ gomumi sanı 2651
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1143
    43.7 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    56.9 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    61.8 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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