Peter Camenzind - 10

Süzlärneñ gomumi sanı 4569
Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1643
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Härber sızık iñ yış oçrıy torgan 1000 süzlärneñ protsentnı kürsätä.
italki
Teufels sein, wenn wir nicht so ein Vieh erwischen könnten. Was meinen
Sie?«
»Vortrefflich, Herr Nachbar!«
»Also haben Sie die Güte etwas Brot hinzulegen. -- So, schön! Aber
vielleicht schieben Sie es etwas mehr nach rechts herüber, dann kommt es
uns beiden zu gut. Ich bin nämlich im Augenblick leider ohne alle Mittel.
So ist's gut. Also aufgepaßt! Wir legen uns jetzt nieder, schließen die
Augen -- pst, da kommt schon einer geflogen!« (Pause.)
»Nun, Herr Fuchs, noch nichts?«
»Wie ungeduldig Sie sind! Als ob Sie zum erstenmal auf der Jagd wären! Ein
Jäger muß warten können, warten und wieder warten. Also noch einmal!«
»Ja wo ist denn das Brot hingekommen?«
»Pardon?«
»Das Brot ist ja gar nimmer da.«
»Nicht möglich! Das Brot? Wahrhaftig -- verschwunden! Da soll doch das
Donnerwetter! Natürlich wieder der verdammte Wind.«
»Na, ich habe so meine Gedanken. Mir war doch vorher, ich hörte Sie was
essen.«
»Was? Ich etwas gegessen? Was denn?«
»Das Brot vermutlich.«
»Sie sind beleidigend deutlich in Ihren Vermutungen, Herr Marder. Man muß
ja von Nachbarsleuten ein Wort vertragen können, aber das ist zu viel. Das
ist zu viel, sage ich. Haben Sie mich verstanden? -- Nun soll ich das Brot
gegessen haben! Was glauben Sie eigentlich? Erst soll ich die fade
Geschichte von Ihrer Perle zum tausendstenmal anhören, dann habe ich eine
gute Idee, wir legen das Brot hinaus --«
»Das war ich! Ich habe das Brot hergegeben.«
»-- wir legen das Brot hinaus, ich lege mich hin und passe auf, alles geht
gut, da kommen Sie mit Ihrem Geschwätz dazwischen -- die Spatzen natürlich
auf und davon, die Jagd verhunzt, und nun soll ich auch noch das Brot
gefressen haben! Na Sie können warten, bis ich wieder mit Ihnen verkehre.«
Dabei gingen Nachmittage und Abende leicht und schnell vorüber. Ich war
bester Laune, arbeitete gern und rasch und wunderte mich, daß ich früher so
träg und verdrossen und schwerlebig gewesen war. Die besten Zeiten mit
Richard waren nicht schöner gewesen als diese stillen, heiteren Tage, da
draußen die Flocken tanzten und am Ofen wir zwei samt dem Pudel es uns wohl
sein ließen.
Und da mußte mein lieber Boppi seine erste und letzte Dummheit begehen! Ich
in meiner Zufriedenheit war natürlich blind und sah nicht, daß er mehr litt
als sonst. Aber er, aus lauter Bescheidenheit und Liebe, tat vergnügter als
je, klagte nicht, verbot mir nicht einmal das Rauchen, und dann lag er
nachts und litt und hustete und stöhnte leis. Ganz zufällig, als ich einmal
in der Stube neben ihm in die Nacht hinein schrieb und er mich längst zu
Bett glaubte, hörte ich, wie er stöhnte. Der arme Kerl war ganz erschrocken
und verdonnert, als ich plötzlich mit der Lampe in seine Schlafkammer trat.
Ich stellte das Licht beiseite, setzte mich zu ihm aufs Bett und stellte
ein Verhör an. Lange versuchte er auszukneifen, dann kam es endlich doch
heraus.
»Es ist ja nicht so schlimm,« sagte er schüchtern. »Nur bei manchen
Bewegungen das krampfhafte Gefühl im Herzen, und manchmal auch beim Atmen.«
Er entschuldigte sich geradezu, als wäre sein Kränkerwerden ein Verbrechen!
Morgens ging ich zu einem Arzt. Es war ein schöner, frostklarer Tag,
unterwegs ließ meine Beklemmung und Sorge nach, ich dachte sogar an
Weihnachten und besann mich, mit was ich Boppi eine Freude machen könnte.
Der Arzt war noch zu Hause und kam auf mein dringendes Bitten mit. Wir
fuhren in seinem bequemen Wagen, wir stiegen die Treppe hinauf, wir kamen
in die Kammer zu Boppi, es begann ein Betasten und Klopfen und Horchen, und
während der Arzt nur ein wenig ernsthafter und seine Stimme ein bißchen
gütiger wurde, ging in mir alle Fröhlichkeit unter.
Gicht, Herzschwäche, ernster Fall -- ich hörte zu und schrieb mir auch
alles auf und war über mich selber erstaunt, daß ich mich gar nicht wehrte,
als der Arzt die Überführung ins Spital gebot.
Nachmittags kam der Krankenwagen und als ich vom Spital zurückkam, war mir
in der Wohnung schrecklich zu mut, wo der Pudel sich an mich drängte und
der große Stuhl des Kranken beiseite gestellt und nebenan die leergewordene
Kammer war.
So ist es mit dem Liebhaben. Es bringt Schmerzen, und ich habe deren in der
folgenden Zeit viel erlitten. Aber es liegt so wenig daran, ob man
Schmerzen leidet oder keine! Wenn nur ein starkes Mitleben da ist und wenn
man nur das enge, lebendige Band verspürt, mit dem alles Lebende an uns
hängt, und wenn nur die Liebe nicht kühl wird! Ich gäbe alle heiteren Tage,
die ich je gehabt, samt allen Verliebtheiten und samt meinen Dichterplänen,
wenn ich dafür noch einmal so ins Allerheiligste hineinsehen dürfte, wie in
jener Zeit. Es tut den Augen und dem Herzen bitter weh, und auch der schöne
Stolz und Eigendünkel bekommt seine bösen Stiche ab, aber nachher ist man
so still, so bescheiden, so viel reifer und im Innersten lebendiger!
Schon mit der kleinen, blonden Agi war damals ein Stück von meinem alten
Wesen gestorben. Jetzt sah ich meinen Buckligen, dem ich meine ganze Liebe
geschenkt und mit dem ich mein ganzes Leben geteilt hatte, leiden und
langsam, langsam sterben, und litt an jedem Tage mit und hatte meinen
Anteil an allem Schrecklichen und Heiligen des Sterbens. Ich war noch ein
Anfänger in der ars amandi und sollte gleich mit einem ernsten Kapitel der
ars moriendi beginnen. Von dieser Zeit schweige ich nicht, wie ich von
Paris geschwiegen habe. Von ihr will ich laut reden wie eine Frau von ihrer
Brautzeit und wie ein alter Mann von seinen Knabenjahren.
Ich sah einen Menschen sterben, dessen Leben nur Leiden und Liebe gewesen
war. Ich hörte ihn scherzen wie ein Kind, während er die Arbeit des Todes
in sich spürte. Ich sah, wie aus schweren Schmerzen heraus sein Blick mich
suchte, nicht um bei mir zu betteln, sondern um mich aufzurichten und um
mir zu zeigen, daß diese Krämpfe und Leiden das Beste in ihm unversehrt
gelassen hatten. Dann waren seine Augen groß und man sah sein verwelkendes
Gesicht nicht mehr, nur den Glanz seiner großen Augen.
»Kann ich dir etwas tun, Boppi?«
»Erzähl mit was. Vielleicht vom Tapir.«
Ich erzählte vom Tapir, er schloß die Augen und ich hatte meine Mühe, zu
sprechen wie sonst, denn das Weinen stand mir fortwährend nahe. Und wenn
ich glaubte, er höre mich nicht mehr oder schlafe, dann verstummte ich
sogleich. Da machte er wieder die Augen auf.
»-- Und dann?«
Und ich erzählte weiter, vom Tapir, vom Pudel, von meinem Vater, vom
kleinen bösen Mattheo Spinelli, von Elisabeth.
»Ja, sie hat einen dummen Kerl geheiratet. So geht's, Peter!«
Oft fing er plötzlich an vom Sterben zu sprechen.
»Es ist kein Spaß, Peter. Die allerschwerste Arbeit ist nicht so schwer wie
Sterben. Aber man macht's doch durch.«
Oder: »Wenn die Quälerei überstanden ist, kann ich schon lachen. Bei mir
lohnt sich das Sterben doch, ich werde einen Schnitzbuckel, einen kurzen
Fuß und eine lahme Hüfte los. Bei dir wird's einmal schad sein, mit deinen
breiten Schultern und schönen gesunden Beinen.«
Und einmal, in den letzten Tagen, wachte er aus einem kurzen Schlummer auf
und sagte ganz laut:
»Es gibt gar keinen solchen Himmel, wie der Pfarrer meint. Der Himmel ist
viel schöner. Viel schöner.«
Die Schreinersfrau kam oft und zeigte sich in kluger Weise teilnehmend und
hülfsbereit. Der Schreiner blieb zu meinem großen Bedauern ganz aus.
»Was meinst du,« fragte ich Boppi gelegentlich, »wird im Himmel auch ein
Tapir sein?«
»O ja,« sagte er und nickte noch dazu. »Es sind alle Arten Tiere dort, auch
Gemsen.«
Die Weihnachtszeit kam und wir hatten eine kleine Feier an seinem Bett. Es
trat starker Frost ein, es taute wieder, und Neuschnee fiel auf das
Glatteis, aber ich merkte nichts von allem. Ich hörte, Elisabeth habe einen
Knaben geboren, und ich vergaß es wieder. Es kam ein drolliger Brief von
Frau Nardini; ich las ihn flüchtig durch und legte ihn beiseite. Meine
Arbeiten erledigte ich im Galopp mit dem steten Bewußtsein, jede Stunde mir
und dem Kranken zu stehlen. Dann lief ich gehetzt und ungeduldig ins
Krankenhaus, und dort war eine heitere Stille und ich saß halbe Tage an
Boppis Bett, von einem traumhaft tiefen Frieden umgeben.
Er hatte kurz vor dem Ende noch einige bessere Tage. Da war es merkwürdig,
wie die kaum verflossene Zeit in seiner Erinnerung erloschen schien und er
ganz in den früheren Jahren lebte. Zwei Tage lang sprach er von nichts als
von seiner Mutter. Er konnte ja nicht lang reden, aber man sah auch in den
stundenlangen Pausen, daß er an sie dachte.
»Ich habe dir viel zu wenig von ihr erzählt,« klagte er, »du mußt nichts
von dem vergessen, was sie betrifft, sonst gibt es bald niemand mehr, der
von ihr weiß und ihr dankbar ist. Es wäre gut, Peter, wenn alle Leute so
eine Mutter hätten. Sie hat mich nicht ins Armenhaus getan, als ich nimmer
arbeiten konnte.«
italki
Er lag und atmete mühselig. Eine Stunde verging, da fing er wieder an:
»Sie hat mich am liebsten gehabt von allen ihren Kindern und hat mich bei
sich behalten, bis sie gestorben ist. Die Brüder sind ausgewandert und die
Schwester hat den Schreiner geheiratet, aber ich bin zu Haus gesessen und
so arm sie war, hat sie mich's nie entgelten lassen. Du darfst meine Mutter
nicht vergessen, Peter. Sie war ganz klein, vielleicht noch kleiner als
ich. Wenn sie mir die Hand gab, war es gerade so, wie wenn sich ein winzig
kleiner Vogel draufgesetzt hätte. Es langt ein Kindersarg für sie, hat der
Nachbar Rütimann gesagt, wie sie gestorben ist.«
Auch für ihn hätte schier ein Kindersarg hingereicht. Er lag so
verschwunden und klein in seinem sauberen Spitalbett, und seine Hände sahen
nun wie kranke Frauenhände aus, lang, schmal, weiß und ein wenig gekrümmt.
Als er aufhörte, von seiner Mutter zu träumen, kam ich an die Reihe. Er
sprach von mir, als säße ich nicht dabei.
»Er ist ein Pechvogel, nun freilich, aber es hat ihm nichts geschadet.
Seine Mutter ist zu früh gestorben.«
»Kennst du mich noch, Boppi?« fragte ich.
»Jawohl, Herr Camenzind,« sagte er scherzhaft und lachte ganz leise.
»Wenn ich nur singen könnte,« meinte er gleich darauf.
Am letzten Tage fragte er noch: »Du, kostet es viel hier im Spital? Es
könnte zu teuer werden.«
Doch erwartete er keine Antwort. Eine feine Röte stieg ihm in das weiße
Gesicht, er schloß die Augen und sah eine Weile aus wie ein überaus
glücklicher Mensch.
»Es geht zu Ende,« sagte die Schwester.
Aber er öffnete die Augen noch einmal, sah mich schelmisch an und bewegte
die Brauen so, als wollte er mir zunicken. Ich stand auf, legte die Hand
unter seine linke Schulter und hob ihn sachte ein klein wenig, was ihm
jedesmal wohltat. So auf meiner Hand liegend verzog er noch einmal in
kurzem Schmerz die Lippen, dann drehte er den Kopf ein wenig und
schauderte, als fröre ihn plötzlich. Das war die Erlösung.
»Ist's gut, Boppi?« fragte ich noch. Er war aber schon seiner Leiden ledig
und erkaltete mir in der Hand. Es war am siebenten Januar, eine Stunde nach
Mittag. Gegen Abend machten wir alles fertig und der kleine, verwachsene
Körper lag friedlich und sauber ohne weitere Entstellungen da bis es Zeit
war ihn wegzubringen und zu begraben. Während dieser zwei Tage war ich
beständig darüber verwundert, daß ich weder besonders traurig noch ratlos
war und nicht einmal weinen mußte. Ich hatte die Trennung und den Abschied
so gründlich während der Krankheit durchempfunden, daß nun wenig mehr davon
überblieb und die schwankende Schale meines Schmerzes langsam und
erleichtert wieder in die Höhe stieg.
Trotzdem schien es mir jetzt an der Zeit, die Stadt in aller Stille zu
verlassen und mich irgendwo, womöglich im Süden, auszuruhen und das nur
erst grob angelegte Gefäde meiner Dichtung einmal ernstlich auf den
Webstuhl zu spannen. Ein wenig Geld hatte ich übrig, also hing ich meine
literarischen Verpflichtungen an den Nagel und richtete mich ein, beim
ersten Frühlingsbeginn zu packen und abzureisen. Zunächst nach Assisi, wo
die Gemüsehändlerin meinen Besuch erwartete, dann zu tüchtiger Arbeit in
ein möglichst stilles Bergnest. Mir schien ich habe nun ein hinreichendes
Stück Leben und Tod gesehen, um etwa andern Leuten zumuten zu dürfen, mich
darüber ein wenig räsonnieren zu hören. In wohliger Ungeduld wartete ich
auf den März und hatte vorempfindend schon das Ohr voll italienischer
Kraftworte und in der Nase einen kitzelnd würzigen Duft von Risotto,
Orangen und Chiantiwein.
Der Plan war tadellos und befriedigte mich, je länger ich ihn überlegte,
desto mehr. Indessen tat ich wohl daran, mich des Chianti im voraus zu
freuen, denn es kam alles ganz anders.
Ein beweglicher, phantastisch stilisierter Brief des Gastwirts Nydegger
verkündigte mir im Februar, es liege sehr viel Schnee und im Dorfe sei bei
Vieh und Menschen nicht alles in Ordnung, namentlich stehe es mit meinem
Herrn Vater bedenklich und alles in allem wäre es gut, wenn ich Geld
schicken oder selber kommen würde. Da das Geldschicken mir nicht paßte und
der Alte mir wirklich Sorge machte, mußte ich eben reisen. An einem
unwirschen Tage kam ich an, vor Schneefall und Wind waren weder Berge noch
Häuser sichtbar und es kam mir zu gut, daß ich den Weg auch blindlings
kannte. Der alte Camenzind lag wider meine Vermutung nicht zu Bett, sondern
saß dürftig und kleinlaut in der Ofenecke und war von einer Nachbarin
belagert, die ihm Milch gebracht hatte und ihm soeben über seinen schlimmen
Lebenswandel gründlich und ausdauernd den Text las, worin auch mein
Eintritt sie nicht störte.
»Lueg', der Peter isch cho,« sagte der graue Sünder und zwinkerte mir mit
dem linken Auge zu.
Aber sie fuhr unbeirrt in ihrer Predigt fort. Ich setzte mich auf einen
Stuhl, wartete das Versiegen ihrer Nächstenliebe ab und fand in ihrer Rede
einige Kapitel, die auch mir nicht schadeten. Nebenher schaute ich zu, wie
mir der Schnee von Mantel und Stiefeln schmolz und rings um meinen Stuhl
zuerst einen feuchten Flecken und dann einen stillen Weiher bildete. Erst
als die Frau ein Ende gefunden hatte, konnte das offizielle Wiedersehen
stattfinden, an welchem sie ganz freundlich teilnahm.
Der Vater hatte sehr an Kräften abgenommen. Mir fiel mein früherer kurzer
Versuch, ihn zu pflegen, wieder ein. Das Abreisen damals hatte also nichts
geholfen und ich konnte nun, da es freilich nötiger war, doch noch die
Suppe ausfressen.
Schließlich kann man von einem knorrigen alten Bauern, der auch in seinen
besseren Zeiten kein Tugendspiegel war, nicht verlangen, daß er in den
Tagen der Greisenkrankheiten milde werde und dem Schauspiel der Sohnesliebe
mit Rührung beiwohne. Das tat mein Vater denn auch durchaus nicht, sondern
war je kränker desto widerwärtiger und zahlte mir alles, womit ich ihn
früher je gequält hatte, wenn nicht mit Zinsen so doch glatt und
wohlgemessen heim. Mit Worten allerdings war er sparsam und vorsichtig
gegen mich, aber er verfügte über eine Menge von drastischen Mitteln, ohne
Worte unzufrieden, bitter und ruppig zu sein. Mich wunderte zuweilen, ob
wohl auch aus mir einmal im Alter ein so fataler und heikler Kauz werden
möchte. Mit dem Trinken war es für ihn so gut wie vorbei und das Glas guten
Südweins, das ich ihm täglich zweimal einschenkte, genoß er nur mit böser
Miene, weil ich die Flasche stets sogleich wieder in den leeren Keller
zurückbrachte, dessen Schlüssel ich ihm nie überließ.
Erst gegen Ende Februars kamen jene hellen Wochen, die den
Hochgebirgswinter so herrlich machen. Die hohen, beschneiten Bergschroffen
standen klar gegen den kornblumenblauen Himmel und sahen in der
durchsichtigen Luft unwahrscheinlich nahe aus. Matten und Halden lagen
schneebedeckt -- mit dem Schnee des Bergwinters, den man so weiß und
kristallen und herbduftend in den Talländern niemals findet. Auf kleinen
Erdschwellungen feiert in der Mittagszeit das Sonnenlicht glänzende Feste,
in Mulden und an Abhängen liegen satte blaue Schatten und die Luft ist nach
wochenlangem Schneefall so ganz gereinigt, daß in der Sonne jeder Atemzug
ein Genuß ist. An den kleineren Halden fröhnt die Jugend der Gimmelfahrt
und in der Stunde nach Mittag sieht man alte Leutchen auf den Gassen stehen
und sich an der Sonne gütlich tun, während nachts die Dachsparren im Froste
krachen. Inmitten der weißen Schneefelder liegt still und blau der niemals
gefrierende See, schöner als er je im Sommer sein kann. Jeden Tag vor dem
Mittagessen half ich dem Vater vor die Tür und schaute zu, wie er seine
braunen und knotig verbogenen Finger in die schöne Sonnenwärme streckte.
Nach einer Weile begann er alsdann zu husten und über die Kühle zu klagen.
Das war einer seiner harmlosen Kniffe, um einen Schnaps von mir zu
erlangen; denn weder der Husten noch die Kühle waren ernst zu nehmen. Also
bekam er ein Gläschen Enzian oder einen kleinen Absinth, hörte in
kunstreicher Abstufung zu husten auf und freute sich hinterrücks, mich
überlistet zu haben. Nach Tisch ließ ich ihn allein, band die Gamaschen um
und lief ein paar Stunden bergan, soweit es gehen wollte, und legte den
Heimweg, auf einem mitgenommenen Fruchtsack sitzend, als Rutschpartie über
die schrägen Schneefelder zurück.
Als die Zeit herankam, in der ich etwa nach Assisi hatte reisen wollen, lag
noch metertiefer Schnee. Erst im April begann das Frühjahr sich zu regen
und es kam eine bösartig rasche Schneeschmelze über unser Dorf wie seit
Jahren keine mehr gewesen war. Tag und Nacht hörte man den Föhn heulen, das
Krachen entfernter Lauen und das erbitterte Brausen der Sturzbäche, welche
große Felsstücke und zersplitterte Bäume mitbrachten und auf unsre armen,
schmalen Grundstücke und Obstwiesen warfen. Das Föhnfieber ließ mich nicht
schlafen, Nacht für Nacht hörte ich ergriffen und angstvoll den Sturm
klagen, die Lauen donnern und den wütenden See an die Ufer branden. In
dieser fiebernden Zeit der schrecklichen Frühlingskämpfe überfiel mich noch
einmal die überwundene Liebeskrankheit so ungestüm, daß ich mich nachts
erhob, mich ins Türfenster legte und unter bitteren Schmerzen Liebesworte
an Elisabeth in das Getöse hinaus rief. Seit der lauen Züricher Nacht, in
der ich auf dem Hügel über dem Hause der welschen Malerin vor Liebe gerast
hatte, war die Leidenschaft nie mehr so schrecklich und unwiderstehlich
über mich Herr geworden. Es war mir oft so, als stünde die schöne Frau ganz
nahe vor mir und lächle mich an und wiche doch bei jedem Schritt, den ich
ihr näher träte, zurück. Meine Gedanken, mochten sie herkommen von wo sie
wollten, kehrten unabänderlich zu diesem Bilde zurück und ich konnte gleich
einem Verwundeten es nicht lassen, immer wieder an der jückenden Schwäre zu
kratzen. Ich schämte mich vor mir selber, was ebenso quälend wie nutzlos
war, verwünschte den Föhn und hatte heimlich neben allen Qualen doch ein
verschwiegenes, warmes Lustgefühl, ganz wie in Knabenzeiten, wenn ich an
die hübsche Rösi dachte und die laue, dunkle Woge mich überlief.
Ich begriff, daß gegen diese Krankheit kein Kraut gewachsen war, und
versuchte wenigstens ein bißchen zu arbeiten. Ich begann den Aufbau meines
Werkes in Angriff zu nehmen, entwarf einige Studien und sah bald ein, daß
dafür jetzt nicht die Zeit sei. Indessen liefen von überall her die bösen
Föhnberichte ein und im Dorfe selbst nahm die Not überhand. Die Bachdämme
waren halb zerstört, manche Häuser, Scheunen und Ställe hatten starken
Schaden gelitten, von der Außengemeinde trafen mehrere Obdachlose ein,
überall war Klage und Not und nirgends Geld. In diesen Tagen war's, daß zu
meinem Glück der Schulze mich auf sein Ratsstübchen holen ließ und mich
fragte, ob ich willens sei, einem Ausschuß zur Abhülfe der allgemeinen Not
beizutreten. Man traue mir zu, die Sache der Gemeinde beim Kanton zu
vertreten und namentlich durch die Zeitungen das Land zur Teilnahme und
Beisteuer zu bewegen. Mir kam es gelegen, gerade jetzt meine nutzlosen
eigenen Leiden über einer ernsteren und würdigeren Sache vergessen zu
können, und ich ging verzweifelt ins Zeug. In Basel gewann ich durch Briefe
rasch einige Sammler. Der Kanton hatte, wie wir voraus wußten, kein Geld
und konnte nur ein paar Hülfsarbeiter senden. Nun wandte ich mich an die
Zeitungen mit Aufrufen und Berichten; Briefe, Beiträge und Anfragen liefen
ein und ich hatte neben der Schreiberei noch die Gemeinderatshändel mit den
harten Bauernschädeln durchzufechten.
Die paar Wochen strenger, unentrinnbarer Arbeit taten mir gut. Als die
Sache allmählich in eine geregelte Bahn gebracht und ich dabei minder
notwendig geworden war, grünten ringsum die Matten und blaute der See
harmlos und sonnig zu den vom Schnee befreiten Halden hinauf. Mein Vater
hatte erträgliche Tage und meine Liebesnöte waren gleich den schmutzigen
Lawinenresten verschwunden und zerlaufen. In diesen Zeiten hatte früher
mein Vater seinen Nachen gefirnißt, die Mutter hatte vom Garten her
zugesehen und ich hatte mein Auge auf des Alten Hantierung, auf die Wolken
seiner Pfeife und auf die gelben Schmetterlinge gehabt. Diesmal war kein
Nachen zum Anstreichen mehr da, die Mutter war lange tot und der Vater
bockte verdrossen in dem verwahrlosten Hause herum. An die alten Zeiten
erinnerte mich auch Onkel Konrad. Häufig nahm ich ihn, vom Vater ungesehen,
zu einem Gläschen Wein mit und hörte zu, wie er erzählte und seiner vielen
Projekte mit gutmütigem Lachen und doch nicht ohne Stolz gedachte. Neue
machte er zur Zeit nicht mehr und das Alter hatte ihn auch sonst stark
gezeichnet, trotzdem war in seinen Mienen und zumal in seinem Lachen etwas
Knaben- oder Jünglinghaftes, das mir wohltat. Er war oft mein Trost und
Zeitvertreib, wenn ich es zuhaus beim Alten nimmer aushielt. Nahm ich ihn
zum Wein mit, so trottete er hastig neben mir her und bestrebte sich
ängstlich, seine krummgewordenen, mageren Beine im gleichen Schritt mit
meinen zu halten.
»Mußt Segel nehmen, Onkel Konrad,« munterte ich ihn auf, und über dem Segel
kamen wir dann jedesmal auf unsern alten Nachen zu sprechen, welcher nimmer
da war und den er wie einen lieben Toten beklagte. Da auch mir das alte
Stück lieb gewesen war und nun fehlte, gedachten wir seiner und aller mit
ihm passierten Geschichten bis ins kleinste.
Der See war so blau wie ehemals, die Sonne nicht minder feiertäglich und
warm, und ich alter Bursche schaute oft den gelben Faltern zu und hatte ein
Gefühl, als wäre seit damals im Grunde wenig anders geworden und als könnte
ich ebensowohl mich wieder in die Matten legen und Bubenträume aushecken.
Daß dem nicht so war und daß ich ein gutes Teil meiner Jahre auf
Nimmerwiedersehen schon verbraucht hatte, konnte ich jeden Tag beim Waschen
sehen, wenn aus der rostigen Blechschüssel mein Kopf mit der starken Nase
und dem säuerlichen Mund mich anglänzte. Noch besser sorgte Camenzind
senior dafür, daß ich nicht am Wandel der Zeiten irre ward, und wenn ich
ganz in die Gegenwart gerückt sein wollte, brauchte ich nur die klamme
Tischlade in meiner Stube zu öffnen, worin mein künftiges Werk lag und
schlief, aus einem Paket verjährter Skizzen und aus sechs oder sieben
Entwürfen auf Quartbogen bestehend. Ich öffnete die Lade aber selten.
Neben der Pflege des Alten gab mir das Instandhalten unsres verlotterten
Hauswesens reichlich zu tun. In den Dielen klafften Abgründe, Ofen und Herd
waren defekt, rauchten und stänkerten, die Türen schlossen nicht und die
Leitertreppe auf den Boden, den ehemaligen Schauplatz der väterlichen
Züchtigungen, war lebensgefährlich. Ehe hieran etwas getan werden konnte,
mußte das Beil geschliffen, die Säge geflickt, ein Hammer entlehnt und
Nägel zusammengesucht werden, dann galt es, aus dem faulenden Rest des
ehemaligen Holzvorrates brauchbare Stücke herzurichten. Beim Reparieren der
Werkzeuge und des alten Schleifsteins ging mir Onkel Konrad ein wenig an
die Hand, doch war er zu alt und krumm geworden um viel zu nützen. Also
zerschliß ich mir meine weichen Schreiberhände am widerspenstigen Holz,
trat den wackligen Schleifstein, kletterte auf dem allenthalben undicht
gewordenen Dach umher, nagelte, hämmerte, schindelte und schnitzte, wobei
mein etwas ins Feiste gediehener Adam manchen Tropfen Schweiß vergoß.
Zuweilen hielt ich denn auch, namentlich bei der leidigen Dachflickerei,
mitten im Hammerschlag inne, setzte mich zurecht, sog die halberloschene
Cigarre wieder an, schaute in die tiefe Himmelsbläue und genoß meine
Trägheit im frohen Bewußtsein, daß jetzt der Vater mich nimmer antreiben
und schelten konnte. Kamen dann Nachbarsleute vorübergewandelt, Weiber,
alte Männer und Schulkinder, so knüpfte ich zur Beschönigung meines
Nichtstuns freundnachbarliche Gespräche mit ihnen an und kam allmählich in
den Geruch eines Mannes, mit dem sich ein vernünftiges Wort reden lasse.
»Macht's warm heut, Lisbeth?«
»Allweg, Peter. Was schaffst?«
»'s Dach flicken.«
»Kann nit schaden, 's hat's allweg schon länger nötig gehabt.«
»Wohl, wohl.«
»Was macht denn der Alte? Er wird leicht seine siebenzig alt sein.«
»Achtzig, Lisbeth, achtzig. Was meinst, wenn wir einmal so alt sind? 's ist
kein Spaß.«
»Wohl Peter, aber jetzt muß ich weiter, der Mann will's Essen haben. Mach's
gut unterdes!«
»Adie, Lisbeth.«
Und während sie mit dem Napf im Tüchlein weiter pilgerte, blies ich Wolken
in die Luft, sah ihr nach und besann mich, wie es nur käme, daß alle Leute
so fleißig ihren Geschäften nachgingen, indes ich schon zwei volle Tage an
der gleichen Latte herumnagelte. Schließlich aber war das Dach doch
geflickt. Der Vater interessierte sich ausnahmsweise dafür und da ich ihn
unmöglich aufs Dach schleppen konnte, mußte ich ihm ausführlich beschreiben
und über jede halbe Latte Rechenschaft ablegen, wobei es mir auf einige
Prahlereien nicht ankam.
»'s ist gut,« gab er zu, »'s ist gut, aber ich hätt' nicht geglaubt, daß du
dies Jahr noch fertig wirst.«
* * * * *
Wenn ich nun meine Fahrten und Lebensversuche beschaue und überdenke, freut
und ärgert es mich, die alte Erfahrung auch an mir erlebt zu haben, daß die
Fische ins Wasser und die Bauern aufs Land gehören und daß aus einem
Nimikoner Camenzind trotz aller Künste kein Stadt- und Weltmensch zu machen
ist. Ich gewöhne mich daran, das in der Ordnung zu finden und bin froh, daß
meine ungeschickte Jagd um das Glück der Welt mich wider Willen in den
alten Winkel zwischen See und Bergen zurückgeführt hat, wo ich hingehöre
und wo meine Tugenden und Laster, namentlich aber die Laster, etwas
ordinäres und hergebrachtes sind. Da draußen hatte ich die Heimat vergessen
und war nahe daran gewesen, mir selbst als eine seltene und merkwürdige
Pflanze vorzukommen; nun sehe ich wieder, daß es nur der Nimikoner Geist
war, der in mir spukte und sich dem Brauch der übrigen Welt nicht fügen
konnte. Hier fällt es niemand ein, einen Sonderling in mir zu sehen, und
wenn ich meinen alten Papa oder den Onkel Konrad betrachte, komme ich mir
wie ein ordentlich geratener Sohn und Neffe vor. Meine paar Zickzackflüge
im Reich des Geistes und der sogenannten Bildung lassen sich füglich der
berühmten Segelfahrt des Oheims vergleichen, nur daß sie an Geld und Mühe
und schönen Jahren mich teurer zu stehen kamen. Auch äußerlich bin ich,
seit mein Vetter Kuoni mir den Bart stutzt und seit ich wieder Gürtelhosen
trage und in Hemdärmeln herumlaufe, wieder ganz ein Hiesiger geworden und
werde, wenn ich einmal grau und alt bin, unvermerkt meines Vaters Platz und
seine kleine Rolle im Dorfleben übernehmen. Die Leute wissen bloß, ich sei
Jahre lang in der Fremde gewesen und ich hüte mich wohl, ihnen zu sagen,
was für ein lausiges Metier ich dort betrieben und in wieviel Pfützen ich
gesteckt habe; sonst hätte ich bald meinen Spott und Übernamen weg. So oft
ich von Deutschland, Italien oder Paris erzähle, blase ich mich ein bißchen
auf und komme selbst bei den ehrlichsten Stellen zuweilen in einige Zweifel
an meiner eigenen Wahrhaftigkeit.
Und was ist denn nun bei so viel Irrfahrten und verbrauchten Jahren
herausgekommen? Die Frau, die ich liebte und immer noch liebe, erzieht in
Basel ihre zwei hübschen Kinder. Die andere, die mich lieb hatte, hat sich
getröstet und handelt weiterhin mit Obst, Gemüse und Sämereien. Der Vater,
Sez Alman ädäbiyättän 1 tekst ukıdıgız.
Çirattagı - Peter Camenzind - 11
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    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1684
    41.0 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    54.0 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    60.4 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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  • Peter Camenzind - 04
    Süzlärneñ gomumi sanı 4481
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1648
    40.5 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    53.3 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    58.5 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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  • Peter Camenzind - 05
    Süzlärneñ gomumi sanı 4367
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1761
    36.0 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    47.6 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    52.7 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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  • Peter Camenzind - 06
    Süzlärneñ gomumi sanı 4331
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1725
    38.7 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    50.8 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    56.3 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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  • Peter Camenzind - 07
    Süzlärneñ gomumi sanı 4444
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1665
    38.6 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    50.4 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    57.1 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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  • Peter Camenzind - 08
    Süzlärneñ gomumi sanı 4392
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1712
    38.7 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    52.1 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    57.3 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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  • Peter Camenzind - 09
    Süzlärneñ gomumi sanı 4475
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1632
    40.3 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    52.7 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    58.1 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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  • Peter Camenzind - 10
    Süzlärneñ gomumi sanı 4569
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1643
    38.8 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    51.3 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    57.8 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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  • Peter Camenzind - 11
    Süzlärneñ gomumi sanı 1151
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 616
    47.6 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    59.2 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    63.9 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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