Briefe Schillers und Goethes an A. W. Schlegel - 2

Süzlärneñ gomumi sanı 3952
Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1319
40.5 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
53.9 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
60.2 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
Härber sızık iñ yış oçrıy torgan 1000 süzlärneñ protsentnı kürsätä.
italki
sollte. Wenn mein Rath und meine dringenden Vorstellungen etwas
gefruchtet hätten, so hätte er seinen Brief über den Almanach von 96 gar
nicht drucken lassen. Daß diese Manier zu urtheilen mit einigen
spottenden Einfällen erwiedert ward, fand ich sehr natürlich und billig,
und hätte von Herzen gewünscht, daß er es dabei hätte bewenden lassen.
Er kannte den Grad meiner Anhänglichkeit an Sie, und es war also eine
ausgemachte Sache unter uns, daß er sich nie gegen mich über irgend
etwas äußerte, was mein Verhältniß zu Ihnen auf das entfernteste betraf.
Ich brauche Ihnen wohl nicht zu betheuern, daß er mir eine Beurtheilung
der Horen, die auch gegen mich mit gerichtet war, weil ich es mir zur
Ehre schätze, daran bis jetzt Theil genommen zu haben, nicht vor dem
Drucke wird gezeigt haben. Noch bis jetzt habe ich sie nicht gelesen.
Die Art, wie ich letzthin über die Streitigkeit mit Woltmann mit Ihnen
sprach, muß Sie davon überzeugen. Ich weiß auch nicht wie viel Antheil
er an jener Rezension hat, vermuthe aber aus Aeußerungen von ihm über
die Woltmannsche Sache, daß er sie nicht ganz gemacht.
Woltmann hat hier in Jena ausgebreitet, nicht mein Bruder sondern meine
Frau habe das Urtheil über den Theoderich geschrieben. Wenn dieß Gerücht
auch zu Ihnen gekommen ist, wie ich vermuthen muß (ich hatte schon am
Sonnabend Abend die Absicht, mit Ihnen davon zu sprechen), so betheure
ich Ihnen hiermit auf meine Ehre daß es eine Unwahrheit ist, daß meine
Frau weder über den Theoderich noch sonst auch nur eine Zeile an jener
Rezension geschrieben hat. Ich bin zu Woltmann gegangen, und habe ihn
über dieses unbesonnene und, da er das Urtheil für unverschämte Lüge
oder Ignoranz erklärt hat, höchst beleidigende Geschwätz sehr ernsthaft
zur Rede gestellt. Er hat auch gleich so weit zurückgezogen, daß er
vorgegeben hat, er habe es nur aus Vermuthung geäußert, weil er aus den
Billetern meines Bruders vermuthe daß dieser nicht selbst Verfasser sey,
aber den ihn nahe angehenden Verfasser vertreten wolle. Dieß ist
indessen nur eine Ausflucht von ihm, und wenn er länger hier geblieben
wäre, so würde ich ihn genöthigt haben, jene Behauptung bei Personen wo
er sie bestimmt geäußert förmlich zu widerrufen.
Ich bin mir bewußt, ihr Vertrauen nie, auch in der geringsten
Kleinigkeit nicht gemisbraucht und nie der Dankbarkeit entgegen
gehandelt zu haben, die ich Ihnen für so viel Güte und Theilnahme an
meinem Glück ewig schuldig bin. Wenn Sie je einige Freundschaft für mich
gehegt haben, so versagen Sie mir die Bitte nicht, Ihnen bald mündlich
meine gänzliche Unschuld an diesem unglücklichen Misverhältniß
darzulegen; soll es mich aber durchaus ihres Umganges berauben, so
werde ich doch nie aufhören mit der wärmsten Verehrung und
Anhänglichkeit zu seyn
Ihr ergebenster
* * * * *
Sehr ungern, seyen Sie versichert, entschloß ich mich zu dem
unangenehmen Schritt, aber die Umstände forderten ihn längst. Ihnen
mache ich keinen Vorwurf, und ich will Ihrer Versicherung, daß Sie Sich
gegen mich nichts vorzuwerfen haben, gerne glauben, aber dadurch wird
leider nichts verändert, weil bei den großen Ursachen zum Mißvergnügen,
die Ihr Herr Bruder mir gegeben hat und noch immer zu geben fortfährt,
das gegenseitige Vertrauen zwischen Ihnen und mir nicht bestehen kann.
Ein Verhältniß, das durch eine natürliche Verbindung von Umständen
unmöglich gemacht wird läßt sich mit dem beßten Willen nicht erhalten.
In meinem engen Bekanntschaftskreise muß eine volle Sicherheit und ein
unbegränztes Vertrauen seyn, und das kann, nach dem was geschehen, in
unserm Verhältniß nicht statt finden. Beßer also wir heben es auf, es
ist eine unangenehme Nothwendigkeit, der wir, beide unschuldig wie ich
hoffe, nachgeben müssen; dieß bin ich mir schuldig, da niemand begreifen
kann, wie ich zugleich der Freund Ihres Hauses und der Gegenstand von
den Insulten Ihres Bruders seyn kann.
Versichern Sie _Madame Schlegel_, dass ich von dem lächerlichen
Gerüchte, Sie sey die Verfaßerin von jener _Recension_ nie Notiz
genommen habe, und sie überhaupt für zu verständig halte, als daß sie
sich in solche Dinge mische.
_=Schiller.=_
* * * * *
Ich hatte in jedem Falle darauf gerechnet, daß Sie Ihren Antheil an dem
Almanach fortsetzen würden, und Göthe hat es mir, wie er hier war, auch
in Ihrem Nahmen bestätigt. Mit der angenehmsten Erwartung sehe ich daher
Ihrem Beitrag entgegen. Es ist noch nichts am Druck angefangen und kommt
wahrscheinlich vor einem Monat nicht dazu, weil Schrift und Papier noch
erwartet werden.
=Sch.=
* * * * *
An Kosegarten hab ich vor etwa 3 Wochen geschrieben, und ersuche Sie
also, wenn Sie ihm antworten, sich darauf zu beziehen und ihn von
meinetwegen zu grüßen. Die Ankündigung, welche ich eben durchlas, ist
possierlich genug.
Gotters Geisterinsel wird mir ein sehr angenehmer Beitrag zu den Horen
seyn, und auch das andre Stück, wenn es hergestellt werden kann, nehme
ich mit Vergnügen. Wollen Sie also einstweilen um das erstere schreiben,
so erweisen Sie mir ein Gefallen. Sobald es abgedruckt ist, werde ich
_Cotta_ bitten, das _Honorar_ von 4 _Ldor_ _pr_ Bogen gleich zu
bezahlen.
_J._ 3. _Jul._ 97
_=Schiller.=_
* * * * *
Sie haben mir mit Ihrem Gedicht eine große Freude gemacht, der
Gegenstand ist mit einer edlen Würde und einem philosophischen Schwung
behandelt, Sprache und Vers sind vortrefflich. Manche möchten das
Silbenmaß bei einem so uralten Stoffe zu modern finden. Diesen können
Sie aber sehr befriedigend antworten, daß die _philosophi_sche
Behandlung des Stoffes denselben an sich schon aus seiner Urwelt heraus
in ein modernes raisonnierendes Zeitalter versetzt. Zu Ihrer Behandlung
würde der _Hexameter_ sich durchaus nicht geschickt haben, da er
schlechterdings eine eigentliche und nicht _allegori_sche Ausführung des
Gedankens gefodert hätte, und ich finde daher, daß Ihr Gefühl Sie ganz
richtig geleitet hat.
Indeßen wünschte ich, eben dieser symbolischen und _allegori_schen
Behandlung wegen, daß man noch weniger als geschehen ist an den alten
Prometheus erinnert würde. Dieser stiehlt das wirkliche und natürliche
Feuer, und mit diesem macht er den Menschen ein Geschenk; der _Actus_
des Feuerraubes durfte also von dem alten Dichter mit aller
Umständlichkeit versinnlicht werden; weil aber bey Ihrer Behandlung der
symbolische Verstand gleich aufgefodert wird, das natürliche Feuer zu
verlaßen und in einer übersinnlichen Bedeutung zu nehmen, so kommt die
_Imagination_ des Lesers durch alle diejenigen Schilderungen ins
Gedränge, die dem Feuer als Feuer gelten. Ich würde deßwegen rathen über
diesen _delicaten_ Punkt so leis als nur möglich ist wegzugehen. Auch
würde es, däucht mir, eine beßere Wirkung thun, wenn Sie das Feuer nicht
vom Wagen selbst, sondern etwa von einer Fackel nehmen ließen, weil die
Phantasie weit eher mit einer brennenden Fackel als mit einem
lichtausstrahlenden Wagen die Idee des geistischen Feuers verknüpfen
kann, und überhaupt wird das Feuer um so kostbarer und edler, je
einfacher und sparsamer seine Quelle ist.
Noch wäre mein Rath, um den Leser gleich an der Fronte des Gedichts in
den rechten Standpunkt zu rücken und aller Mißdeutung vorzubeugen, daß
Sie das Gedicht: =Eine Allegorie= überschrieben, denn das ist es im
strengsten Sinne und der Beurtheiler muß diesen Begriff vor Augen haben.
Da Sie es noch nicht überschrieben haben, so lege ich es hier bey, bitte
aber, es mir bald wieder zurückzuschicken, so wie ich auch das andere,
was Sie noch für den Almanach bestimmt haben, mit Verlangen erwarte.
_Jena_ 27. _Jul._ 97.
S.
Der symbolische Gebrauch des Feuers verwickelt Sie in eine
Schwierigkeit, die ich kaum für auflöslich halte, doch muß ich Sie
darauf aufmerksam machen. Wie das =natürliche= Feuer dem ganzen
Menschengeschlecht kann mitgetheilt werden, indem ein Gott es einem
einzelnen Menschen schenkt, das ist begreiflich: aber um das
übersinnliche Feuer =den= Menschen mitzutheilen, müßte _Prometheus_ es
entweder allen _exi_stierenden _Individuen_ einflößen, und also den
_Actus_ hunderttausendfältig wiederhohlen, oder er muß einen neuen
Menschen (oder vielmehr ein neues Menschenpaar) bilden, von dem das
ganze Geschlecht entspringt und das Feuer erbt. Wo kommen aber nun die
_exi_stierenden Menschen hin, von denen eben ja die Rede war, für welche
Prometheus das Mitleid empfand, die den Gedanken in ihm veranlaßt haben?
Eh er seinen neuen Menschen bildet, ist schon ein ganzes lebendes
Geschlecht da -- wohin kommt das? u. dergleichen Fragen mehr, die sich
von selber aufdringen.
* * * * *
Ihr Gedicht überrascht mich sehr angenehm. Es ist überaus zart und
lieblich, und eben so schön ausgedrückt als empfunden.
Von den Abänderungen die Herr G. mit seinem Gedicht vorgenommen, soll
Gebrauch gemacht werden. Ich werde ihn recht gerne kennen lernen. Weil
ich aber schon seit mehreren Wochen anfangs durch die entsetzliche Hitze
und jetzt durch einen _Catarrh_ mich sehr angegriffen fühle, daß ich an
nichts Interesse nehmen mag, so will ich noch ein paar Tage abwarten und
ihn dann zu mir einladen.
Es wäre schön, wenn Sie noch eine _Ballade_ in den Almanach stiften
italki
wollten und Platz wollte ich schon finden. Ich habe ohnehin gern einen
Vorwand bey mir selbst, manche überlästige Herren, die sich im Almanach
aufpakten, wieder herauszuwerfen. Die Zudringlichkeit dieser Herren ist
über alle Begriffe.
S.
* * * * *
Ein Herr G. (vielleicht Grieß) schickt mir aus _Schwarzburg_ ein Gedicht
_Phaethon_ zu und schreibt mir dabey, daß er durch Ihre Vermittlung zu
erfahren wünsche, ob ich es aufnehmen werde . Ich finde viel Gutes
darinn und werde es noch in den Almanach setzen, wenn ihm auch noch
einige Figuranten Platz machen müßten. Wollen Sie ihn wenn er sich an
Sie gewendet hat, davon benachrichtigen, und zugleich anfragen, ob er
seinen Nahmen nicht darunter setzen will?
Die _Correctur_ senden Sie nur unmittelbar an Herrn _Göpferdt_.
S.
* * * * *
Sie haben einen glücklichen Gedanken sehr glücklich ausgeführt. Das
Gedicht ergreift und erhebt, der Schluß an die Gallier besonders nimmt
einen schönen Schwung. Daß Sie die Götter selber sprechen lassen, war
für die Würde der Ausführung entscheidend; so wird alles viel
bedeutender und größer, und schon dieser Umstand allein mußte Sie gegen
Ihren _Concurrenten_ in Vortheil setzen, der an der Klippe der bloßen
_Declamation_ zuweilen strandet. Sie würden Sich um HE. Grieß ein
Verdienst erwerben, wenn Sie ihn auf die Fehler seiner Arbeit aufmerksam
machen wollten, denn es ist damit ganz so wie Sie sagen.
Ich will gerade nicht dazu rathen, daß seine Bearbeitung zugleich mit
der Ihrigen in dem Almanach abgedruckt wird, obgleich sie einen recht
guten Begriff von seinem Talent erweckt; ich kann sie aber, wenn er Lust
hat, in die Horen setzen.
Von den _Balladen_, nach denen Sie fragen, sind biß jetzt nur wenige
gedruckt, die übrigen sind gerade in der Arbeit. Hier sende ich indeß um
Ihren Wunsch einigermassen zu erfüllen, die zwey ersten Bogen, welche
ein sehr schönes Gedicht von Göthen eröfnet. Die übrigen Bogen sollen
Sie auch noch erhalten, wenn sie fertig sind.
=Sch.=
Der äuserste _Termin_ für _Mscrpte_
zum Almanach ist zum 12ten _Sept._
* * * * *
Weimar 14. May. 1801.
Wegen meines neuen Stücks habe ich in Berlin noch keinen Schritt gethan;
da es, meinem Vertrag mit _Ungern_ gemäß, im _October_ gedruckt
erscheint, so wollte ich es erst vor das lesende _Publicum_, und dann,
nach Maaßgabe der Umstände, auf das _Theater_ bringen. Auch hier in _W._
bleibt es vor der Hand unaufgeführt, unser hiesiges Personal ist zu
klein, und es müssen sich sonst noch einige glückliche Umstände
zusammenfügen.
Sobald das Stück aus der Presse kommt, sende ich die zum
_Theater_gebrauch abgekürzte Bearbeitung desselben an HE. _Ifland_, und
werde mir, wenn man es auf die Bühne bringen will, ausbitten, daß die
Jungfrau von Orleans durch diejenige welche die Rolle der Johanna v.
_Montfaucon_ dort spielt, besezt wird. Ausdrücklicher kann ich mich, da
ich das _Berlini_sche _Theaterpersonal_ gar nicht kenne, in die
Rollen-Austheilung nicht wohl mischen. Daß es meinem Stück zum größten
Vortheil gereichen würde, wenn eine Künstlerin, wie Mad. Unzelmann, nach
der allgemeinen Stimme, es ist, die Hauptrolle darinn übernähme, ist gar
keinem Zweifel unterworfen. Versichern Sie Ihr in meinem Nahmen, daß ich
mich sehr auf ihre persönliche Bekanntschaft freue und daß die Aussicht,
ihre schönen Darstellungen zu sehen, an meinem Wunsche Berlin zu
besuchen keinen geringen Antheil hat.
Für Mad. Fleck ist in demselben Stück eine andre Rolle, die nach dem
Bilde, das ich von Ihr habe, nothwendig ihr zufallen muß. Es ist Agnes
Sorel, die der Johanna zwar sehr untergeordnet aber doch von Bedeutung
und für die Darstellung dankbar ist.
Ich sehe der Erscheinung Ihres Almanachs mit Verlangen entgegen. Mein
ernstlicher Wille ist es, Ihnen den Antheil, den Sie so gütig waren an
dem meinigen zu nehmen, nach meinen Kräften zu erwiedern, doch will ich
für dieses Jahr nichts versprechen. Zu lyrischen Arbeiten gehört ein
gewißer poetischer Müßiggang, den ich jetzt nicht habe; eine größere
Arbeit, die meine Gedanken jetzt beschäftigt, läßt mir nicht Raum dazu.
Für Ihren _Shakespear_ meinen besten Dank -- es thut mir aber leid, daß
Sie mit _U._ zerfallen, und für die Unternehmung selbst kann eine
Veränderung des Verlags leicht schädlich werden.
Meine _Maria Stuart_ und der _Macbeth_ liegen für Sie _parat_ und ich
erwarte nur zu hören, ob Sie noch länger in _B._ bleiben oder, wie man
sagt, nach _Jena_ zurückkommen.
S.


Briefe Goethes
an
A. W. Schlegel.
Aus den Jahren 1797 bis 1824.

Mit einem Briefe von Herrn Geheimde Rath Voigt schicke ich zugleich die
ersten Theile des Gozzi, für Ihren Herrn Bruder, die übrigen stehen nach
und nach auch zu Diensten. Wenn ich nicht irre so sind Gesners
französische Idyllen noch bey Ihnen, die ich mir gelegentlich zurück
erbitte. Ich wünsche Ihnen recht wohl zu leben. Jena am 28 Mai 1797.
=Goethe=
* * * * *
Indem ich das Manuscript zurückschicke, merke ich nur an, daß Hofrath
Schiller die Stelle _Fol._ 4 deshalb angestrichen, weil sie ihm nicht
verständlich ist, indem von Verwicklung und Auflösung, den
Haupterfordernißen eines guten Dramas, als von einem fremden zufälligen
Verdienste gesprochen ist. Wollten Sie dieses zu erläutern, sowie die
andern Stellen abzuändern die Güte haben? und mir etwa bald nach Tische
das Manuscript zurückschicken, indem es noch heute abgehen könnte. Ich
wünsche recht wohl zu leben. Den 14ten Juni 1797.
=Goethe=
* * * * *
Sie haben mich, durch Ueberschickung Ihres Prometheus, in den Stand
gesetzt meinen Gast auf eine recht angenehme Weise zu bewirthen, er
dankt Ihnen auf das beste dafür und ich kann sagen daß wir das Gedicht
mit vielem Vergnügen wiederholt gelesen haben. Es ist Ihnen gelungen in
die Mythe einen tiefen Sinn zu legen und ihn auf eine ernste und edle
Art auszudrucken, die Verse sind sehr glücklich und es sind Stellen die
durch ihre Hoheit überaschen. Gewiß wird es eine der ersten Zierden des
Almanachs seyn.
Wir haben indess auch fleißig gearbeitet und die Balladen sind noch
immer im Gange, vielleicht giebt mir meine vorstehende Reise auch noch
einige Beyträge.
Mein Freund Meyer ist, seiner Gesundheit wegen, aus Italien nach der
Schweiz zurückgegangen, ich gedenke ihn am Zürcher See zu besuchen, und
mit ihm Rath zu pflegen was weiter zu thun sey? So viel ich seine
Constitution kenne möchte es wohl nicht räthlich seyn ihn gleich wieder
hineinzuführen, und das Bild das dieses schöne Land im Augenblicke
darstellt, ist auch für den Beschauer nicht reizend. Wahrscheinlich sind
wir gegen den Winter wieder hier, und erfreuen uns des Umgangs unserer
Freunde.
Sollte ich Sie vor meiner Abreise nicht wieder sehen, so wünsche ich
recht wohl zu leben. Empfehlen Sie mich Ihrer lieben Frau und grüßen Sie
Ihren Herrn Bruder vielmals. Sollten Sie mir von Ihren und seinen neuern
Arbeiten einige Nachricht geben wollen, so würde sie unter der Addresse
meiner Mutter, der Räthin Goethe, in Frankfurth am Main, sicher und bald
an mich gelangen. Der ich indessen nochmals recht wohl zu leben wünsche.
Weimar am 19 Juli 1797.
=Goethe=
* * * * *
Nur mit wenigen Worten, werthester Herr Rath, will ich sogleich für
Ihren freundlichen Brief vom 22ten September danken, der mich auf der
Reise so angenehm überrascht haben würde und mir leider erst vor einigen
Tagen zugekommen ist. Die Stockung eines ganzen Packetes in Frankfurth
hat mir manche Unruhe gemacht.
Ich freu mich sehr Ihrer Theilnahme an meinen Arbeiten und kann
versichern daß die Empfindung wechselseitig ist. In kurzer Zeit habe ich
das Vergnügen Sie in Jena zu sehen, wo es manches zu besprechen geben
wird. Mit sehr viel Vergnügen habe ich gleich nach meiner Ankunft den
zweyten Theil Ihres Schäkespears erhalten und gelesen. Bewahren Sie
beykommendes Exemplar meines neuesten Gedichts zu meinem Andenken, wie
sehr wünsche ich auch Ihre Gedanken darüber zu hören und zugleich zu
sehen was Sie indessen gearbeitet haben. Die besten Grüße an Ihre liebe
Gattin so wie an Ihren Herrn Bruder leben Sie recht wohl. Weimar am 16.
Dec. 1797.
=Goethe=
* * * * *
Da ich höre daß Sie uns nach Ostern verlassen wollen, so werde ich mich
um so mehr eilen im März nach Jena zu kommen, um Ihres Umgangs noch
einige Zeit zu genießen. Ich überbringe zugleich das Geld und hoffe von
Ihren neuen Arbeiten etwas zu sehen. Mir ist dieser ganze Winter für das
poetische Fach ungenutzt verstrichen. Geschäffte, Theater und Societät
haben mir alle meine Stunden entweder weggenommen oder unbrauchbar
gemacht.
Herr von Brinkmann, der sich bey Ihnen auch recht wohl gefallen hat, war
uns eine angenehme Erscheinung, seine Lebhaftigkeit und seine
Theilnahme an so vielerley Gegenständen, besonders der Litteratur,
machen seine Unterhaltung recht angenehm.
Ich bin neugierig Gotters letztes Lustspiel zu sehen glauben Sie daß es
auf dem Theater Effect machen werde? Wir erwarten nun die Composition
der Zauberinsel, wir denken die Oper nach Ostern zu geben. Die
Zauberflöte hat wieder viele Zuschauer aus der Nachbarschaft herbey
gelockt.
Leben Sie recht wohl grüßen Sie Ihre liebe Frau und erhalten mir ein
geneigtes Andenken.
Weimar am 24 Febr 1798.
=Goethe=
* * * * *
Durchl. der Herzog haben mir befohlen Sie, werthester Herr Rath, morgen
früh in das sogenannte Römische Haus zu führen, um Sie mit Herrn Melisch
bekannt zu machen, dem großen Verehrer Schäkespears und Bewunderer Ihrer
Uebersetzung.
Wollten Sie deßhalb gegen 11 Uhr bey mir seyn?
Ich hoffe Sie heute Abend in der Comödie zu sehen.
Den 1ten May 1798.
=Goethe=
* * * * *
Für die Mittheilung der Holzschnitte danke ich recht sehr. Wenn Sie
ohnedieß spatziren gehen und bey mir gegen zwölfe anfragen wollen, so
soll es mir angenehm seyn Sie und Ihre Freunde vielleicht zu sehen. Ich
erwarte Gäste von Weimar und diese könnten vielleicht noch vor Tische
eine Promenade wünschen.
G
* * * * *
Ew. Wohlgeb.
übersende die Holzschnitte alter und neuer Art mit vielem Dank, wovon
Sie Herrn Unger seinen Theil gefällig abtragen werden. Einige Blätter
die Ihnen angehören, liegen noch wohl verwahrt in Jena, sobald ich
hinüber komme sollen auch diese zurückgegeben werden.
In meinem Aufsatz, den ich zum zweyten Stück der Propyläen bestimme,
kann ich mit unserm guten Unger nicht einerley Meinung seyn; doch wird
sich zuletzt wohl noch eine Conciliation finden lassen. Das Unglück ist,
daß die Engländer, in ihrer neuen Manier, durch eine viel leichtere
mechanische Behandlungsart, in gewissen Theilen weit mehr leisten als
die Deutschen, nach der alten Weise, jemals zu Wege bringen können.
Diese beyden Behandlungsarten gegen einander zu stellen ist eine Aufgabe
für künftig, diesmal haben wir nur von den Effecten gesprochen.
Leben Sie recht wohl, da Sie zu Ihren Geschäfften Gesundheit und
Heiterkeit so nöthig haben. Ich muß die letzte Hälfte des Decembers
gewöhnlich nur so hin laviren, vielleicht habe ich Anfang Januars das
Vergnügen Sie wieder zu sehen. Weimar d 12 Dec. 1798.
=Goethe=
* * * * *
Heute komme ich schon wieder um Sie um das =Schloß von Otranto= zu
ersuchen. Einige Frauenzimmer, die es noch nicht gelesen haben, möchte
ich gern in diese Wunder einführen.
Dabey schicke ich die ersten Bogen der Propyläen, die Sie vielleicht
nicht ungern etwas frühzeitiger lesen und mir gefällig bald wieder
zurückschicken.
Professor Meyer grüßt. Er hat die Recension von Fiorillo mit viel
Sorgfalt gearbeitet. Er läßt den litterarischen Verdiensten dieses
wackern Mannes volle Gerechtigkeit wiederfahren, und trifft in den
Hauptpuncten durchaus mit ihm überein. Wo Recensent abweicht motivirt er
seine Ursachen sehr klar, wodurch diese Anzeige sehr unterrichtend wird.
Herr Unger hat ganz recht daß sich schon in den frühern Holzschnitten
Spuren finden von der Art welche die Engländer nun so hoch empor gehoben
haben und desto sonderbarer ist es daß man bisher davon keinen Gebrauch
gemacht hat, und daß den Engländern die Ehre der Wiederentdeckung und
Cultur dieser verlohrnen Insel Ehre macht ist nicht zu leugnen. Wenn die
Sache nur erst recht ins Klare ist, giebt uns Herr Unger vielleicht
Muster von beyden mit einer kleinen Abhandlung über die Differenz von
beyden Behandlungsarten.
An der Entdeckung guter und brauchbarer Stoffe in den ältern deutschen
Gedichten zweifle ich keineswegs und hoffe künftig auf deren
Mittheilung.
Ifflands Bekänntnisse will ich nächstens lesen und wünsche zu allem was
Sie vorhaben, Gesundheit und gute Stimmung. Grüßen Sie mir Ihre liebe
Frau und gedenken mein. Weimar am 15 Dec. 1798.
=Goethe=
* * * * *
Ew. Wohlgeb.
sende die Burg von Otranto in einer neuen Hülle zurück. Wenn auch diese
gleich der vorigen wird abgelesen seyn, so möchte wohl vom Buche selbst
nicht viel übrig bleiben.
Die Recension von dem Knebelschen Properz scheint mir sehr gut und
zweckmäßig gerathen und der Gedanke den Verfasser mit sich selbst zu
vergleichen ist freundlich und fruchtbar. Ein Mann wie Knebel verdient
eine zarte Behandlung, da er von Natur zum umändern und ausbessern so
sehr geneigt ist.
Was ich für ihn wünschte wäre daß er sich mit Ihnen in Connexion setzte,
um Ihres Rathes bey der Uebersetzung des Lucrez, auf die er eine
unsägliche Arbeit verwendet, zu genießen. Er liegt, wie Sie aus seiner
Vorrede bemerkt haben, noch an einer kleinen grammatisch prosodischen
Opposition krank. Es würde ihm bey seiner Arbeit zum größten Vortheil
gereichen, wenn wir ihn davon heilen könnten, so daß er die unleugbaren
Fortschritte, die man in den letzten Zeiten gemacht hat, anerkennte,
gewisse Grundsätze zu befolgen sich entschlösse, und dadurch seinen Vers
gewiß manchen Vortheil verschaffte. Ich mache ihm hierauf in einem
Briefe aufmerksam so wie ich mich darüber bald mit Ihnen zu unterhalten
hoffe.
So eben empfange ich den zweyten Theil von Sternbald worüber ich
nächstens mehr schreibe oder spreche.
Der ich recht wohl zu leben wünsche. Weimar am 28 Dec. 98.
=Goethe=
* * * * *
Nur Ein Wort zur Begleitung des zweyten Stücks der Propyläen und des
ersten Buches des Lukrez.
Die Vorbereitungen zu den Piccolomini nehmen uns alle Zeit weg, wir
haben nur noch acht Tage übrig, das Stück wird den 30ten Jänner und den
2ten Februar gegeben, Freytag den 1ten wird Redoute seyn, ich hoffe Sie
werden diese Feyerlichkeiten nicht ganz verschmähen.
Den größten Theil des Februars hoffe ich in Jena zuzubringen.
Der ich recht wohl zu leben wünsche. Weimar am 22 Januar 1799.
=Goethe=
* * * * *
Für das übersendete dritte Stück des Athenäums habe ich meinen Dank
nicht schrifftlich abgestattet weil ich bald nach Jena zu kommen hoffte,
wo ich mich denn auch befinde.
Wollten Sie die Güte haben mir die Bände des Wallpol durch Ueberbringern
zu überschicken, so wollte ich solche gelegentlich nach Weimar senden um
die übrigen dagegen zu erhalten.
Der ich recht wohl zu leben wünsche und Sie bald zu sehen hoffe. Jena am
26 März 1799.
=Goethe=
* * * * *
Indem ich das Buch über die Religion mit Dank wieder zurück schicke,
lege ich auch den Lukrez wieder bey wenn Sie für dieses Werk etwas thun
können was es auch sey, so werden Sie mir eine Gefälligkeit erzeigen
sowohl ich als der Verfasser würden es dankbar erkennen wenn Sie auch
nur im allgemeinen einige Bemerkungen machen wollten. Ich wünsche recht
wohl zu leben und hoffe Sie bald wieder zu sehen.
Jena am 14 Octobr 1799.
=Goethe=
* * * * *
Mit den freundlichsten Wünschen zum neuen Jahre sende ich das fünfte
Propyläenstück, dem ich Ihren und der Ihrigen Antheil wünsche.
Von den alten französischen Romanen habe ich nichts im Original
auftreiben können, indessen ist mir ein betagter deutscher Foliant in
die Hände gefallen, der den Titel =des Buchs der Liebe= führt und in
welchem sich die Geschichte des =Tristans= und der =Iselde= befindet.
Zwar weiß ich nicht, ob es eine Uebersetzung oder Umarbeitung ist, doch
wenn Sie das Buch überhaupt noch nicht gesehen haben, so wird es
interessant seyn es durchzulaufen.
Ich habe mich bisher möglichst fleißig gehalten und besonders an dem
allgemeinen Schema der Farbenlehre fortgearbeitet, wobey mich Herrn
Professor Schellings Neigung zu meiner Arbeit nicht wenig gefördert hat.
Vielleicht schicke ich bald eine Abschrift meiner Elegieen zu
nochmaliger gefälliger Durchsicht.
Sagen Sie mir doch auch was Sie und ihre Nächsten in dieser Zeit
vorgenommen haben.
Leben Sie recht wohl und gedenken mein.
Weimar am 1 Januar 1800.
=Goethe.=
Sez Alman ädäbiyättän 1 tekst ukıdıgız.
Çirattagı - Briefe Schillers und Goethes an A. W. Schlegel - 3
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    Süzlärneñ gomumi sanı 4008
    Unikal süzlärneñ gomumi sanı 1308
    40.5 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    52.3 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    59.1 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    Härber sızık iñ yış oçrıy torgan 1000 süzlärneñ protsentnı kürsätä.
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    60.2 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    Härber sızık iñ yış oçrıy torgan 1000 süzlärneñ protsentnı kürsätä.
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    41.3 süzlär 2000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    54.0 süzlär 5000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    60.7 süzlär 8000 iñ yış oçrıy torgan süzlärgä kerä.
    Härber sızık iñ yış oçrıy torgan 1000 süzlärneñ protsentnı kürsätä.