Hamburgische Dramaturgie - 34

Süzlärneñ gomumi sanı 4303
Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1417
38.6 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
50.6 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
55.3 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
Härber sızık iñ yış oçrıy torgan 1000 süzlärneñ protsentnı kürsätä.
italki
einheimischen Sitten hergenommen ist, als von fremden.
Die Griechen wenigstens haben nie andere als ihre eigene Sitten, nicht
bloss in der Komoedie, sondern auch in der Tragoedie, zum Grunde gelegt. Ja
sie haben fremden Voelkern, aus deren Geschichte sie den Stoff ihrer
Tragoedie etwa einmal entlehnten, lieber ihre eigenen griechischen Sitten
leihen, als die Wirkungen der Buehne durch unverstaendliche barbarische
Sitten entkraeften wollen. Auf das Kostuem, welches unsern tragischen
Dichtern so aengstlich empfohlen wird, hielten sie wenig oder nichts. Der
Beweis hiervon koennen vornehmlich die "Perser" des Aeschylus sein: und
die Ursache, warum sie sich so wenig an das Kostuem binden zu duerfen
glaubten, ist aus der Absicht der Tragoedie leicht zu folgern.
Doch ich gerate zu weit in denjenigen Teil des Problems, der mich itzt
gerade am wenigsten angeht. Zwar indem ich behaupte, dass einheimische
Sitten auch in der Tragoedie zutraeglicher sein wuerden, als fremde: so
setze ich schon als unstreitig voraus, dass sie es wenigstens in der
Komoedie sind. Und sind sie das, glaube ich wenigstens, dass sie es sind:
so kann ich auch die Veraenderungen, welche Herr Romanus in Absicht
derselben mit dem Stuecke des Terenz gemacht hat, ueberhaupt nicht anders
als billigen.
Er hatte recht, eine Fabel, in welche so besondere griechische und
roemische Sitten so innig verwebet sind, umzuschaffen. Das Beispiel erhaelt
seine Kraft nur von seiner innern Wahrscheinlichkeit, die jeder Mensch
nach dem beurteilet, was ihm selbst am gewoehnlichsten ist. Alle Anwendung
faellt weg, wo wir uns erst mit Muehe in fremde Umstaende versetzen muessen.
Aber es ist auch keine leichte Sache mit einer solchen Umschaffung. Je
vollkommener die Fabel ist, desto weniger laesst sich der geringste Teil
veraendern, ohne das Ganze zu zerruetten. Und schlimm! wenn man sich sodann
nur mit Flicken begnuegt, ohne im eigentlichen Verstande umzuschaffen.
Das Stueck heisst "Die Brueder", und dieses bei dem Terenz aus einem
doppelten Grunde. Denn nicht allein die beiden Alten, Micio und Demea,
sondern auch die beiden jungen Leute, Aeschinus und Ktesipho, sind
Brueder. Demea ist dieser beider Vater; Micio hat den einen, den
Aeschinus, nur an Sohnes Statt angenommen. Nun begreif' ich nicht, warum
unserm Verfasser diese Adoption missfallen. Ich weiss nicht anders, als dass
die Adoption auch unter uns, auch noch itzt gebraeuchlich und vollkommen
auf dem naemlichen Fuss gebraeuchlich ist, wie sie es bei den Roemern war.
Demohngeachtet ist er davon abgegangen: bei ihm sind nur die zwei Alten
Brueder, und jeder hat einen leiblichen Sohn, den er nach seiner Art
erziehet. Aber desto besser! wird man vielleicht sagen. So sind denn auch
die zwei Alten wirkliche Vaeter; und das Stueck ist wirklich eine Schule
der Vaeter, d.i. solcher, denen die Natur die vaeterliche Pflicht
aufgelegt, nicht solcher, die sie freiwillig zwar uebernommen, die sich
ihrer aber schwerlich weiter unterziehen, als es mit ihrer eignen
Gemaechlichkeit bestehen kann.
Pater esse disce ab illis, qui vere sciunt!
Sehr wohl! Nur schade, dass durch Aufloesung dieses einzigen Knoten,
welcher bei dem Terenz den Aeschinus und Ktesipho unter sich, und beide
mit dem Demea, ihrem Vater, verbindet, die ganze Maschine auseinander
faellt, und aus einem allgemeinen Interesse zwei ganz verschiedene
entstehen, die bloss die Konvenienz des Dichters, und keineswegs ihre
eigene Natur zusammenhaelt!
Denn ist Aeschinus nicht bloss der angenommene, sondern der leibliche Sohn
des Micio, was hat Demea sich viel um ihn zu bekuemmern? Der Sohn eines
Bruders geht mich so nahe nicht an, als mein eigener. Wenn ich finde, dass
jemand meinen eigenen Sohn verziehet, geschaehe es auch in der besten
Absicht von der Welt, so habe ich recht, diesem gutherzigen Verfuehrer mit
aller der Heftigkeit zu begegnen, mit welcher, beim Terenz, Demea dem
Micio begegnet. Aber wenn es nicht mein Sohn ist, wenn es der eigene Sohn
des Verziehers ist, was kann ich mehr, was darf ich mehr, als dass ich
diesen Verzieher warne, und wenn er mein Bruder ist, ihn oefters und
ernstlich warne? Unser Verfasser setzt den Demea aus dem Verhaeltnisse, in
welchem er bei dem Terenz stehet, aber er laesst ihm die naemliche
Ungestuemheit, zu welcher ihn doch nur jenes Verhaeltnis berechtigen
konnte. Ja bei ihm schimpfet und tobet Demea noch weit aerger, als bei dem
Terenz. Er will aus der Haut fahren, "dass er an seines Bruders Kinde
Schimpf und Schande erleben muss". Wenn ihm nun aber dieser antwortete:
"Du bist nicht klug, mein lieber Bruder, wenn du glaubest, du koenntest an
meinem Kinde Schimpf und Schande erleben. Wenn mein Sohn ein Bube ist und
bleibt, so wird, wie das Unglueck, also auch der Schimpf nur meine sein.
Du magst es mit deinem Eifer wohl gut meinen; aber er geht zu weit; er
beleidiget mich. Falls du mich nur immer so aergern wil1st, so komm mir
lieber nicht ueber die Schwelle! usw." Wenn Micio, sage ich, dieses
antwortete: nicht wahr, so waere die Komoedie auf einmal aus? Oder koennte
Micio etwa nicht so antworten? Ja, muesste er wohl eigentlich nicht so
antworten?
Wieviel schicklicher eifert Demea beim Terenz. Dieser Aeschinus, den er
ein so liederliches Leben zu fuehren glaubt, ist noch immer sein Sohn, ob
ihn gleich der Bruder an Kindes Statt angenommen. Und dennoch bestehet
der roemische Micio weit mehr auf seinem Rechte als der deutsche. Du hast
mir, sagt er, deinen Sohn einmal ueberlassen; bekuemmere dich um den, der
dir noch uebrig ist;
--nam ambos curare; propemodum
Reposcere illum est, quem dedisti--
Diese versteckte Drohung, ihm seinen Sohn zurueckzugeben, ist es auch, die
ihn zum Schweigen bringt; und doch kann Micio nicht verlangen, dass sie
alle vaeterliche Empfindungen bei ihm unterdruecken soll. Es muss den Micio
zwar verdriessen, dass Demea auch in der Folge nicht aufhoert, ihm immer die
naemlichen Vorwuerfe zu machen: aber er kann es dem Vater doch auch nicht
verdenken, wenn er seinen Sohn nicht gaenzlich will verderben lassen.
Kurz, der Demea des Terenz ist ein Mann, der fuer das Wohl dessen besorgt
ist, fuer den ihm die Natur zu sorgen aufgab; er tut es zwar auf die
unrechte Weise, aber die Weise macht den Grund nicht schlimmer. Der Demea
unsers Verfassers hingegen ist ein beschwerlicher Zaenker, der sich aus
Verwandtschaft zu allen Grobheiten berechtiget glaubt, die Micio auf
keine Weise an dem blossen Bruder dulden muesste.


Achtundneunzigstes Stueck
Den 8. April 1768
Ebenso schielend und falsch wird, durch Aufhebung der doppelten
Bruederschaft, auch das Verhaeltnis der beiden jungen Leute. Ich verdenke
es dem deutschen Aeschinus, dass er[1] "vielmals an den Torheiten des
Ktesipho Anteil nehmen zu muessen geglaubt, um ihn, als seinen Vetter, der
Gefahr und oeffentlichen Schande zu entreissen". Was Vetter? Und schickt es
sich wohl fuer den leiblichen Vater, ihm darauf zu antworten: "Ich billige
deine hierbei bezeugte Sorgfalt und Vorsicht; ich verwehre dir es auch
inskuenftige nicht?" Was verwehrt der Vater dem Sohne nicht? An den
Torheiten eines ungezogenen Vetters Anteil zu nehmen? Wahrlich, das
sollte er ihm verwehren. "Suche deinen Vetter", muesste er ihm hoechstens
sagen, "soviel moeglich von Torheiten abzuhalten: wenn du aber findest,
dass er durchaus darauf besteht, so entziehe dich ihm; denn dein guter
Name muss dir wertet sein, als seiner."
Nur dem leiblichen Bruder verzeihen wir, hierin weiter zu gehen. Nur an
leiblichen Bruedern kann es uns freuen, wenn einer von dem andern ruehmet:
--Illius opera nunc vivo! Festivum caput,
Qui omnia sibi post putarit esse prae meo commodo:
Maledicta, famam, meum amorem et peccatum in se transtulit.
Denn der bruederlichen Liebe wollen wir von der Klugheit keine Grenzen
gesetzt wissen. Zwar ist es wahr, dass unser Verfasser seinem Aeschinus
die Torheit ueberhaupt zu ersparen gewusst hat, die der Aeschinus des
Terenz fuer seinen Bruder begehet. Eine gewaltsame Entfuehrung hat er in
eine kleine Schlaegerei verwandelt, an welcher sein wohlgezogner Juengling
weiter keinen Teil hat, als dass er sie gern verhindern wollen. Aber
gleichwohl laesst er diesen wohlgezognen Juengling fuer einen ungezognen
Vetter noch viel zuviel tun. Denn muesste es jener wohl auf irgendeine
Weise gestatten, dass dieser ein Kreatuerchen, wie Citalise ist, zu ihm in
das Haus braechte? in das Haus seines Vaters? unter die Augen seiner
tugendhaften Geliebten? Es ist nicht der verfuehrerische Damis, diese Pest
fuer junge Leute,[2] dessentwegen der deutsche Aeschinus seinem
liederlichen Vetter die Niederlage bei sich erlaubt: es ist die blosse
Konvenienz des Dichters.
Wie vortrefflich haengt alles das bei dem Terenz zusammen! Wie richtig und
notwendig ist da auch die geringste Kleinigkeit motivieret! Aeschinus
nimmt einem Sklavenhaendler ein Maedchen mit Gewalt aus dem Hause, in das
sich sein Bruder verliebt hat. Aber er tut das, weniger um der Neigung
seines Bruders zu willfahren, als um einem groessern Uebel vorzubauen. Der
Sklavenhaendler will mit diesem Maedchen unverzueglich auf einen auswaertigen
Markt: und der Bruder will dem Maedchen nach; will lieber sein Vaterland
verlassen, als den Gegenstand seiner Liebe aus den Augen verlieren.[3]
Noch erfaehrt Aeschinus zu rechter Zeit diesen Entschluss. Was soll er tun?
Er bemaechtiget sich in der Geschwindigkeit des Maedchens und bringt sie in
das Haus seines Oheims, um diesem guetigen Manne den ganzen Handel zu
entdecken. Denn das Maedchen ist zwar entfuehrt, aber sie muss ihrem
Eigentuemer doch bezahlt werden. Micio bezahlt sie auch ohne Anstand und
freuet sich nicht sowohl ueber die Tat der jungen Leute, als ueber die
bruederliche Liebe, welche er zum Grunde siehet, und ueber das Vertrauen,
welches sie auf ihn dabei setzen wollen. Das Groesste ist geschehen; warum
sollte er nicht noch eine Kleinigkeit hinzufuegen, ihnen einen vollkommen
vergnuegten Tag zu machen?
--Argentum adnumeravit illico:
italki
Dedit praeterea in sumptum dimidium minae.
Hat er dem Ktesipho das Maedchen gekauft, warum soll er ihm nicht
verstatten, sich in seinem Hause mit ihr zu vergnuegen? Da ist nach den
alten Sitten nichts, was im geringsten der Tugend und Ehrbarkeit
widerspraeche.
Aber nicht so in unsern "Bruedern"! Das Haus des guetigen Vaters wird auf
das ungeziemendste gemissbraucht. Anfangs ohne sein Wissen, und endlich
gar mit seiner Genehmigung. Citalise ist eine weit unanstaendigere Person,
als selbst jene Psaltria; und unser Ktesipho will sie gar heiraten. Wenn
das der Terenzische Ktesipho mit seiner Psaltria vorgehabt haette, so
wuerde sich der Terenzische Micio sicherlich ganz anders dabei genommen
haben. Er wuerde Citalisen die Tuere gewiesen und mit dem Vater die
kraeftigsten Mittel verabredet haben, einen sich so straeflich
emanzipierenden Burschen im Zaume zu halten.
Ueberhaupt ist der deutsche Ktesipho von Anfang viel zu verderbt
geschildert, und auch hierin ist unser Verfasser von seinem Muster
abgegangen. Die Stelle erweckt mir immer Grausen, wo er sich mit seinem
Vetter ueber seinen Vater unterhaelt.[4]
"Leander. Aber wie reimt sich das mit der Ehrfurcht, mit der Liebe,
die du deinem Vater schuldig bist?
Lykast. Ehrfurcht? Liebe? hm! die wird er wohl nicht von mir
verlangen.
Leander. Er sollte sie nicht verlangen?
Lykast. Nein, gewiss nicht. Ich habe meinen Vater gar nicht lieb.
Ich muesste es luegen, wenn ich es sagen wollte.
Leander. Unmenschlicher Sohn! Du bedenkst nicht, was du sagst.
Denjenigen nicht lieben, der dir das Leben gegeben hat! So sprichst
du itzt, da du ihn noch leben siehst. Aber verliere ihn einmal;
hernach will ich dich fragen.
Lykast. Hm! Ich weiss nun eben nicht, was da geschehen wuerde. Auf
allen Fall wuerde ich wohl auch so gar unrecht nicht tun. Denn ich
glaube, er wuerde es auch nicht besser machen. Er spricht ja fast
taeglich zu mir: 'Wenn ich dich nur los waere! wenn du nur weg waerest!'
Heisst das Liebe? Kannst du verlangen, dass ich ihn wieder lieben soll?"
Auch die strengste Zucht muesste ein Kind zu so unnatuerlichen Gesinnungen
nicht verleiten. Das Herz, das ihrer, aus irgendeiner Ursache, faehig ist,
verdienst nicht anders als sklavisch gehalten zu werden. Wenn wir uns des
ausschweifenden Sohnes gegen den strengen Vater annehmen sollen: so
muessen jenes Ausschweifungen kein grundboeses Herz verraten; es muessen
nichts als Ausschweifungen des Temperaments, jugendliche
Unbedachtsamkeiten, Torheiten des Kitzels und Mutwillens sein. Nach
diesem Grundsatze haben Menander und Terenz ihren Ktesipho geschildert.
So streng ihn sein Vater haelt, so entfaehrt ihm doch nie das geringste
boese Wort gegen denselben. Das einzige, was man so nennen koennte, macht
er auf die vortrefflichste Weise wieder gut. Er moechte seiner Liebe gern
wenigstens ein paar Tage ruhig geniessen; er freuet sich, dass der Vater
wieder hinaus auf das Land, an seine Arbeit ist; und wuenscht, dass er sich
damit so abmatten,--so abmatten moege, dass er ganze drei Tage nicht aus
dem Bette koenne. Ein rascher Wunsch! aber man sehe, mit welchem Zusatze:
--utinam quidem
Quod cum salute ejus fiat, ita se defatigarit velim,
Ut triduo hoc perpetuo prorsum e lecto nequeat surgere.
Quod cum salute ejus fiat! Nur muesste es ihm weiter nicht schaden!--So
recht! so recht, liebenswuerdiger Juengling! Immer geh, wohin dich Freunde
und Liebe rufen! Fuer dich druecken wir gern ein Auge zu! Das Boese, das du
begehst, wird nicht sehr boese sein! Du hast einen strengern Aufseher in
dir, als selbst dein Vater ist!--Und so sind mehrere Zuege in der Szene,
aus der diese Stelle genommen ist. Der deutsche Ktesipho ist ein
abgefeimter Bube, dem Luegen und Betrug sehr gelaeufig sind: der roemische
hingegen ist in der aeussersten Verwirrung um einen kleinen Vorwand, durch
den er seine Abwesenheit bei seinem Vater rechtfertigen koennte.
Rogabit me: ubi fuerim? quem ego hodie toto non vidi die.
Quid dicam? SY. Nil ne in mentem venit? CT. Nunquam quicquam.
SY. Tanto nequior.
Cliens, amicus, hospes, nemo est vobis? CT. Sunt, quid postea?
SY. Hisce opera ut data sit? CT. Quae non data sit? Non potest
fieri!
Dieses naive, aufrichtige: quae non data sit! Der gute Juengling sucht
einen Vorwand; und der schalkische Knecht schlaegt ihm eine Luege vor. Eine
Luege! Nein, das geht nicht: non potest fieri!

----Fussnote
[1] Aufz. I., Auftr. 3. S. 18.
[2] Seite 30.
[3] Act. II. Sc. 4.
Ae. Hoc mihi dolet, nos paene sero scisse: et paene in eum locum
Rediisse, ut si omnes cuperent, nihil tibi possent auxiliarier.
Ct. Pudebat. Ae. Ah, stultitia est istaec; non pudor, tam ob
parvulam
Rem paene e patria: turpe dictu. Deos quaeso ut istaec prohibeant.
1. Erster Aufz., 6. Auftr.
----Fussnote


Neunundneunzigstes Stueck
Den 12. April 1768
Sonach hatte Terenz auch nicht noetig, uns seinen Ktesipho am Ende des
Stuecks beschaemt, und durch die Beschaemung auf dem Wege der Besserung, zu
zeigen. Wohl aber musste dieses unser Verfasser tun. Nur fuerchte ich, dass
der Zuschauer die kriechende Reue und die furchtsam Unterwerfung eines so
leichtsinnigen Buben nicht fuer sehr aufrichtig halten kann. Ebensowenig
als die Gemuetsaenderung seines Vaters. Beider Umkehrung ist so wenig in
ihrem Charakter gegruendet, dass man das Beduerfnis des Dichters, sein Stueck
schliessen zu muessen, und die Verlegenheit, es auf eine bessere Art zu
schliessen, ein wenig zu sehr darin empfindet.--Ich weiss ueberhaupt nicht,
woher so viele komische Dichter die Regel genommen haben, dass der Boese
notwendig am Ende des Stuecks entweder bestraft werden oder sich bessern
muesse. In der Tragoedie moechte diese Regel noch eher gelten; sie kann uns
da mit dem Schicksale versoehnen und Murren in Mitleid kehren. Aber in der
Komoedie, denke ich, hilft sie nicht allein nichts, sondern sie verdirbt
vielmehr vieles. Wenigstens macht sie immer den Ausgang schielend und
kalt und einfoermig. Wenn die verschiednen Charaktere, welche ich in eine
Handlung verbinde, nur diese Handlung zu Ende bringen, warum sollen sie
nicht bleiben, wie sie waren? Aber freilich muss die Handlung sodann in
etwas mehr, als in einer blossen Kollision der Charaktere bestehen. Diese
kann allerdings nicht anders, als durch Nachgebung und Veraenderung des
einen Teiles dieser Charaktere geendet werden; und ein Stueck, das wenig
oder nichts mehr hat als sie, naehert sich nicht sowohl seinem Ziele,
sondern schlaeft vielmehr nach und nach ein. Wenn hingegen jene Kollision,
die Handlung mag sich ihrem Ende naehern soviel als sie will, dennoch
gleich stark fortdauert: so begreift man leicht, dass das Ende ebenso
lebhaft und unterhaltend sein kann, als die Mitte nur immer war. Und das
ist gerade der Unterschied, der sich zwischen dem letzten Akte des Terenz
und dem letzten unsers Verfassers befindet. Sobald wir in diesem hoeren,
dass der strenge Vater hinter die Wahrheit gekommen: so koennen wir uns das
uebrige alles an den Fingern abzaehlen; denn es ist der fuenfte Akt. Er wird
anfangs poltern und toben; bald darauf wird er sich besaenftigen lassen,
wird sein Unrecht erkennen und so werden wollen, dass er nie wieder zu
einer solchen Komoedie den Stoff geben kann: desgleichen wird der
ungeratene Sohn kommen, wird abbitten, wird sich zu bessern versprechen;
kurz, alles wird ein Herz und eine Seele werden. Den hingegen will ich
sehen, der in dem fuenften Akte des Terenz die Wendungen des Dichters
erraten kann! Die Intrige ist laengst zu Ende, aber das fortwaehrende Spiel
der Charaktere laesst es uns kaum bemerken, dass sie zu Ende ist. Keiner
veraendert sich; sondern jeder schleift nur dem andern ebensoviel ab, als
noetig ist, ihn gegen den Nachteil des Exzesses zu verwahren. Der
freigebige Micio wird durch das Manoever des geizigen Demea dahin
gebracht, dass er selbst das Uebermass in seinem Bezeigen erkennst,
und fragt:
Quod proluvium? quae istaec subita est largitas?
So wie umgekehrt der strenge Demea durch das Manoever des nachsichtsvollen
Micio endlich erkennet, dass es nicht genug ist, nur immer zu tadeln und
zu bestrafen, sondern es auch gut sei, obsecundare in loco.--
Noch eine einzige Kleinigkeit will ich erinnern, in welcher unser
Verfasser sich, gleichfalls zu seinem eigenen Nachteile, von seinem
Muster entfernt hat.
Terenz sagt es selbst, dass er in die "Brueder" des Menanders eine Episode
aus einem Stuecke des Diphilus uebertragen, und so seine "Brueder"
zusammengesetzt habe. Diese Episode ist die gewaltsame Entfuehrung der
Psaltria durch den Aeschinus: und das Stueck des Diphilus hiess: "Die
miteinander Sterbenden".
Synapothnescontes Diphili comoedia est--
In Graeca adolescens est, qui lenoni eripit
Meretricem in prima fabula--
--eum hic locum sumpsit sibi
In Adelphos--
Nach diesen beiden Umstaenden zu urteilen, mochte Diphilus ein Paar
Verliebte aufgefuehret haben, die fest entschlossen waren, lieber
miteinander zu sterben, als sich trennen zu lassen: und wer weiss, was
geschehen waere, wenn sich gleichfalls nicht ein Freund ins Mittel
geschlagen und das Maedchen fuer den Liebhaber mit Gewalt entfuehrt haette?
Den Entschluss, miteinander zu sterben, hat Terenz in den blossen Entschluss
des Liebhabers, dem Maedchen nachzufliehen und Vater und Vaterland um sie
zu verlassen, gemildert. Donatus sagt dieses ausdruecklich: Menander mori
illum voluisse fingit, Terentius fugere. Aber sollte es in dieser Note
des Donatus nicht Diphilus anstatt Menander heissen? Ganz gewiss; wie Peter
Nannius dieses schon angemerkt hat.[1] Denn der Dichter, wie wir gesehen,
sagt es ja selbst, dass er diese ganze Episode von der Entfuehrung nicht
aus dem Menander, sondern aus dem Diphilus entlehnet habe; und das Stueck
des Diphilus hatte von dem Sterben sogar seinen Titel.
Indes muss freilich, anstatt dieser von dem Diphilus entlehnten
Entfuehrung, in dem Stuecke des Menanders eine andere Intrige gewesen sein,
an der Aeschinus gleicherweise fuer den Ktesipho Anteil nahm, und wodurch
er sich bei seiner Geliebten in eben den Verdacht brachte, der am Ende
ihre Verbindung so gluecklich beschleunigte. Worin diese eigentlich
bestanden, duerfte schwer zu erraten sein. Sie mag aber bestanden haben,
worin sie will: so wird sie doch gewiss ebensowohl gleich vor dem Stuecke
vorhergegangen sein, als die vom Terenz dafuer gebrauchte Entfuehrung. Denn
auch sie muss es gewesen sein, wovon man noch ueberall sprach, als Demea in
die Stadt kam; auch sie muss die Gelegenheit und der Stoff gewesen sein,
worueber Demea gleich anfangs mit seinem Bruder den Streit beginnet, in
welchem sich beider Gemuetsarten so vortrefflich entwickeln.
--Nam illa, quae antehac facta sunt
Omitto: modo quid designavit?--
Fores effregit, atque in aedes irruit
Alienas--
--clamant omnes, indignissime
Factum esse. Hoc advenienti quot mihi, Micio,
Dixere? in ore est omni populo--
Nun habe ich schon gesagt, dass unser Verfasser diese gewaltsame
Entfuehrung in eine kleine Schlaegerei verwandelt hat. Er mag auch seine
guten Ursachen dazu gehabt haben; wenn er nur diese Schlaegerei selbst
nicht so spaet haette geschehen lassen. Auch sie sollte und muesste das sein,
was den strengen Vater aufbringt. So aber ist er schon aufgebracht, ehe
sie geschieht, und man weiss gar nicht worueber? Er tritt auf und zankt,
ohne den geringsten Anlass. Er sagt zwar: "Alle Leute reden von der
schlechten Auffuehrung deines Sohnes; ich darf nur einmal den Fuss in die
Stadt setzen, so hoere ich mein blaues Wunder." Aber was denn die Leute
eben itzt reden; worin das blaue Wunder bestanden, das er eben itzt
gehoert und worueber er ausdruecklich mit seinem Bruder zu zanken koemmt, das
hoeren wir nicht und koennen es auch aus dem Stuecke nicht erraten. Kurz,
unser Verfasser haette den Umstand, der den Demea in Harnisch bringt, zwar
veraendern koennen, aber er haette ihn nicht versetzen muessen! Wenigstens,
wenn er ihn versetzen wollen, haette er den Demea im ersten Akte seine
Unzufriedenheit mit der Erziehungsart seines Bruders nur nach und nach
muessen aeussern, nicht aber auf einmal damit herausplatzen lassen.--
Moechten wenigstens nur diejenigen Stuecke des Menanders auf uns gekommen
sein, welche Terenz genutzet hat! Ich kann mir nichts Unterrichtenderes
denken, als eine Vergleichung dieser griechischen Originale mit den
lateinischen Kopien sein wuerde.
Denn gewiss ist es, dass Terenz kein blosser sklavischer Uebersetzer gewesen.
Auch da, wo er den Faden des Menandrischen Stueckes voellig beibehalten,
hat er sich noch manchen kleinen Zusatz, manche Verstaerkung oder
Schwaechung eines und des andern Zuges erlaubt; wie uns deren verschiedne
Donatus in seinen Scholien angezeigt. Nur schade, dass sich Donatus immer
so kurz und oefters so dunkel darueber ausdrueckt (weil zu seiner Zeit die
Stuecke des Menanders noch selbst in jedermanns Haenden waren), dass es
schwer wird, ueber den Wert oder Unwert solcher Terenzischen Kuensteleien
etwas Zuverlaessiges zu sagen. In den "Bruedern" findet sich hiervon ein
sehr merkwuerdiges Exempel.

----Fussnote
[1] Sylloge v. Miscell. cap. 10. Videat quaeso accuratus lector, num pro
Menandro legendum sit Diphilus. Certe vel tota Comoedia, vel pars istius
argumenti, quod hic tractatur, ad verbum e Diphilo translata est.--Ita
cum Diphili comoedia a commoriendo nomen habeat, et ibi dicatur
adolescens mori voluisse, quod Terentius in fugere mutavit: omnino
adducor, eam imitationem a Diphilo, non a Menandro mutuatam esse, et ex
eo commoriendi cum puella studio [Greek: synapothnaeskontes] nomen
fabulae inditum esse.--
----Fussnote


Hundertstes Stueck
Den 15. April 1768
Demea, wie schon angemerkt, will im fuenften Akte dem Micio eine Lektion
nach seiner Art geben. Er stellt sich lustig, um die andern wahre
Ausschweifungen und Tollheiten begehen zu lassen; er spielt den
Freigebigen, aber nicht aus seinem, sondern aus des Bruders Beutel; er
moechte diesen lieber auf einmal ruinieren, um nur das boshafte Vergnuegen
zu haben, ihm am Ende sagen zu koennen: "Nun sieh, was du von deiner
Gutherzigkeit hast!" Solange der ehrliche Micio nur von seinem Vermoegen
dabei zusetzt, lassen wir uns den haemischen Spass ziemlich gefallen. Aber
nun koemmt es dem Verraeter gar ein, den guten Hagestolze mit einem alten
verlebten Muetterchen zu verkoppeln. Der blosse Einfall macht uns anfangs
zu lachen; wenn wir aber endlich sehen, dass es Ernst damit wird, dass sich
Micio wirklich die Schlinge ueber den Kopf werfen laesst, der er mit einer
einzigen ernsthaften Wendung haette ausweichen koennen: wahrlich, so wissen
wir kaum mehr, auf wen wir ungehaltner sein sollen; ob auf den Demea,
oder auf den Micio.[1]
"Demea. Jawohl ist das mein Wille! Wir muessen von nun an mit diesen
guten Leuten nur eine Familie machen; wir muessen ihnen auf alle Weise
aufhelfen, uns auf alle Art mit ihnen verbinden.--
Aeschinus. Das bitte ich, mein Vater.
Micio. Ich bin gar nicht dagegen.
Demea. Es schickt sich auch nicht anders fuer uns.--Denn erst ist sie
seiner Frauen Mutter--
Micio. Nun dann?
Demea. Auf die nichts zu sagen; brav, ehrbar--
Micio. So hoere ich.
Demea. Bei Jahren ist sie auch.
Micio. Jawohl.
Demea. Kinder kann sie schon lange nicht mehr haben. Dazu ist
niemand, der sich um sie bekuemmerte; sie ist ganz verlassen.
Micio. Was will der damit?
Demea. Die musst du billig heiraten, Bruder. Und du (zum Aeschinus)
musst ja machen, dass er es tut.
Micio. Ich? sie heiraten?
Demea. Du!
Micio. Ich?
Demea. Du! wie gesagt, du!
Micio. Du bist nicht klug.
Demea (zum Aeschinus). Nun zeige, was du kannst! Er muss!
Aeschinus. Mein Vater--
Micio. Wie?--Und du, Geck, kannst ihm noch folgen?
Demea. Du straeubest dich umsonst: es kann nun einmal nicht anders
sein.
Micio. Du schwaermst.
Aeschinus. Lass dich erbitten, mein Vater.
Micio. Rasest du? Geh!
Demea. Oh, so mach dem Sohne doch die Freude!
Micio. Bist du wohl bei Verstande? Ich, in meinem fuenfundsechzigsten
Jahre noch heiraten? Und ein altes, verlebtes Weib heiraten? Das
koennet ihr mir zumuten?
Aeschinus. Tu es immer; ich habe es ihnen versprochen.
Micio. Versprochen gar?--Buerschchen, versprich fuer dich, was du
versprechen wil1st!
Demea. Frisch! Wenn es nun etwas Wichtigeres waere, warum er dich
baete?
Micio. Als ob etwas Wichtigeres sein koennte, wie das?
Demea. So willfahre ihm doch nur!
Aeschinus. Sei uns nicht zuwider!
Demea. Fort, versprich!
Micio. Wie lange soll das waehren?
Aeschinus. Bis du dich erbitten lassen.
Micio. Aber das heisst Gewalt brauchen.
Demea. Tu ein uebriges, guter Micio.
Micio. Nun dann;--ob ich es zwar sehr unrecht, sehr abgeschmackt
finde; ob es sich schon weder mit der Vernunft noch mit meiner
Lebensart reimet:--weil ihr doch so sehr darauf besteht; es sei!"

"Nein", sagt die Kritik; "das ist zu viel! Der Dichter ist hier mit Recht
zu tadeln. Das einzige, was man noch zu seiner Rechtfertigung sagen
koennte, waere dieses, dass er die nachteiligen Folgen einer uebermaessigen
Gutherzigkeit habe zeigen wollen. Doch Micio hat sich bis dahin so
liebenswuerdig bewiesen, er hat so viel Verstand, so viele Kenntnis der
Welt gezeigt, dass diese seine letzte Ausschweifung wider alle
Wahrscheinlichkeit ist und den feinern Zuschauer notwendig beleidigen
muss. Wie gesagt also: der Dichter ist hier zu tadeln, auf alle Weise
zu tadeln!"
Aber welcher Dichter? Terenz? oder Menander? oder beide?--Der neue
englische Uebersetzer des Terenz, Colman, will den groessern Teil des Tadels
auf den Menander zurueckschieben; und glaubt aus einer Anmerkung des
Donatus beweisen zu koennen, dass Terenz die Ungereimtheit seines Originals
in dieser Stelle wenigstens sehr gemildert habe. Donatus sagt naemlich:
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Çirattagı - Hamburgische Dramaturgie - 35
  • Büleklär
  • Hamburgische Dramaturgie - 01
    Süzlärneñ gomumi sanı 4206
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1468
    41.4 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    54.7 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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  • Hamburgische Dramaturgie - 02
    Süzlärneñ gomumi sanı 4287
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1373
    41.8 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    55.8 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    62.2 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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  • Hamburgische Dramaturgie - 03
    Süzlärneñ gomumi sanı 4189
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1552
    37.7 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    51.9 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    58.2 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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  • Hamburgische Dramaturgie - 04
    Süzlärneñ gomumi sanı 4252
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1416
    40.8 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    53.4 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    61.0 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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  • Hamburgische Dramaturgie - 05
    Süzlärneñ gomumi sanı 4188
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1447
    39.7 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    53.6 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    59.9 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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  • Hamburgische Dramaturgie - 06
    Süzlärneñ gomumi sanı 4257
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1524
    37.3 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    50.6 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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  • Hamburgische Dramaturgie - 07
    Süzlärneñ gomumi sanı 4210
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1515
    39.5 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    52.8 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    59.2 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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  • Hamburgische Dramaturgie - 08
    Süzlärneñ gomumi sanı 4312
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1423
    41.5 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    54.6 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    59.9 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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  • Hamburgische Dramaturgie - 09
    Süzlärneñ gomumi sanı 4280
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1305
    42.9 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    57.9 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    63.5 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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  • Hamburgische Dramaturgie - 10
    Süzlärneñ gomumi sanı 4204
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1555
    35.4 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    47.8 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    55.2 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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  • Hamburgische Dramaturgie - 11
    Süzlärneñ gomumi sanı 4329
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1333
    39.6 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    53.7 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    60.0 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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  • Hamburgische Dramaturgie - 12
    Süzlärneñ gomumi sanı 4210
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1441
    39.8 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    52.5 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    57.9 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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  • Hamburgische Dramaturgie - 13
    Süzlärneñ gomumi sanı 4222
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1451
    39.0 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    53.3 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    59.8 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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  • Hamburgische Dramaturgie - 14
    Süzlärneñ gomumi sanı 4236
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1442
    37.3 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    49.3 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    55.8 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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  • Hamburgische Dramaturgie - 15
    Süzlärneñ gomumi sanı 4263
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1561
    34.3 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    44.8 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    51.0 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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  • Hamburgische Dramaturgie - 16
    Süzlärneñ gomumi sanı 4446
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1433
    39.4 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    53.8 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    59.6 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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  • Hamburgische Dramaturgie - 17
    Süzlärneñ gomumi sanı 4345
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1504
    35.4 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    47.0 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    52.4 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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  • Hamburgische Dramaturgie - 18
    Süzlärneñ gomumi sanı 4324
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1404
    39.8 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    53.0 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    59.7 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    Härber sızık iñ yış oçrıy torgan 1000 süzlärneñ protsentnı kürsätä.
  • Hamburgische Dramaturgie - 19
    Süzlärneñ gomumi sanı 4264
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1473
    38.5 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    52.3 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    59.2 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    Härber sızık iñ yış oçrıy torgan 1000 süzlärneñ protsentnı kürsätä.
  • Hamburgische Dramaturgie - 20
    Süzlärneñ gomumi sanı 4347
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1501
    37.1 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    51.0 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    58.0 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    Härber sızık iñ yış oçrıy torgan 1000 süzlärneñ protsentnı kürsätä.
  • Hamburgische Dramaturgie - 21
    Süzlärneñ gomumi sanı 4353
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1645
    36.0 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    49.5 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    55.5 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    Härber sızık iñ yış oçrıy torgan 1000 süzlärneñ protsentnı kürsätä.
  • Hamburgische Dramaturgie - 22
    Süzlärneñ gomumi sanı 4359
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1528
    32.8 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    43.6 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    47.8 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    Härber sızık iñ yış oçrıy torgan 1000 süzlärneñ protsentnı kürsätä.
  • Hamburgische Dramaturgie - 23
    Süzlärneñ gomumi sanı 4325
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1382
    33.8 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    43.7 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    47.9 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    Härber sızık iñ yış oçrıy torgan 1000 süzlärneñ protsentnı kürsätä.
  • Hamburgische Dramaturgie - 24
    Süzlärneñ gomumi sanı 4223
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1586
    33.4 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    45.4 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    51.8 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    Härber sızık iñ yış oçrıy torgan 1000 süzlärneñ protsentnı kürsätä.
  • Hamburgische Dramaturgie - 25
    Süzlärneñ gomumi sanı 4377
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1541
    37.3 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    48.5 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    54.4 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    Härber sızık iñ yış oçrıy torgan 1000 süzlärneñ protsentnı kürsätä.
  • Hamburgische Dramaturgie - 26
    Süzlärneñ gomumi sanı 4198
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1228
    41.9 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    55.4 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    61.5 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    Härber sızık iñ yış oçrıy torgan 1000 süzlärneñ protsentnı kürsätä.
  • Hamburgische Dramaturgie - 27
    Süzlärneñ gomumi sanı 4225
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1201
    42.4 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    55.2 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    62.0 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    Härber sızık iñ yış oçrıy torgan 1000 süzlärneñ protsentnı kürsätä.
  • Hamburgische Dramaturgie - 28
    Süzlärneñ gomumi sanı 4257
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1415
    38.9 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    50.6 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    57.3 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    Härber sızık iñ yış oçrıy torgan 1000 süzlärneñ protsentnı kürsätä.
  • Hamburgische Dramaturgie - 29
    Süzlärneñ gomumi sanı 4288
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1437
    39.9 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    55.0 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    62.3 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    Härber sızık iñ yış oçrıy torgan 1000 süzlärneñ protsentnı kürsätä.
  • Hamburgische Dramaturgie - 30
    Süzlärneñ gomumi sanı 4306
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1533
    38.2 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    50.3 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    56.5 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    Härber sızık iñ yış oçrıy torgan 1000 süzlärneñ protsentnı kürsätä.
  • Hamburgische Dramaturgie - 31
    Süzlärneñ gomumi sanı 4235
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1392
    33.4 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    43.5 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    49.5 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    Härber sızık iñ yış oçrıy torgan 1000 süzlärneñ protsentnı kürsätä.
  • Hamburgische Dramaturgie - 32
    Süzlärneñ gomumi sanı 4146
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1415
    36.3 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    49.1 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    54.7 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    Härber sızık iñ yış oçrıy torgan 1000 süzlärneñ protsentnı kürsätä.
  • Hamburgische Dramaturgie - 33
    Süzlärneñ gomumi sanı 4180
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1411
    39.9 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    53.3 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    59.1 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    Härber sızık iñ yış oçrıy torgan 1000 süzlärneñ protsentnı kürsätä.
  • Hamburgische Dramaturgie - 34
    Süzlärneñ gomumi sanı 4303
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1417
    38.6 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    50.6 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    55.3 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    Härber sızık iñ yış oçrıy torgan 1000 süzlärneñ protsentnı kürsätä.
  • Hamburgische Dramaturgie - 35
    Süzlärneñ gomumi sanı 4358
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1594
    35.3 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    47.0 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    53.1 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    Härber sızık iñ yış oçrıy torgan 1000 süzlärneñ protsentnı kürsätä.
  • Hamburgische Dramaturgie - 36
    Süzlärneñ gomumi sanı 1494
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 583
    40.0 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    52.6 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    58.2 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    Härber sızık iñ yış oçrıy torgan 1000 süzlärneñ protsentnı kürsätä.