Goethes Briefe an Leipziger Freunde - 08

Süzlärneñ gomumi sanı 4177
Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1519
42.7 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
55.6 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
61.5 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
Härber sızık iñ yış oçrıy torgan 1000 süzlärneñ protsentnı kürsätä.
italki
sächsischen Mädgen sind etwas delicat. Gut, zwingen will ich Sie nicht.
Aber wenn Sie mich böse machen, so komm ich selbst, und invitire Sie in
eigner Person. Wollen Sie es hernach auch nicht annehmen?
Ich binn
Ihr ergebenster Freund
und Diener
Goethe.
Franckfurt,
am 13. Febr.
1769.
Fußnoten:
[135] Bei Moliere, ~les fourberies de Scapin III~, 2.
[136] K. Fr. _Kretzschmann_ in Zittau hatte herausgegeben: „Der Gesang
Ringulphs des Barden, als Varus geschlagen worden war“ (Zittau 1769);
welcher in der Neuen Bibliothek der schönen Wissensch. 1769 VIII, 1 S.
76 ff. sehr gelobt wurde. Später erschien auch „Die Klage Ringulphs
des Barden“ (Zittau 1771). In den Frankfurter Anzeigen machte sich
Goethe noch über ihn lustig (Werke XXXII. S. 48): „Herr _Kretschmann_
erscheint hier in einem ganz unvermutheten Lichte des Patrons, er
steht nämlich mit der Goldsichel unter dem heiligen Eichenstamm und
initiirt, als ein alter Barde, den Ankömmling _Telynhard_. Wer doch den
Mann kennte, der ihn als _Rhingulph_ eingeweiht hat, damit man's ihm
ein klein wenig von _Klopstock's_ und _Gerstenberg's_ wegen verweisen
könnte.“
[137] Der Kupferstecher, nachmals Oesers Schwiegersohn.
[138] Wegen der S. 17 f. erwähnten Parodie. Man sieht, Clodius
beurtheilte diese Äußerung jugendlichen Übermuthes billig und
verständig. Sein Sohn, der Professor C. A. H. _Clodius_, glaubte nach
dem Erscheinen von Wahrheit und Dichtung die Ehre seines Vaters retten
zu müssen durch einen Aufsatz im Morgenblatt (1812 N. 259 f.): „Über
einige literarische Jugendurtheile des Herrn von Goethe“, in welchem er
über der Pietät gegen seinen Vater die gegen den großen Mann vergessen
zu haben scheint.
[139] _Lessing_ im _Laokoon_.
[140] Vgl. an Reich ~I.~
[141] S. oben S. 118.

III.
Franckfurt am 8. Apr. 1769.
Nun was ist denn das für ein gros Unglück, wenn ich Sie bitte, ein
wenig zu plaudern? Wie kommen Sie drauf, einen ehrlichen Menschen der
an nichts denckt, für einen Bösewicht anzuschreien, weil er einem
Mädgen das Seine Zunge geläuffig und artig zu gebrauchen weiss, zu
erkennen giebt, dass er diese vorzügliche Gabe Ihres Geschlechts zu
schätzen weiss. Mich treffen alle Ihre vehemente Beschuldigungen, gar
nicht; und Sie hätten besser gethan, wenn Sie nicht böse geworden wären.
Ich soll eine üble Idee vom schönen Geschlecht haben. Auf gewisse Art,
ja! Nur müssen Sie mich verstehn, und meine Worte, nicht jedesmal mit
einer schlimmen Glosse erklären.
Was ich erfahren habe, das weiss ich; und halte die Erfahrung für die
einzige ächte Wissenschafft.[142] Ich versichre Sie, die Paar Jahre
als ich lebe, habe ich von unserm Geschlecht eine sehr mittelmässige
Idee gekriegt; und wahrhafftig keine bessre von Ihrem. -- Nehmen Sie
das nicht übel. -- Sie haben mir's darnach gemacht; und selbst Sie,
geben Sie mir nicht Anlass, in meiner Verstockung fortzufahren? Sie
wollen mir Ihr Geschlecht, auf einer andern Seite zeigen! O, hätten
Sie's bey der ersten gelassen, und Ihre Sache würde schlimm geblieben
seyn, ohne schlimmer zu werden. Wie vortheilhafft ist denn diese
neue Seite? Wir wollen sehen! -- Dass jedes iunge, unschuldige Herz,
unbesonnen, leichtgläubig, und desswegen leicht zu verführen ist, das
liegt in der Natur der Unschuld. Läugnen Sie mir das! Und heisst denn
das beschuldigen, wenn man die Sache sagt wie Sie ist. Und ist es denn
Ihrem Geschlecht eine Schande leichtgläubig zu seyn? Es scheint als
ob Sie's glaubten. Sie widersprechen mir, und wollen Ihr Geschlecht
vertheidigen. -- Dass nicht alle Mädgen Leichtsinnig sind das haben
Sie bewiesen; ich muss es gestehen; Aber Sie haben mir zu einer
gefährlichen Meynung geholfen: Der Klügere Theil ist also misstrauisch.
Denn Misstrauen ist die Laune Ihres ganzen Brief's. Wodurch hab ich
das verdient? O der Argwohn liegt in Ihrem Herzen, und da müssen
~nonchalante~, grade, ehrliche Stellen meiner Briefe, boßhaffter
Scherz seyn. Meine Blätter sind in Ihren Händen, und ich trutze drauf;
Sie werden keine Bosheit drinne finden, die Sie nicht drinne suchen.
Das Urteil eines Frauenzimmers, über Wercke des Geschmacks ist bey
mir wichtiger als die Kritick des Kritickers, die Ursache liegt am
Tage, und alle Ihre Beredsamkeit soll mir meine Ehrlichkeit nicht
verdrehen. Was ich sage, wenn Sie bekennen, dass das Versgen von
Rhingulffen,[143] aus List hingesetzt war? Das werden Sie wohl rahten
können. Ich werde sagen, dass Sie Ihre Mausfallen gut zu stellen
wissen, und dass mir's lieb ist, dass ich mich habe fangen lassen. Sie
können sehn, wie ehrlich ich binn; wären Sie grad gewesen, und hätten
mich gefragt, ich würde nicht mehr und nicht weniger gesagt haben.
Wäre Hr. Gervinus[144] nicht bey mir gewesen, so wüste ich gar nicht
wie ich dran wäre. Aus seiner Erzälung habe ich weg; dass der Barde,
in Leipzig wohl aufgenommen worden, dass er durchgehends gefallen hat;
und ich sehe wohl dass er auch Ihnen gefallen hat, und dass ich übels
von Ihrem Freund geschrieben habe. Es sey! Was ich geschrieben habe
das habe ich geschrieben. Schreiben Sie's auf Rechnung des Brodneids,
oder der wenigen Empfindung, dass mir der Barde nicht behagt. Mir ist's
eins. Genug, ich kann nichts empfinden, wo nichts gedacht ist. Und der
Republikanische Geist verläugnet sich nicht; Sachsen hat seine Wildheit
und Kühnheit gemässigt, aber zu dem Concert des Lobs hat es ihn nicht
stimmen können. Ich dancke Ihrem Vater, das Gefühl des Ideals; und
die gedrehten Reitze des Franzosen, werden mich so wenig exstastiren
machen, als die platten Nymphen von Dieterich, so nackend und glatt
sie auch sind. Jede Art hat ihre Verdienste, nach ihrem Maasstab; ich
binn ihr gehorsamer Diener allerseits, aber, wir wollen uns desswegen
nicht entzweyen, Mamsell; seyn Sie immerhin, nicht so streng gegen die
Autoren, nur seyen Sie auch nicht so streng gegen mich. Wie soll ich
mich mit Ihrem Geschlecht aussöhnen, wenn Sie so fortfahren wie Sie
angefangen haben. Und doch, wenn es Ihnen nicht anders möglich ist, so
zancken Sie nur, Sie sind doch immer hübsch, Sie mögen freundlich, oder
böse seyn.
Ihre Bäume in Delis[145] fangen nun bald an auszuschlagen, und so lang
sie grün sind, hoffe ich auf keinen Brief von Ihnen. Unterdessen
will ich Sie schon zwingen, manchmal an mich zu dencken; mein Geist
soll so heftig an Ihre Büsche dencken, dass er Ihnen erscheinen wird
eh Sie Sich's versehn; und meine Briefe, sollen Sie auf die Reitze
des Landlebens, in Prosa und Versen aufmercksamer machen, trutz
Hirschfelden dem Anatomicker der Natur; wenn keine andre Materie
vorkommen sollte. Hr. Regis wird schweerlich mit uns zufrieden seyn
können, es thut mir weh das ein so angenehmer Mann, hier so einen
unangenehmen ~Accessit~ zum erstenmal gefunden hat. Ich binn -- ich
weiss selbst nicht recht, was -- Aber doch so gut als jemals, von
ganzem Herzen
Ihr
Freund und Bewundrer
Goethe.
Mehr Briefe an Friederike Oeser fanden sich in ihrem Nachlaß nicht vor.
Allein Schöll hat (Briefe und Aufsätze von Goethe S. 49) nach Copien,
welche Goethe zurückbehalten hatte, zwei in Straßburg geschriebene
Briefe herausgegeben, welche, wie ich glaube, ebenfalls an sie
gerichtet waren. Der erste ist überschrieben „_an Mamsell F._“; der
Aufenthalt in Sesenheim hatte ihm die Tage zurückgerufen, welche er
in ähnlichem Verkehr in Oesers Landhause in Dölitz zugebracht hatte;
der zweite, ohne Überschrift, folgt unmittelbar darauf auf demselben
Bogen und hier ist die Beziehung auf Leipzig klar. _Käthchen_ wird
darin erwähnt, über welche nun Niemand zweifelhaft sein wird, und
_Fränzchen_, vermuthlich jene Freundin, welche in Minna von Barnhelm
die Franziska spielte, und in einem Briefe an Käthchen (S. 75) genannt
wird. Zwar ist der Ton von den vorhergehenden merklich verschieden;
man spürt, daß Goethe gesund und reifer geworden ist, man fühlt den
Hauch der frisch aufkeimenden, ihn still beseligenden Liebe, übrigens
paßt der Ton ganz zu seinem Verhältniß zu Friederike Oeser und auch
das Element der Reflexion, welches diesem eigen war, tritt stark genug
hervor. Ich lasse dieselben deshalb hier folgen.
Fußnoten:
[142] Vgl. Werke XXI. S. 111 ff.
[143] Vgl. S. 154.
[144] _Friedr. Gervinus_ aus Zweibrücken studirte seit 1768 in Leipzig.
[145] Dölitz.

IV.
An Mamsell F.
Am 14. Oct. (1770).
Soll ich Ihnen wieder einmal sagen, daß ich noch lebe, und wohl
lebe, und so vergnügt als es ein Mittelzustand erlaubt, oder soll
ich schweigen, und lieber gar nicht, als beschämt an Sie denken? Ich
dächte nein. Vergebung erhalten, ist für mein Herz eben so süß als Dank
verdienen, ja noch süßer denn die Empfindung ist uneigennütziger. Sie
haben mich nicht vergessen, das weiß ich; ich habe Sie nicht vergessen,
das wissen Sie, ohngeachtet eines Stillschweigens, dessen Dauer ich
nicht berechnen mag. Ich habe niemals so lebhaft erfahren, was das
sei, vergnügt ohne daß das Herz einigen Antheil hat, als jetzo, als
hier in Straßburg. Eine ausgebreitete Bekanntschaft unter angenehmen
Leuten, eine aufgeweckte muntre Gesellschaft jagt mir einen Tag nach
dem andern vorüber, läßt mir wenig Zeit zu denken, und gar keine Ruhe
zum Empfinden, und wenn man nichts empfindet, denkt man gewiß nicht
an seine Freunde. Genug mein jetziges Leben ist vollkommen wie eine
Schlittenfahrt, prächtig und klinglend, aber eben so wenig fürs Herz
als es für Augen und Ohren viel ist.
Sie sollten wohl nicht rathen, wie mir jetzo so unverhofft der Einfall
kömmt, Ihnen zu schreiben und weil die Ursache so gar artig ist, muß
ich's Ihnen sagen.
Ich habe einige Tage auf dem Lande bei gar angenehmen Leuten
zugebracht. Die Gesellschaft der liebenswürdigen Töchter vom Hause, die
schöne Gegend und der freundlichste Himmel weckten in meinem Herzen
jede schlafende Empfindung, jede Erinnerung an alles was ich liebe; daß
ich kaum angelangt bin, als ich schon hier sitze und an Sie schreibe.
Und daraus können Sie sehen, in wiefern man seiner Freunde vergessen
kann wenn's einem wohl geht. Es ist nur das schwärmende, zu bedaurende
Glück, das uns unsrer selbst vergessen macht, das auch das Andenken
an Geliebte verdunkelt; aber wenn man sich ganz fühlt, und still
ist und die reinen Freuden der Liebe und Freundschaft genießt, dann
ist durch eine besondere Sympathie jede unterbrochne Freundschaft,
italki
jede halbverschiedene Zärtlichkeit wieder auf einmal lebendig. Und
Sie, meine liebe Freundin, die ich unter vielen vorzüglich so nennen
kann, nehmen Sie diesen Brief als ein neues Zeugniß, daß ich Sie nie
vergessen werde. Leben Sie glücklich u. s. w.

V.
Saarbrück am 27 Juni (1771).
Wenn das alles aufgeschrieben wäre, liebe Freundin, was ich an Sie
gedacht habe, da ich diesen schönen Weg hierher machte und alle
Abwechselungen eines herrlichen Sommertages in der süßesten Ruhe genoß;
Sie würden mancherlei zu lesen haben und manchmal empfinden und oft
lachen. Heute regnet's, und in meiner Einsamkeit finde ich nichts
reizenders als an Sie zu denken; an _Sie_, das heißt zugleich an alle,
die mich lieben und auch sogar an Käthchen, von der ich doch weiß, daß
sie sich nicht verläugnen wird, daß sie gegen meine Briefe sein wird,
was sie gegen mich war, und daß sie -- Genug, wer sie auch nur als
Silhouette gesehn hat, der kennt sie.
Gestern waren wir den ganzen Tag geritten, die Nacht kam herbei und
wir kamen eben auf's Lothring'sche Gebirg, da die Saar im lieblichen
Thal unten vorbei fließt. Wie ich so rechter Hand über die grüne Tiefe
hinaussah und der Fluß in der Dämmerung so graulich und still floß und
linker Hand die schwere Finsterniß des Buchenwaldes vom Berg über mich
herabhing, wie um die dunklen Felsen durchs Gebüsch die leuchtenden
Vögelchen still und geheimnißvoll zogen; da wurd's in meinem Herzen so
still wie in der Gegend und die ganze Beschwerlichkeit des Tags war
vergessen wie ein Traum, man braucht Anstrengung, um ihn im Gedächtniß
aufzusuchen.
Welch Glück ist's, ein leichtes, ein freies Herz zu haben! Muth treibt
uns an Beschwerlichkeit, an Gefahren; aber große Freuden werden nur mit
großer Mühe erworben. Und das ist vielleicht das meiste was ich gegen
die Liebe habe; man sagt, sie mache muthig; nimmermehr! Sobald unser
Herz weich ist, ist es schwach. Wenn es so ganz warm an seine Brust
schlägt und die Kehle wie zugeschnürt ist, und man Thränen aus den
Augen zu drücken sucht und in einer unbegreiflichen Wonne dasitzt, wenn
sie fließen, o da sind wir so schwach, daß uns Blumenketten fesseln,
nicht weil sie durch irgend eine Zauberkraft stark sind, sondern weil
wir zittern sie zu zerreissen.
Muthig wird wohl der Liebhaber, der in Gefahr kommt, sein Mädchen
zu verlieren, aber das ist nicht mehr Liebe, das ist Neid. Wenn ich
Liebe sage, so verstehe ich die wiegende Empfindung, in der unser Herz
schwimmt, immer auf einem Fleck sich hin und her bewegt, wenn irgend
ein Reiz es aus der gewöhnlichen Bahn der Gleichgültigkeit gerückt hat.
Wir sind wie Kinder auf dem Schaukelpferde immer in Bewegung, immer in
Arbeit und nimmer vom Fleck. Das ist das wahrste Bild eines Liebhabers.
Wie traurig wird die Liebe, wenn man so schenirt ist, und doch können
Verliebte nicht leben, ohne sich zu scheniren.
Sagen Sie meinem Fränzchen, daß ich noch immer ihr bin. Ich habe sie
viel lieb, und ich ärgerte mich oft, daß sie mich so wenig schenirte;
man will gebunden sein wenn man liebt.
Ich kenne einen guten Freund, dessen Mädchen oft die Gefälligkeit
hatte, bei Tisch des Liebsten Füße zum Schemel der ihrigen zu
machen.[146] Es geschah einen Abend, daß er aufstehen wollte, eh es
ihr gelegen war; sie drückte ihren Fuß auf den seinigen, um ihn durch
diese Schmeichelei festzuhalten; unglücklicher Weise kam sie mit dem
Absatz auf seine Zehen, er stand viel Schmerzen aus, und doch kannte er
den Werth einer Gunstbezeugung zu sehr, um seinen Fuß zurückzuziehen.
* * * * *
Unter einer nicht unbedeutenden Anzahl von Briefen und Concepten von
_Friederike Oeser_, welche ich durchgesehen habe, fand sich leider
keiner der an Goethe geschriebenen. Um ein lebendigeres Bild von seiner
Correspondentin zu erhalten, wird es nicht ohne Interesse sein ein
Bruchstück aus einem Briefe an einen Freund in Dresden vom 21. Jan.
1770 hier zu lesen.
„Ich war, wie Sie wissen, der Liebling meines Vaters und seine stete
Gesellschaft, auch selbst bey seinen Geschäften. Tausend kleine
Streiche, die ich meinem phlegmatischen Bruder Hanß spielte, verriethen
ein anschlägisches Köpfchen und oft eine kleine ‘fühlbare’ Thräne,
bei dem Unglück einer Yariko, und eine Erbitterung über Beatens harte
Gabe, ein gutes Herz, bey alle dem wurde oft auch ein _gut Theilgen
Ehrgeiz_ wahrgenommen. Doch plötzlich kam der grausame Krieg, der
mir, vielleicht auf ewig, meine geliebte Vaterstadt entrissen! wir
flüchteten vor seiner Wuth auf ein gräfliches Schloß,[147] wo wir
uns 3 glückliche Jahre, von allen Unruhen entfernt, aufhielten. Hier
l. N. wurde Ihre Freundin ein kleines Bauermädchen, die am liebsten
Erdäpfel raufte oder zur Kirmes gieng! mein Vater war die meiste Zeit
von uns entfernt, jeden Monat glaubten wir aufzubrechen, es wurde also
kein Lehrer angenommen außer einem Schreibemeister, den seine gros
gewachsene Schülerin noch täglich durch eine _erstaunenswürdige_ Hand
verewigt![148] meines Vaters kleine Reisebibliothek war alles womit
ich mir bei grosen Regen die Zeit verkürzen konnte, ich las auch sehr
fleißig, bey so traurigen Umständen und in diesen Zeiten erwarb ich
mir meine _Begriffe von der grosen Welt_. Ich hatte von Jugend auf
über mein verstümmeltes Gesichte klagen gehört, ich wußte also, schon
in meinem 9. Jahre, daß ich nicht hübsch war (große Wissenschaft für
junge Mädchen!) ich kannte das Unglück nur halb und wußte mich darüber
zu trösten. „Hast du keinen schönen Körper, so sorge doch für andere
schöne Tugenden (sagte ich zu mir selbst), du mußt geschickter werden
als die ganze Welt, alles besser lernen als Mädchen die schön sind es
zu lernen brauchen, denn dieses muß nothwendig der zweite Weg seyn,
auf welchem man _glücklich_ zu gefallen weiß. Es giebt lauter gute
vernünftige Leuthe in der Welt. Und wenn du nur einmal gros bist, so
mußt du dich in ihrer Gesellschaft ohne Nachteil zeigen können; wenn
man diese oder jene wichtige Frage an dich thut, so mußt du dich in
keiner Verlegenheit finden, darauf richtig zu antworten.“ Kurz l. N.
meine Welt war ein gröserer Sammelplatz von Seltenheiten als Rolands
Entdeckungen in dem Mond! und nie kann mehr Ehrgeiz in einem jungen
Busen gelodert haben, doch Ehrgeiz ohne Stolz; ich war fast ganz
unempfindlich wenn man mich über etwas lobte, besonders wie ich mich
in meine Vorstellungen betrogen fand, und nach und nach die Leipziger
Welt, als meine Welt, kennen lernte. Ich lernte sie und mich besser
einsehen und da ich erst aus Ehrgeiz Beyspiele vor Augen genommen
hatte (doch ist hier bloß von _Geschicklichkeiten_ die Rede, denn mein
Herz hatte seine besondere Ökonomie) die ich nie erreichen konnte, und
ich endlich diese Kenntniß, als das sicherste Mittel, mich für mehr
als _gewöhnlicher_ Eitelkeit zu bewahren, zu nuzen suchte, so war es
mir leicht, mich von dieser unglücklichen Sucht _ziemlich_ zu heilen.
Ich folgte nun ganz den Eingebungen meines ehrlichen guten Herzens,
ich ward gegen eine Welt fast gleichgültig, in der ich böses hörte
und viel unnüzes sah. Ich lernte meine Fehler nach und nach einsehen,
und desto mehr Nachsicht gegen die Schwachheiten meiner Freunde (die
ich nur zu gut entdeckte!) haben. Ich überließ mich gänzlich meinen
Lieblingsneigungen, besonders dem Hange zum Lesen, wo ich dabey dem
Rath vernünftiger Personen folgte, doch las ich nur _solche Bücher_,
die mich _reformireten_ und _vergnügten_, in dem grosen weitläuftigen
doch _unentbehrlichen_ Buch der _menschlichen Erfahrungen_ lernte ich
endlich auch ein paar Blätter umwenden. Und so bin ich das Mädchen
geworden daß ich bin! daß Sie _sehr gut_ kennen, l. N., und daß
sich wohl schwerlich jemals von seinen Mängeln und grosen Fehlern
ganz heilen wird. Wie ist nun dieses Mädchen geschickt, gründliche
Urtheile über diese oder jene Abhandlungen zu sagen, da es _nur_ die
Schönheiten, die es fühlt, seinem Herzen und nicht seiner Kenntniß
zu verdanken hat? und auch nicht eine _Regel_ weiß, wodurch man das
Gegentheil bei dieser oder jener Stelle beweisen könnte! Wollen Sie
diese Urtheile meiner Empfindung anhören? so bin ich bereit Sie Ihnen
bei jeder vorfallenden Gelegenheit mitzutheilen, aber um die Ursache,
warum ich so empfinde, dürfen Sie mich nicht fragen! ich würde Ihnen
höchstens: daß weiß ich selbsten nicht! antworten.“
Fußnoten:
[146] Vgl. das in Leipz. gedichtete Lied „Der wahre Genuß“ (S. 182):
Ich bin genügsam, und genieße,
Schon da, wenn sie mir zärtlich lacht,
Wenn sie beym Tisch des Liebsten Füße
Zum Schemmel ihrer Füße macht.
[147] _Dahlen_, ein Gut des Grafen _Bünau_.
[148] Ihre Hand ist sehr deutlich, fest und bestimmt.


Goethes Leipziger Lieder.

Die Lieder, von welchen in diesen Briefen öfter die Rede ist, und von
denen Goethe auch in Wahrheit und Dichtung erzählt, daß sie ohne seinen
Namen gedruckt aber wenig bekannt worden seien, daß er später die
besseren seinen übrigen kleinen Poesien eingeschaltet habe,[149] diese
„Knospen und Blüthen, die der Frühling 1769 trieb“[150], erschienen
unter folgendem Titel
_Neue Lieder_
in Melodieen gesetzt
_von
Bernhard Theodor Breitkopf.
Leipzig
bey Bernhard Christoph Breitkopf und Sohn._
1770.
Es geht indeß aus unseren Briefen (S. 96) hervor, daß die Sammlung
bereits im Jahr 1769 gedruckt ist. Auf dieses „älteste Liederbuch“ hat
zuerst _Tieck_ wieder aufmerksam gemacht, welcher im sechsten Band der
neuen Jahrbücher der Berlinischen Gesellschaft für Deutsche Sprache
und Alterthumskunde die Lieder wieder abdrucken ließ, worauf sie auch
_Viehoff_ in seiner Erläuterung der Goetheschen Gedichte (~I.~ S. 45
ff.) mitgetheilt hat.
Ein Theil dieser Gedichte ist auch im „Almanach der Deutschen Musen“
aufs Jahr 1773 (2. 3. 7. 16.) und 1776 (4. 6. 10. 13.), so wie in der
Leipz. Zeitschrift „die Muse“ vom J. 1776 (3. 7. 11.) mitgetheilt
worden und zwar mit einigen im Ganzen nicht wesentlichen Abweichungen,
die einer früheren Bearbeitung angehören. Was sich vermuthen ließ, daß
sie aus Abschriften entnommen seien, die aus Goethes Aufenthalt in
Leipzig herrührten, ist jetzt zur Gewißheit geworden.
Es war nämlich im Nachlaß von _Friederike Oeser_ das allerälteste
Liederbuch Goethes aufbewahrt, ein geschriebenes Heft mit dem Titel
_Lieder
mit Melodien
Mademoiselle
Friederiken Oeser
gewiedmet
von
Goethen_
dieselbe Sammlung, von welcher in dem poetischen Briefe an sie (S. 142
ff.) die Rede ist. Es enthält nur zehn Lieder, von welchen neun in der
gedruckten Sammlung sich finden;[151] das zehnte ist nicht in dieselbe
aufgenommen, aber auch dieses ist in der „Muse“ (S. 126 f.) abgedruckt,
und im Inhaltsverzeichniß _Goethe_ als Verfasser angegeben. Wie die
Lieder so zeigen auch die Melodieen in dem handschriftlichen Heft hie
und da Abweichungen, aber nur geringfügige, von den gedruckten. In
demselben Nachlaß fand sich auch eine, aber nicht von Goethes Hand
herrührende Abschrift des Hochzeitliedes vor, in welcher offenbar die
erste Gestalt desselben aufbewahrt ist.
Da man die Leipziger Lieder an dieser Stelle ungern vermissen würde,
lasse ich sie hier folgen und theile die Abweichungen jener älteren
Bearbeitungen sowie am Schlusse das noch unbekannte Gedicht mit.
Fußnoten:
[149] Werke ~XXI.~ S. 135.
[150] Briefe an Frau v. Stein ~I.~ S. 28.
[151] Es sind -- in dieser Ordnung -- 11. 7. 13. 3. 5. 4. 12. 6. 10.

1. Neujahrslied.
Wer kömmt! Wer kauft von meiner Waar!
Devisen auf das neue Jahr,
Für alle Stände.
Und fehlt auch einer hie und da;
Ein einz'ger Handschuh paßt sich ja
An zwanzig Hände.
Du Jugend, die du tändelnd liebst,
Ein Küßgen um ein Küßgen giebst,
Unschuldig heiter.
Jetzt lebst du noch ein wenig dumm,
Geh nur erst dieses Jahr herum,
So bist du weiter.
Die ihr schon Amors Wege kennt,
Und schon ein bißgen lichter brennt,
Ihr macht mir bange.
Zum Ernst, ihr Kinder, von dem Spaas!
Das Jahr! zur höchsten Noth noch das,
Sonst währt's zu lange.
Du junger Mann, du junge Frau,
Lebt nicht zu treu, nicht zu genau
In enger Ehe.
Die Eifersucht quält manches Haus,
Und trägt am Ende doch nichts aus
Als doppelt Wehe.
Der Wittwer wünscht in seiner Noth
Zur seelgen Frau, durch schnellen Tod
Geführt zu werden.
Du guter Mann, nicht so verzagt!
Das, was dir fehlt, das, was dich plagt,
Find'st du auf Erden.
Ihr, die ihr Misogyne heißt,
Der Wein heb' euern großen Geist
Beständig höher.
Zwar Wein beschweret oft den Kopf,
Doch der thut manchem Ehetropf,
Wohl zehnmal weher.
Der Himmel geb zur Frühlingszeit,
Mir manches Lied voll Munterkeit,
Und Euch gefall' es.
Ihr lieben Mädgen singt sie mit,
Dann ist mein Wunsch am letzten Schritt
Dann hab' ich alles.

2. Der wahre Genuß.
Umsonst, daß du ein Herz zu lenken
Des Mädgens Schoos mit Golde füllst.
O Fürst, laß dir die Wollust schenken,
Wenn du sie wahr empfinden willst.
Gold kauft die Zunge ganzer Haufen,
Kein einzig Herz erwirbt es dir;
Doch willst du eine Tugend kaufen,
So geh und gieb dein Herz dafür.
Was ist die Lust die in den Armen
Der Buhlerinn die Wollust schafft?
Du wärst ein Vorwurf zum Erbarmen,
Ein Thor, wirst du nicht lasterhaft.
Sie küsset dich aus feilem Triebe,
Und Glut nach Gold füllt ihr Gesicht.
Unglücklicher! Du fühlst nicht Liebe,
So gar die Wollust fühlst du nicht.
Sey ohne Tugend, doch verliere
Den Vorzug eines Menschen nie!
Denn Wollust fühlen alle Thiere,
Der Mensch allein verfeinert sie.
Laß dich die Lehren nicht verdrießen,
Sie hindern dich nicht am Genuß,
Sie lehren dich, wie man genießen,
Und Wollust würdig fühlen muß.
Soll dich kein heilig Band umgeben
O Jüngling; schränke selbst dich ein.
Man kann in wahrer Freyheit leben,
Und doch nicht ungebunden seyn.
Laß nur für Eine dich entzünden,
Und ist ihr Herz von Liebe voll;
So laß die Zärtlichkeit dich binden,
Wenn dich die Pflicht nicht binden soll.
Empfinde Jüngling, und dann wähle
Ein Mägdgen dir, sie wähle dich,
Von Körper schön, und schön von Seele,
Und dann bist du beglückt, wie ich!
Ich, der ich diese Kunst verstehe,
Ich habe mir ein Kind gewählt,
Daß uns zum Glück der schönsten Ehe
Allein des Priesters Seegen fehlt.
Für nichts besorgt als meine Freude,
Für mich nur schön zu seyn bemüht.
Wollüstig nur an meiner Seite,
Und sittsam wenn die Welt sie sieht.
Daß unsrer Gluth die Zeit nicht schade,
Räumt sie kein Recht aus Schwachheit ein,
Und ihre Gunst bleibt immer Gnade,
Und ich muß immer dankbar seyn.
Ich bin genügsam, und genieße,
Schon da, wenn sie mir zärtlich lacht,
Wenn sie beym Tisch des Liebsten Füße
Zum Schemmel ihrer Füße macht.
Den Apfel, den sie angebissen,
Das Glas, woraus sie trank, mir reicht,
Und mir, bey halbgeraubten Küssen,
Den sonst verdeckten Busen zeigt.
Wenn in gesellschaftlicher Stunde,
Sie einst mit mir von Liebe spricht,
Wünsch ich nur Worte von dem Munde,
Nur Worte, Küsse wünsch ich nicht.
Welch ein Verstand der sie beseelet,
Mit immer neuem Reiz umgiebt!
Sie ist vollkommen, und sie fehlet
Darinn allein, daß sie mich liebt.
Die Ehrfurcht wirft mich ihr zu Füßen,
Die Wollust mich an ihre Brust.
Sieh Jüngling, dieses heißt genießen!
Sey klug und suche diese Lust.
Der Todt führt einst von ihrer Seite
Dich auf zum englischen Gesang,
Dich zu des Paradieses Freude,
Und du fühlst keinen Übergang.

3. Die Nacht.
Gern verlaß ich diese Hütte,
Meiner Liebsten Aufenthalt,
Wandle mit verhülltem Tritte
Durch den ausgestorbnen Wald.
Luna bricht die Nacht der Eichen
Zephirs melden ihren Lauf,
Und die Birken streun mit Reigen
Ihr den süßten Weihrauch auf.
Schauer, der das Herze fühlen,
Der die Seele schmelzen macht,
Flüstert durchs Gebüsch im Kühlen.
Welche schöne, süße Nacht!
Freude! Wollust! Kaum zu fassen!
Und doch wollt' ich, Himmel, dir
Tausend solcher Nächte lassen,
Gäb' mein Mädgen Eine mir.
=3,= 2 ff. Meiner Schönen Aufenthalt,
Und durchstreich mit leisem Tritte
Diesen ausgestorbnen Wald.
5. Wandle mit vergnügtem Schritte. _Alm._
7 f. Und die Birken, die sich neigen,
Senden ihr den Duft hinauf. _Alm._
11. Wandelt im Gebüsch im Kühlen.
15. Tausend deiner Nächte lassen,

4. Das Schreyen.
Nach dem Italienischen.
Einst gieng ich meinem Mädchen nach
Tief in den Wald hinein,
Und fiel ihr um den Hals, und ach!
Droht sie, ich werde schreyn.
Da rief ich trotzig, ha! ich will
Den tödten der uns stört!
Still, lispelt sie, Geliebter, still!
Daß ja dich niemand hört.
=4,= 1. Jüngst ging ich meinem Mädchen nach
8. Damit dich niemand hört.

5. Der Schmetterling.
In des Pappillons Gestalt
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  • Goethes Briefe an Leipziger Freunde - 02
    Süzlärneñ gomumi sanı 4221
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1604
    38.6 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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  • Goethes Briefe an Leipziger Freunde - 03
    Süzlärneñ gomumi sanı 4236
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1657
    37.5 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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  • Goethes Briefe an Leipziger Freunde - 04
    Süzlärneñ gomumi sanı 4368
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1395
    41.5 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    53.9 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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  • Goethes Briefe an Leipziger Freunde - 05
    Süzlärneñ gomumi sanı 4424
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1439
    42.7 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    56.9 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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  • Goethes Briefe an Leipziger Freunde - 06
    Süzlärneñ gomumi sanı 4016
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1340
    38.1 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    49.1 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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  • Goethes Briefe an Leipziger Freunde - 07
    Süzlärneñ gomumi sanı 4506
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1522
    38.7 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    50.5 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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  • Goethes Briefe an Leipziger Freunde - 08
    Süzlärneñ gomumi sanı 4177
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1519
    42.7 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    55.6 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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  • Goethes Briefe an Leipziger Freunde - 09
    Süzlärneñ gomumi sanı 3980
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1488
    38.9 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    51.7 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    56.7 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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  • Goethes Briefe an Leipziger Freunde - 10
    Süzlärneñ gomumi sanı 4030
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1740
    30.5 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    40.0 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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  • Goethes Briefe an Leipziger Freunde - 11
    Süzlärneñ gomumi sanı 4778
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1695
    19.9 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    26.1 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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  • Goethes Briefe an Leipziger Freunde - 12
    Süzlärneñ gomumi sanı 4313
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1729
    34.7 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    45.0 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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  • Goethes Briefe an Leipziger Freunde - 13
    Süzlärneñ gomumi sanı 3962
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1390
    40.8 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    53.4 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    59.4 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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  • Goethes Briefe an Leipziger Freunde - 14
    Süzlärneñ gomumi sanı 3938
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1517
    38.1 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    50.5 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    56.3 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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  • Goethes Briefe an Leipziger Freunde - 15
    Süzlärneñ gomumi sanı 3717
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1455
    38.8 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    50.8 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    56.5 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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  • Goethes Briefe an Leipziger Freunde - 16
    Süzlärneñ gomumi sanı 3839
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1539
    37.9 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    52.2 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    58.0 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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  • Goethes Briefe an Leipziger Freunde - 17
    Süzlärneñ gomumi sanı 161
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 125
    51.1 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    59.2 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
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