Buch von der Deutschen Poeterey - 5

Süzlärneñ gomumi sanı 1585
Unikal süzlärneñ gomumi sanı 762
34.9 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
42.4 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
45.6 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
Härber sızık iñ yış oçrıy torgan 1000 süzlärneñ protsentnı kürsätä.
italki
dieselbigen mit der natur vereiniget werden, muß etwas folgen das böse
mäuler leichtlicher tadeln können als nachmachen.
Eine guete art der vbung aber ist, das wir vns zueweilen auß den
Griechischen vnd Lateinischen Poeten etwas zue vbersetzen vornemen:
dadurch denn die eigenschafft vnd glantz der wörter, die menge der
figuren, vnd das vermögen auch dergleichen zue erfinden zue wege
gebracht wird. Auff diese weise sind die Römer mit den Griechen, vnd die
newen scribenten mit den alten verfahren: so das sich Virgilius selber
nicht geschämet, gantze plätze auß andern zue entlehnen; wie sonderlich
Macrobius im fünfften vnd sechsten buche beweiset. Wir sollen vns auch
an vnserem eigenen fleiße nicht genügen laßen; sondern, weil viel augen
mehr sehen als eines, vber die sachen welche wir an das liecht zue
bringen vermeinen, berühmbter männer vrtheil ergehen laßen. Welches
inngleichen die Römer so wol verstanden, vnd in acht genommen, das sie
nicht leichtlich etwas offentlich außkommen laßen, das nicht zuevor von
einem vnd dem andern geschätzet vnd durchgezogen worden. Ja, wie man
keinen ringer oder fechter in offentlichen schawplatze auffführete, er
mußte vorher seinen namen geben, vnd eine probe thun: welches sie
ἀπογράφεσθαι vnnd ἐγκρίνεσθαι . einschreiben vnnd approbiren hiessen: so
gaben auch die, welche in der zahl der Poeten wolten gerechnet werden,
jhre getichte anderen Poeten zue vbersehen, vnd erkündigten sich darüber
jhrer meinung: dieses war [K 1b] jhre ἀπογραφὴ vnnd ἔγκρισις; wie
_Casaubonus_ vber den _Persium_ erinnert, vnd auß einer alten Inscription
zue sehen ist:
_HIC . CVM . ESSET . ANNORVM.
XIII . ROMAE . CERTAMINE.
IOVIS . CAPITOLINI . LVSTRO.
SEXTO . CLARITATE . INGENI.
CORONATUS . EST . INTER.
POETAS . LATINOS . OMNIBVS.
SENTENTIIS . IVDICVM._
Plinius der Jüngere, welcher vber alle seine sachen gelehrter freunde
guet achten erfordert, saget in der 17. Epistel des 7. Buches, das jhn
diese gewohnheit gar nicht rewe. Denn er bedächte, welch ein grosses es
sey, durch der leute hände gehen, vnd könne jhm nicht einbilden, das man
dasselbe nicht solle mit vielen vnd zum offtern vbersehen, was man
begehret, das es allen vnd immer gefallen solle. Welches denn der
grösseste lohn ist, den die Poeten zue gewarten haben; daß sie nemlich
inn königlichen vnnd fürstlichen Zimmern platz finden, von grossen vnd
verständigen Männern getragen, von schönen leuten (denn sie auch das
Frawenzimmer zue lesen vnd offte in goldt zue binden pfleget) geliebet,
in die bibliothecken einverleibet, offentlich verkauffet vnd von
jederman gerhümet werden. Hierzue kömpt die hoffnung vieler künfftigen
zeiten, in welchen sie fort für fort grünen, vnd ein ewiges gedächtniß
in den hertzen der nachkommenen verlassen. Diese glückseligkeit erwecket
bey auffrichtigen gemüttern solche wollust, das Demosthenes sagete, es
sey jhm nichts angenemers, als wenn auch nur zwey weiblein welche wasser
trügen (wie zue Athen bräuchlich war) einer den andern einbliesse: Das
ist Demosthenes. Welcher ob er zwar als der vornemeste redener in hohen
ehren gehalten worden, ist doch der rhum nicht geringer denn Homerus
erlanget. Vnd wie der Autor des gespreches von den Oratoren saget, +des
_Euripidis_ [K 2a] oder _Sophoclis_ berhümbter name ist so weit
erschollen als des Lysiæ oder Hyperidis; vnd viel begehren weniger den
rhum des _Ciceronis_ alß _Virgilii_. Es ist auch kein buch des _Asinii_
oder _Messallæ_ so beschrieen, als des _Ouidii_ _Medea_, oder _Varii_
sein Thyestes. Vnd+, redet er weiter, +ich schewe mich nicht den
zuestand der Poeten vnd jhr glückhafftes wesen mit dem vnruhigen vnd
sorglichen leben der Redner zue vergleichen. Ob zwar diese durch
streitsachen vnnd gefahr zue dem Bürgermeister ampte sind erhoben
worden; so wil ich doch lieber _Virgilii_ sichere vnnd geheime
italki
einsamkeit, in welcher es jhm weder an gnade bey dem Keyser Augusto,
noch an kundschafft bey dem Römischen volcke gemangelt hat.+
Nebenst dieser hoheit des gueten namens, ist auch die vnvergleichliche
ergetzung, welche wir bey vns selbst empfinden, wenn wir der Poeterey
halben so viel bücher vnnd schrifften durchsuchen: wenn wir die
meinungen der weisen erkündigen, vnser gemüte wieder die zuefälle dieses
lebens außhärten, vnd alle künste vnnd wissenschafften durchwandern? So
war ich dieses für meine grösseste frewde vnd lust auff der Welt halte,
so war wündsche ich, das die die in ansehung jhres reichthumbs vnnd
vermeineter vberflüssigkeit aller notdurfft jhren stand weit vber den
vnserigen erheben, die genüge vnd rhue, welche wir schöpffen auß dem
geheimen gespreche vnd gemeinschafft der grossen hohen Seelen, die von
so viel hundert ja tausendt Jharen her mit vns reden, empfinden solten;
ich weiß, sie würden bekennen, das es weit besser sey, viel wissen vnd
wenig besitzen, als alles besitzen vnd nichts wissen. Vber dieser
vnglaublichen ergetzung haben jhrer viel hunger vnd durst erlitten, jhr
gantze [K 2b] vermögen auffgesetzt, vnd fast jhrer selbst vergessen.
Zoroaster, welcher, wie oben erwehnet, alle seine gedancken Poetisch
auffgesetzt, soll zwantzig Jhar in höchster einsamkeit zuegebracht
haben, damit er in erforschung der dinge nicht geirret würde. Vnd da
alle andere wollüsten vns vnter den händen zuegehen, auch offtermals
nichts von sich vbrig lassen als blosse rewe vnd eckel; so begleitet vns
diese vnsere durch alle staffeln des alters, ist eine ziehr im
wolstande, vnd in wiederwertigkeit ein sicherer hafen. Derentwegen wolle
vns ja niemandt verargen, das wir die zeit, welche viel durch
Fressereyen, Bretspiel, vnnütze geschwätze, verleumbdung ehrlicher
leute, vnd sonderlich die lustige vberrechnung des vermögens hinbringen,
mit anmutigkeit vnsers studierens, vnd denen sachen verschliessen,
welche die armen offte haben, vnd die reichen nicht erkauffen können.
Wir folgen dem, an welches vns Gott vnd die natur leitet, vnd auß dieser
zueversicht hoffen wir, es werde vns an vornemer leute gunst vnd liebe,
welche wir, nebenst dem gemüte vnserem Vaterlande zue dienen, einig
hierdurch suchen, nicht mangeln. Den verächtern aber dieser göttlichen
wissenschaft, damit sie nicht gantz leer außgehen, wollen wir inn den
Tragedien so wir künfftig schreiben möchten die Personen derer geben,
welche in dem Chore nach erzehlung trawriger sachen weinen vnd heulen
mussen: da sie sich denn vber jhren vnverstand vnd grobheit nach der
lenge beklagen mögen.


[L 1a] An den Leser.

Günstiger Leser, weil ich bey verfertigung des Büchleins nicht gewesen,
ist es, sonderlich was die Griechischen wörter betrifft, etwas falsch
gesetzet worden; dessen ich euch hiermit errinnern wollen.[2]
[2] _Hier folgt ein Verzeichniss von 30 Druckfehlern, die in unserem
Abdrucke danach verbessert worden sind. Vgl. übrigens die Einleitung,
sowie den Abdruck des Verzeichnisses bei Witkowski S. 206._
-- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- --
Das vbrige, dessen ich vieleichte nicht gewahr worden; wollet jhr
vnbeschweret selber zu rechte bringen.
[L 1b] Hierneben habe ich auch nicht sollen vnverwehnet lassen, das mir
vnlengst eines gelehrten mannes in der frembde schreiben zuekommen,
welcher der meinung ist, wann wir die eigentlichen namen der Götter vnd
anderer sachen, als Jupiter, Orpheus, Phebus, Diana vnnd dergleichen in
vnsere sprache brächten, würde sie nicht von allen verstanden werden,
vnd solte man sich dieselben Deutsch zue geben befleissen. Wie aber
solches vnmöglich ist, vnd gleichwol von dieser art namen ein grosses
theil der Poeterey bestehet, also wissen wir, das es eben die
gelegenheit mit den Lateinern zum ersten gehabt, welche diese wörter
mehrentheiles von den Griechen vnd sonsten empfangen, vnd sie jhnen, wie
hernachmals auch in der Italienischen, Frantzösischen, Spanischen vnd
andern sprachen gesche-[L 2a]hen, durch stetten gebrauch so gemeine
gemacht haben, das sie sie nicht weniger als ihre eigene wörter
verstanden. Indeßen aber köndte es wol nicht schaden, das ein liebhaber
vnserer schönen Muttersprache jhm so viel zeit neme, vnd in derselben
ein sonderlich _Dictionarium_ oder Namenbuch der Völcker, Leute, Götter,
Länder, örter, städte, flüße, porten, gebirge, vnd sonsten auß den
geistlichen vnd weltlichen scribenten zuesammen trüge. Wie dieses nun
bloß an einer bemühung gelegen, weil _Caroli Stephani_ vnd anderer
bücher nur dörfften auffgesucht vnd vmbgesetzt werden; also würde jhm
ein solcher doch sehr guetes Lob vnd rhum, welchem die edelsten gemüter
nachtrachten, bey männiglich zu wege bringen. Gott befohlen.

_Druck von Ehrhardt Karras, Halle a. S._


[ Im folgenden werden alle geänderten Textzeilen angeführt, wobei
jeweils zuerst die Zeile wie im Original, danach die geänderte Zeile
steht.
gewesen ist. Dieselben zeigen nicht nur keine Veränderungeu, sondern
gewesen ist. Dieselben zeigen nicht nur keine Veränderungen, sondern
B ab fehlt, so dass sich dieselben unsinnigen Druckfehler teils durch
$B$ ab fehlt, so dass sich dieselben unsinnigen Druckfehler teils durch
noch in OP vorhanden. Ebenso ist in derselben Zeile 32 31 das =mögen=
noch in $OP$ vorhanden. Ebenso ist in derselben Zeile 32 31 das =mögen=
A von 1624 in Betracht kommt.
$A$ von 1624 in Betracht kommt.
Ἦ ν ποτέ τοι χρόνος οὗτος ἐν ᾧ ἅμα πάντ' ἐπεφύκει
Ἦν ποτέ τοι χρόνος οὗτος ἐν ᾧ ἅμα πάντ' ἐπεφύκει
Πυθαγόρειον καί Σωκρατικὴν ἰδιότητα, die Pythagorische vnnd Socratische
Πυθαγόρειον καὶ Σωκρατικὴν ἰδιότητα, die Pythagorische vnnd Socratische
μὲν ὓδωρ, +Das Wasser ist das beste das man findt+. Mit welchem es
μὲν ὕδωρ, +Das Wasser ist das beste das man findt+. Mit welchem es
einem orte ζωὴ καὶ ψυχὴ, eben dieselben auß zue lachen, die sich in
einem orte ζωὴ καὶ ψυχή, eben dieselben auß zue lachen, die sich in
Χᾶιρέ μοι Ρώμα θυγάτηρ Ἄρηος,
Χαῖρέ μοι Ῥώμα θυγάτηρ Ἄρηος,
So, weil das L vnd R fließende buchstaben kein kan ich mir [E 4a] sie in
So, weil das L vnd R fließende buchstaben sein kan ich mir [E 4a] sie in
halte, das Heinfius gleichfals grossen gefallen daran treget, der dieses
halte, das Heinsius gleichfals grossen gefallen daran treget, der dieses
Ο δ' ἣλιος θάλασσαν,
Ο δ' ἥλιος θάλασσαν,
Τὸν δ ἣλιον σελήνη.
Τὸν δ' ἥλιον σελήνη.
Au weh! ich bin tausendt tausendt schmertzen,
Au weh! ich bin in tausendt tausendt schmertzen,
Αντίστροφος α.
Ἀντίστροφος α.
Επῳδὸς α.
Ἐπῳδὸς α.
Αντιστρ. β.
Ἀντιστρ. β.
Επῳδ. β.
Ἐπῳδ. β.
Αντιστρ. γ.
Ἀντιστρ. γ.
Επῳδ. γ.
Ἐπῳδ. γ.
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