Kant's gesammelte Schriften. Band V. Kritik der Urtheilskraft. - 15

Süzlärneñ gomumi sanı 4023
Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1309
40.6 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
54.0 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
60.7 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
Härber sızık iñ yış oçrıy torgan 1000 süzlärneñ protsentnı kürsätä.
italki
das Geschmacksurtheil ist doch über das, was in dieser Kunst schön
ist, sofern auf einerlei Art bestimmt: nämlich nur die Formen (ohne
Rücksicht auf einen Zweck) so, wie sie sich dem Auge darbieten, einzeln
oder in ihrer Zusammensetzung nach der Wirkung, die sie auf die
Einbildungskraft thun, zu |324.5| beurtheilen. — Wie aber bildende
Kunst zur Geberdung in einer Sprache (der Analogie nach) gezählt werden
könne, wird dadurch gerechtfertigt, #211# daß der Geist des Künstlers
durch diese Gestalten von dem, was und wie er gedacht hat, einen
körperlichen Ausdruck giebt und die Sache selbst gleichsam mimisch
sprechen macht: ein sehr gewöhnliches Spiel unserer |324.10| Phantasie,
welche leblosen Dingen ihrer Form gemäß einen Geist unterlegt, der aus
ihnen spricht.
[19] Daß die Lustgärtnerei als eine Art von Malerkunst
betrachtet werden könne, ob sie zwar ihre Formen körperlich
darstellt, scheint befremdlich; da sie aber ihre Formen
wirklich aus der Natur nimmt (die Bäume, Gesträuche, Gräser
und Blumen aus Wald und Feld, wenigstens uranfänglich) und
sofern nicht etwa wie die Plastik Kunst ist, auch keinen
Begriff von dem Gegenstande und seinem Zwecke |323.30| (wie
etwa die Baukunst) zur Bedingung ihrer Zusammenstellung hat,
sondern bloß das freie Spiel der Einbildungskraft in der
Beschauung: so kommt sie mit der bloß ästhetischen Malerei,
die kein bestimmtes Thema hat (Luft, Land und Wasser durch
Licht und Schatten unterhaltend zusammen stellt), sofern
überein. — Überhaupt wird der Leser dieses nur als einen
Versuch von der Verbindung der schönen |323.35| Künste unter
einem Princip, welches diesmal das des Ausdrucks ästhetischer
Ideen (nach der Analogie einer Sprache) sein soll, beurtheilen
und nicht als für entschieden gehaltene Ableitung derselben
ansehen.
3) Die Kunst des SCHÖNEN SPIELS DER EMPFINDUNGEN (die von außen
erzeugt werden und das sich gleichwohl doch muß allgemein mittheilen
lassen) kann nichts anders als die Proportion der verschiedenen
|324.15| Grade der Stimmung (Spannung) des Sinns, dem die Empfindung
angehört, d. i. den Ton desselben, betreffen; und in dieser
weitläuftigen Bedeutung des Worts kann sie in das künstliche Spiel der
Empfindungen des Gehörs und der des Gesichts, mithin in =Musik= und
=Farbenkunst= eingetheilt werden. — Es ist merkwürdig: daß diese zwei
Sinne außer |324.20| der Empfänglichkeit für Eindrücke, so viel davon
erforderlich ist, um von äußern Gegenständen vermittelst ihrer Begriffe
zu bekommen, noch einer besondern damit verbundenen Empfindung fähig
sind, von welcher man nicht recht ausmachen kann, ob sie den Sinn,
oder die Reflexion zum Grunde habe; und daß diese Affectibilität doch
bisweilen mangeln kann, |324.25| obgleich der Sinn übrigens, was seinen
Gebrauch zum Erkenntniß der Objecte betrifft, gar nicht mangelhaft,
sondern wohl gar vorzüglich fein #212# ist. Das heißt, man kann nicht
mit Gewißheit sagen: ob eine Farbe oder ein Ton (Klang) bloß angenehme
Empfindungen, oder an sich schon ein schönes Spiel von Empfindungen
sei und als ein solches ein Wohlgefallen |324.30| an der Form in der
ästhetischen Beurtheilung bei sich führe. Wenn man die Schnelligkeit
der Licht- oder, in der zweiten Art, der Luftbebungen, die alles
unser Vermögen, die Proportion der Zeiteintheilung durch dieselben
unmittelbar bei der Wahrnehmung zu beurtheilen, wahrscheinlicherweise
bei weitem übertrifft, bedenkt: so sollte man glauben, nur die
=Wirkung= |324.35| dieser Zitterungen auf die elastischen Theile
unsers Körpers werde empfunden, die =Zeiteintheilung= durch dieselben
aber nicht bemerkt und in Beurtheilung gezogen, mithin mit Farben
und Tönen nur Annehmlichkeit, nicht Schönheit ihrer Composition
verbunden. Bedenkt man aber dagegen =erstlich= das Mathematische,
welches sich über die Proportion dieser Schwingungen in der Musik und
ihre Beurtheilung sagen läßt, und beurtheilt die Farbenabstechung,
wie billig, nach der Analogie mit der |325.5| letztern; zieht man
=zweitens= die, obzwar seltenen Beispiele von Menschen, die mit dem
besten Gesichte von der Welt nicht haben Farben und mit dem schärfsten
Gehöre nicht Töne unterscheiden können, zu Rath, imgleichen für die,
welche dieses können, die Wahrnehmung einer veränderten Qualität (nicht
bloß des Grades der Empfindung) bei den verschiedenen Anspannungen
|325.10| auf der Farben- oder Tonleiter, imgleichen daß die Zahl
derselben #213# für =begreifliche= Unterschiede bestimmt ist: so möchte
man sich genöthigt sehen, die Empfindungen von beiden nicht als bloßen
Sinneneindruck, sondern als die Wirkung einer Beurtheilung der Form im
Spiele vieler Empfindungen anzusehen. Der Unterschied, den die eine
oder die |325.15| andere Meinung in der Beurtheilung des Grundes der
Musik giebt, würde aber nur die Definition dahin verändern, daß man sie
entweder, wie wir gethan haben, für das =schöne= Spiel der Empfindungen
(durch das Gehör), oder =angenehmer= Empfindungen erklärte. Nur nach
der erstern Erklärungsart wird Musik gänzlich als =schöne=, nach der
zweiten aber als |325.20| =angenehme= Kunst (wenigstens zum Theil)
vorgestellt werden.

§ 52.
Von der Verbindung der schönen Künste in einem und demselben Producte.
Die Beredsamkeit kann mit einer malerischen Darstellung ihrer
Subjecte |325.25| sowohl als Gegenstände in einem =Schauspiele=, die
Poesie mit Musik im =Gesange=, dieser aber zugleich mit malerischer
(theatralischer) Darstellung in einer =Oper=, das Spiel der
Empfindungen in einer Musik mit dem Spiele der Gestalten im =Tanz=
u. s. w. verbunden werden. Auch kann die Darstellung des Erhabenen,
sofern sie zur schönen Kunst gehört, |325.30| in einem =gereimten
Trauerspiele=, einem =Lehrgedichte=, einem =Oratorium= #214# sich mit
der Schönheit vereinigen; und in diesen Verbindungen ist die schöne
Kunst noch künstlicher: ob aber auch schöner (da sich so mannigfaltige
verschiedene Arten des Wohlgefallens einander durchkreuzen), kann in
einigen dieser Fälle bezweifelt werden. Doch in aller schönen |325.35|
Kunst besteht das Wesentliche in der Form, welche für die Beobachtung
und Beurtheilung zweckmäßig ist, wo die Lust zugleich Cultur ist
und den Geist zu Ideen stimmt, mithin ihn mehrerer solcher Lust und
Unterhaltung empfänglich macht; nicht in der Materie der Empfindung
(dem Reize oder der Rührung), wo es bloß auf Genuß angelegt ist,
welcher |326.5| nichts in der Idee zurückläßt, den Geist stumpf, den
Gegenstand nach und nach anekelnd und das Gemüth durch das Bewußtsein
seiner im Urtheile der Vernunft zweckwidrigen Stimmung mit sich selbst
unzufrieden und launisch macht.
Wenn die schönen Künste nicht nahe oder fern mit moralischen Ideen
|326.10| in Verbindung gebracht werden, die allein ein selbstständiges
Wohlgefallen bei sich führen, so ist das letzere ihr endliches
Schicksal. Sie dienen alsdann nur zur Zerstreuung, deren man immer
desto mehr bedürftig wird, als man sich ihrer bedient, um die
Unzufriedenheit des Gemüths mit sich selbst dadurch zu vertreiben,
daß man sich immer noch unnützlicher und |326.15| mit sich selbst
unzufriedener macht. Überhaupt sind die Schönheiten der Natur zu der
ersteren Absicht am zuträglichsten, wenn man früh dazu #215# gewöhnt
wird, sie zu beobachten, zu beurtheilen und zu bewundern.

§ 53.
Vergleichung des ästhetischen Werths der schönen Künste |326.20|
untereinander.
Unter allen behauptet die =Dichtkunst= (die fast gänzlich dem Genie
ihren Ursprung verdankt und am wenigsten durch Vorschrift, oder durch
Beispiele geleitet sein will) den obersten Rang. Sie erweitert das
Gemüth dadurch, daß sie die Einbildungskraft in Freiheit setzt und
innerhalb |326.25| den Schranken eines gegebenen Begriffs unter der
unbegränzten Mannigfaltigkeit möglicher damit zusammenstimmender
Formen diejenige darbietet, welche die Darstellung desselben mit einer
Gedankenfülle verknüpft, der kein Sprachausdruck völlig adäquat ist,
und sich also ästhetisch zu Ideen erhebt. Sie stärkt das Gemüth, indem
sie es sein |326.30| freies, selbstthätiges und von der Naturbestimmung
unabhängiges Vermögen fühlen läßt, die Natur als Erscheinung nach
Ansichten zu betrachten und zu beurtheilen, die sie nicht von selbst
weder für den Sinn noch den Verstand in der Erfahrung darbietet,
und sie also zum Behuf und gleichsam zum Schema des Übersinnlichen
zu gebrauchen. Sie spielt mit |326.35| dem Schein, den sie nach
Belieben bewirkt, ohne doch dadurch zu betrügen; denn sie erklärt
ihre Beschäftigung selbst für bloßes Spiel, welches gleichwohl #216#
vom Verstande und zu dessen Geschäfte zweckmäßig gebraucht werden
kann. — Die Beredsamkeit, sofern darunter die Kunst zu überreden,
d. i. durch den schönen Schein zu hintergehen (als _ars oratoria_),
und nicht |327.5| bloße Wohlredenheit (Eloquenz und Stil) verstanden
wird, ist eine Dialektik, die von der Dichtkunst nur so viel entlehnt,
als nöthig ist, die Gemüther vor der Beurtheilung für den Redner zu
dessen Vortheil zu gewinnen und dieser die Freiheit zu benehmen; kann
also weder für die Gerichtsschranken, noch für die Kanzeln angerathen
werden. Denn wenn |327.10| es um bürgerliche Gesetze, um das Recht
italki
einzelner Personen, oder um dauerhafte Belehrung und Bestimmung der
Gemüther zur richtigen Kenntniß und gewissenhaften Beobachtung ihrer
Pflicht zu thun ist: so ist es unter der Würde eines so wichtigen
Geschäftes, auch nur eine Spur von Üppigkeit des Witzes und der
Einbildungskraft, noch mehr aber von |327.15| der Kunst zu überreden
und zu irgend jemandes Vortheil einzunehmen blicken zu lassen. Denn
wenn sie gleich bisweilen zu an sich rechtmäßigen und lobenswürdigen
Absichten angewandt werden kann, so wird sie doch dadurch verwerflich,
daß auf diese Art die Maximen und Gesinnungen subjectiv verderbt
werden, wenn gleich die That objectiv gesetzmäßig ist: |327.20| indem
es nicht genug ist, das, was Recht ist, zu thun, sondern es auch
aus dem Grunde allein, weil es Recht ist, auszuüben. Auch hat der
bloße deutliche Begriff dieser Arten von menschlicher Angelegenheit,
mit einer [P:217] lebhaften Darstellung in Beispielen verbunden und
ohne Verstoß wider die Regeln des Wohllauts der Sprache, oder der
Wohlanständigkeit des |327.25| Ausdrucks für Ideen der Vernunft (die
zusammen die Wohlredenheit ausmachen), schon an sich hinreichenden
Einfluß auf menschliche Gemüther, als daß es nöthig wäre noch die
Maschinen der Überredung hiebei anzulegen; welche, da sie eben sowohl
auch zur Beschönigung oder Verdeckung des Lasters und Irrthums
gebraucht werden können, den geheimen Verdacht wegen |327.30| einer
künstlichen Überlistung nicht ganz vertilgen können. In der Dichtkunst
geht alles ehrlich und aufrichtig zu. Sie erklärt sich, ein bloßes
unterhaltendes Spiel mit der Einbildungskraft und zwar der Form nach
einstimmig mit Verstandesgesetzen treiben zu wollen; und verlangt nicht
den Verstand durch sinnliche Darstellung zu überschleichen und zu
verstricken.[20] |327.35|
[20] Ich muß gestehen: daß ein schönes Gedicht mir immer
ein reines Vergnügen gemacht hat, anstatt daß die Lesung der
besten Rede eines römischen Volks- oder jetzigen Parlaments-
oder Kanzelredners jederzeit mit dem unangenehmen Gefühl der
Mißbilligung einer hinterlistigen Kunst vermengt war, welche
die Menschen als |328.25| Maschinen in wichtigen Dingen zu
einem Urtheile zu bewegen versteht, das im ruhigen Nachdenken
alles Gewicht bei ihnen verlieren muß. Beredtheit und
Wohlredenheit (zusammen Rhetorik) gehören zur schönen Kunst;
aber Rednerkunst (_ars oratoria_) ist, als Kunst sich der
Schwächen der Menschen zu seinen Absichten zu bedienen (diese
mögen immer so gut gemeint, oder auch wirklich gut sein,
als sie |328.30| wollen), gar keiner =Achtung= würdig. Auch
erhob sie sich nur sowohl in Athen als in Rom zur höchsten
Stufe zu einer Zeit, da der Staat seinem Verderben zueilte
und wahre patriotische Denkungsart erloschen war. Wer bei
klarer Einsicht in Sachen die Sprache nach deren Reichthum und
Reinigkeit in seiner Gewalt hat und bei einer fruchtbaren, zur
Darstellung seiner Ideen tüchtigen Einbildungskraft |328.35|
lebhaften Herzensantheil am wahren Guten nimmt, ist der _vir
bonus dicendi peritus_, der Redner ohne Kunst, aber voll
Nachdruck, wie ihn =Cicero= haben will, ohne doch diesem Ideal
selbst immer treu geblieben zu sein.
Nach der Dichtkunst würde ich, =wenn es um Reiz und Bewegung #218#
des Gemüths zu thun ist=, diejenige, welche ihr unter den redenden
am nächsten kommt und sich damit auch sehr natürlich vereinigen
läßt, nämlich die =Tonkunst=, setzen. Denn ob sie zwar durch lauter
Empfindungen ohne Begriffe spricht, mithin nicht wie die Poesie
etwas zum Nachdenken |328.5| übrig bleiben läßt, so bewegt sie
doch das Gemüth mannigfaltiger und, obgleich bloß vorübergehend,
doch inniglicher; ist aber freilich mehr Genuß als Cultur (das
Gedankenspiel, was nebenbei dadurch erregt wird, ist bloß die Wirkung
einer gleichsam mechanischen Association); und hat, durch Vernunft
beurtheilt, weniger Werth, als jede andere der schönen |328.10|
Künste. Daher verlangt sie wie jeder Genuß öftern Wechsel und hält
die mehrmalige Wiederholung nicht aus, ohne Überdruß zu erzeugen. Der
Reiz derselben, der sich so allgemein mittheilen läßt, scheint darauf
#219# zu beruhen: daß jeder Ausdruck der Sprache im Zusammenhange
einen Ton hat, der dem Sinne desselben angemessen ist; daß dieser Ton
mehr |328.15| oder weniger einen Affect des Sprechenden bezeichnet
und gegenseitig auch im Hörenden hervorbringt, der denn in diesem
umgekehrt auch die Idee erregt, die in der Sprache mit solchem Tone
ausgedrückt wird; und daß, so wie die Modulation gleichsam eine
allgemeine jedem Menschen verständliche Sprache der Empfindungen ist,
die Tonkunst diese für sich |328.20| allein in ihrem ganzen Nachdrucke,
nämlich als Sprache der Affecten, ausübt und so nach dem Gesetze der
Association die damit natürlicher Weise verbundenen ästhetischen Ideen
allgemein mittheilt; daß aber, weil jene ästhetischen Ideen keine
Begriffe und bestimmte Gedanken sind, die Form der Zusammensetzung
dieser Empfindungen (Harmonie und Melodie) nur statt der Form einer
Sprache dazu dient, vermittelst einer proportionirten Stimmung
derselben (welche, weil sie bei Tönen auf dem Verhältniß der Zahl
der Luftbebungen in derselben Zeit, sofern die Töne zugleich oder
|329.5| auch nach einander verbunden werden, beruht, mathematisch
unter gewisse Regeln gebracht werden kann) die ästhetische Idee
eines zusammenhängenden Ganzen einer unnennbaren Gedankenfülle einem
gewissen Thema gemäß, welches den in dem Stücke herrschenden Affect
ausmacht, auszudrücken. An dieser mathematischen Form, obgleich nicht
durch bestimmte |329.10| #220# Begriffe vorgestellt, hängt allein
das Wohlgefallen, welches die bloße Reflexion über eine solche Menge
einander begleitender oder folgender Empfindungen mit diesem Spiele
derselben als für jedermann gültige Bedingung seiner Schönheit
verknüpft; und sie ist es allein, nach welcher der Geschmack sich ein
Recht über das Urtheil von jedermann zum voraus |329.15| auszusprechen
anmaßen darf.
Aber an dem Reize und der Gemüthsbewegung, welche die Musik
hervorbringt, hat die Mathematik sicherlich nicht den mindesten
Antheil; sondern sie ist nur die unumgängliche Bedingung (_conditio
sine qua non_) derjenigen Proportion der Eindrücke in ihrer Verbindung
sowohl als |329.20| ihrem Wechsel, wodurch es möglich wird sie zusammen
zu fassen und zu verhindern, daß diese einander nicht zerstören,
sondern zu einer continuirlichen Bewegung und Belebung des Gemüths
durch damit consonirende Affecten und hiemit zu einem behaglichen
Selbstgenusse zusammenstimmen.
Wenn man dagegen den Werth der schönen Künste nach der Cultur |329.25|
schätzt, die sie dem Gemüth verschaffen, und die Erweiterung der
Vermögen, welche in der Urtheilskraft zum Erkenntnisse zusammen
kommen müssen, zum Maßstabe nimmt: so hat Musik unter den schönen
Künsten sofern den untersten (so wie unter denen, die zugleich nach
ihrer Annehmlichkeit geschätzt werden, vielleicht den obersten)
Platz, weil sie bloß mit |329.30| Empfindungen spielt. Die bildenden
Künste gehen ihr also in diesem #221# Betracht weit vor; denn
indem sie die Einbildungskraft in ein freies und doch zugleich dem
Verstande angemessenes Spiel versetzen, so treiben sie zugleich
ein Geschäft, indem sie ein Product zu Stande bringen, welches den
Verstandesbegriffen zu einem dauerhaften und für sie selbst sich
empfehlenden |329.35| Vehikel dient, die Vereinigung derselben mit der
Sinnlichkeit und so gleichsam die Urbanität der obern Erkenntnißkräfte
zu befördern. Beiderlei Art Künste nehmen einen ganz verschiedenen
Gang: die erstere von Empfindungen zu unbestimmten Ideen; die zweite
Art aber von bestimmten Ideen zu Empfindungen. Die letztern sind
von =bleibendem=, die erstern nur von =transitorischem= Eindrucke.
Die Einbildungskraft kann jene zurückrufen und sich damit angenehm
unterhalten; diese aber |330.5| erlöschen entweder gänzlich, oder wenn
sie unwillkürlich von der Einbildungskraft wiederholt werden, sind sie
uns eher lästig als angenehm. Außerdem hängt der Musik ein gewisser
Mangel der Urbanität an, daß sie vornehmlich nach Beschaffenheit ihrer
Instrumente ihren Einfluß weiter, als man ihn verlangt, (auf die
Nachbarschaft) ausbreitet und so |330.10| sich gleichsam aufdringt,
mithin der Freiheit andrer außer der musikalischen Gesellschaft Abbruch
thut; welches die Künste, die zu den Augen reden, nicht thun, indem man
seine Augen nur wegwenden darf, wenn man ihren Eindruck nicht einlassen
will. Es ist hiemit fast so, wie mit #222# der Ergötzung durch einen
sich weit ausbreitenden Geruch bewandt. Der, |330.15| welcher sein
parfümirtes Schnupftuch aus der Tasche zieht, tractirt alle um und
neben sich wider ihren Willen und nöthigt sie, wenn sie athmen wollen,
zugleich zu genießen; daher es auch aus der Mode gekommen ist.[21]
— Unter den bildenden Künsten würde ich der =Malerei= den Vorzug
geben: theils weil sie als Zeichnungskunst allen übrigen bildenden zum
|330.20| Grunde liegt; theils weil sie weit mehr in die Region der
Ideen eindringen und auch das Feld der Anschauung diesen gemäß mehr
erweitern kann, als es den übrigen verstattet ist.
[21] Diejenigen, welche zu den häuslichen Andachtsübungen
auch das Singen geistlicher Lieder empfohlen haben, bedachten
nicht, daß sie dem Publicum durch eine solche =lärmende=
(eben dadurch gemeiniglich pharisäische) Andacht eine große
Beschwerde auflegen, indem sie die Nachbarschaft entweder mit
zu singen oder ihr Gedankengeschäft niederzulegen nöthigen.
|330.35|

§ 54.
Anmerkung. |330.25|
Zwischen dem, =was bloß in der Beurtheilung gefällt=, und dem, was
=vergnügt= (in der Empfindung gefällt), ist, wie wir oft gezeigt
haben, ein wesentlicher Unterschied. Das letztere ist etwas, welches
man nicht so, wie das erstere jedermann ansinnen kann. Vergnügen (die
Ursache desselben mag immerhin auch in Ideen liegen) scheint jederzeit
in |330.30| einem Gefühl der Beförderung des gesammten Lebens des
Menschen, mithin auch des körperlichen Wohlbefindens, d. i. der
Gesundheit, zu bestehen; #223# so daß =Epikur=, der alles Vergnügen
im Grunde für körperliche Empfindung ausgab, sofern vielleicht nicht
Unrecht haben mag und sich nur selbst mißverstand, wenn er das
intellectuelle und selbst praktische Wohlgefallen |331.5| zu den
Vergnügen zählte. Wenn man den letztern Unterschied vor Augen hat, so
kann man sich erklären, wie ein Vergnügen dem, der es empfindet, selbst
mißfallen könne (wie die Freude eines dürftigen, aber wohldenkenden
Menschen über die Erbschaft von seinem ihn liebenden, aber kargen
Vater), oder wie ein tiefer Schmerz dem, der ihn leidet, doch gefallen
|331.10| könne (die Traurigkeit einer Wittwe über ihres verdienstvollen
Mannes Tod), oder wie ein Vergnügen obenein noch gefallen könne (wie
das an Wissenschaften, die wir treiben), oder ein Schmerz (z. B. Haß,
Neid und Rachgierde) uns noch dazu mißfallen könne. Das Wohlgefallen
oder Mißfallen beruht hier auf der Vernunft und ist mit der =Billigung=
oder |331.15| =Mißbilligung= einerlei; Vergnügen und Schmerz aber
können nur auf dem Gefühl oder der Aussicht auf ein (aus welchem Grunde
es auch sei) mögliches =Wohl-= oder =Übelbefinden= beruhen.
Alles wechselnde freie Spiel der Empfindungen (die keine Absicht zum
Grunde haben) vergnügt, weil es das Gefühl der Gesundheit befördert:
|331.20| wir mögen nun in der Vernunftbeurtheilung an seinem
Gegenstande und selbst an diesem Vergnügen ein Wohlgefallen haben oder
nicht; und dieses Vergnügen kann bis zum Affect steigen, obgleich wir
an dem Gegenstande selbst kein Interesse, wenigstens kein solches
nehmen, was dem Grad des letztern proportionirt wäre. Wir können sie
ins =Glücksspiel=, =Tonspiel= |331.25| und =Gedankenspiel= eintheilen.
Das =erste= fordert ein =Interesse=, es sei der Eitelkeit oder des
Eigennutzes, welches aber bei weitem nicht so groß ist, als das
Interesse an der Art, wie wir es uns zu verschaffen suchen; #224# das
=zweite= bloß den Wechsel der =Empfindungen=, deren jede ihre Beziehung
auf Affect, aber ohne den Grad eines Affects hat und ästhetische
|331.30| Ideen rege macht; das =dritte= entspringt bloß aus dem Wechsel
der Vorstellungen in der Urtheilskraft, wodurch zwar kein Gedanke, der
irgend ein Interesse bei sich führte, erzeugt, das Gemüth aber doch
belebt wird.
Wie vergnügend die Spiele sein müssen, ohne daß man nöthig hätte
interessirte Absicht dabei zum Grunde zu legen, zeigen alle unsere
Abendgesellschaften; |331.35| denn ohne Spiel kann sich beinahe keine
unterhalten. Aber die Affecten der Hoffnung, der Furcht, der Freude,
des Zorns, des Hohns spielen dabei, indem sie jeden Augenblick ihre
Rolle wechseln, und sind so lebhaft, daß dadurch als eine innere
Motion das ganze Lebensgeschäft im Körper befördert zu sein scheint,
wie eine dadurch erzeugte Munterkeit des Gemüths es beweist, obgleich
weder etwas gewonnen noch gelernt worden. Aber da das Glücksspiel kein
schönes Spiel ist, so wollen wir es hier bei |332.5| Seite setzen.
Hingegen Musik und Stoff zum Lachen sind zweierlei Arten des Spiels
mit ästhetischen Ideen, oder auch Verstandesvorstellungen, wodurch
am Ende nichts gedacht wird, und die bloß durch ihren Wechsel und
dennoch lebhaft vergnügen können; wodurch sie ziemlich klar zu erkennen
geben, daß die Belebung in beiden bloß körperlich sei, ob sie gleich
von |332.10| Ideen des Gemüths erregt wird, und daß das Gefühl der
Gesundheit durch eine jenem Spiele correspondirende Bewegung der
Eingeweide das ganze, für so fein und geistvoll gepriesene Vergnügen
einer aufgeweckten Gesellschaft ausmacht. Nicht die Beurtheilung
der Harmonie in Tönen oder Witzeinfällen, die mit ihrer Schönheit
nur zum nothwendigen Vehikel |332.15| dient, sondern das beförderte
Lebensgeschäft im Körper, der Affect, der die #225# Eingeweide und das
Zwerchfell bewegt, mit einem Worte das Gefühl der Gesundheit (welche
sich ohne solche Veranlassung sonst nicht fühlen läßt), machen das
Vergnügen aus, welches man daran findet, daß man dem Körper auch durch
die Seele beikommen und diese zum Arzt von jenem |332.20| brauchen kann.
In der Musik geht dieses Spiel von der Empfindung des Körpers zu
ästhetischen Ideen (der Objecte für Affecten), von diesen alsdann
wieder zurück, aber mit vereinigter Kraft auf den Körper. Im Scherze
(der eben sowohl wie jene eher zur angenehmen, als schönen Kunst
gezählt zu werden |332.25| verdient) hebt das Spiel von Gedanken an,
die insgesammt, sofern sie sich sinnlich ausdrücken wollen, auch den
Körper beschäftigen; und indem der Verstand in dieser Darstellung,
worin er das Erwartete nicht findet, plötzlich nachläßt, so fühlt man
die Wirkung dieser Nachlassung im Körper durch die Schwingung der
Organen, welche die Herstellung ihres Gleichgewichts |332.30| befördert
und auf die Gesundheit einen wohlthätigen Einfluß hat.
Es muß in allem, was ein lebhaftes, erschütterndes Lachen erregen
soll, etwas Widersinniges sein (woran also der Verstand an sich
kein Wohlgefallen finden kann). =Das Lachen ist ein Affect aus der
plötzlichen Verwandlung einer gespannten Erwartung in nichts.= |332.35|
Eben diese Verwandlung, die für den Verstand gewiß nicht erfreulich
ist, erfreuet doch indirekt auf einen Augenblick sehr lebhaft. Also
muß die Ursache in dem Einflusse der Vorstellung auf den Körper und
dessen Wechselwirkung auf das Gemüth bestehen; und zwar nicht, sofern
die Vorstellung objectiv ein Gegenstand des Vergnügens ist (denn wie
kann eine getäuschte Erwartung vergnügen?), sondern lediglich dadurch,
daß sie als #226# bloßes Spiel der Vorstellungen ein Gleichgewicht der
Lebenskräfte im |333.5| Körper hervorbringt.
Wenn jemand erzählt: daß ein Indianer, der an der Tafel eines
Engländers in Surate eine Bouteille mit Ale öffnen und alles dies
Bier, in Schaum verwandelt, herausdringen sah, mit vielen Ausrufungen
seine große Verwunderung anzeigte und auf die Frage des Engländers:
Was |333.10| ist denn hier sich so sehr zu verwundern? antwortete:
Ich wundere mich auch nicht darüber, daß es herausgeht, sondern wie
ihrs habt herein kriegen können, so lachen wir, und es macht uns eine
herzliche Lust: nicht weil wir uns etwa klüger finden als diesen
Unwissenden, oder sonst über etwas, was uns der Verstand hierin
Wohlgefälliges bemerken ließe; sondern unsre |333.15| Erwartung war
gespannt und verschwindet plötzlich in Nichts. Oder wenn der Erbe
eines reichen Verwandten diesem sein Leichenbegängniß recht feierlich
veranstalten will, aber klagt, daß es ihm hiemit nicht recht gelingen
wolle; denn (sagt er): je mehr ich meinen Trauerleuten Geld gebe,
betrübt auszusehen, desto lustiger sehen sie aus, so lachen wir laut,
und der Grund |333.20| liegt darin, daß eine Erwartung sich plötzlich
in Nichts verwandelt. Man muß wohl bemerken: daß sie sich nicht in das
positive Gegentheil eines erwarteten Gegenstandes — denn das ist immer
Etwas und kann oft betrüben, — sondern in Nichts verwandeln müsse.
Denn wenn jemand uns mit der Erzählung einer Geschichte große Erwartung
erregt, und wir beim |333.25| Schlusse die Unwahrheit derselben sofort
einsehen, so macht es uns Mißfallen; wie z. B. die von Leuten, welche
vor großem Gram in einer Nacht graue Haare bekommen haben sollen.
Dagegen wenn auf eine dergleichen Erzählung zur Erwiderung ein anderer
Schalk sehr umständlich den Gram eines Kaufmanns erzählt, der, aus
Indien mit allem seinem Vermögen |333.30| #227# in Waaren nach Europa
zurückkehrend, in einem schweren Sturm alles über Bord zu werfen
genöthigt wurde und sich dermaßen grämte, daß ihm darüber in derselben
Nacht die =Perrüke= grau ward: so lachen wir, und es macht uns
Vergnügen, weil wir unsern eignen Mißgriff nach einem für uns übrigens
gleichgültigen Gegenstande, oder vielmehr unsere |333.35| verfolgte
Idee wie einen Ball noch eine Zeit lang hin- und herschlagen, indem wir
bloß gemeint sind ihn zu greifen und fest zu halten. Es ist hier nicht
die Abfertigung eines Lügners oder Dummkopfs, welche das Vergnügen
erweckt: denn auch für sich würde die letztere mit angenommenem Ernst
erzählte Geschichte eine Gesellschaft in ein helles Lachen versetzen;
und jenes wäre gewöhnlichermaßen auch der Aufmerksamkeit nicht werth.
|334.5|.
Merkwürdig ist: daß in allen solchen Fällen der Spaß immer etwas in
sich enthalten muß, welches auf einen Augenblick täuschen kann; daher
wenn der Schein in Nichts verschwindet, das Gemüth wieder zurücksieht,
um es mit ihm noch einmal zu versuchen, und so durch schnell hinter
einander folgende Anspannung und Abspannung hin- und zurückgeschnellt
|334.10| und in Schwankung gesetzt wird: die, weil der Absprung
von dem, was gleichsam die Saite anzog, plötzlich (nicht durch ein
allmähliges Nachlassen) geschah, eine Gemüthsbewegung und mit ihr
harmonirende inwendige körperliche Bewegung verursachen muß, die
unwillkürlich fortdauert und Ermüdung, dabei aber auch Aufheiterung
(die Wirkungen einer zur Gesundheit |334.15| gereichenden Motion)
hervorbringt.
Denn wenn man annimmt, daß mit allen unsern Gedanken zugleich irgend
eine Bewegung in den Organen des Körpers harmonisch verbunden sei:
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  • Kant's gesammelte Schriften. Band V. Kritik der Urtheilskraft. - 03
    Süzlärneñ gomumi sanı 3877
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  • Kant's gesammelte Schriften. Band V. Kritik der Urtheilskraft. - 04
    Süzlärneñ gomumi sanı 3867
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  • Kant's gesammelte Schriften. Band V. Kritik der Urtheilskraft. - 05
    Süzlärneñ gomumi sanı 3875
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    Süzlärneñ gomumi sanı 3920
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    43.0 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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    Süzlärneñ gomumi sanı 3889
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    Süzlärneñ gomumi sanı 3245
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1026
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    Süzlärneñ gomumi sanı 3032
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 714
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